DIE MEDIENHÖLLE #017 - Medienwende Ungarn

Shownotes

► (0:00:00) INTRO: Narzissmus in die Kiste Quelle: Denis Scheck, "DRUCKFRISCH" (WDR), 29.03.2026, Das Erste

► (0:10:30) Die Medienwende in Ungarn Gespräch mit Stephan Ozsváth, Hörfunker, Podcaster, Autor, Coach rec.: 17.04.2026, 15.30 Uhr Vgl.:

  • Stephan Ozsváth: "Tschuschenaquarium. Auf Tauchgang bei Wiener Typen"
  • Stephan Ozsváth: "Puszta-Populismus: Viktor Orbán – ein europäischer Störfall?" Korrektur: Stephan Ozsváth ist natürlich nicht seit 92 Jahren beim Radio, sondern seit 1992 ;-)

► (0:43:21) DOKU-TIPP: "Community-Radios: Gefährliche Recherche in der Sahelzone" https://www.arte.tv/de/videos/128938-000-A/community-radios-gefaehrliche-recherche-in-der-sahelzone/

► (0:49:37) VIELFALT: DLM im Dialog Audio-Ausschnitte mit:

  • Dr. Torben Klausa , Innovation Lead Digitale Öffentlichkeit, Agora Digitale Transformation
  • Dr. Felix Sieker , Project Manager im Programm „Digitalisierung und Gemeinwohl“ bei der Bertelsmann Stiftung
  • Sabine Frank , Head of Governmental Affairs and Public Policy (DACH) bei Google
  • Marco Giordani , Group CEO ProSiebenSat.1 Media SE rec.: 14.04.2026 Vgl.: https://www.die-medienanstalten.de/dlm-im-dialog-2026/

► (1:03:35) Vergessen Sie nicht ….


Disclaimer: Einige Stimmen bzw. Musikteile und Animationen sind KI-generiert. Ausnahmen siehe hier:


Stationvoice : Lydia Drechsler; https://www.kräuterblütenliebe.de/ Sounddesign: William Wienke; https://william-guitar.de/ Cover: Ingo Römling; https://www.monozelle.de/ Hosts: Philipp Nitzsche und Jörg Wagner Post: post [ätt] medienhoelle [pünktchen] de


►► SUPPORT gern via Medienhöllen-Kasse: https://www.paypal.com/paypalme/antenneerden

►► ODER PER BANKÜBERWEISUNG: Jörg Wagner Freier Journalist IBAN: DE93500105176000318805 BIC: INGDDEFFXXX Verwendungszweck: SPENDE JW


Transkript anzeigen

00:00:01: Platz zwei Sophie Passmann, wie kann sie nur?

00:00:15: Was soziale Medien in einem Kopf ohne echte Bildungsressourcen anrichten.

00:00:21: In dieser intellektuellen Desasterzone von einem Buch lässt es sich besichtigen.

00:00:26: Ich denke über die Frau nach, die ich sein könnte Wenn nicht einen schöneren Bauchnabel hätte schreibt Sophie Passman.

00:00:35: Sie auf diesen Denkbewegungen zu begleiten ist ein schwerer Gang Wie ein Wellensittich in seinem Käfig nur einen Blick für sein eigenes Abbild im Spiegel hat, so kreist Passmanns Schreiben unablässig um ihren eigenen Nabel.

00:00:51: Bin ich

00:00:51: schön?

00:00:52: Bin ich attraktiv?

00:00:53: Werde ich geliebt!

00:00:55: In Passmans Versuch diesen Narzissmus zu reflektieren kommt lediglich Narzismus zwei Punkt null heraus Wasserstandsmeldungen aus den Seichtgebieten eines drüben Bewusstseins.

00:01:08: Platz eins, Ildiko von Kürti.

00:01:11: Alt genug!

00:01:12: Auch in diesem Buch dreht sich alles um das Leben der Autorin und ihren Wunsch nach Anerkennung.

00:01:18: Manchmal denke ich, dass eine gewisse Form von pathologischem Kreisen um sich selbst – und um die Welt nötig ist, um zu schreiben so Ildikko von Kyrti.

00:01:29: Zwar sagt Alexander Poe the proper study of mankind is man Aber ich glaube, er meinte damit nicht unbedingt Nachrichten aus der Schnatterzone der Damentoilette auf einer Hochzeit.

00:01:42: Dies ist weniger ein Buch – eher Merch!

00:02:04: Dennis Schäck hat geliefert wie immer sehr zynisch, sehr

00:02:09: zaf

00:02:10: scharfzüngig also für zwei Bücher kritisiert.

00:02:16: Jörg, wie hast du das aufgefasst?

00:02:18: Dieses Medienthema der Woche kann man ja fast sagen.

00:02:22: Also erst mal muss man sagen Medien Thema der Woche ist ein bisschen Zeitfahrzug drin die Sendung Druckfrisch ist vom neunundzwanzigsten März.

00:02:30: dann fand ich Das sehr langweilend, also mich langweillend.

00:02:36: Weil es geht natürlich auch darum dass die betroffenen Autorinnen hier... Also wenn schon zwei nazistische Bücher angesprochen wurden dann vielleicht noch ein bisschen Öl ins Feuer gegossen haben um den Platz auf der Spiegel-Bestzellerliste eins und zwei zu halten, weil die Argumente, die da ausgetauscht wurden gegen diese Schroffekritik mich nicht überzeugt haben.

00:03:01: Hier wäre Sexismus im Spiel.

00:03:04: Nee hier war Narzissmus im Spiel!

00:03:06: Und Dennis Check hat am Ende immer dieser Top Ten mit dieser Rolle ... das ist so eine Art geneigte Ebene, wo man dann für die, die uns jetzt nur hören.

00:03:19: Am Ende eine Bücherkiste steht, die man vermuten kann ne Abfallkiste ist.

00:03:25: Also jetzt... Die Mülltonne steht neben dieser Rutsche und nicht am Ende der Rutsch.

00:03:31: Das sind Bücher, die Man getrost in eine Kiste packen Kann und Dann Sollte sich keiner drum kümmern.

00:03:36: das Ist seine persönliche Meinung eines Buchkritikers Und die ganze Aufregung war Für mich zu künstlich.

00:03:44: Bücher sind nicht heilige Gegenstände.

00:03:47: Früher, ich kann mich erinnern zum Beispiel mein Vater sagte mir das Karl May galt als Schundliteratur.

00:03:56: Ja, also es gibt auch Bücher die man durchaus in so eine Kiste legen kann und sagen kann Leute lest die nicht.

00:04:04: elke heidenreich wiederum die in der Zeit das Ganze kritisiert hat.

00:04:08: Hat mal gesagt Die Sendezeit ist so kostbar als dass man schlechte bücher vorstellt Und sie stellt nur büchern vor die lesenswert sind.

00:04:15: Es ein anderer ansatz.

00:04:17: beide sind legitim und ich verstehe die ganze aufregunglich.

00:04:20: Ich auch nicht weil.

00:04:22: Also ich kenne Dennis Schek schon vor fünfzehn Jahren so, dass er genauso gehandelt hat wie er gehandelte und Sexismus.

00:04:32: Ich habe für sie etwas rausgesucht was wirklich tief sexistisch ist aus dem Jahr twoinundzig Wieser wie.

00:04:40: das lief damals wirklich so beim norddeutschen Rundfunk.

00:04:44: Reich Ranicki und Alphons Silbermann diese Sendung Derart böse, wenn sowas heute also über den Flimmerkasten laufen würde.

00:04:53: Ich glaube dann würden die Leute mit Mistgabeln und Fackeln auf der Straße stehen.

00:04:58: Und einen wirklich entlarvenen Ausschnitt davon, den schauen wir uns jetzt einmal an!

00:05:03: Aber ich

00:05:03: wollte Ihnen Beifbile geben von Autorinnen, die man ernst nehmen muss... ...die man hochgepeppelt hat.

00:05:10: beispielsweise Irmgard Hohin Bei einer ganz guter Autorin der zwanziger Jahre, später zwanzigart nach vierzehn noch geschrieben.

00:05:20: Damals hat schon Tuholz über sie geschrieben, je frebt die Männer an die Wand!

00:05:25: Natürlich hatte Tuhols gewusst dass er zu wach sei.

00:05:28: Da fanden nur die Coins ein hübsches Mädelschen...hübsch.

00:05:33: Und trotzdem ist das, was ihr schreibt nicht ganz schlecht.

00:05:36: Dann wird sie gleich hochgepackt.

00:05:39: Da glauben Sie wirklich nun?

00:05:40: Also wenn Sie schon das Beispiel gegeben haben von der Preise und jetzt die Adime im Brech Tucholsky, ja hübsches Mädchen.

00:05:48: also ich stelle es mal zusammen meinen Sie dass vielleicht den deutschen Frauen diese Sensualitäten fehlen, die den guten Roman ausmachen?

00:06:04: Sie wollen von mir die Ursachen kennen.

00:06:06: Ich bin vor allem dazu da, die Resultate zu beurteilen und ich raufstreut mich überhaupt.

00:06:14: Ja diese Ausgabe Die driftet immer weiter ab.

