DIE MEDIENHÖLLE #018 - Medientage Mitteldeutschland

Shownotes

(0:00:00) INTRO: Gruß aus der Sachsenklinik (0:01:00) Vom Mund zum Ohr … (0:02:12) KI: Trial and error - Sascha Lobo, Interneterklärer, Publizist, Redner (0:07:07) MTM-Musik 1 (0:07:45) SOCIALMEDIA: Zwischen Freiheit und Jugendschutz - Chris Köver, Redakteurin, netzpolitik.org (0:19:41) MTM-Musik 2 (0:21:09) OPEN SOURCE: Befreiung aus dem Tech-Käfig - Björn Staschen, Journalist, Medienwissenschaftler, Buchautor, Redner, Mitinitiator der Initiative Save Social ► Vgl.: https://savesocial.eu/ (0:32:40) MTM-Musik 3 (0:33:14) AUDIO: Das Beste von morgen - Marko Elsner, Audalaxy GmbH, CSO (0:44:58) MTM-Musik 4 (0:45:18) MICRO DRAMA: Narratives Neuland? - Florian Arndt, Sons of Motion Pictures GmbH, Geschäftsführer, KI-Regisseur (0:51:40) MTM-Musik 5 (0:54:29) STUDIE: Vertrauen und Lokaljournalismus - Dr. Judith Kretzschmar, Zentrum Journalismus und Demokratie der Universität Leipzig (JoDem), Projektleiterin (1:11:12) MTM-Musik 6 (1:11:52) FINANZIERUNG: Steady macht stabil - Sebastian Esser, Mitgründer und CEO von Steady Vgl.: ► https://steady.page/de/ ► Audio Online Monitor, Berlin 2025 https://www.mabb.de/files/content/document/FOERDERUNG/Hoerfunk/Laenderberichte/OAM%20L%C3%A4nderbericht%20Berlin2025FINAL.pdf (1:28:10) Medienhölle-Tresor (Spender) (1:28:35) Vergessen Sie nicht …

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00:00:00: Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Medienhölle vom sächsundzwanzigsten April zwei tausend und sechsund zwanzig.

00:00:08: Diesmal aus der Sachsenklinik um genau zu sein, aus der Media City in Leipzig beim Mitteldeutschen Rundfunk.

00:00:15: da finden die Medientage Mittel Deutschland statt früher Medientreffpunkt Mittel Deutschland Und ich habe für sie einige Interviews gefertigt am Rande von Diskussionen.

00:00:28: Das ist eher eine Zufallsgeschichte.

00:00:29: Jetzt läuft jemand durchs Bild, alles gut.

00:00:32: Er hat Zufallsgeschichten gewesen weil manche Penelisten mussten sofort wieder zum Flughafen oder zur Bahn.

00:00:38: Andere wurden abgedriftet aber ich glaube dass ich dennoch eine kleine repräsentative Auswahl von Medienexpertinnen und Experten hier für sie zusammen tragen konnte.

00:01:00: Und alles wie gewohnt

00:01:12: auf dem

00:01:14: Strahle!

00:01:15: Der elektrische

00:01:47: Kraft.

00:01:57: Mitteldeutschland.

00:02:12: Für euch Medienleute hat sich euch zu euch jetzt für diesen Vorfall, weil wir euch Medien-Leute sind ja über die Medietage Mitte Deutschland quasi das Datum im Jahr wo man nicht anders kann und auch nicht anders darf als der Hauflinzuch Fiebern.

00:02:26: Das ist mir nicht verborgen geblieben.

00:02:28: ich werde in guter Tradition alle sieben Jahre hier eingeladen.

00:02:32: Das war das neunzehnte das letzte Mal.

00:02:35: aber für uns Was das

00:02:37: uns gar nie biebelt, die Medietangente Deutschland sind

00:02:41: dann übersetzt quasi in ein Datum im letzten Jahr.

00:02:45: Dass auch auch wir hingefiebert haben sogar mehr als ein Jahr oder sich nicht häufig wiederholt und das war damals die Vorstellung von Ghibli-Device.

00:02:53: Sacha Lovoy!

00:02:54: Warum sind Sie hier heute?

00:02:55: Wollten sie den Medienschaffenden mal so bisschen die Leviten lesen, die KI immer noch so unterschätzen?

00:03:01: Ich weiß gar nicht, ob es so viele Medien schaffen gibt die KI unterschätzen.

00:03:04: Weil heimlich man Menschen entweder großen Respekt oder Angst davor haben oder KI schon umarmt haben.

00:03:11: das heißt dass ist vielleicht eher das Pfeifen im Walde als echtes unterschätzen.

00:03:15: aber ich bin hauptsächlich hier weil ich ein großes Interesse daran habe dass es weiterhin funktionierende Medien in Deutschland gibt und dass das direkt damit zu tun hat ob die großen redaktionellen Medien nur noch die kleinen redaktionen Medien

00:03:29: die

00:03:29: KI-Transformation

00:03:31: hinbekommt.

00:03:33: Das heißt, das Publikum verhält sich anders mit KI, die Aufmerksamkeitsströme gehen auf andere Art und Weise teilweise eben an den Medienplattformen vorbei.

00:03:41: hier erfordert der Wandel durch KI eine sehr schnelle und eine sehr kenntnisreiche und vor allem sehr ausprobierende Reaktion denn im Moment kann man gar nicht ganz genau sagen in welche Richtung sich die Medienlandschaft auf welcher Weise durch KI ändert.

00:03:58: Dass sie sich ändert, ist allerdings vollkommen klar.

00:04:00: Sie haben aber was gesagt nämlich dass nur die drei größten überleben werden weil KI alles ich sag mal wie so ein Katalysator in Häufchen teilt.

00:04:09: die die damit umgehen können und die eigentlich hinterherrennen die werden untergehen.

00:04:14: Ich würde nicht sagen, dass nur die drei größten überleben können.

00:04:17: Aber sie werden bei diesem Wandel die wenigsten Probleme haben aus dem einfachen Grund weil ein Teil des KI-Wandels das ist heute bereits erkennbar nach dem Matthäusprinzip funktioniert.

00:04:26: also der Teufel scheißt auf den größten

00:04:28: Haufen.

00:04:29: Das heißt wenn ich Chatchi Pity frage was ist ein Medium dem ich folgen sollte?

00:04:34: wo soll ich meine Inhalte herbekommen?

00:04:36: dann hat Chachi Pity als Antwort zweimal zwei Medien.

00:04:41: Und das bedeutet wiederum, dass so die klassische Raniensweise ich Google irgendwas und hab den Zehn Antworten nochmal eingedampft wird.

00:04:47: Und das ist nur ein Detail, wo man sieht.

00:04:49: Die Großen werden wahrscheinlich schaffen wenn sie sich gut anpassen diesen Wandel mitzubekommen sei es durch irgendwelche Klagen wie bei der New York Times oder durch andere Mechanismen Lizensierung zum Beispiel Bei den Kleinen die eben nicht diese Macht haben der Verhandlung mit großen KI-Plattformen.

00:05:07: da könnte es sehr schwierig werden.

00:05:08: Vielleicht als Benefit ganz kurz zum Abschluss also Bonus aus ihrem Vortrag nicht nur hier eine mal auch einen Kreis mit an die Hand geben wollen, sondern vielleicht uns allen, die auch KI benutzen.

00:05:23: Die vielleicht wichtigste Erkenntnis bezieht sich eigentlich auf Wirtschaft und Gesellschaft.

00:05:26: Und die ist, dass inzwischen sehr gut nachweisbar ist, das der Wandel durch künstliche Intelligenz kaum vorhersehbar ist.

00:05:35: Sogar absolute Fachleute, sogar große Konzerne, deren Aufgabe es ist, schaffen nichts sagen wo stehen wir in einem oder zwei Jahren?

00:05:43: Von den ungefähren Leitlinien mag das manchmal zutreffen.

00:05:46: Trotzdem wird man mit tiefer Fachkenntnis häufig überrascht.

00:05:50: Das heißt, dass man sich anders darauf vorbereiten muss!

00:05:52: will sagen flexibler, ausprobierender.

00:05:55: Man muss anfangen sehr schnell rauszufinden wie der Wandel funktioniert und wie nicht.

00:05:59: Und das widerspricht in manchen Bereichen, in so klassischen deutschen Tugenden der Arbeitskultur kann man fast sagen wo man erstmal mit Hand und Fuß und langsam und sorgfältig und präzise und möglichst sicher versucht herauszufinden was funktioniert und was nicht.

00:06:12: Wenn man es weiterhin tut dann hat man in fünf Jahren ein großartiges Projekt was da steht was niemand benutzt weil es ein Problem von vor fünf jahren löst.

00:06:19: also dass Menschheitsprinzip seit reiner tausend jahren ausprobieren und wieder verwerfen, Trial and Error oder Versuch und Irrtum.

00:06:26: Und dann gucken und nicht so viel denken sondern tun?

00:06:30: Ich würde nicht sagen dass die Menschheit bereits dreieinhalb Jahren alt ist aber Trial & Error ist eine Dimension und zwar eine die durch KI in ganz ganz vielen Facetten A skalierbar wird und B beschleunigt wird.

00:06:43: Wenn wir solche Phänomene sehen wie Vibecoding will sagen Programmierung von digitalen Produkten nur anhand natürlicher Sprach ohne jede programmierte Fachkenntnis nicht alles geht bisher.

00:06:53: Man braucht trotzdem noch ein paar Softwarepeople, um das dann an sinnvolles Produkt zu überführen und dieses ausprobieren durch Leute die eigentlich nicht programmieren können.

00:07:00: Darin sehe ich eine sehr wichtige Zukunftsfassette und das ist Trial and Error im Quadrat.

00:07:06: Vielen Dank für das Gespräch!

00:07:07: Sehr gerne!

00:07:45: Ich heiße Kraskyver.

00:07:46: Ich arbeite als Redakteurin bei netzpolitik.org.

00:07:50: Wir sind ein Medium berichten rund um Grund- und Freiheitsrechte wo sie sich mit Netzpolitik und Digitalisierung überschalten.

00:07:59: Der

00:08:00: erste Chefreaktor Markus Begedal kennt man noch als Republikar-Erfinder, aber das soll nicht unser Thema sein.

00:08:06: Sie sind hier bei den Milientagen in Mitteldeutschland zum wichtigen Thema Wie schützt man Kinder vor dem Gefahren des Netzes?

00:08:13: Da ist jetzt diese Woche ein Art Expertenbericht daraus gekommen.

00:08:18: Kurz überflogen.

00:08:19: mit einer Altersfreigabe ist das nicht geregelt.

00:08:22: so die Experten zumindest.

00:08:24: wie sehen sie es?

00:08:26: Also ich glaube, das ist das was wir die ganze Zeit schon versuchen eigentlich zu vermitteln.

00:08:31: Und ich finde es interessant.

00:08:32: diese Expertinnenkommission wurde ja eingesetzt im Herbst vom Bundesfamilienministerium und sollte eigentlich ein Jahr lang in Ruhe arbeiten.

00:08:42: und wird jetzt so bisschen von den politischen Ereignissen und Forderungen Überholt ist mein Eindruck, weil wir in den vergangenen Monaten jetzt gesehen haben.

00:08:49: Wir hatten einen Bundeskanzler und Vizekanzler.

00:08:51: Wir haben diverse Ministerinnen, die sich für ein Social-Media-Verbot ausgesprochen haben.

00:08:59: Obwohl es stand keine wissenschaftliche Grundlage gibt.

00:09:06: Die sagt ja, das wäre der richtige Weg.

00:09:12: Grätschen, die sagen der eigenen Expert in den Kommission rein.

00:09:16: Die noch dabei ist, die Empfehlungen zu erarbeiten wie man eigentlich Kinder und Jugendliche im Netz wirksam schützen soll.

00:09:25: Es gibt vor allen Dingen ein Soziallexperiment in Australien seit den Zehnten Dezember, und man hat ja den Eindruck als Familienvater oder auch als Laie.

00:09:36: Das klappt gar nicht so mit dieser Altersbeschränkung ab sechzehn erst das Internet freizugeben quasi.

00:09:43: Warum braucht es da noch viele Experten-Kommissionen?

00:09:47: Man kann einfach nach Australien gucken.

00:09:48: Oder gibt's tatsächlich aus ihrer Perspektive als Netzpolitik beobachterin schon Argumente dafür, hier sorgfältiger alles zu gewichten und zu sagen da ist vielleicht auch irgendwo was was man berücksichtigen sollte.

00:10:04: Und das ganze Verfahren im Internet dann besser macht?

00:10:07: Ja, also so wie ich das verstanden habe ist der Auftrag an diese Expertin-Kommission auch nicht nur gewesen sind zu prüfen Social Media Verbot ja oder nein.

00:10:15: Sondern dass sehr viel Umfassenden gelegt wirklich zu schauen erst mal eine Bestandsaufnahme zu machen und zu gucken was denn die Gefährdungslage?

00:10:22: Und dann wirklich möglichst wissenschaftlich fundiert Wege und Lösungsvorschläge zu erarbeiten was man alles tun muss.

00:10:30: und im Moment diese Vorschlägen sind da noch nicht da wir haben jetzt erstmal nur die Bestands Aufnahme aber schon da konnte man sehen eigentlich sagen die eben, es reicht natürlich nicht einfach ein technisches Verbot und Alterskontrollen einzuführen um dieses Verbot durchzusetzen sondern wir brauchen Befähigung.

00:10:49: Wir brauchen eine vielflächendeckige Medienbildung.

00:10:52: aber das sind natürlich alles Maßnahmen.

00:10:56: Ja, sehr viel Geld kosten, wenn man das in der Fläche macht und vielleicht auch einfach schwieriger umzusetzen sind.

00:11:01: Und natürlich klingt es erst mal markiger und besser, wenn ich mich hinstellen kann und sagen kann wir machen was.

00:11:07: Wir haben jetzt ein Social-Media-Verbot eingeführt und lösen damit das Problem.

00:11:12: Die Frage für mich ist immer wann kippte das?

00:11:14: Also war das Australien oder gab es irgendetwas wo man sagen konnte wir müssen jetzt endlich etwas tun?

00:11:21: also so ein klassischer.

00:11:23: Also in der Krimiologie ist das meist ein Terrorangriff.

00:11:25: Dann erinnert man die Gesetze so als Aktionismus, gab es hier auch sowas?

00:11:29: Sehen Sie da irgendwas?

00:11:30: Ja, das ist interessant!

00:11:31: Wir beobachten ja diesen Bereich schon länger und ich würde sagen, es hat sich so ein bisschen aufgebaut über die vergangenen Jahre auch in der EU, auch in Deutschland.

00:11:41: Es ist ja schon sehr lange so dass wir eine Verpflichtung haben für Alterskontrollen wenn es um Porno-Seiten geht.

00:11:51: Und da konnten wir auf jeden Fall beobachten, dass sich der Druck auf die Pornoseiten auch tatsächlich harte Alterskontrollen einzuführen über die vergangen Zeit sehr viel weiter aufgebaut hat.

00:12:01: Auch auf Ebene der EU und was aber tatsächlich dann sehr schnell gegangen ist... Vielleicht auch überraschend schnell.

00:12:09: Auch für mich zumindest, wie schnell das dann umgeschlagen ist in der Debatte dass es eben nicht mehr nur um Inhalte geht die für über achtzehnjährige sein sollen, wie davor die Debatte in der EU war und sondern das ist dann sehr sehr schnell gegangen ist nachdem Australien das eingeführt hat, was dann auch aus Frankreich oder von anderen Staatschefs in der eu plötzlich diese Forderungen kamen.

00:12:29: und ich habe schon den Eindruck, dass da gerade so ein ja ein sehr großer Stimmungswandel stattfindet, der auch etwas sehr schnell passiert.

00:12:36: Weil man damit politische Punkte machen kann?

00:12:38: So nach dem Motto wir wollen unsere Kinder schützen.

00:12:40: Kinder ist ein Thema eher wie Tiere.

00:12:42: ne wenn man sich Tierwohl interessiert zeigt dann bringt das möglicherweise auch wie lang stimmen ist dass er so die Absicht oder gibt es tatsächlich vernünftige Gründe zu sagen Wir müssen das gesellschaftlich regeln.

00:12:54: Ich glaube, wir müssen jetzt auch nicht so tun.

00:12:56: Als gäbe es keine realen Probleme und Gefahren die Kinder- und Jugendlichen im Netz betreffen, die uns aber alle als Nutzerinnen betreffend natürlich haben.

00:13:06: Wir haben alle Probleme mit suchtmachenden Algorithmen.

00:13:09: Natürlich gibt es da Dinge, die auch einfach gerade für sehr junge Nutzerin schwierig sind Und ich glaube, dass aber die Komplexität von diesem Problem in dieser gesamten Überforderung das ist daherkommt.

00:13:24: Dass es irgendwie verlockend ist eine vermeintlich einfache Lösung dafür anzubieten und zu sagen wir ziehen jetzt durch und auch bitte nicht mit irgendwelchen komplizierten EU-Gesetzgebungen und dann dauert das so lange?

00:13:39: Dann sollen die Plattformen erst mal ihre Risiken einschätzen und vielleicht etwas daran ändern sondern das wirkt einfach handlungsfähiger.

00:13:46: Aber ich glaube, es ist eine Art von Theater die das aufgeführt wird in dem es vor allem darum geht sich selber irgendwie zu profilieren und dass es weniger darum geht jetzt tatsächlich einen Lösungsvorschlag anzubieten und dass weniger darum gilt Kinder und Jugendliche tatsächlich so schützen.

00:14:10: Dazu müssen wir sagen, dass es keine Missverständnisse gibt.

00:14:12: Natürlich müssen Kinder geschützt werden.

00:14:15: Sie werden vor Alkohol geschütz, sie werden vor Zigaretten geschützzt und im Kino geschütze den falschen Film zu sehen dadurch das es ja auch Einlasskontrollen geht.

00:14:24: also die Debatte wie man Medieninhalte oder suchtmachende Stoffe Fernhält ist schon, also solange ich lebe auf jeden Fall da.

00:14:34: und dass man das immer wieder modifiziert.

00:14:36: Ist schon richtig?

00:14:37: Sehen Sie denn eine praktikable Lösung wie man das unaufgeregt machen kann mit einer hohen Wirkung?

00:14:44: Ich finde schon diesen Vergleich mit Alkohol oder solchen suchtmachenden Stoffen so schwierig weil der wird ja oft angebracht.

00:14:50: aber es gibt natürlich kein Recht auf Alkohl.

00:14:53: Aber umgekehrt würde ich sagen natürlich gibt es einen recht auf Teilhabe für Kinder an auch an Social Media und sich an diesen öffentlichen Diskurs zu beteiligen.

00:15:08: Das

00:15:08: ist kein Heiferspecken, wie Alkohol vielleicht?

00:15:11: Sowohl sich der Information zu holen als auch auf diesem Plattform zu vernetzen.

00:15:16: wir sehen das bei wie wichtig das ist, gerade wenn man in einer Region wohnt wo es nicht viele andere queere Menschen gibt.

00:15:27: Gerade bei sensiblen Themen ist das Internet auch einfach ein Ort an dem sich junge Menschen austauschen können und sich gegenseitig unterstützen können.

00:15:38: ich glaube dieser Aspekt kommt oft zu kurz.

00:15:41: Dann ist die Frage, wie bekommen wir das hin?

00:15:43: Dieses Recht auf Teilhabe, dass ja auch sagen ein verbrieftes Grundrecht von Kindern ist abzuwägen gegen dieses andere Schutzbedürfnis.

00:15:53: Das ist sehr herausfordernd.

00:15:55: ich kann da jetzt auch keine einfachen Lösungen anbieten.

00:15:57: Ich glaube nur nicht, dass eine technische Lösungsansatz wie Alterskontrollen im Internet Das ist was die Lösung bringen

00:16:06: wird.

00:16:06: Weil damit automatisch alle Menschen kontrolliert werden müssen und dass es technisch, wie Sie sagten sehr teuer ... Und auch glaube ich versteht sich nicht mit unserem Demokratieverständnis der Anonymität oder des Rechts auf Anonymität?

00:16:20: Ist das der Hintergrund hauptsächlich?

00:16:22: Ja also ich glaube, das ist sein Teuer im Sinne von wie teuer wir das dann mit unseren Grundrechten bezahlen.

00:16:29: Dass es vielen nicht klar ... ist dabei, worauf das hinausläuft.

00:16:35: Wenn wir sagen, wir wollen eine Altersgrenze im Internet durchsetzen dann müssen wir dafür sorgen dass wir uns alle als Nutzerin im Netz ausweisen und dort belegen ja ich bin älter als sagen wir sechzehn oder ich bin Älter also fünfzehn Ziemlicher Paradigmenwechsel, würde ich sagen.

00:16:59: Es wird nur noch möglich sein diese Plattform zu benutzen nachdem man sich dort irgendwie ausgewiesen hat und seine Alter nachgewiesen ist.

00:17:06: Und ich bin mir nicht sicher ob wir gerade in dem jetzigen politischen Klima eine Infrastruktur schaffen wollen auf eine EU-weite Infrastruktur, die in viele Leichen sich dann auch das ist wovon autoritäre Kräfte Träumen, wo Menschen sich werden ausweisen müssen bevor sie überhaupt in der Lage sind diese Plattform zu nutzten.

00:17:31: Also Big Brother is watching you gibt's ja.

00:17:34: also die Fantasien wissen wir spätestens seit George Orwell.