00:06:19: Wir haben gerade mitgekriegt, also man traut den deutschen Frauen... Schon vor hundert Jahren hat man den deutschen Frau nicht zugetraut auch einen guten Roman schreiben zu können.

00:06:30: Es geht sogar so weit dass man sagt sie sind nicht mal in der Lage eine gute Oper zu schreiben und Sie würden nur an die Universität gehen um sich einen Mann zu angeln.

00:06:40: Und eigentlich wäre es total vergebene Liebesmühe das überhaupt studieren dürfen.

00:06:44: Das alles wurde im Fernsehen gesagt.

00:06:48: Es ist der helle Wahnsinn, wenn man sich das anguckt also an Mysogenie nichts zu übersehen.

00:06:56: und wenn wir jetzt in die heutige Zeit gucken verteidigt zum Beispiel Florian Schröder sehr schön den Dennis Schäck.

00:07:05: Das ist eine bitter böse Buchkritik, aber es ist kein Sexismus und wir sollten bitte nicht diesen Sexismusbegriff aufweichen.

00:07:13: Weil dann hat er irgendwann eigentlich keine Schlagkraft mehr!

00:07:18: Wie wird das ja auch so in manchen Bereichen unserer heutigen Diskussionsgesellschaft haben?

00:07:26: Und da möchte ich auch vorwahren, dass vielleicht diesem Begriff Sexismus nicht aufweichern Dass jetzt vielleicht auch für den Reichweiten gewinnen, ja einen gewissen Skandalisierung um das eigene Buch voranzutreiben nach vorne zu tun finde ich schwierig.

00:07:45: Das ist aber jetzt

00:07:46: eine Unterstellung von dir dass das der Reichweite dient wie ich vorhin auch nur das Gemutmaß habe.

00:07:52: Wir wissen

00:07:52: tatsächlich nicht was in den Köpfen dieser beiden Autorinnen vorgegangen Als empathischer Mensch durchaus vorstellen, dass man wenn man im Fernsehen seine beiden Bücher so verrissen sieht.

00:08:07: Dass man dann vielleicht doch anders reagiert als Außenstehende die damit nichts zu tun haben.

00:08:14: Ich kann mich wiederum erinnern das der Spiegel mal einen reiserischen Aufmacher wie da hatte als Reich Ranicki ein Günter Grasbuch zerrissen hat in der Luft.

00:08:24: Das war auf der Titelseite und da gab es auch schon eine ähnliche Diskussion.

00:08:28: Darf man das überhaupt?

00:08:30: Das ist Kritik, Buchkritik mein Gott!

00:08:33: Also da muss man doch mal wirklich die berühmte Kirche im Dorf lassen und vielleicht dann seine eigene Befindlichkeit nicht über so eine Sendung stellen.

00:08:42: also diese Forderungen jetzt diese Sendung abzusetzen, die dann im Beiklapp dieser ganzen Debatte kamen, halt ich

00:08:49: vervöllig

00:08:49: überzogen.

00:08:50: Ja,

00:08:51: ich halte diese forderung auch vervällig überzogen zumal Was du mir ja auch beigebracht hast, viel Souveräner wirkt.

00:08:59: Wenn man gewisse Dinge einfach so stehen lässt und überhaupt nicht kommentiert, nicht einmal erwähnt dann steht man meistens doch viel größer da und schützt sich selber mit seinen Befindlichkeiten.

00:09:12: dadurch also sofern tja das waren unsere Brünten two cents zu diesem Thema würde ich sagen

00:09:20: Und damit also weiter im Verlauf der Medienhölle sie werden eine kleine Nachlese noch zur Ungarn-Wahl bekommen, denn es sind erstaunliche Dinge passiert in der Woche nachdem das Wahlergebnis in Ungarn bekannt geworden ist.

00:09:35: Ja und ich habe noch einen Beitrag für Sie vorbereitet wo es um Community Radius in Afrika geht.

00:09:43: Wie sieht also Lokaljournalismus in Afrik aus?

00:09:46: Ja, und da werden wir uns zusammen eine Dokumentation von Arte angucken bzw.

00:09:52: ich werde Ihnen eine Dokumentation an das Herz legen!

00:09:57: Dann habe ich noch etwas für die Medienwissenschaftler, Medieninteressierten auf der eher theoretischen Ebene.

00:10:04: Die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten hat sich jetzt in dieser Woche wieder getroffen zur Veranstaltung DLM im Dialog und da hatte uns Rainer Succo, der dankenswerterweise für uns dort teilgenommen hat einige Töne organisiert und die können wir uns dann im Verlaufe dieser Medienhölle vom neunzehnten April zwei tausend sechsundzwanzig anhören, die da kommt wieder vor

00:10:26: Mund zum Ohr

00:10:28: auf dem

00:10:28: Strahle der elektrischen Kraft.

00:10:30: Berlin Dorothenstraße zwölf hinter der Humboldt-Universität.

00:10:34: hier befindet sich das Kollegium Hungaricum Berlin.

00:10:38: es fördert Zitat aus der Selbstbeschreibung, als Teil des Netzwerks ungarischer Kulturinstitute weltweit den kulturellen und wissenschaftlichen Austausch zwischen Ungarn und Deutschland.

00:10:50: Hier traf ich mich am siebzehnten April, zu einer Ungarn-Wahl nachlese mit einem Ungarnkenner privat und beruflich

00:10:59: Also, ich bin Stefan Auschwald.

00:11:01: Wie der Name schon sagt habe ich ungarische Wurzeln mein Vater ungar meine Mutter Rheinländerin und deswegen habe ich auch viel mit Ungarn zu tun gehabt.

00:11:10: Ich bin schon mit meinem Vater immer als Kind Im West-Auto, im Kofferraum voll mit Wakeless Bermont achtmal vier Seife und Kugelschreibern in das Heimatdorf meines Vaters auch meiner Großeltern gefahren.

00:11:25: Und er hatte so ein Onkel aus Amerika-Feeling.

00:11:29: Mir war es eher peinlich da bei diesem Triumphzug mitzuwirken wenn wir dadurchs Dorfgefahren sind und die Malocha im Blaumann haben uns dann angeglotzt.

00:11:43: Aber das ist jetzt noch klar.

00:11:45: die Erklärung, warum dein Name Oschwarz nicht Deutsch klingt.

00:11:50: Aber beruflich hast du dich natürlich auch mit Ungarn beschäftigt?

00:11:54: Stimmt!

00:11:56: Ich bin Journalist.

00:11:57: seit neuer zweiundneinzig Jahren würde man sagen.

00:12:00: ich bin nicht on air also im Radio.

00:12:03: Das ist so mein Hauptjob eigentlich.

00:12:05: alle anderen Medien habe ich zwar auch mal gemacht aber eigentlich ist es radio und Mit Ungarn habe ich angefangen, mich zu befassen.

00:12:15: Es ist schon bestimmt zwanzig, fünfundzwanzig Jahre her...

00:12:19: Also nicht von Anfang an?

00:12:20: Du hast Spanisch studiert oder so?

00:12:22: Ja, ich hab eigentlich Spanische und Lateinamerikanistik aber auch Ungarisch studieren.

00:12:26: Und ich habe eine Zeit lang in Spanien gelebt Aber macht ja nix, also ich verwechsel manchmal auch ungarisch und spanisch.

00:12:34: Und dann fließt du eins ins andere und benutze sich ungarische Wörter im Spanischen und umgekehrt und mir scheint es völlig normal zu sein.

00:12:42: Aber gut, ja!

00:12:44: Wir sprechen dänklich und du sprichst irgendwie espagnol-molyamäßig?

00:12:48: Wir auch immer!

00:12:49: Gut aber du warst auch lange Zeit Wien-Korrespondent und hattest als Berichtsgebiet Süd-Osteuropa oder zählt auch Ungarn dazu hast also auch, ich sag mal jetzt, Berührung mit der Regierung Orban lange Zeit haben können.

00:13:04: Orban regierte von achtundneinzig bis zwei tausendzwei und dann nochmal von zweitausendzehn bis gerade eben gibt es in dieser zwanzigjährigen Amtzeit von von Viktor Orban etwas wie eine Entwicklung.

00:13:16: war das von vornherein schon so abzusehen dass Orban eher so autokratisch sein Land regieren wird?

00:13:23: hat man ihn deswegen gewählt als starken Mann?

00:13:26: Also nein, er galt früher mal als Liberal und wenn man auch so alte Bilder von ihm sieht.

00:13:33: Alte Auftritte höher zum Beispiel auf dem Heldenplatz, in den Buderpest, als er den Abzug der Russen gefordert hat aus Ungarn da hatte er noch eine lange Mähne war so ein Revolutzer Typ irgendwie eigentlich in öffentlichen Äußerungen sehr liberales Zeugs von sich gegeben.

00:13:54: Über die Rolle der Medien, über die Rolle des Parlaments und wie Politik sein sollte und so... Also das hatte dann später gar nichts mehr zu tun mit dem Späten-Orban sag ich mal.

00:14:04: Der hat sich wirklich um mindestens hundertundachtzig Grad gedreht.

00:14:09: Ist es eine Täuschung gewesen?