00:17:39: aber meinen Sie nicht dass es vielleicht nur ein Trick ist jetzt die Diskussion Kinderschutz um genau das Kontrolle im Internet wirklich qualitativ zu verbessern im Sinne der politischen Kräfte diese gerade nannten?

00:17:53: Also ich möchte gar nicht unterstellen, dass es den Menschen und auch Politikerinnen, die das jetzt fordern, nicht tatsächlich auch darum geht dort was zu tun.

00:18:03: Und dass sie das für eine gute Idee halten.

00:18:05: Aber ich glaube wenn wir uns das historisch anschauen dann ist es sehr oft so gewesen, dass wir lange Zeit eben mit dem einerseits mit dem Kampf gegen Terrorismus bestimmte Die Einführung von Überwachungsmaßnahmen im Internet begründet haben oder

00:18:21: Krankheiten

00:18:23: Dann eben

00:18:24: sehr

00:18:25: oft mit dem Kinderschutz.

00:18:28: Das sehen wir zum Beispiel auch auf Ebene der sogenannten Chat-Kontrolle, es gibt ja auf der EU-Ebene gab es ja sehr lange die Bestrebung zum vermeintlichen Schutz vor Missbrauch, die Verschlüsselungen aufzubrechen damit auch verschlüsselten Nachrichten durchsucht werden können womit dann aber wiederum ganz andere Probleme entstehen wenn ... Menschen, die darauf angewiesen sind verschlüsselt zu kommunizieren dann das nicht mehr kann.

00:18:57: Letzte Frage Ihre Prognose wird es diese EU Regelung geben?

00:19:02: Ich habe gerade den Eindruck dass es zumindest ein sehr starker Druck aufgebaut wird.

00:19:06: ich hab keine Ahnung wie das weitergehen wird aber der will das durchzusetzen.

00:19:15: Seitdem von Frankreich, auch von einigen anderen EU-Staaten ist gerade sehr groß und ich glaube dass die EU da irgendwie wird reagieren müssen weil sie vermeiden will Dass es einzelne nationalstadtliche Lösungen gibt.

00:19:28: Und das ist ja genau das was wir jetzt sehen Das einzelne Staaten sonst damit drohen.

00:19:31: Wenn ihr nicht macht dann machen wir im Zweifelsfall alleine Auch wenn das rechtlich schwierig ist

00:20:29: Erst

00:21:09: mal eine akustische Visitenkarte, wer bist du und was machst du aktuell?

00:21:13: Ich bin Björn Staschen.

00:21:14: Und ich bin im Moment Mitgründer von Safe Social Networks for Democracy an einer kleinen gemeinnützigen Organisation die versucht die sozialen Netze besser zu machen weil sie so wichtig sind für unsere digitale Unterhaltung für unsere Demokratie.

00:21:30: Die Videopodcast-Zuschauer sehen jetzt einen Aufkleber mit safesocial.eu.

00:21:35: Wir hatten mal das Vergnügen, als ich noch das Medienmagazin gemacht habe.

00:21:39: So ein... Da kann ich wieder neues Einaufkleber reinhalten in die Kamera.

00:21:43: Der Kamerammer muss anbieten wie es früher hieß Dday.

00:21:46: Also es geht darum unabhängig zu werden von den Big Tech.

00:21:50: Die Idee dahinter finde ich charmant aber funktioniert sie dann überhaupt?

00:21:55: Also der Digital Independence Day kurz DI.Day ist eine von vielen Kampagnen, die wir versuchen.

00:22:04: Safe Social ist mehr als der D-Date und Der D-Day ist wiederum mehr als Safe Social.

00:22:08: das sind viele andere Organisationen dabei.

00:22:10: Das ist zum einen total ermutigen also es sind unendlich.

00:22:13: ich glaube wir sind mittlerweile irgendwie fünfzig sechzig Organisationen Die bundesweit Veranstaltungen anbieten.

00:22:18: Wir haben am letzten Digital Independence der immer der erste Sonntag im Monat Haben wir über vierhundert Veranstaltung habt in ganz Deutschland wo Menschen sich zusammensetzen und zusammen versuche mit einem Dienst auf die gute Seite zu wechseln.

00:22:32: Und wir haben auf der Webseite in einem Monat über hunderttausend Zugriff von Menschen, die wirklich bleiben und so ein Wechselrezept ausprobieren zum Beispiel weg vom WhatsApp hin zu Signal oder weg von der Google Suche hinzu sowas wie Ecosia oder so.

00:22:47: also nach meinem Gefühl wächst das Ganze noch?

00:22:50: Ich hoffe dass es eine Bewegung wird so Friday's for Future Sunday's for Social.

00:22:56: Mein Eindruck ist, dass es ganz gut funktioniert und das auch so langsam in öffentliche Diskursereien sinkt.

00:23:02: Das braucht glaube ich Zeit bis wir uns zum ersten Mal vor dem Brandenburger Tor zu einer Demo treffen aber da wäre ich schon gerne irgendwann.

00:23:10: Also da ich mich mit dir schon mal unterhalten habe verstehe ich's.

00:23:14: Aber was mir noch Ganz wichtig ist, dass das nicht eine ideologische Geschichte ist.

00:23:21: Dass man sagt die linken Spinner wollen jetzt unabhängig sein von Big Tech.

00:23:25: Worum geht es denn tatsächlich im Prinzip?

00:23:28: Von Facebook unabhängig zu sein?

00:23:29: warum also?

00:23:30: mir gefällt so facebook sag ich mal?

00:23:32: Facebook ist ja, wenn wir über den Digital Independence Day reden nur eins von vielen Produkten.

00:23:38: Soziale Netze.

00:23:39: Oder

00:23:39: WhatsApp?

00:23:39: Das ist toll in der Familie oder versteht es?

00:23:41: jeder nutzt das.

00:23:43: ich muss mich um nichts kümmern und meine Familie kriegt die richtigen Infos.

00:23:47: also sind hier die Bösen.

00:23:49: oder was ist das Problem?

00:23:51: das Problem ist dass WhatsApp, Facebook, TikTok immer mehr in unser Leben sich reinwanzen.

00:24:01: Das heißt, immer mehr Teile unseres Lebens geben wir ab an diese Plattformen und auch so wichtige Dinge wie zum Beispiel einen Wahlkampf.

00:24:08: Und einige wenige weiße Männer in den USA oder China bestimmen wer was wann wo sieht?

00:24:15: Wir sehen das.

00:24:16: es aktive Beeinflussung von Wahlkämpfen gab und gibt auch im Bundestagswahlkampf.

00:24:20: nur wir sehen dass es bewusste Manipulationsversuche durch die Besitzer dieser Plattform gibt zb Elon Musk.

00:24:26: und wenn wir am Ende wollen dass unser Demokratie funktioniert dann müssen wir doch die Regeln für unser demokratisches Gespräch bestimmen können.

00:24:34: Und die große Gefahr ist, je mehr wir abgeben an diese Plattformen, desto weniger können wir die Reglen bestimmen und deswegen ist es aus meiner Sicht vital für die Demokratie und keine linke Spinneridee sondern etwas was auch das bürgerliche Lager –was die Mitte der Gesellschaft angeht– Wir müssen entscheiden wie die Regelen für unser Zusammenleben sind und wir laufen Gefahr dass wir das bald nicht mehr tun.

00:24:58: Da hast du ein Stichwort Open Source, so hast bei den Medientagen hier in Leipzig erzählt, dass du deinen Rechner umgebaut hast.

00:25:04: Einen alten Rechler mit Linux mint ausgestattet.

00:25:09: Nun will ich dich mal mit einer Sache konfrontieren ... Hört sich so an, als würde ich vom Krieg erzählen.

00:25:15: Ich habe eine Sendung moderiert bei Radio Eins, die hieß Die Grauemaus und da haben wir live berichtet von einem Linux-Kongress.

00:25:25: Und das Maskottchen, so ein schöner knuffiger Pinguin und ... Ja.

00:25:31: Ich hab das installiert damals alles schön.

00:25:34: Und irgendwie ist dann aber aus so einer Bewegung ja es läuft immer besser hört man und es ist stabiler.

00:25:41: Da hat man auch nicht zu befürchten dass man den Abo fallen tappt usw.

00:25:46: Open Source wird weltweit entwickelt.

00:25:48: Alles ist in meinem Kopf drin!

00:25:50: Und trotzdem bin ich bei Microsoft.

00:25:52: Bin ich bei Apple?

00:25:54: weil ich mich darum nichts kümmern muss.

00:25:56: Ich musste mich nicht irgendwie damit beschäftigen, ist das Linux jetzt was ich noch drauf habe überhaupt?

00:26:03: Das aktuelle?

00:26:04: oder?

00:26:05: ich weiß es nicht.

00:26:06: Es mag dir ein bisschen komisch vorkommen aber letzten Endes glaube ich nicht dass sich so wesentlich anders ticker.

00:26:11: als die meisten intellektuell ist das sicherlich zu durchdenken Aber rein vom Alltag ja nicht oder?

00:26:21: bei Linux genau so gedacht.

00:26:23: Ich habe gedacht, ich mache jetzt ja diese Kampagne!

00:26:25: Ich muss es mal wieder probieren.

00:26:27: Linux Mint ist mittlerweile so gut dass das ein eins zu eins der Satz für Windows ist.

00:26:32: Ich muss mich um gar nicht kümmern.

00:26:33: Da ist so eine Auto-Updata drin und sieht aus wie eine Apple Oberfläche.

00:26:37: vom Design ist das total schick.

00:26:39: Das funktioniert einfach richtig gut und das finde ich das Coole auch an diesem Digital Independence selbst für mich, die ich hier mitorganisiere.

00:26:46: Ich stoße immer wieder auf Sachen wo ich denke oh Richtig gut.

00:26:50: Das funktioniert ja wunderbar und es macht teilweise viel mehr Spaß, weil ich diese blöde Windows-Microsoft Eieruhr endlich los bin kann ja niemand sagen dass wir glücklich wären vor Microsoft Teams oder irgendwas.

00:27:01: Funktioniert ja alles nicht ist alles langsam.

00:27:02: man muss sich neunzig mal anmelden am Tag.

00:27:04: so also es wird auch wirklich besser.

00:27:07: und ich glaube die Idee von diesem Digital Independence Day ist eben auch mit Spaß und mit Freude und mit anderen zusammen einfach mal wieder auszuprobieren, einen Dienst zu wechseln.

00:27:18: Wir haben so ganz einfache Wechselrezepte gemacht die ein bisschen an Kochbücher erinnern sollen.

00:27:21: es soll halt wirklich Spaß machen.

00:27:23: Es soll kein Nerd-Scheiß sein.

00:27:25: wir empfehlen wirklich Sachen die auch einfach sind.

00:27:27: Wir empfehle nicht den kompliziertesten Messenger der Welt weil ja der unabhängigste Best ist.

00:27:32: Wir Empfehlen zum Beispiel immer noch Signal obwohl das auf US-Servern gehostet wird.

00:27:36: da kriegen wir viel Haube für aber es funktioniert eben!