00:14:10: Dass er am Anfang also versuchte über die demokratische Hintertür quasi reinzukommen Prinzip der autokratischen Alleinherrschaft zu perfektionieren quasi dann im Zuge der Zeit, oder ist das etwas was gekipptes aus einer gewissen Pragmatik heraus?

00:14:26: Ich glaube da kommen verschiedene Dinge zusammen.

00:14:28: Also zum einen hat er Anfang der neunziger Jahre gemerkt die Macht in diesem strukturell konservativen Land ist eher rechts.

00:14:38: Das heißt er hat seiner Partei vieles so ein Rechtsrock verordnet aber er war ja seinerzeit noch viel zu Präsident der internationalen Liberalen, dann war er in hohen Position bei den konservativen also auch internationalen Organisationen.

00:14:57: In der IVP war die Fidesz ja auch, also bei den Konservatifen im Europaparlament und dann ist er eigentlich Schritt für Schritt immer rechter geworden.

00:15:05: Und ich glaube ganz wichtig ist die Wahlniederlage two-tosend zwei.

00:15:11: Damals hat er ja gesagt Die Nation kann nicht in der Opposition sein.

00:15:16: Das war sein Oton, sein Zitat damals und damit hat er eigentlich schon den populistischen Machtanspruch formuliert nämlich ich bin das Volk und ich bin der einzig wahrhaftige Herrscher.

00:15:29: Und diesen Kurs hat er dann eben weiter fortgeschrieben und es gab auch später.

00:15:36: Ich glaube, es war ein Jahr vor seinem Wahlsieg.

00:15:41: Es gab so einen Parteitreffen in Köcce.

00:15:43: Da gibt's immer so'n Picnic und da hat er gesagt, Fides muss das nationale Kraftzentrum in Ungarn sein – und das auf die nächsten zwanzig Jahre.

00:15:53: Also da hat der eigentlich schon gesagt, wohin die Reise geht!

00:15:56: Nun ist die Reise zu Ende, erstaunlicherweise ohne irgendwie Nebengeräusche.

00:16:01: Also es gab im Vorfeld der Wahlen natürlich Enthüllungen über die Standleitung nach Moskau.

00:16:07: Das hatte man irgendwie gar nicht... als so große Überraschung empfunden, obwohl es natürlich in investigativ Recherche war von höchstem Anspruch.

00:16:17: Also wir wollen das jetzt nicht kleinreden aber man hätte ja annehmen können dass Viktor Orban die Dreißig-TG Übergangszeit jetzt nutzt um zu sagen ich fechte die Wahl an.

00:16:27: Wahlbetrug wie Trump nochmal auszählen hat lassen oder auch George W Bush war ja auch irgendwie nicht überzeugt davon dass bestimmte Zählmaschinen richtig funktionierten.

00:16:36: also hier einfach sozusagen kurz vor Ich gratuliere Peter Modja und dann geht er, ist er weg.

00:16:47: Er ist gestern nochmal aufgetaucht, auf YouTube in einem Interview und da hat er gesagt ja also Fidesmut die Regierungspartei muss komplett neu aufgebaut werden.

00:16:58: Und er stünde zur Verfügung wenn er dann gerufen wird.

00:17:00: so ungefähr.

00:17:01: aber im Grunde ist ein gebrochener Mann zu sehen.

00:17:04: Also ich glaube er hat begriffen das war's.

00:17:08: Ich bin selber sehr überrascht gewesen von dieser Art des Übergangs.

00:17:12: Wenn man Viktor Orban kennt und ich habe ihn ja wirklich lang begleitet schon so eine Art Phantomschmerz, als er dann am Sonntag abgewählt war.

00:17:21: Dachte ich hoch wie kann das sein?

00:17:23: Dieser Typ der immer diesen Zug zum Tor hatte dieser machtbewusste Typ, der wirklich mit dem Kopf durch die Wand wollte.

00:17:32: Der geht jetzt einfach so sang und klanglos.

00:17:36: und dann gab es ja im Vorfeld auch allerlei Spekulationen von Experten.

00:17:39: was passiert in dieser dreißig Tage Frist von Wahlabend bis zur Konstituierung des neuen Parlaments.

00:17:48: Da wurde alles Mögliche ventiliert von, er könnte die Hürden für die zwei Drittel Gesetze noch mal hochsetzen oder sogar ein Präsidialsystem etablieren mit sich selbst als Präsidentin und dergleichen mehr.

00:18:04: es sieht so danach aus als ob all das nicht passiert.

00:18:07: stattdessen haben wir wie wir das wahrscheinlich aus dem Ende der DDR kennen.

00:18:14: Also da werden Akten geschreddert, hört man im Außenministerium und Verteidigungsministerium.

00:18:21: Man sieht entsprechende Memes in den Social Media Kanälen von geschredderten Akten.

00:18:27: Man hört und liest dass die Reichen also die Tronys, die Oligarchen von Orban's Gnaden mit Regierungsmaschinen Richtung Dubai fliegt und ihre Wertgegenstände aus dem Landschaften.

00:18:42: Ja, also es sieht ganz so danach aus als ob das war, dass Regime Ordnern das so uneinnehmbar schien ist plötzlich so sang- und klanglos verschwunden man mag es kaum glauben.

00:18:56: und auch die politischen Wipp Flüchtlinge, also der frühere marzedonische Korrupte wegen Korruption auch verurteilte Regierungschef Grueski.

00:19:07: Der ja lange in Budapest-Unterschlupf gefunden hat oder auch polnische hochrangige Politiker die müssen sich jetzt einen neuen Hafen suchen.

00:19:18: Würdest du die These unterstützen, die Julian Reichelt von News verbreitet hat?

00:19:23: Dass man daran sehen kann oder könne dass Ungarn doch eine Demokratie war und keine Autokratie weil er es abgewählt.

00:19:30: Und der ist damit ja einverstanden und also muss das ja eine Demokraties gewesen sein wenn man so einfach Macht abgeben kann.

00:19:37: Die meisten Menschen in diesem Land haben ja relativ wenig zeitliche und geistige Kapazitäten, sich nur mit ungarischer Politik zu beschäftigen.

00:19:46: Die deutsche Politik ist schon verwirrend genug!

00:19:49: Das heißt man bekommt ja nur so einige Kernaussagen in den Medien über Ungarn mit.

00:19:54: Und die Kernausage nahezu aller deutschen Medien von links bis rechts Von öffentlich-rechtlich bis privat lautete Orban hat aus Ungarn eine Autokratie an der Grenze zur Diktatur gemacht, keine demokratischen Zustände mehr.

00:20:12: Hat die Demokratie in Ungarn de facto beerdigt?

00:20:14: Das war das was wir dominant in allen Medien öffentlich-rechtliche Spiegel Süddeutsche Zeit natürlich vorne weg.

00:20:21: In den letzten zehn Jahren gehört haben.

00:20:24: Zehn Jahre lang hat man uns eingeredet Orban hat die Demokraties in Ungaren beendet.

00:20:30: Jetzt geht dieser Orban auf die Bühne so großmütig Und sportsgeistig, wie man überhaupt nur auf eine Bühne gehen kann als demokratischer Politiker und erkennt seine Niederlage an bevor überhaupt die letzten Stimmen ausgezählt wird.

00:20:44: Man muss es einfach wieder sagen diese überdominanten Themen in den deutschen Medien glauben sie davon kein Wort liebe Zuschauerinnen und Zuschauer.

00:20:54: meistens ist das Gegenteil von dem stimmt.

00:20:56: ich habe in den letzten Jahren niemanden In allen Demokratien, die ich als interessierter Beobachter mir anschaue.

00:21:04: Niemand mit einer solchen Machtfülle erlebt wie Viktor Orban, der quasi als Ewigkeitsregent galt ... mit einer solchen Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit Niederlage eingestanden hat.

00:21:18: Und abgetreten ist, niemanden!

00:21:20: Alles was man über Viktor Orbans demokratischen Geist und demokratischem Geist den Deutschen einreden wollte war falsch.

00:21:27: das ist für mich die wichtigste Analyse die aus diesem Wahlabend hervorgeht.

00:21:34: Naja, das ist ein sehr durchsichtiger Versuch ihnen nachträglich gesund zu beten und auch dieses System nachtläglich gesundzubeeten.

00:21:42: Also warum wir jetzt überrascht sind alle?

00:21:45: Ist dass er abgewählt wurde

00:21:47: trotz

00:21:48: dieses doch sehr starren Systems.

00:21:50: Er hatte sicher mithilfe von Verfassungsänderungen und mit Hilfe von sogenannten zwei Drittel Gesetzen sehr in der Macht einbetoniert.

00:22:00: seine handlanger, sage ich mal in den Schlüsselpositionen.

00:22:05: In Justiz im Steuerwesen, in der Medienbehörde und sogar im höchsten Staatsamt.

00:22:12: die sind ja immer noch da.

00:22:13: Peter Madjar hat sie jetzt aufgefordert doch bitte freiwillig zu gehen und die haben sehr formal juristisch geantwortet und haben gesagt also unsere Amtszeit die dauert noch so und solange und

00:22:26: das ist recht

00:22:27: um Gesetz usw.