00:27:39: Das sind die Menschen.

00:27:40: Da kann ich meine Mutter hinbringen seit fünf Jahren kein WhatsApp mehr und bis auf eine Schul-Whatsapp Gruppe, in der meine Frau sein muss funktioniert das für mich fantastisch.

00:27:50: Ich habe gar keine Probleme mehr!

00:27:51: Und darum geht es glaube ich wirklich dass wir wieder Leute anstiften Bock zu haben neugierig zu sein auszuprobieren um zu sehen und so erfahren dass es eben doch funktionieren kann, dass es mittlerweile echt gute Alternativen gibt beim Musikstreaming.

00:28:06: Das Rezept kommt jetzt Kobus zum Beispiel aus Frankreich richtig gut!

00:28:10: Richtig guter Katalog total neiße Angebote und die Künstler kriegen über einen Daumen sechs mal so viel wie bei Spotify.

00:28:16: das ist doch ein totaler Grund dahin zu gehen.

00:28:18: wenn ich irgendwie Musiker super finde, dann kann ich doch nicht zufrieden damit sein was der bei Spotify am Hungerlohn verdient.

00:28:25: Kann man da auch den Podcast hoßen in der Medienhürde?

00:28:28: Das weiß ich noch nicht bei Kubus genau, aber wir haben auch zum Beispiel richtig gute Alternativen für Podcast.

00:28:34: Das Podcast-Universum ist zum Glück ja noch ein bisschen freier weil da eben ein offener Feed drunter liegt.

00:28:39: eine RSS bringt es ja auch über Programme wie Antennapot oder sowas auf jedes Telefon.

00:28:45: also bei Audi ist das noch ein bißchen einfacher finde ich als beim Musikstreaming, da ist der Markt halt so sehr viel geschlossener.

00:28:51: Aber Podcast und Audio gucken wir uns auch an.

00:28:54: Interessant ist dass dieser Podcast hier, den wir gerade produzieren in dem Augenblick.

00:29:00: Bei Apple-Podcast am meisten genutzt wird und dann kommt schon ein Antennapod nach.

00:29:03: Ja!

00:29:04: Also das ist, finde ich interessant, hatte ich vorher natürlich nie Einblick in die ganzen Abrufe und so... Aber dennoch Björn sind die gut Menschen, die das so machen wie du.

00:29:17: Erst mal nicht als Schimpfwort gemeint sondern die, die die Welt bessern wollen.

00:29:22: Ich sagte ja seit Und ich habe aber das Gefühl, dass sich die Big Tech nicht verdrängen lassen oder nicht einschränken lassen.

00:29:32: Oder es eine wirklich signifikante Bewegung gibt.

00:29:37: Ich glaube der Kern ist, dass wir verstehen müssen, dass dieser Digital Independence den nie ausreichen wird.

00:29:43: Wir müssen auch ran an die Monopole!

00:29:47: Wir ertragen ja Monopola auf so einem wichtigen Teilmarkt wie Meinungsbildung.

00:29:51: Also Regulierung, Politik muss auch was tun.

00:29:54: Es reicht nicht aus dass wir nur den D-Day machen.

00:29:56: der wird es nicht retten aber er kann einen Beitrag dazu leisten.

00:30:01: das Menschen sehen dass es funktioniert und dass die Welt insgesamt ein bisschen vielfältiger wird und dafür ist es glaube ich total gut.

00:30:08: es ist ein bisschen Empowerment und wir versuchen total aktiv so in die Mitte der Gesellschaft zu kommen.

00:30:14: also Buchhändler sind jetzt Partner.

00:30:17: Wir reden mit dem Börsenverein, Bibliotheken sind jetzt Partner.

00:30:21: dritte Orte wir wollen in die Schulen kommen.

00:30:23: Wir wollen weg aus dieser linken Technikblase.

00:30:26: ich war selber auch bei einer Veranstaltung des Chaos Computer Clubs in Hamburg.

00:30:30: Die war total gut aber auch so wie man sie sich vorstellt.

00:30:34: mein Kind hat an der Schwelle kurz gezögert weil es doch recht dunkel war und nach Mann roch sage ich mal Und es ist super, dass der CCC diese Veranstaltung macht.

00:30:43: Aber das reicht nicht!

00:30:44: Wir müssen in die Mitte der Gesellschaft, in die Vereinsheime und ich habe das Gefühl wir kommen da langsam hin und es macht vielen Spaß so und so müssen wir es... Es muss.

00:30:52: Marc-Uwe Kling hat es ja mit erfunden, der gesagt entspannte Rebellion Und ich glaube, wir müssen alle verstehen, dass wir rebellieren müssen und so macht es total Spaß.

00:31:00: Aber vielleicht sollte man auch mehr in den Vordergrund stellen, wenn man eine Open Source Geschichte installiert, dass das weniger kostet als wenn man sich Microsoft-Grad irgendwie runter lädt?

00:31:14: Ich glaube dieser monetäre Aspekt... ist mir noch in der eigentlichen Außenwahrnehmung nicht so stark im Bewusstsein, oder?

00:31:23: Bei einigen Diensten stimmt das was du sagst.

00:31:25: Also Libre-Office zum Beispiel kann ich kostenlos einsetzen während Microsoft Office mich ja im selben Funktionsumfang was kostet.

00:31:33: Bei anderen stimmt es nicht ganz.

00:31:34: Ja

00:31:34: aber wohl da muss ich wieder Einschränkungen machen.

00:31:36: Da gibt's Leute wie den ich auch vertraue aus näherem Umfeld die sagen Wird es immer noch besser als dieses Open-Fest?

00:31:44: Ich hab

00:31:44: nur gesagt Funktionsumfang, ich habe nicht gesagt die Funktionalität ist dieselbe.

00:31:48: Aber bei WhatsApp zum Beispiel ist sich ja anders rum.

00:31:50: Eine WhatsApp ist ja vermeintlich kostenlos aber ich zahle mit meinen Daten während so was wie Streamer kostet.

00:31:56: also das stimmt nicht überall dass auch billiger ist und beim Musikstreaming ist es auch nicht günstiger.

00:32:02: höre nur noch über das föderierte Band Wagon.fm, aber das ist wirklich was eher für die Nerd-Ecke.

00:32:09: Also

00:32:09: das kostet nicht überall.

00:32:10: Linux kostet auch etwas inzwischen?

00:32:11: Nein, Linux

00:32:12: es kostet aus!

00:32:12: Da zieht es zum Beispiel wobei ja wenn man ehrlich ist so eine Microsoft Windows Lizenz, wenn man sie sich online so auch nur noch eins zwanzig kostet oder sowas.

00:32:21: So dieses Kostenargument ist glaube ich nicht der stärkste.

00:32:23: also bei Windows wirklich... Für mich ist der Stärksargument, Linux Mint ist geiler.

00:32:29: Ich bin

00:32:29: begeistert.

00:32:31: Bionn Staschen, vielen Dank und wir werden uns regelmäßig zusammenschalten und dann immer mal wieder feuern.

00:32:36: wie sieht es denn aus?

00:32:38: Die Hoffnung stirbt zuletzt!

00:32:39: Vielen Dank.

00:32:39: Danke.

00:33:14: Also mein Name ist Marco Elsner.

00:33:16: ich bin einer der Gründer und sozusagen vertriebliche Veranstalter für Audelexi.

00:33:23: Wir haben eine Plattform für Audio.

00:33:28: Wir kümmern uns um die Verbreitung, um die Programmerstellung und um die Werbeauspielungen.

00:33:34: Und natürlich auch um die ganzen Auswertungen von den Radiosendern oder alle, die Audiodienste anbieten wollen.

00:33:40: Nicht nur Radio-Sender sind aber – – –

00:33:43: Nennen Sie mal aus Ihrem Portfolio einige?

00:33:46: Wir decken knapp fünfzig Prozent des privaten deutschen Radiomarktes ab.

00:33:51: Also die REOKH ist RTL.

00:33:53: das sind so unsere großen Kunden.

00:33:57: Wir sind aber auch in Österreich unterwegs, unter Schweiz, in Italien und in Belgien.

00:34:03: In Belgien haben wir den öffentlich-rechtlichen Rundfunk weil die dürfen zum Beispiel auch Werbung machen digital.

00:34:09: In Deutschland ist es nicht so da der Public Sektor noch von ihm nach Hause abgedeckt.

00:34:15: Hier muss man sich jetzt vorstellen also sie nehmen quasi das Audiosignal eines Radiosenders und packen denen dann wohin?

00:34:23: Also es gibt zwei Möglichkeiten.

00:34:25: Entweder der Radiosender führt uns das Signal zu, dann nehmen wir das auf unsere Plattform auf und verbreiten das dann?

00:34:32: Das ist quasi für alle Hörer Nutzer egal über welche Plattform und Aggregatoren sozusagen erreichbar ist damit auch dieser hohe Treffig dann auch entsprechend ausgehalten werden kann.

00:34:44: oder die Sender machen ihre Webchannels und Side-Channels direkt bei uns in der Cloud.

00:34:49: Das heißt das Programm wird schon bei uns erstellt Dann muss es nicht zugeführten werden, sondern dann verbreiten wir das oder dann wird's bei uns erstellt und auch verbreitet.

00:34:58: Was ist der Vorteil, das bei Ihnen zumachen?

00:34:59: Nicht selbst zu roßen?

00:35:01: Kostenthema also Flexibilität und Kostenthema weil der klassische Wegreuer früher dass man das quasi im Haus erstellt hat dann über die klassischen Sendesysteme dann an die Streaming Provider verteilt hat und so kann man es gleich bei unserer Stellen müssen sie uns schicken.

00:35:17: Das ist halt weniger Aufwand.

00:35:19: Früher hat man einen Kisten gestabelt, sprich mehrere Instanzen aufgebaut.

00:35:26: Mittlerweile sind die klassischen Systeme da auch weiter aber dann müssen sie Lizenzen kaufen und so weiter und bei uns ist es halt ein klassisches Saasmodell also sprich man zahlt wenn man's nutzt.

00:35:35: Sie sagten fünfzig Prozent.

00:35:37: was sind die restlichen fünfzig prozent?

00:35:40: Es gibt in Deutschland noch zwei andere große Streaming-Provider die den restlichen Markt anlenken und dann gibts zwei drei die das Streaming selber machen.

00:35:48: Ähm, so ist der Markt aufgeteilt.

00:35:50: Was ist für Sie ein Radio?

00:35:53: Wenn man vierundzwanzig Stunden Weihnachtsniederspielt oder ...

00:35:57: Ich hab's vor uns auch gerade gesagt im Panel das ist also quasi ich würd früh wenn ich aufstehe den lokalen Sender, also hier in Leipzig, im Radio Leipzig weil ich erstens mich informieren will über Leipzlich und dann find' ich diese Morning Show ganz lustig, ne?

00:36:12: Also können so... Und deswegen höre ich das!

00:36:16: Das heißt ich will erstmal einen Tag rein starten.

00:36:18: Das Radio ist für mich so eine Art Tagesbegleiter, wo ich nicht hin und her schalten muss zwischen irgendwelchen Playlists.

00:36:24: Sondern ich schalte an und da läuft die ganze Zeit die Musik, die ich höre.

00:36:28: Ich höre gerne elektronische Musik deswegen läuft bei mir meistens Beatsradio oder auch gerne Achtziger.

00:36:37: also dann hör ich vielleicht Etis etis, wo die ganzezeit nur diese Musik läuft, die sich gerne hören.

00:36:43: Zwischendurch kommt manchmal noch ein kleiner Nachrichtenblock Zumindest bei Edis-Edis und die anderen spielen halt nur Werbung zwischendurch.

00:36:50: Gut, aber bei Ihnen kann man das so programmieren, dass das vierundzwanzig Stunden oder ich sag mal acht Stunden muss man schlafen?

00:36:56: Aber den restlichen Tag ohne dass man was machen muss, kann man es so programmier...

00:36:59: Ja, ja!

00:36:59: Das ist quasi ... Es gibt einen Programmplan der als vierund zwanzig Stunden gültig Und das wird dann automatisch immer für den nächsten Tag geladen und braucht dann keiner mehr etwas machen.

00:37:12: Man kann trotzdem auch dynamische Inhalte einfügen also Irgendwas Aktuelles.

00:37:15: Man kann auch entsprechend dann die Titel vielleicht mal austauschen, wenn man möchte und das geht alles ja.

00:37:21: Aber es ist halt kuratiert, ne?

00:37:23: Das ist der Unterschied zu Spotify und Co.

00:37:25: Die sind... Und das ist auch der Unterschied oder das Gute von Radio.

00:37:28: Es ist kuratiert Ich schalte an Lass mich überreichen und muss auch nichts machen Weil Spotify und co.

00:37:34: Wenn ich meine Kinder mal frage, die wissen immer nicht was Radio isst weil die erhalten auf Spotify abhängen Die skippen halt viel rum.

00:37:42: Jetzt ist die Frage, Sie kommen ja nicht aus der Radioindustrie.

00:37:45: Sondern sie sind hier eigentlich eher mit Zahlen aufgewachsen?

00:37:48: Warum machen Sie das?

00:37:49: Kann man damit Geld verdienen?

00:37:51: Mit unserem Business kann man Geld verdient werden!

00:37:53: Wir haben in dem Jahr zum Beispiel im Jahr two thousand eight mal angefangen.

00:37:58: Da gab es einmal so ein Fußballradio in Leipzig.

00:38:04: Das ist leider daran gescheitert, dass plötzlich dann man merkt Audio-Lizenzen richtig teuer vermarkten kann, dann hat es... Sport eins gekriegt, dann hat es Amazon gekriegzt und jetzt hängt's beim öffentlichen Rundfunk wieder.

00:38:17: Das war ein cooles Projekt.

00:38:18: aber der Reokas hat halt sozusagen gesagt sie haben nicht genügend Geld um da entsprechend damit zu halten bei den... Und dann

00:38:26: haben

00:38:26: wir... Ich

00:38:27: will noch mal kurz einhaken.

00:38:28: die Audio-Rechte ist natürlich eine Erfindung cleverer Geschäftsleute weil eigentlich ist ja die originäre Leistung der Reporter der im Stadion sitzt und sagt was er sieht und nicht dass dort Fußball gespielt wird.

00:38:41: das kann man ja.

00:38:43: Also das Audi-Recht am Fußball ist Tor oder das Abstoßen des Leders, was man hört.

00:38:49: Und da hat man sich irgendwie ein bisschen über den Tisch ziehen lassen, dass als Audi Rechte zu vermarkten... Das war ja auch eher der Stadionssitzplatz gewesen, der verkauft wurde.

00:39:00: aber man hätte ja ich sage mal vom Fernseher, dass Ritt Pautern können, das machen glaube ich auch einige.

00:39:05: Aber da wollte sich in den Neunzig Elf nicht auf diese Art und Weise durchschummeln.

00:39:15: Der Business Case muss funktionieren,

00:39:16: d.h.,

00:39:16: die Privaten haben ja keine Budgets von irgendwelchen Gebühren sollen.

00:39:20: Die müssen halt sagen okay ich habe Einnahmen und Ausgaben und das muss halt passen.

00:39:25: Und wir können mit unserem Business Geld verdienen.

00:39:28: aber eigentlich müssten die Sender für die Technologie, die wir entwickeln viel mehr Geld noch bezahlen und bereit sein, Geld zu bezahlen bei diese Technologie.

00:39:38: Gerade wenn es darum geht da noch mehr zu wickeln muss halt auch viel investiert werden.

00:39:42: Und das ist schade dass dann halt immer noch mein versucht auch da natürlich Geld zu sparen weil die Sender alle unter dem Kostendruck sind und weil natürlich die Verbreitung für UKW und DAB Mengen Geld kostet.

00:39:54: Schalten Sie auch eigene Werbung ohne dass die Radistationer von Wissen?

00:39:58: Nein nein wir haben eine Plattform wo quasi sozusagen ohne einen Ad Server, also über unseren eigenen Ad Server entsprechend das verbreitet werden kann.

00:40:07: Aber wir schalten keine eigene Werbung.

00:40:10: Nun ist ja die Frage wenn man jetzt fünfzig Prozent der Kunden hat quasi.

00:40:16: Die machen das weil es im Video ist.

00:40:17: das haben sie gesagt.

00:40:19: Hat man aber das Gefühl vielleicht können Sie das entweder bestätigen oder dementieren dass Linears Radio nicht mehr so attraktives wie noch vor zwanzig dreißig Jahren?

00:40:27: und sag mal dann doch Musikboxen, die man im Internet abrufen kann.

00:40:32: Also ich sage mal eine Musikfarbe eines Künstlers wie bei Spotify und man kann dann wechseln zunehmend von einer jungen Zielgruppe entdeckt wird und das ja als Radio irgendwie ein Auslaufmodell ist?

00:40:43: Also für die junger Zielgruppes gebe ich recht... Aber

00:40:46: die werden ja älter.

00:40:47: Ja, vielleicht kommt sie später zurück aber momentan ist es eher so dass die Jungen bestenfalls noch im Autoradio hören weil der Papa oder die Mama dass das Radio-Gerät eingeschaltet hat.

00:41:02: Es gab mehr Versuche, dass man personalisiertes Radio macht, klassebezogen, dass auch den Hörern die Möglichkeit gibt zu skippen oder sowas.

00:41:12: Das funktioniert alles in Deutschland nicht oder hat bisher nicht funktioniert.

00:41:17: Deswegen denke ich schon, dass kuratiertes radio aber eben wirklich Fokus auf Musik und es gibt ja verschiedene Webchannels, die auch wirklich nur einen Künstler abdecken.

00:41:27: findet man eigentlich bei allen Radiosendern genügend, um nicht zu Spotify zu

00:41:33: gehen.

00:41:33: Also das Linearradio ist nicht tot?

00:41:35: Nein

00:41:36: glaube ich nicht.

00:41:37: und sie können noch locker in die Rente gehen.

00:41:40: Wir können doch bitte sozusagen Geld verdienen mit den Sendern gemeinsam wachsen oder ein paar schöne neue Sachen entwickeln.

00:41:47: Was läuft denn am besten zurzeit?

00:41:49: Es sind eher die Genreformate also eher Rock läuft sehr gut, weil die so ein Community-Gedanken haben.

00:41:57: Oder halt spezielle Brands, die laufen sehr gut.

00:41:59: Also Elektronische Musik läuft auch gut.

00:42:02: oder dann diese ganz krassen Sachen wie Bollerwagen und Ballermann, die halt wild durcheinander spielen und nur Partymusik machen.

00:42:09: Das ist das war ... Diese klassischen ESC-Formate haben immer mehr Problemen, weil sie sind austauschbar.

00:42:15: Und

00:42:15: ich sag mal, Programme mit Wortanteil?

00:42:18: Was ist da so nachgefragt zur Zeit?

00:42:21: Das tue ich dann speziell einschalten, wenn ich sage okay.

00:42:24: Ja aber gibt es da so Favoriten wo man sagt also... Ich nenne mal jetzt einfach nur Deutschlandfunk Nova?

00:42:30: haben Sie die mit im Portfolio?

00:42:31: Nein, die nicht!

00:42:31: Aber die höre ich auch selber gerne.

00:42:34: ja weil dann sag ich dann gehe ich halt speziell dorthin und höre mir das an der Hand weil ich nämlich genau dort die Informationen kriege, die ich brauche.

00:42:40: Und das ist ja auch ein anderer Use Case.

00:42:42: Die sind halt ganz anderen Auftrag Aber die müssen auch über ihre Hörer viel wissen.

00:42:46: Da weiß er halt dann, wie sie den Content machen.

00:42:49: Die Privaten brauchen die Daten eher für die Formatung.

00:42:52: Was wissen Sie denn über die Nutzungs-Menschen?

00:42:56: Sehr

00:42:56: viel!

00:42:56: Also wir haben sehr viele Daten wenn natürlich der Hörere dem zustimmt dass es bearbeitet werden kann.

00:43:02: bestenfalls haben die Sender noch einen Log in das man noch mehr Daten rauskriegt wenn der User das entsprechend frei gibt.

00:43:09: aber wir wissen sehr viel... Was ist denn

00:43:10: das Wichtigste was Sie wissen müssen?

00:43:13: Ist das geschlecht oder?

00:43:15: Ja,

00:43:16: es ist alter wegen der Werbung.

00:43:17: Es gibt so

00:43:19: drei Grundsachen also Alter, Geschlecht und Postleitzahl.

00:43:25: Das ist schon ganz gut um ein Taggeding zu machen in der Vermarktung aber das kann man natürlich ausbauen je nachdem wie man auch seine Features vielleicht freischaltet.

00:43:36: Also Premium-Features gibt es jetzt die mehr Informationen die mehr gibst Gehe ich von mir selbst aus?

00:43:40: Ich würde da auch mehr geben, wenn ich natürlich mehr Vorteile habe.

00:43:44: Die Medienanalyse fragt ja auch nach dem Haushaltseinkommen zum Beispiel und nach dem Bildungsgrad.

00:43:52: wissen Sie das auch?

00:43:53: Wenn das quasi in den Lok ins Gefahrt wird aber die meisten Sender trauen sich das nicht zu fragen Das ist so ein bisschen... die meisten sagen okay gib mir deinen Namen deine E-Mail Adresse dann ist es mehr oder nicht.

00:44:05: vielleicht noch die Postleitzahl.

00:44:06: Beim Geburtstag wird es schon schwierig.

00:44:09: Die müssen sich da auch mehr trauen.

00:44:12: Ganz kurze Persilio-Fahr noch, Sie sagten elektronische Musik.