00:22:29: Also die dazu entfernen das wird auch, glaube ich nicht so einfach sein.

00:22:33: Das ist ja so!

00:22:34: Also wenn jemand kommt wie Peter Magdia und sagt, ich will die Rechtsstaatlichkeit wieder einführen dann kann er nicht als erstes irgendwie sagen ihr habt ja nichts mehr zu suchen.

00:22:43: Jetzt wird es ja spannend.

00:22:44: also die Medienhölle beschäftigt sich ja unter dem Blickwinkel der Medien mit Gesellschafts- und Ereignissen.

00:22:52: was ich noch nicht begreife... Die erste Meldung, die ich gehört habe aus Ungarn war dass der Nachrichtenagentur verboten hat oder auch dem öffentlichen Rundfunk Nachrichten zu verbreiten.

00:23:04: Wie passt das zusammen?

00:23:05: Das ist auch wieder Diktatur, oder?

00:23:07: Nee nee er hat erstens gesagt dass er nicht Rechtsstadtwidrig den Rechtsstaat wieder aufbauen will.

00:23:14: Das ist mal das erste.

00:23:16: und dann hatte er jetzt einige denkwürdige Auftritte in den staatlichen Medien.

00:23:23: Das muss man ganz klar sagen, die Erfüllungsgehilfen Viktor Ordmanns waren das waren Propagandermedien.

00:23:29: Die haben auch jetzt im Wahlkampf ganz dreist gelogen und desinformiert.

00:23:35: Und er ist dorthin gegangen zu den Interviews Lakeien des alten Regimes, die auch in den alten Reflexen unterwegs waren.

00:23:48: Wirklich den Kopf gewaschen und hat angekündigt ja also diese Propagandafabrik wird es so nicht mehr geben.

00:23:57: Und er hat ange kündigt dass sie den Betrieb künftig vorläufig einstellen werden.

00:24:04: Es wird ja aus staatlichen Geldern finanziert also aus Steuern So lange bis Sie nach fachlich korrekten Kriterien und nach den üblichen journalistischen Standards eben berichten.

00:24:19: Das waren die Ansage, die er gemacht hat.

00:24:21: Er hat aber auch gesagt erst mal müssen wir ein Mediengesetz machen, ein neues dann muss es Veränderungen in der Medienbehörde geben

00:24:27: usw.,

00:24:29: also da will er schon auf einem rechtsstaatlichen Weg wandeln.

00:24:34: Aber die Ansage ist klar, so geht es nicht weiter und ich glaube das haben wir auch verstanden.

00:24:40: Also wenn man jetzt in Ungarn Fernsehen und Radio einschaltet dann hört man nix oder doch?

00:24:45: Doch!

00:24:45: Man hört schon einiges und das ist wirklich bemerkenswert, was man da hört.

00:24:49: Da sieht man zum einen eben die alten Leute, die mit einem neuen designierten Ministerpräsidenten konfrontiert sind der sehr selbstbewusst und sehr aggressiv austeilt gegen diese Leute und klar macht jetzt gehen die Uhren anders.

00:25:07: Und dann merkt man aber auch dass plötzlich regierungskritische Medien in den staatlichen Medien zitiert werden Was bisher einfach nicht der Fall war.

00:25:16: Zum Beispiel, welches...

00:25:18: Na ja zum Beispiel Medien wie Telex.tu oder Medien wie Adler zu.tu Oder Direkt sixunddreißig Investigativ-Kollegen Adler zur.tu.

00:25:29: Das sind so Medien.

00:25:30: die fanden dort gar nicht statt und wurden natürlich auch nicht zitiert weil sie natürlich die Regierung Orban massiv kritisiert haben.

00:25:39: Jetzt auf einmal gibt es dort Ansätze eines normalen Journalismus.

00:25:44: Du hast den Vergleich mit der DDR schon gezogen.

00:25:47: Da war die Wende, die so genannte Wende auch begleitet von den Wendelhälsen.

00:25:54: Ich hab das aus nächster Nähe damals mitbekommen.

00:25:57: War ziemlich frisch im Journalismus, siebenundachzig reingekommen über die die vierundsechzig und der Rundfunk war dann auch im Umbruch.

00:26:04: aber da gab es einen Platz sowas wie ein Hörfunkrat.

00:26:07: Dann gab es den Bundesbauauftragten Rudolf Mühlfenzel.

00:26:11: Dann gab es einen Medienkontrollrat, sogar glaube ich in der Foxkammer schon etabliert.

00:26:16: Der auch ein bisschen Wirkung hatte.

00:26:18: Runde Tische gab es.

00:26:19: Gibt es so eine institutionalisierte Wende in Ungarn oder ist das jetzt nur angetrieben durch Peter Modia?

00:26:28: Der da sagt also erst mal Ruhe im Schiff und wir machen das dann schon.

00:26:33: oder gibt es auch sowas wie eine Bewegung von unten?

00:26:38: Also man muss sagen, das ist jetzt nicht nur das Verdienst von Peter Moldiar.

00:26:41: Dass es so eine Wendestimmung gibt.

00:26:44: Er hat einen großen Anteil daran und er gibt den Leuten die Hoffnung dass nach sechzehn Jahren Ortbahn etwas Neues kommt.

00:26:51: Etwas Demokratisches Und die Leute haben das Gefühl Jetzt kehren wir zurück nach Europa da wo wir hingehören.

00:26:57: So Das ist mal das Eine das Andere Ist das in diesen Sechzehnt Jahren Natürlich auch Die immer dabei waren die durchgehalten Haben.

00:27:06: das war die sage ich mal ein Dutzend, anderthalb Dutzende Regierungskritischen Medien die unter widrigsten Umständen durchgehalten haben.

00:27:16: Ohne Werbegelder finanziert durch Stiftungsgelder, finanzierte über die Gelder, die Leser und Hörer bezahlt haben.

00:27:29: Die NGOs, die es immer noch gab wie Helsinki Committee und andere mehr also haben einen ganz großen Verdienst daran, dass eine Zivilgesellschaft wach geworden ist und lebendig geworden ist unter Viktor Ormann in diesen sechzehn Jahren.

00:27:47: So zurück zu den Medien.

00:27:52: Es passieren jetzt ganz eigentümliche Dinge.

00:27:54: Da gibt es die alten Propagandisten, die sich jetzt tränenreich und öffentlich entschuldigen.

00:28:01: Dann gibt es aber im staatlichen Rundfunk die Nachrichtenchefs, Freude über diesen Wechsel jetzt nicht bei sich behalten kann, der soll vielleicht mal Urlaub nehmen im nächsten Monat oder einfach mal in den Hintergrund treten.

00:28:22: Es gibt aber auch offene Briefe von Mitarbeitern aus diesen Medien die sagen ja also jetzt müsste man ja mal nach berufsethischen Standards arbeiten.

00:28:34: Die wiederum werden angefeindet von anderen, die sagen okay warum kommt er?

00:28:41: oder vier Tage nachdem Ordmann abgewählt wurde.

00:28:44: Warum war der vorher nicht mutig und seid es erst jetzt?

00:28:48: Also all das passiert im Moment, und es geht Schlag auf Schlag!

00:28:52: Wir haben die ersten Rücktritte zum Beispiel bei TV zwei.

00:28:55: da ist die Nachrichtenchefin jetzt gegangen.

00:28:57: ihr Posten wird auch gleich mit gestrichen.

00:29:00: wir haben aus einem Kontrollgremium Das ist staatlich nur Rundfunks, da haben wir auch einen Rücktritt.

00:29:07: Also das wird jetzt immer mehr und es gibt auch von der Seitenlinie Aufrufe von Medien Gewerkschaften zum Beispiel also Journalisten Organisation die sagen also Jetzt muss das und dass und das passieren Es muss Transparenz geben es muss Ausgewogenheit geben also kurz um journalistische Standards wie wir das eben kennen das muss es jetzt endlich geben.

00:29:34: Gibt es auch Ideen, alte Publikationen wiederzulehnen?

00:29:37: Ich denke da jetzt an Nebster Bartschak die größte Zeitung damals in Ungarn.

00:29:42: Die sich rüber retten konnte seltsamerweise aus den kommunistischen Ungarn und da Janosch Kader war's glaube ich die Parteizeitung.

00:29:49: Und dann aber auch marktwirtschaftlich sich selbst trug also nicht abhängig war von irgendwelchen Metzen.

00:29:58: gibt's ja die Idee wir gründen einfach neu oder ist das eher quatsch?

00:30:03: Also das habe ich bisher noch nicht gehört, dass es solche Pläne gäbe.

00:30:07: Ich glaube jetzt ist erstmal die Phase wo man den staatlichen Rundfunk also das was früher mal öffentlich-rechtlicher Rundpunkt war, wo man dem neu definieren muss und das ist wirklich die wichtigste Aufgabe.

00:30:20: dann wird eine spannende Frage sein, was passiert eigentlich mit dieser Stiftung Keschmar?

00:30:26: Unter diesem Dach waren ja fast fünfhundert Orban treue Medien unter einem Dach zusammengefasst und...

00:30:37: Also ein AZK quasi.