00:44:15: mögen sie?

00:44:15: Ich mag die auch.

00:44:16: Welchen Sender können Sie empfehlen?

00:44:18: Also ich höre eigentlich einen ganzen Tag Beatsradio weil da ist lustigerweise von Klassikradio Weil der Inhaber hat zwei Klassiker und Elektronischer Musikfan Und dann höre ich von Sunshine Live diese Sportkanäle.

00:44:34: Deswegen, aber bei Beats Radio läuft ein ganzen Tag so chillische Musik die man im Hintergrund nebenbei hören kann.

00:44:40: Kennen Sie Hirschmilchradio?

00:44:42: Nein!

00:44:43: Kann ich auch empfehlen.

00:44:44: mal zur Abwechslung weil man hat irgendwie natürlich dann weiß ich nach einer Woche schon das Gefühl es ist eine Schleife.

00:44:51: Die Rotation ist manchmal etwas zu eng ja.

00:44:55: Vielen Dank für das Gespräch.

00:44:56: wir müssen hier Platz machen.

00:44:57: jetzt gibt's gleich ne neue Runde.

00:44:58: vielen dank.

00:45:19: Ich bin Florian Arndt und KI-Regisseur von der Seven Two Hundred.

00:45:23: Du wirkst relativ jung, was war denn ursprünglicher Lebensentwurf?

00:45:28: Wahrscheinlich nicht KI weil die noch nicht so im Vordergrund war?

00:45:30: Ja ich habe... mit elf Jahren angefangen, Filme zu machen.

00:45:33: Daumenkino?

00:45:35: Nee tatsächlich

00:45:36: digitales

00:45:36: also das heißt die Mini-DV-Kassetten waren meine erste Liebe und damit auch der professionelle Durchbruch waren eindeutig die DSLR Generationen Die Fotoapparate die Kinokwalität plötzlich auch bezahlbar gemacht haben.

00:45:48: für jemanden der aus Thüringen stammt zumindest

00:45:50: Wo hat man nicht gesehen YouTube oder

00:45:52: Nein es war gar nicht so sehr Social Media weil das kam zeitgleich größer in der Zeit auf sondern vor allen Dingen selbstorganisierten Premiere.

00:45:59: noch ganz analog ganz old school mit sechzig Jugendlichen in meiner heimat musste man sich beschäftigen und das haben wir mit film getan.

00:46:06: Und dann entstanden auch so die ersten debufilme, die dann eben unerwartet die ersten fünfundzwanzig preise weltweit gewannen.

00:46:11: und dann dachten die leute ich sei alt und hätte studiert und so konnte ich dann mit den preisgeldern weil die mitte bei modi günstig war.

00:46:17: eben die gmbh gründen hier in leipzig.

00:46:20: Du hast bei den medietagen eben einen zwei minuten film gezeigt total kai generiert der mich ein bisschen erinnerte eigentlich an avatar um das mal deutlich zu machen also Kinostandard von vor zehn Jahren oder so.

00:46:46: Das kann man heutzutage mit ganz normalen Tools aus dem Netz machen?

00:46:50: Ja, also die Tools aus der Netz-Unterbau auch lokal ist schon im besten Fall beides sinnvoll zu kombinieren weil es gibt nicht die eine Zauber KI die den Film hübsch macht sondern das ist ein sehr komplexer Arbeitsprozess der auch ganz neue Jobs hervorbringt und auch mit der alten Welt gut verknüpft ist weil die Charaktere die Geschichten Division sind ja umso wichtiger in einer Zeit wo man alles erzählen kann was man sich vorstellt, ist ja noch mal die Frage.

00:47:10: Was

00:47:12: möchtest du?

00:47:13: Weil man hat ja Avatar und Hollywood.

00:47:15: also wenn ich mich beeindrucken lassen will dann gehe ich sag mal ein richtig großes Kino mit einer großen Leinwand und kucke nicht... Also zusätzlich nochmal aufs Handy, was ich sowieso den ganzen Tag schon mache.

00:47:26: Also was ist der Markt quasi?

00:47:28: Das

00:47:29: Spannende finde ist die Pixel egal, ob sie am Ende auf der Leinwand oder auf dem Smartphone erscheinen.

00:47:34: Und das ist ja die große Chance!

00:47:35: Also selbst bis hin zum Dokumentarfilm für technische Verbesserungen von Tonen

00:47:38: z.B.,

00:47:39: gibt es genauso Anwendung während natürlich in der Fiktion noch viel mehr möglich ist.

00:47:43: und in der Animation gerade im drei-D Bereich sehe ich das höchste Potenzial aktuell weil dort lassen sich einfach Prozesse so derart... vereinfachen in der Umsetzung,

00:47:51: d.h.,

00:47:51: die Zeit und das Budget so optimaler umsetzen, dass es uns als deutsche Filmwirtschaft überhaupt erst möglich ist wieder solche Langfilme wirklich zu erzählen, die man nicht Kinderfilme sind?

00:48:00: Aber das war ja nun ein zwei-Minuten-Film oder so noch ein Pröpchen.

00:48:02: oder ist das die Erzählform... Das was wir heute

00:48:04: gesehen haben, war das Projekt Baxley vom Regisseur Raina Matsutani oder KI-Regisseur könnte man fast sagen, der nun ja jetzt auch dort einen Proof of Concept mit uns produziert hat, um zu zeigen, was überhaupt geht und dass das Leinwandfähig ist haben wir heute hoffentlich auf dieser... Mittelgroßen Leinwand gesehen und die KI ist nie wieder so schlecht wie heute.

00:48:24: Also das jetzt nicht ein Short oder was, ich sag mal auf Social Media gängigerweise noch viel kürzer erzählt wird sondern daraus entsteht da ein richter Kinofilm?

00:48:33: Also beantragt und geplant ist gerade ein Langfilm aber diese IP hat noch viel mehr Potenzial.

00:48:38: also sie ist groß angedacht von Rainer.

00:48:40: das heißt dort sollen auch noch Figuren Das ganze Universum als klassische, große IP am Ende entstehende hatte auch das Potenzial für eine Serie.

00:48:47: und ob was davon zum Beispiel als Microtrymer hochkant erzählt wird oder die große Leinwand.

00:48:52: Mit irgendwas muss man anfangen und wir haben uns jetzt für diese Form erstmal im horizontalen entschieden.

00:48:55: Aber ich habe heute irgendwie dann doch wahrgenommen dass es einen ganz großen Trend gibt zur Goldfisch-Aufmerksamkeit, also sechs Sekunden.

00:49:03: Und danach das nächste ... Also was man auch aus dem privaten Alltag kennt, dass man gerne mal schnell was durchscrollt und dann ist da ne Stunde weg.

00:49:13: Dass man gar nicht mehr die Nerven hat eine Stunde lang irgendwas anzugucken, sondern man braucht immer irgendwie neuen Stoff, schnell, schnell weg, weg, Weg!

00:49:21: Ist das etwas, worauf du dich vorbereitest?

00:49:24: Dass es vielleicht dahin geht?

00:49:25: Das

00:49:26: ist

00:49:26: noch sehr jung, ich nehme an, wo kannst du noch über dreißig Jahre arbeiten?

00:49:31: Ich schaue, dass meine Arbeit nachhaltig angelegt wird.

00:49:34: Nachhaltig heißt für mich auch, dass es Menschen unter vierzig erreicht und damit logischerweise auf TikTok und Co funktionieren muss.

00:49:39: Und ich finde es ja interessant, dass ein Kinofilm aus heutiger Sicht meiner Meinung nach in der Dramaturgie den TikTok anfangen sollte, nämlich das man nicht einschläft.

00:49:50: Jedes Format, jeder Kanal erzählt anders.

00:49:52: Und in Stromberg zum Beispiel hat es ja auch geschafft sowohl das Kino eine Leinwand zu füllen und trotzdem genauso präsent in meiner Wahrnehmung nämlich auf Social Media, auf TikTok unterwegs zu sein.

00:50:01: Ich habe beides sehr genossen und kann nicht sagen was war schlechter oder besser weil ich vermutlich genau so viel Zeit wie ich im Kino verbracht habe auch auf meinem Handy die Wochen vorher als ich hingefiebert habe diese witzigen Interviews gesehen hab diese Ausschnitte.

00:50:12: Das hat mich genauso befriedigt als Zuschauer und da könnte ich gar nicht sagen Koexistenz und die gute Nachricht ist, man kann ja jetzt noch mehr erzählen ohne dass es weniger wird.

00:50:24: Aber mit weniger Menschen?

00:50:26: Oder sind die Darsteller, die wir hier gesehen haben, die die Avatare quasi gelenkt haben das Konzept was du vorfokussiert hast?

00:50:33: oder ist nicht irgendwann mal alles möglich ohne Schauspieler?

00:50:36: Wir glauben, dass das Vibride, d.h.

00:50:38: mit echten Menschen das Schaus Spiel als Kunstform nach wie vor erhalten sein muss stand heute definitiv weil Es ist zum einen tatsächlich auch effizienter, dass Menschen Profis sehr gut das nach außen bringen können.

00:50:49: Bei Backstay haben wir gesehen, dass das Projekt in den Mimiken an der Betonung, dass man mit echten Voice-Actern gearbeitet hat, das Projekt deutlich glaubhafter macht weil da ist die KI an manchen emotionalen Parts sei es die Mimik oder die Phonetik.

00:51:03: Da kommt sie nämlich an seine Grenzen.

00:51:04: noch mehr übrigens beim Realfilm aber selbst bei der Animation setzen wir dort sehr auf Hybrid also echte Menschen an dieser Stelle mit künstlichen Welten, die möglich nicht könnte ich aussehen.

00:51:12: Ich würde gerne weiterfragen, aber du musst zur nächsten Kinowatt.

00:51:16: Und wo kann man nicht demnächst sehen außerhalb der Medientale?

00:51:19: Ich bin gerade auf Deutschlandtour, die startete heute hier bei den Medientagen und meine Tour gibt's dort auf Florian.rocks einzusehen.

00:51:26: Dort spreche ich viel über KI in der Medienwelt als solches für die Wirtschaft.

00:51:31: da sind ja auch die Grenzen fließend inzwischen.

00:51:33: Florian-Punkt-Docs?

00:51:34: Florian Punkt

00:51:36: Rocks!

00:51:36: Okay gut, das soll es noch mal getragen haben.

00:51:38: Vielen

00:51:39: Dank fürs Gespräch.

00:51:40: Sehr gerne.

00:54:29: Mein Name ist Dr.

00:54:30: Judith Kretschmer, ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum Journalismus und Demokratie der Universität Leipzig.

00:54:39: Und innerhalb dieses Zentrums haben wir ein Praxis- und Forschungsprojekt ins Leben gerufen das Bürgerjournalismus zum Thema hat.

00:54:50: es geht um Ja, dass Bürgerinnen und Bürger selbst journalistisch arbeiten.

00:54:58: Und das ist ein Forschungs- und Praxisprojekt.

00:55:01: Das heißt wir arbeiten als Wissenschaftler zusammen mit dem DHV Sachsen im Deutschen Journalistenverband Sachsen der unser Praxispartner ist und das Ganze wird über vier Jahre von der Volkswagen Stiftung gefördert.

00:55:12: Bürger machen Journalismus.

00:55:14: es geht darum, dass wir Profis professionelle Journalistinnen und Journalisten mit Bürgern zusammenbringen, über drei Monate die in kleinen Gruppen fünf sechs sieben Leute zusammenarbeiten.

00:55:27: Das journalistische Handwerk beigebracht bekommen selbst recherchieren ihre eigenen Themen bearbeiten und letztendlich auch veröffentlichen und das Ganze eben begleitet von einem Profi der das engmaschig betreut.

00:55:39: und Die Idee die dahinter steht ist dass wir gemerkt haben wenn Menschen Wissen, wie Journalismus funktioniert.

00:55:50: Wenn Sie wissen was Journalismus kann und auch nicht kann dass sie dann Medien anders rezipieren und ihr Vertrauen steigt.

00:55:57: das heißt es geht um Journalismus Kompetenz.

00:56:00: dieses endlos diskutierte Konstrukt Medienkompetenz greift einfach nicht fein genug Und wir sagen die Leute brauchen Kompetenz im journalistischen Bereich.

00:56:10: Die müssen wissen Was Journalismus ist.

00:56:12: Das ist der eine Baustein und der andere Bausteine dass wir gemerkt haben, wenn Menschen und Journalisten persönlich kennenlernen das dann ihr Vertrauen in die Medien steigt.

00:56:23: Das heißt es ist diese Zwischenmenschliegkomponente des Vertrauens, die in so vielen Diskussionen immer weggelassen wird.

00:56:29: Die ist so wichtig!

00:56:31: Und deswegen sagen wir drei Monate ein Profi mit den Bürgerinnen.

00:56:35: Sie lernen wie Journalismus funktioniert sie arbeiten sie veröffentlichen und dieses Projekt geht über alle zehn sächsischen Landkreise.

00:56:43: In etwa siebzig Gruppen mit dreiundfünfzig Bürgerinnen und Bürgern, Roundabout werden wir in den nächsten dreieinhalb Jahren zusammengearbeitet haben.

00:56:50: Immer von den Profis betreut.

00:56:52: Also dazu muss man ja sagen es ist schon noch was anderes.

00:56:55: Bürger machen Journalismus als Bürgerjournalismus?

00:56:57: Richtig!

00:56:58: Das sind ja Leute die aus Eigenantrieb das entdeckt haben dass sie in ihrer Region mit ihrer mehr oder weniger guten Kompetenz aber Informationen zusammentragen und dann aufbereiten.

00:57:09: Wie haben Sie denn jetzt diese Probanden, nenne ich sie jetzt mal gekastet?

00:57:15: Gibt es öfter mal Leute die bei der Uni vorklappen sind, wir stellen uns für Test zur Verfügung oder wie läuft so was.

00:57:22: Es ist ja kein Test.

00:57:24: Die untersuchen das schon, ne?

00:57:25: Wir

00:57:25: beforschen das aber es ist ja trotzdem kein Test sondern es ist ein Miteinanderarbeiten auf einer Vertrauensbasis also die Bürgerinnen mit dem Journalisten

00:57:34: und sich verfahren auch.

00:57:35: Ja, die Bürger selber haben was davon?

00:57:36: Auf jeden Fall klar!

00:57:37: Also es nicht so wie im Schlafbord, dass gesunde Leute und kranke Leute auf die Atmung kontrolliert werden und hinterher wissen sie vielleicht, dass sie gut schlafen Aber die gehen klüger raus.

00:57:50: Alles gut und schön, aber es müssen ja zumindest ahnungslose erst mal gewesen sein, die keinen Vertrauen zu den Medien hatten.

00:57:56: oder was ist ihr Filter gewesen?

00:57:59: Um diese Menschen zu finden ...

00:58:01: Wir haben keinen Filter!

00:58:03: Wir rufen auf, dass dieses Projekt die Chance bietet über drei Monate vereinbar mit Beruf, mit Familie...

00:58:13: Über Anzeigen, Plakate oder wie?

00:58:14: Über alles.

00:58:15: Über Flyer, über ... Anzeigen, Inamtsplättern über Kooperationspartner.

00:58:21: Über persönliche Kontakte, über Schneeball, über Social Media... Also wir haben unheimlich viel Ideen reich drum entwickelt wie wir diese Menschen finden was am Anfang auch in einigen Orten durchaus schwer war.

00:58:36: aber es funktioniert.

00:58:37: und das sind Menschen die den Medien durchaus kritisch gegenüberstehen.

00:58:43: Aber es sind jetzt nicht die Lügenpresserufer.

00:58:45: Es ist

00:58:47: keine mini-stazistische Sachsenpopulation?

00:58:50: Nein,

00:58:51: nein!

00:58:52: Wollten Sie das nicht oder ...

00:58:54: Wir sind zwar Wissenschaftler, aber es ist ja nicht eine repräsentative Untersuchung, sondern es geht einfach darum zu gucken.

00:59:00: was macht es mit denen, die freiwillig für drei Monate ihre Zeit, ihre Kraft opfern und damit machen.

00:59:06: Wie viel Probanden nehmt ihr Torzimmer?

00:59:08: Hatten sie?

00:59:09: Wir haben jetzt angefühlt, zwei Piloten sind fertig.

00:59:12: Jetzt sind wir im Moment mit neun weiteren Gruppen im Feld.

00:59:16: Neuen Gruppen?

00:59:17: Wie viele Menschen?

00:59:18: Zwischen fünf und zehn.

00:59:22: Und jeweils einem Coach.

00:59:23: Also

00:59:23: wie so zwei Schulklassen kann man sich das vorstellen... Ja also wie

00:59:25: gesagt am Ende wären es etwa dreiundfünfzig vierhundert Menschen gewesen sein die diesen drei Monats Zeitraum mitgemacht haben.

00:59:32: der eine oder andere wird sicherlich auch weitermachen aber ist nicht unsere Intention in Konkurrenz zu den Bürgermedien zu gehen, die es gibt.

00:59:43: Das ist überhaupt nicht.

00:59:45: im Gegenteil!

00:59:45: Wir finden das so toll was die ehrenamtlich zum Teil leisten.

00:59:50: Im besten Fall macht der eine oder andere dann noch mit zukünftig.

00:59:55: Unsere Intention ist wirklich diese drei Monate intensiver Arbeit und zu gucken, was macht das mit den Profis?

01:00:01: Die ihr Publikum besser kennenlernen?

01:00:02: und was macht es mit den Bürgerjournalisten und Journalisten, die einfach Einblicke bekommen?

01:00:07: Ich bringe mir jetzt eine Erfahrung aus dem Militärdienst mit ein.

01:00:10: Da hatte man mich am ersten Tag vermessen und auch ... Man hat einen sogenannten Achter-Test gemacht, da musste man Rennen, Gewichte heben.

01:00:20: Und dann hat man nach einer gewissen Zeit X noch mal mich vermessen.

01:00:24: Ob meine Kondition stärker geworden ist oder meine Muskelaufbau

01:00:27: usw.,

01:00:27: wie machen Sie das um zu erfahren?

01:00:30: Was das mit den Menschen macht wenn sie sich die erste Stunde in der Redaktion schicken und dann, wenn sie nach drei Monaten rauskommen.

01:00:37: Wie vermessen Sie das wissenschaftlich?

01:00:41: In verschiedenen Erhebungsmethoden.

01:00:44: Also wir haben für die Bürgerinnen- und Bürgern Fragebogen am Anfang ganz klassisch.

01:00:51: wo war so?

01:00:51: einstellungswerte Abfragen, sozialdemografische Daten aber auch so ihre Journalismuskompetenz ihr Vertrauen zu medien.

01:01:02: Das Ganze wird am Ende noch mal, das ist genau das was Sie jetzt schon anmoderiert haben findet am Ende nochmal statt.

01:01:09: Wir machen dazu aber auch nicht nur dieses Quantitative sondern auch qualitativ eine Gruppendiskussion

01:01:14: d.h.,

01:01:16: der Coach spricht am Ende in dem letzten Workshop anderthalb Stunden nach festen Fragen mit der Gruppe und lässt sie diskutieren, was das mit ihnen gemacht hat wie sie sich wahrgenommen haben, wie Sie sich gefühlt haben.

01:01:29: Diese Gruppendiskussion wird in Ton aufgezeichnet und dann auch von uns aus gewertet.

01:01:33: Und wir führen ein Leitfadeninterview mit dem Coach am Ende.

01:01:37: Es geht es ja an den Bereich der Psychologie weil man ja vertrauen eher auf einer emotionalen Ebene

01:01:46: zwischenmenschlich.

01:01:48: Wie gewichtet man da?

01:01:49: Am Anfang möglicherweise Skepsis und dann Vertrauen.

01:01:55: Also, da sind ja auch fließende Übergänge.

01:01:58: Wie macht man das dann für eine Auswertung?

01:02:01: Auch für die, die mit diesen Ergebnissen arbeiten wollen ... plastisch.

01:02:07: Haben Sie ne Skala von eins bis zehn so klassischerweise?

01:02:11: Vertraue nicht vertrauevoll oder wie strukturieren sie quasi möglicherweise den Wandel, dass die Leute sagen jetzt weiß ich, wie Journalismus funktioniert kaufe ich mir ein Abo, oder was ist ... Was ist das höchste Maß der Vertrautheit nach diesen drei Monaten?

01:02:33: Ein Einstellungswandel.

01:02:34: Ja.

01:02:35: Deswegen sage ich ja qualitativ.

01:02:36: Da ist ganz viel zwischen den Zeilen in den Gesprächen dann in diesen Gruppendiskussionen rauszuhören.

01:02:41: Das ist eigentlich das, wie ich finde, bessere Erhebungsinstrument für so etwas zwischenmenschlich-emotionales als nur ein Kreuzchen.

01:02:51: Wir haben eine Studie gemacht, die ist letztes Jahr erschienen von Lügenpresse und abgehobenen Eliten.

01:02:56: Da ging es um Vertrauen, Medienvertrauen, Politikvertrauen in Sachsen.

01:03:01: Und da war genau der Ansatz, wir wollen's eben nicht im Kreuzchen erfassen sondern wir wollen die Gründe wissen.

01:03:07: Das ist hier ähnlich.

01:03:08: deswegen diese Diskussion!

01:03:11: Die Selbstwahrnehmung der Menschen, die Gründe das warum es vielleicht was mit ihnen gemacht hat erfahren und nicht irgendwelche Skalen von eins bis zehn abbilden.

01:03:19: Ist in der Auswertung natürlich dann ein Riesendatensatz den wir haben.