00:30:40: Ja, also Tatsache die haben sich einmal in der Woche oder ... Alle zwei Wochen, Jan Uckers abgeholt hat jetzt Peter Mott ja auch noch mal öffentlich gesagt bei Ontal Rogan.

00:30:50: Das ist der Propagandeminister von Viktor Ornberg-Regelung.

00:30:53: Also Sprachregeln?

00:30:54: Ja!

00:30:55: Wir wissen vom Whistleblower aus den staatlichen Medien das es da richtige Guidelines gab.

00:31:02: also ihr müsst über diese Themen so oder so schreiben.

00:31:05: Es gab so Giftschränke und da waren die Namen von Experten drin, die man auf gar keinen Fall interviewen sollte.

00:31:14: Und es gab dann auch auf der anderen Seite aber auch die sogenannten Experten, die auf jeden Fall interviewed werden sollten.

00:31:22: Es gab ja auch fast jeden Freitag das halbstündige Interview im Koschut Radio mit Viktor Orban.

00:31:29: Die Spötter haben dazu freitagsgebet gesagt Das waren abgesprochene Fragen.

00:31:36: Da hat er seine Welt sich verkündet, das war ja kein Journalismus in dem Sinne.

00:31:43: Nun gab es ja immer fast wie so eine Uase RTL als Fernsehsender im Umgang.

00:31:52: Die müssen noch jetzt quasi sich freuen dass sie entfesselt nach wie vor als Leuchtturm gelten.

00:32:00: oder waren die auch sehr angepasst weil sie die Kunst von Orbern brauchten?

00:32:05: Nee, die waren diejenigen, die wirklich noch so einigermaßen frei berichtet haben.

00:32:11: Und dann gab es natürlich Clubradio immer mehr aus dem Äther gedrängt – also hat ja ständig Lizenzen verloren erst die Regionallizenzen und später auch aus dem äther verdrängt.

00:32:25: aber da gab's jetzt einen Urteil auf europäischer Ebene dass das nicht rechten war.

00:32:31: Wahrscheinlich wird es so sein, dass Club Radio zurück in den Ada kommt.

00:32:35: Das könnte ich mir vorstellen.

00:32:36: bisher senden die nur im Netz.

00:32:40: Dann wird interessant sein was passiert mit den vielen Wirklich, wirklich guten Investigativ-Projekten.

00:32:50: Ob das jetzt Adler zu ist?

00:32:51: Ob das direkt Harmins Hot ist?

00:32:54: ob das Lackmus oder ähnliche Projekte sind die so weiter tragfähig?

00:33:02: Es muss ja... Ein Markt erst mal geschaffen werden, dieser Markt war ja komplett verzerrt.

00:33:08: Also, achtzig Prozent des Medienmarktes wurde dominiert über Orban-Oligarchen.

00:33:14: Das heißt auch die Werbegelder gingen zu den Orbanmedien und ich weiß auch dass zum Beispiel deutsche Firmen indirekt Pressefreiheit in Ungarn beschädigt haben durch nicht agieren Oder durch falsches agieren Beispiele.

00:33:36: Origopunktu war ein sehr reichweiten, starkes Online-Portal.

00:33:42: Gehörte der ungarischen Tochter der Telekom und die sind dann damals dem Kanzleramtschef von Orban Janosz Lazar zu nahe gekommen.

00:33:54: Der hatte öfter Lustreisen unternommen und so jagten.

00:33:59: Auf einmal wurde Origopunktu verkauft an einen ordentlich nahen Oligarchen.

00:34:07: Und daraus gab es dann eine Ausgründung, nämlich Direkt-Sechsendreißig-Investigativkollegen sind daraus und die haben eben ein neues Projekt gegründet.

00:34:15: Origopuntu wurde eines der schlimmsten Regierungssprachrohre ever Und Telekom wurde belohnt mit dem Ausbau des Breitbandnetzes.

00:34:29: Also das war ein richtig fetter Deal, anderes Beispiel Major Honk – das war eine Ausgründung von ehemaligen Mitarbeitern von Major Nemset also eher eine konservative Tageszeitung.

00:34:42: die haben eine Wochenzeitung gegründet Major Honck.

00:34:46: und der Chef dort hat mir mal erzählt Wir waren im Gespräch mit einem deutschen Autobauer und er sagte, naja eigentlich passen wir doch gut zusammen.

00:34:59: Euro-Zeitung unsere Produkte da könnten wir doch was machen.

00:35:03: und dann sagte aber der deutsche Autobauer wenn wir das machen dann kriegen wir Ärger mit der Regierung.

00:35:09: das wollen wir lieber nicht riskieren.

00:35:11: also inserieren wir nicht.

00:35:13: auch ganz interessant ich habe hier in Berlin eine ungarischstämmige jüdische Ärztin getroffen.

00:35:22: Diese Vera Braun, so heißt die Frau ist befreundet mit einer Redakteurin von Club Radio und Vera Braun wollte etwas tun für Club Radio Und hat dann eben ungefähr zweihundert deutsche Unternehmen angeschrieben.

00:35:36: Hey, wie wär's?

00:35:38: Wollt ihr nicht bei Clubradio werben.

00:35:40: Das sei doch wichtig, unabhängiges Medium und so weiter.

00:35:44: Und sie hat mir die Briefe gezeigt.

00:35:47: Also da kamen sehr ausweichende Antworten oder auch gar keine Antworten.

00:35:52: nur einer der nicht mehr im Amt war, der dann geantwortet ist.

00:35:56: Sie wissen ja, wie das ist.

00:35:58: Schwieriges Umfeld wir können hier nicht so wie wir wollen

00:36:00: usw.,

00:36:02: also kurz um es gab ein Deal mit der Regierung Orban nichts zu tun statt mal ein paar hundert, paar tausend Euro zu investieren in unabhängige Presse in Ungarn.

00:36:15: Aber dennoch gibt es ja Leute die Viktor Orban mochten, sonst hätten sie ihn ja nicht irgendwie sechzehn Jahre lang gewählt.

00:36:22: Ist denn da jetzt alles sozusagen im Lot?

00:36:26: Insofern dass da trotzdem die Gesellschaft so eine Art Frieden mit dieser Wahl hat?

00:36:33: Oder brodelt das dann möglicherweise unter der Decke?

00:36:37: Und man kann sich vorstellen, in vier Jahren ist Orban wieder an der Macht.

00:36:41: Ehrlich gesagt im Moment kann ich mir das überhaupt nicht vorstellen weil Viktor Orban so verbraucht wirkt und im Gegenzug Peter Moria so frisch wirkt.

00:36:50: Manche sagen auch dass es eigentlich der alte, der junge Victor Orban der da jetzt die Wahl gewonnen hat Und in Schielem hat er... Vielleicht ist

00:37:00: das ja ein Trick, vielleicht ist es der Ziesel und wir wissen es gar nicht.

00:37:02: Er war doch eine Fides-Partei, ne?

00:37:04: Ja!

00:37:04: Er war mal in einer Fidespartei, er war sogar mit der Justizministerin verheiratet.

00:37:09: also er kennt die Partei von ihnen und deswegen ist er ja auch Fides so gefährlich geworden.

00:37:14: aber er hatte eben auch viel gelernt von Fides.

00:37:17: Also Viktor Ordmann hat in seiner Anfangszeit sogenannte Bürgerkreise aufgezogen.

00:37:25: Das waren sozusagen die Fans, das war ein Fanclubs und damit konnte er sehr schnell viele Leute mobilisieren.

00:37:33: Das hat Peter Modial auch gemacht mit seiner Tissa-Partei.

00:37:37: Tissa ist ja auch der Name eines Flusses – der Thais.

00:37:40: Und er hat auch solche Bürgerkreise aufgezogen, die nannte Asiget also Inseln Und diese Inseln haben sich dann vernetzt und so hat er auch relativ schnell ein Netzwerk an Unterstützern geschaffen, und zwar landesweit.

00:37:58: Das ist was ihm jetzt glaube ich viele Punkte gebracht hat und mit diesem Netzwerk kann natürlich auch etwas machen.

00:38:06: Was ich aber auch schon gehört habe das war weit vor der Wahl ja wir möchten Orban abwählen können damit wir in vier Jahren jemand anders wählen können, also um überhaupt wieder so eine Art Auswahl zu haben.

00:38:21: Aber jetzt erstmal glaube ich ist das ganz gut für das Land, um erst mal dieses System Orban rückbauen zu können, damit es wirklich wieder neu gemischte Karten gibt – ist das glaube ich sinnvoll!

00:38:38: Aber nicht, dass er dann noch gefallen findet, der Peter Mordia und sagt also ich brauche noch mehr Zeit liebe Bürgerinnen und Bürger.

00:38:44: Ich mache jetzt auch sechzehn Jahre voll.

00:38:46: Nein, er hat zumindest versprochen nur zwei Amtszeiten.

00:38:51: Er will die Verfassung in so weit ändern, dass ein Regierungschef nur zwei amtzeiten im Amt sein kann, also acht Jahre und dann ist Schluss.

00:39:00: Und auch damit wäre ja dann Viktor Orban aus dem Rennen.

00:39:04: Ähm,

00:39:05: der ist jetzt dreiundsechzig.

00:39:09: Ja, ein sehr spannendes Thema.

00:39:11: Wir werden vielleicht mit deiner Hilfe sogar weiter draufblicken.

00:39:14: Ich habe nur das Gefühl ich weiß nicht wie du das einschätzt als Deutscher Journalist über Ungarn berichtet dass das Interesse eher mittelmäßig ist Der Wahl in der Ostsee.

00:39:24: der Gestrandete zieht mehr Aufmerksamkeit als was im Budapest und Umgebung tatsächlich abläuft.

00:39:33: Das Gefühl hatte ich nicht.

00:39:34: Es gab jetzt großes Interesse an der Wahl selbst, aber es ebbt auch relativ schnell wieder ab.

00:39:40: Das Gefühl habe ich auch.

00:39:41: Ich

00:39:41: sehe das ja und das ist ein kleiner Hinweis an die, die an dem Thema stärker dran sein wollen und die letzte Medienhölle nicht gehört oder gesehen haben.

00:39:50: am Montag also der Tag nach der Wahl war das Interesse noch groß.

00:39:53: Da sieht man ja so an den Abrufen und dann zack so als wäre mit einem Schalter das Interresse plötzlich wieder umgelenkt auf die Spritpreise und den Wahl.

00:40:04: Das liegt dann auch an Leuten wie mir, die in den Redaktionskonferenzen mal den Finger heben und sagen übrigens da war was.

00:40:11: Da können wir noch einmal hingucken.

00:40:13: Also klar, da müssen natürlich auch die Leute in der Redaktion vielleicht dranbleiben, drauf bleiben und das beobachten.

00:40:27: Es ist ja auch nicht alles auserzählt.

00:40:29: also man könnte noch sehr viel darüber erzählen.

00:40:32: erstens was passiert eigentlich mit Orban und seinen Oligarchen Stichwort Korruption?

00:40:36: Das ist noch ein sehr großes Thema.

00:40:38: Die müssen glaube ich ins Gefängnis oder?

00:40:41: Also Peter Modian hat angekündigt dass er sofort dafür sorgen will, dass Ungarn an der europäischen Staatsanwaltschaft teilnimmt.

00:40:50: Bisher war es ja so, Ermittlungen hörten an der Landesgrenze auf.

00:40:55: Da gibt's einiges zu holen glaube ich sogar bei der Familie Ordmann.

00:41:00: da gibt das Belege belegt auch durch Investigativjournalisten in Ungarn, dass staatliche Gelder und EU-Gelder quasi direkt in die Taschen der Familie Orban gewandert sind, mit dem Vater, der eine Kiesgrube hat und Baustoffhandel.

00:41:18: Und als Sub-Sub-Subunternehmer bei vielen staatlichen Bauaufträgen am Start war – man sieht es ja vor den Toren von Budapest – da hat sich die Familie Orbahn so ein kleines Schlösschen hingebaut.

00:41:33: Ob die Familie das behalten darf?

00:41:35: Da würde ich nochmal einen Fragezeichen dran machen.

00:41:38: Im Grunde Auch das interessant, Viktor Ordmann hat gestern in dem Interview gesagt.

00:41:45: Also Korruption?

00:41:46: Das hätte er nie geduldet.

00:41:48: Kleiner Fun-Fact am Rang!

00:41:51: Also es war schon immer spannend den Blick nach Ungarn zu richten.

00:41:55: jetzt noch umso mehr vielen Dank.

00:41:57: Stefan Loeschwald dass du uns jetzt wieder ein bisschen ja ran geführt hast an die aktuelle Nachwahlzeit

00:42:04: die

00:42:05: wahrscheinlich werden die Ungarn das Elbe erleben, täglich neue interessante Erkenntnisse bringt.

00:42:12: Dass man gar nicht hinterherkommt was da möglicherweise alles aufgedeckt wird, was da passiert welche Umwälzungen da in Gang kommen und dass man vielleicht auch wieder stolz ist dazu zu gehören.

00:42:23: ich hatte so ein bisschen das Gefühl einige haben sich schon geschämt in der letzten Zeit unter diesem Regime Staatsbürgerinnen oder Staatsbürgern zu sein und jetzt also auswandern wollten.

00:42:34: geradezu habe ich gehört Jetzt hat man wieder Hoffnung.

00:42:38: Ja, auf jeden Fall also die Hoffnung ist wieder da und es gibt sowas wie ein Gefühl für Zukunft.

00:42:45: wir gehören wieder dazu da wo wir hingehören.

00:42:48: Es gab ja immer im Grunde den Zug in Richtung Europa.

00:42:54: Der Orban ist glaube ich auch abgewählt worden, weil er die ganze Zeit dieses Brussel-Basching betrieben hat.

00:43:00: Und auch davon hatten die Leute die Nase voll und seit Jahren war es so dass die europäische Fahne – die blaue Fahnen mit dem Sternenkranz auf allen Anti-Orban Demonstrationen rumgetragen wurde.

00:43:16: das ist auch ein Signal.

00:43:19: Stefan Aufwald vielen Dank für das Gespräch.

00:43:20: Ich danke.

00:43:33: Im letzten Jahr sind Reporter ohne Grenzen vierzig Jahre alt geworden und im Zuge dessen gab es unter anderem auch eine wirklich beeindruckende Ja, Reportage die sie veröffentlicht haben.

00:43:47: das ganze auf Arte kann man auch bis zwei tausend achtundzwanzig Beate TV nachschauen.

00:43:53: und was geht es?

00:43:54: Es geht um Community Radius in Afrika.

00:43:58: In der Saalzone lokal Journalismus in der Saalsone.

00:44:02: wie funktioniert das überhaupt?

00:44:04: wenn man also eingekasset ist von militanten Gruppen Bürger wären, sonst etwas Milizen.

00:44:12: Man weiß also gar nicht ob man das so gut überlebt und da mitgenommen zu werden... Das war schon wirklich sehr beeindruckend muss ich Ihnen sagen!

00:44:23: Das Ganze in Mali Bukina Faso und dem Niga.

00:44:28: Es wurden also drei Reporter begleitet die einfach mal das Leben der Lokaljournalisten dort vor Ort begleitete haben.

00:44:37: Und es ist wirklich, möchte sagen, teilweise schwer zu ertragen mit was für einer ruhigen Selbstverständlichkeit sie auch davon erzählen.

00:44:48: Dass es durchaus mal sein kann wenn man etwas sagt was nicht genehm ist eben halt auch jemand vom dortigen Militär vorbeikommt und sagt also nochmal so ein Spruch und nicht dann ist mein Kopf kürzer.

00:45:02: das Wort wörtlich gemeint Das ist schon krass Aber sie leben damit und Sie betreiben es mit Liebe.

00:45:10: Und das ist quasi das letzte Stückchen Journalismus, was es dort vor Ort gibt und wie wichtig diese Radiosender auch sind.

00:45:19: Das sieht man in dem Film also zum Beispiel ja auch bei so Dingen des alltäglichen Lebens.

00:45:26: wenn bei einer großen Veranstaltung ein Kind verloren geht Und dann eben halt gesagt wird, wir haben hier ein Kind gefunden.

00:45:35: Wem gehört das Kind?

00:45:36: Was kann man dort und dort abholen?

00:45:38: Dann löst sich die Situation auf!

00:45:42: Wenn auch mal ein Stromausfall ist... Das gibt es ja dort auch ab und zu.

00:45:48: Dann wird eben sofort das Fahrrad in die Hand genommen und geschaut was ist denn mit meinem geliebten Radiosender?

00:45:55: Fährt man vor Ort?

00:45:55: Kann man irgendwie

00:45:56: helfen?!

00:45:57: Das ist schon eine ganz andere Art und Weise, wie wichtig das Radio den Leuten ist im Gegensatz zu dem, wie es bei uns ist.

00:46:08: Es war, obwohl es ja so eine schwierige Umgebung ist in denen die Journalisten dort vor Ort arbeiten trotzdem wirklich toll sich das anzuschauen.

00:46:21: Das war nicht nur negativ, nicht nur traurig.

00:46:24: man sieht diese stolzen Menschen wie sie mit so einer Würde arbeiten und auch diese Liebe zum Beruf haben.

00:46:34: also

00:46:35: die Radiestudios teilweise bunt ja schön ausgestaltet gemütlich.

00:46:41: Also, nicht dass man denkt die sitzen da in irgendeiner Strohhütte jetzt mal ein bisschen böse überspitzt formuliert ja?

00:46:49: Nein wirklich tolle Radiusstudios.

00:46:52: wo ich sagen würde Ja das Mischpult ist glaube ich holländisch irgendwie sehr alt aber macht alles was es soll und funktioniert.

00:47:00: dann würde ich sofort mich reinsetzen und gerne auch im Gespräch führen.

00:47:04: also insofern würde ich sagen hat er schon auch In diesem Hinblick eine Wichtigkeit, sich so etwas anzuschauen.

00:47:13: Dass man nicht seinen komischen Vorurteil nachkommt und sagt ja die sitze da noch in Leben und Strohe hütten und kommen irgendwie nicht vorwärts das ist totaler Blödsinn!

00:47:24: Ansonsten muss ich Ihnen sagen diese Landschaften zu folgen diesen Menschen zu folgend es immer sehr erweitern.

00:47:33: es macht immer sehr viel Spaß auch sich das anzugucken, auch wenn dieses Thema natürlich um den Lokaljournalismus dort, um diese Kämpfe dort vor Ort in der Sahelzone so wichtig sind.

00:47:48: Dann sieht man so Entwicklungen die wir zum Beispiel in den Siebzigerjahren hatten, wenn einer Journalistin über Feminismus spricht sie sagt ey als Journalisten sich also in dieses Feld vorzuwagen und zu sagen Frauen sollen doch bitte auch gehört werden sie sind auch ein wichtiger teil der gesellschaft.

00:48:12: so ist bei uns in den siebziger jahren war.

00:48:15: ja es gibt gewisse parallel.

00:48:18: das ist wirklich interessant sich das anzuschauen.

00:48:21: von mir eine ganz klare empfehlung dafür.

00:48:23: robin gassi hat die regie geführt.

00:48:26: es sind wie gesagt drei teams die begleitet wurden.

00:48:30: Das Ganze können Sie, beate in der Mediathek bis zum Jahr zwanzig, sich noch anschauen.

00:48:37: Community Radius in der Saalzone – eine ganz klare Empfehlung von mir dafür!

00:48:46: Fatih Usman und Adama leiten als Journalisten sogenannte Community-Radios.

00:48:52: das sind freie Radiosender.

00:48:55: sie begegnen sich zum ersten Mal In Dakar sprechen sie über ihren Beruf in einer der gefährlichsten Regionen.

00:49:53: Damit ist gemeint, dass auch aus den sogenannten Feeds uns allen Vielfalt ausgespielt wird.

00:50:00: Aber es gibt berechtigte Zweifel das Algorithmen genau das Gegenteil erreichen, dass nur das zugespielt wird was auch tatsächlich Profit verspricht in Form von Werbung und Klicks.

00:50:14: Das Empörung hier möglicherweise den Algorithmus befeuert und sanftere Themen eher untergebuttert werden.

00:50:22: Durch die Veranstaltung führte Dr.

00:50:25: Torben Klauser.

00:50:26: Und ich freue mich als Ersten, Herrn Dr.

00:50:30: Felix Sieker auf der Bühne zu begrüßen.

00:50:33: Er ist Project Manager im Programm Digitalisierung und Gemeinwohl bei der Basismann-Schriftung.

00:50:37: Felix, schön dass du da bist!

00:50:44: Genau, vielen Dank.

00:50:45: erst mal, dass ich hier sein darf.

00:50:47: um meinem Statement anzufangen.

00:50:49: Ich würde das Argument machen, dass Vielfalt im Vieh tatsächlich möglich ist.

00:50:52: Die entscheidende Frage ist weniger ob Plattformen viel verteilstellen können sondern vielmehr warum Sie es bislang nicht tun.

00:50:58: und heute optimieren die meisten Plattformen vor allen Dingen auf Engagement.

00:51:01: Das bedeutet, das werden vor allem Inhalte angezeigt mit denen viel interagiert wird meistens durch Klicks, Kommentare oder Likes.

00:51:07: Und das Problem daran ist bekannt dass diese... das sind meisten Inhalter die starke Emotionen auslösen Empörungstüren und Konflikte verschärfen und diese Inhalten performen in solchen Systemes besonders gut.

00:51:19: deswegen ist der Feed den wir haben auch nicht neutral sondern das Resultat ganz bestimmter ökonomischer und technische Entscheidungen.

00:51:27: Aber das Ganze geht auch anders.

00:51:28: Man kann auch Inhalte bzw.

00:51:30: Empfehlungssysteme so gestalten, dass sie nicht nur das maximieren was uns auf der Plattform hält sondern auch stärker Inhalten fördert die Verständigung und unterschieden wegfördert.

00:51:40: Und in der Debatte oder an der akademischen und politischen Debatte hat sich dafür der Begriff Bridging gefunden oder Bridging Algorithmen Die besonders in den USA eine größere Rolle spielen.

00:51:50: Das sind Ranking-Systeme die Inhaltssichtbarer machen die Anschlussfähigkeit zwischen verschiedenen oder unterschiedlichen Perspektiven erhöhen anstatt Lagerbildung zu verstärken.

00:52:00: Und das Ganze ist keine akademische Nischendebatte, sondern es gibt auch ganz gute praktische Beispiele, warum das umsetzbar ist und dafür mit zwei Beispielen gebracht.

00:52:08: Das erste ist vor drei Wochen haben Forscher der Universität Berkeley Ergebnisse einer großen Studie veröffentlicht.

00:52:16: erste großexperimentale Studie gewesen, die analysiert hat wie sich Empfehlungssysteme auf Polarisierung und das Wohlbefinden von Nutzerinnen und Nutzenden auswirkt.

00:52:25: Dafür wurden Zehntausende Teilnehmende rekrutiert und diese wurden in zwei Gruppen eingeordnet und eine Gruppe hatte über eine Browser Extension einen anderen Algorithmus vorgespielt bekommen.

00:52:35: Bis Resultat war sehr klar also dieser anderen Empfehlungseilgorithmen, die stärker darauf ausgerichtet sind auch andere Inhalte zu fördern die verschiedene Gruppen auch positiv bewerten können, haben dazu beigetragen das Polarisierung.

00:52:50: Also die effektive Polarisierungen, die die Teilen angegeben haben zurückgegangen ist und gleichzeitig das Wohlbefinden verbessert wurde.

00:52:59: Das heißt also aus akademischer Sicht sehen wir, dass Vielfalt im Fiat möglich ist.

00:53:03: Und zweitens, in dem Jahr zwanzig wurden von Francis Horgan die sogenannten Facebook-Paper oder Facebookfalls veröffentlicht und es sind interne Dokumente gewesen vom Meter, die dargelegt haben die zum Teil sehr schädlichen Auswirkungen ihrer Plattformsysteme auf Kinder und Jugendliche bewusst sind.

00:53:20: Und interessanterweise haben sich auch in diesen Facebook-Papers Hinweise gefunden, dass das Unternehmen bereits Experimente gemacht hat mit Bridging Algorithmen.

00:53:28: Auch da ist das Ergebnis gewesen, dass diese Empfehlungseigesthemen, die Inhalte angezeigt haben den Menschen aus unterschiedlichen Gruppen zustimmen konnten gleichzeitig Gleichzeitig dafür beigetragen haben, dass der Diskurs signifikant verbessert worden ist.

00:53:48: Mit anderen Worten gesagt selbst innerhalb der Plattform ist bekannt das der Feed anders aufgebaut werden kann und dass er einen positiven Einfluss haben kann auf die Diskurse.

00:53:59: Diese Ansätze wurden jedoch nicht weiter verfolgt und tatsächlich arbeitete das ganze Thema was bei Meta damals zu den Bridging Algorithmen gearbeitet hat inzwischen auch nicht mehr beim Unternehmen.

00:54:09: Der Grund ist halt sehr klar, Engagement fördert Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeit fördert Werbeinnahmen.

00:54:17: Das aktuelle System bei dem Plattform oder die aktuelle Ausgestaltung der Empfehlungssysteme ist einfach in dem Sinne bis jetzt zu lukrativ für die Plattformen das zu ändern.

00:54:28: Deswegen braucht es zwei Dinge.

00:54:30: Das erste ist Transparenz.

00:54:31: Plattform sollten mehr Transparens herstellen nach welchen zentralen Parametern sie eigentlich Inhalte ranken Und das Zweite ist Wahlfreiheit.

00:54:39: Aktuell sehen wir vor allem Wahlfreikeit zwischen einem chronologischen Feed und dem sogenannten Engagement Feed.

00:54:46: Was aber fehlt, ist auch ein anderer Feed.

00:54:48: Das können Bridging-Feets sein Aber es können noch anders ausgestaltete Empfehlungssysteme sein.

00:54:52: Die existieren bereits, die müssten halt nur wirklich eingesetzt werden.

00:54:55: Super Vielen Dank

00:54:57: Felix

00:54:57: für diesen Kohlenpuls Und ich freue mich jetzt auf die Erwiderung von Sabine Frank.

00:55:07: Jetzt muss ich hier mal ablesen, er hätte für Government Affairs and Public Policy Deutschland Österreich und Schweiz bei Google.

00:55:13: Schön, dass du da bist und vielen Dank fürs kurzfristige Einspringen für Lutz, der eigentlich vorgesehen war.

00:55:19: Manchmal ist es ja so ein bisschen... Ist dann nochmal eine größere Challenge.

00:55:22: also Merci, dass Du hier bist und wir freuen uns auf die fünf Minuten Impuls.

00:55:25: Super ganz herzlichen Dank für die Einlagen.

00:55:27: soll ich mich dahin stellen oder bleibe ich hier?

00:55:31: Also vielen Dank, dass wir überhaupt eingeladen waren.

00:55:34: Vielen Dank, das ich jetzt sein darf in der zweiten total wichtige Diskussion.

00:55:39: bei vielen was du gesagt habt denke ich vielleicht habt ihr das falsche Unternehmen eingeladene aber trotzdem schön hier zu sein.

00:55:45: die Frage ob Vielfalt in online feeds praktisch realisierbar und nachweisbar ist berühmt den Kern natürliche öffentlichen Diskussionen und es elementar wichtig.

00:55:54: Ich möchte eins betonen und das ist mir wirklich sehr wichtig, dass die Prämisse des ein verantwortungsvolles Design und vielfältige Feats praktisch unmöglich sind.

00:56:04: Das ist ein grundlegende Fehleinschätzung.

00:56:06: Jetzt würde ich radikal widersprechen und will das auch darstellen, dass wir es tatsächlich anders machen bei Google und YouTube und nur für diese beiden Unternehmen oder Plattform kann ich sprechen und ich glaube du hast über andere vornehmlich gesprochen.

00:56:19: Du widersprichst mir wenn du das anders siehst.

00:56:21: sehen wird nicht als Widerspruch sondern als zwei Seiten einer Medaille.

00:56:26: Unsere Aufgabe ist es als Plattform für freie Meinungsäußerung auf der einen Seite und gleichzeitig für ein verantwortungsvolles Geschäftsmodell zu stehen.

00:56:34: Ein weitverbreiteter Irglaube ist dabei, dass unsere Produkte dabei ausgelegt sind Aufmerksamkeit der Nutzer um jeden Preis zu maximieren.

00:56:43: Das sind Vielleicht oder vielleicht auch nicht.

00:56:46: Vielleicht Modelle von sozialen Netzwerken, wo es genau um Feeds, Feeds von anderen.

00:56:52: wie haben sozusagen meine eigenen Social-Freunde damit zu tun?

00:56:57: das ist nicht unser Geschäftsmodell.

00:56:59: aber selbst bei anderen Plattformen würde ich da müssen Sie viel sprechen.

00:57:04: Ein weit verbrauteter weiterer Irgerlaube ist dass unser Geschäftsmodell darauf basiert Nur das eben zu maximieren, tatsächlich geht es darum dass Nutzer schnell und effizient das finden was sie suchen.

00:57:20: Das baut Vertrauen auf und führt dazu dass Sie wiederkommen.

00:57:24: Das beste Beispiel hier ist die Google Suche.

00:57:26: ihr Erfolg bemisst sich daran wie schnell ein Nutzer tatsächlich die beste Antwort findet und unsere Seite dann wieder verlässt und zwar im Zweifel zu anderen Seiten geht.

00:57:36: Das Ziel ist nicht die Weildauer, sondern die Relevanz und Qualität der Ergebnisse.

00:57:42: aus dieser Mission leiten sich zwei Grundprinzipien ab, die für alle unsere Dienste gelten erstens den Zugang zu Informationen, die freie Meinungsäußerung zu ermöglichen und zweitens dabei als Unternehmen verantwortungsvoll zu handeln.

00:57:56: Das bedeutet klare Richtlinien gegen schädliche Inhalte wie illegale Darstellung, Mailware gezielte Desinformation zu haben und massiv in den technologischen und menschlichen Durchsetzungen zu investieren.

00:58:08: das bedeutet aber auch da wo es am wichtigsten ist etwa bei Nachrichteninhalten oder auch bei Gesundheitsfragen, verlässliche und vertrauenswürdige Quellen hervorzuheben.

00:58:21: Jeden Tag werden auf YouTube zwanzig Millionen neue Videos hochgeladen.

00:58:28: Ich sag das gerne nochmal, zwanzich Millionen neue videos werden hochgeladen.

00:58:32: Und ich glaube auch dass angesichts dieser schieren Menge Es, glaube ich sehr naheliegend ist, dass eine solche Plattform die Förderung von freier Meinungsäußerung als solches schon hat.

00:58:45: Es gibt wenig Orte wo wir tatsächlich so viele neue Inhalte sehen und wahrnehmen können.

00:58:51: Das ist also eine Bühne wo ein immense Vielfalt an Stimmen wahrnehmbar ist Und um in diese Vielfaltung den Einzelnen überhaupt nutzbar zu machen und zugänglich zum Machen ist Personalisierung unerlässlich.

00:59:03: Empfehlung helfen dabei aus dem riesigen Ozean von Inhalten genau, nämlich die Nischencreator zu finden.

00:59:10: Die lokalen Nachrichten, die Bildungsangebote und zwar diejenigen, die für den einzelnen jeweils relevant ist – was für mich relevant ist, das ist für Felix noch gar nicht relevant und umgekehrt!

00:59:21: Das heißt ich glaube wir sehen sehr deutlich dass wir kein Vielfalsproblem haben.

00:59:26: Gleichzeitig setzen unser zweites Prinzip verantwortungsvolles Handeln konsequent um.

00:59:31: freie Meinungsäußerung hat auch auf YouTube klare Grenzen und die spiegeln sich nicht nur in den deutschen Gesetzen, sondern auch in unseren Community-Richtlinien wieder.

00:59:40: Wir wenden erhebliche Ressourcen auf, um Inhalte, die gegen diese Regeln verstoßen zu entfernen und die Verbreitung von grenzwertigen Fehlinformationen zu reduzieren.

00:59:50: Nirgendwo nehmen wir die Verantwortung mehr wahr als beim Schutz junger Nutzer.

00:59:55: Mit Angeboten wie YouTube Kids, Family Link den Jugendschutzeinstellungen für Eltern und die proaktive Einschränkung von potentiell problematischen Empfehlungen für Teenager setzen wir klare Leitplanken zusammenfassen und Torben freut sich dass ich das sage.

01:00:12: zusammen fassen lässt sich sagen.

01:00:14: die Herausforderung ist nicht zwischen offenen Plattformen und einem verantwortungsvollem Unternehmen zu wählen.

01:00:22: Unsere Aufgabe ist es, muss es sein beides zu sein.

01:00:26: Das Prinzip leitet uns bei Google als Ganzes und wird die spezifischen Gegebenheiten von Diensten wie YouTube präzise angewendet.

01:00:35: Das ist natürlich eine total komplexe aber keinesfalls unmögliche Aufgabe.

01:00:39: Es ist unsere Kernaufgabe, die wir uns jeden Tag stellen.

01:00:43: Es folgt noch in einem kurzen Ausschnitt Marco Giudani, Group CEO von ProSiebenSatEinsMediaSE.

01:00:54: Kommen wir zum riesigen Thema zur Platonfrage – ich denke was wirklich fehlt ist Transparenz!

01:01:04: Und es war wirklich ein deutscher Politiker, der behauptete, dass einen Beitrag auf Ex viel mehr Menschen erreicht.

01:01:11: Zeitweise mehr Menschen als ein Interview mit ProSiebenSatEins nicht wahr?

01:01:15: Ich sagte ja vielleicht aber ich meine... Meine Frage war sind Sie sicher das die Daten die sie erhalten zuverlässig sind?

01:01:26: Denn am Ende des Tages haben sie kein AGF, AGF ist die Videoforschung für X während Sie AGF für Fernsehen und andere Inhalte haben.

01:01:37: Das war ein Beispiel dafür dass wir manchmal daran gewöhnt sind alles was wir von einer Plattform erfahren für Selbstverständlichheiten.

01:01:44: während der traditionelle Medienmarkt am Ende eines Tages reguliert ist das jedoch zumindest transparent.

01:01:56: Wir müssen Transparenz in Bezug auf Algorithmen fordern.

01:02:00: Wir sollten genau wissen, warum und was wir uns ansehen?

01:02:05: Die Daten sollten transparent sein weil diese dann in Geld umgewandelt werden und das Geld ist das Geld, was wir brauchen um den Journalismus zu finanzieren Und wenn wir das Geld nicht bekommen, ist der Journalismus in Gefahr.

01:02:20: Solange du auf der Plattform bist, hast du keine AGF-Daten.

01:02:23: Sie wissen nicht wie das Geld berechnet wird – welche Art von Geld sie bekommen werden?

01:02:28: Das ist also etwas, dass meiner Meinung nach wirklich den Wert des Inhalts und den Wertes Journalismus aufs Spiel

01:02:34: setzt.".

01:02:39: Der letzte Punkt zur Transparenz ist meiner Meinung wiederum eine Frage von europäischem Wert.

01:02:48: Das können wir nicht akzeptieren, Steuerdumping.

01:02:53: Auch hier handelt es sich um Geld – das ist europäisches Geld!

01:02:57: Wir können nicht wirklich akzeptiert werden, dass dieses Geld wegfließt und zweitens können die gesamte Beschäftigung an einen anderen Ort verlagert wird.

01:03:06: Denn das ist wiederum etwas, worauf ihr abziehen sollten.

01:03:09: Plattformen sollten transparent sein und dort bleiben wo sie Geld einnehmen und Steuern zahlen, wo sie das Geld bekommen Und auch transparent in ihrem Business sein.

01:03:21: Mehr von dieser Veranstaltung, GDLM im Dialog Verantwortung für Vielfalt dann in einer extra Medienhölle und zwar in einer grünen Ausgabe.

01:03:32: also suchen sie nach dem grüneren Pictogramm.

01:04:57: Vergessen Sie nicht, Ihre Antennen zu erden.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.