01:03:26: aber ich glaube wenn man's plastisch anhand von individuellen Erlebnissen macht ist es etwas anderes als wenn man sagt Zehn Prozent haben die fünf angekreuzt und dreißig die acht oder so.

01:03:37: Da

01:03:37: sind Sie der Profi, ihr wollt's einfach nur ungefähr mir vorstellen können?

01:03:42: Jetzt ist ja auch noch mal eine Frage.

01:03:43: also schicke ich jemanden zu news.de Oder schickel ich jemand zur sächsischen Zeitung Also News.de ist nicht in Sachsen Ich weiß schon Aber wie haben sie denn die Medien ausgewählt nach welchen Kriterien?

01:03:55: Wo die Probanne, ich bleib dabei Journalismus aus nächster Nähe erfahren dürfen?

01:04:03: Sind das die, die vorrangig mit Lügenpresse beschimpft werden?

01:04:06: Sie meinen jetzt die Coaches.

01:04:09: Die Coaches haben sich bei uns beworben.

01:04:11: Wir haben einen Aufruf gestartet über den DHV Sachsen.

01:04:14: Haben das Netzwerk von unserem Praxispartner sehr gut nutzen können und haben dann auch wieder über Mundspropaganda, dass die Kolleginnen und Kollegen von dem Projekt erfahren haben.

01:04:24: Und das so toll und gut fanden, in unserem Pool sind und es ist ja immer nur ein, der mit so einer Gruppe arbeiten kann.

01:04:35: Das heißt wir haben also wirklich ganz tolle Leute die noch darauf warten eingesetzt zu werden.

01:04:38: Woher kommen sie?

01:04:39: Die kommen aus dem Lokaljournalismus in den jeweiligen Regionen wo sie auch eingesetzt werden.

01:04:47: Also hauptsächlich Print.

01:04:49: aber es sind auch viele freie Kollegen die für ganz unterschiedliche Medienhäuser arbeiten, für unterschiedliche Gattungen auch arbeiten.

01:04:56: das Hauptkriterium was war Bock drauf haben, sich einzulassen auf dieses Experiment.

01:05:03: Dass sie in den jeweiligen Regionen wo sie vor Ort eingesetzt sind, in irgendeiner Weise verankert sind also dass die entweder da beruflich unterwegs sind im Lokaljournalismus, da wohnen und geboren sind.

01:05:15: Also dass Sie irgendeine Bezug haben das ist auch wieder etwas von Vertrauen.

01:05:19: Dass nicht irgendjemand aus Berlin kommt der den weiß was erklären will was was vor Ihrem Haustür los ist.

01:05:26: Also sie mussten in der Region verankert sein und danach werden die auch in den einzelnen Regionen eingesetzt.

01:05:32: Und wir arbeiten letztendlich nicht mit den Medienhäusern, der Journalisten zusammen.

01:05:38: Wir sind autark!

01:05:40: Wir buchen eigene Räume – auch wieder über viele Kooperationen und Telefonate.

01:05:45: Das heißt das findet in Volkshochschulen im Bibliotheken statt.

01:05:49: Zum Teil auch Bürgermedienräumen in den sozialkulturellen Zentren wo die sich dann immer wieder treffen.

01:05:56: Also die Arbeitshypothese ist, dass man wenn man erfährt wie der Journalismus funktioniert eher vertrauen bekommt zu diesen dann in dem Fall lokalmedien.

01:06:08: Ja

01:06:09: und wenn man jemanden kennt der dort arbeitet

01:06:12: durch die menschliche näher weil man dann Verständnis auch für Fehlleistung bekommen.

01:06:17: ja

01:06:18: also es gibt ja Fehler natürlich die Vertrauen zerstören.

01:06:21: ich sage nur stichwort kaiskandal aufm lärchenberg beim cdf Da sind ja Fehler passiert.

01:06:27: Und nur weil ich jetzt weiß, da arbeiten Menschen, nehme ich diese Fehler anders wahr und mein Vertrauen wird nicht erschüttert?

01:06:36: Vielleicht nicht in den Grundfesten.

01:06:39: Das werden wir sehen.

01:06:41: aber diese drei intensiven Monate wo die Coaches ja wirklich auch aus ihrem Arbeitsalltag berichten... fast wahr sind, wo die einfach auch in den Diskussionen Beispiel aus ihrem Arbeitsumfeld erzählen können.

01:06:54: Das ist so ein Schatz wenn man das einordnen kann dass das eben auch nur Menschen sind und dass bestimmte Sachen einfach passieren und bestimmte ja auch bestimmte Fallstrecke existieren und bestimmten Fesseln auch existieren dann wird das insgesamt eine stärkere ein stärkeres Medienvertrauen hervorbringen.

01:07:17: Das ist ja immer der Vorwurf.

01:07:18: Die kriegen nur Informationen von den Politikern, die sie abdrucken und so.

01:07:23: Dieses Abstrakte wird menschlich.

01:07:25: Und darüber ist es ein anderer Zugang.

01:07:28: Dann ist nach drei Monaten Schluss?

01:07:31: Haben Sie dann schon neues Projekt oder sagen Sie sich jetzt bei drehundert Leuten als funktioniert?

01:07:36: Jetzt schleusen wir auch noch!

01:07:38: weitere Hundertschaften durch und damit also so eine Art Medienkompetenzunterricht gefördert, durch die Uni Leipzig.

01:07:46: Also sind Sie möglicherweise der Ersatz für Medienkompatienzbildung an Schulen?

01:07:52: Und Erwachsenenqualifizierung?

01:07:54: Wir gehen eher in die Erwachsendenqualifikation.

01:07:56: Für die Schulen wird schon sehr viel gemacht und für Kinder und Jugendliche.

01:07:59: Da find ich zu wenig gemacht, aber es ist ein anderes Thema.

01:08:03: Aber die, die es nötig hätten ... Es gibt sich Leute, die vertrauen haben auch ohne diese Avau.

01:08:10: Ja!

01:08:12: Das wäre doch jetzt blöd aufzuhören mit nur dreieinhalb Leuten.

01:08:16: Man weiß, dass das funktioniert.

01:08:18: Schauen wir mal.

01:08:19: Wir machen ja nicht nur drei Monate, sondern wir machen das jetzt die nächsten

01:08:22: ... Vier Jahre haben Sie gesagt?

01:08:23: Drei und ein halb vier Jahre.

01:08:24: Ah, drei Monate!

01:08:25: Also immer wieder laufend, laufende, lauffend... Und wir werden am Ende dieser Zeit durchaus mit den Ergebnissen an die Öffentlichkeit gehen.

01:08:35: Die publizieren, die diskutieren, sie darstellen um eben genau diese Fragen, die Sie jetzt gestellt haben möglicherweise positiv beantworten zu können dass es wichtig ist, dass man das weitermacht oder dass es dass freien Bürgermedien mehr Geld und Kraft investiert wird.

01:08:51: Oder in den mitteldeutschen Rundfunk?

01:08:53: Ins

01:08:53: Lokale!

01:08:55: Das muss man sagen, der Mitteldeutschung darf nicht berichterstatten, er darf nur regional.

01:08:59: Die Grenzen sind fließend aber das wäre eigentlich ein beitragsfinanziertes lohnendes Objekt mehr die Türen zu öffnen beim MDR Also auch im Darfvertrauen zu stabilisieren oder zu erhöhen, aber auch bei ganz klassischen Medien wie der sächsische Zeitung.

01:09:18: Meinetwegen auch jetzt neuerdings bei der ORZ.

01:09:20: Ja

01:09:21: gut die ORZ ist eher regional... Sub-National.

01:09:27: Aber das ist jetzt tatsächlich wirklich ihr abgestecktes Ziel.

01:09:31: nur die lokalen Journalisten?

01:09:33: Das

01:09:33: ist der Fokus, ja!

01:09:37: Deswegen arbeiten wir nur mit Lokaljournalistinnen und Journalisten zusammen.

01:09:40: Weil das ist die unterste Ebene des Kontakts und des Vertrauens.

01:09:45: Das ist die einfachste Ebne, die da sein kann.

01:09:48: Wenn sie funktioniert dann sind die Menschen auch eher gewillt... andere Medien, nationale regionale Medien unter Umständen anders wahrzunehmen.

01:09:57: Es gab in der Schweiz ein interessantes Studienfeld von Prof.

01:10:01: Dr.

01:10:01: Kurt Imhof in Zürich.

01:10:04: Der hatte überlegt da wo die Tageszeitung weggebrochen ist und nur Gratiszeitungen den Markt dann gefüllt haben, haben die Menschen in dieser Region mehrheitlich in der Tendenz rechtsextrem gewählt?

01:10:20: Bemerken Sie sowas oder haben Sie Erkenntnisse als Wissenschaftlerin, ob das auch in Deutschland vergleichbar so funktionieren würde?

01:10:28: Dass wenn der Lokaljournalismus tatsächlich wegbräche und Gratiszeitung Anzeigenblätter den Markt fluten würden.

01:10:36: Das dann das Wählerverhalten sich ändert?

01:10:39: Ich kann es nicht mit Zahlen untermauern aber ich glaube schon Und ich glaube nicht dass die Anzeichenblätter sind die das machen sondern ich glaube Es ist dann einfach die Information aus dem Internet gezogen wird, die aus sozialen Medien gezogen werden.

01:10:53: Das sind dann die Bauernfänger, die clever genug sind in den sozialen Mediengut unterwegs zu sein?

01:10:58: Das sind nicht die Anzeigenblätter!

01:11:01: Aber ja ich sehe eine Gefahr wenn der Lokaljournalismus in Gänze und Regionen verschwindet dass die Tendenz nach rechts sehr stark werden wird.

01:11:10: Schnitt und Danke für das Gespräch!

01:11:52: Mein Name ist Sebastian Esser.

01:11:53: Ich bin im Moment Geschäftsführer mit Gründer bei Stanley, der Membership-Plattform für unabhängige Medienmacherinnen in Berlin.

01:12:01: Bin gelernt aus einer Liste und habe vorher Crowdreporter mit gegründet und war da zehn Jahre lang Herausgeber.

01:12:06: Und ich habe jede Menge andere so Mediumprojekte am Laufen, deswegen waren wir über die Jahre ja immer oft in Kontakt.

01:12:14: Wie ich hier gelandet bin, das wundert mich selber manchmal ein bisschen aber so ist es halt gekommen durch die Umstände.

01:12:20: auch

01:12:21: Wer Übo nennt ist bei übermedien.de, der weiß dass man das Geld über euch abwickelt.

01:12:29: Bist du auf die Idee gekommen sowas zu professionalisieren?

01:12:32: Dass man Mikropayment oder meinetwegen auch größere Beträge euch zahlt und ihr verteilt es dann an eure... Eigentlich ein Kunden.

01:12:41: Das kamen, weil wir dasselbe Problem hatten bei der Gründung von Krauteporter und da gab es so einen Tool nicht was wir gebraucht hätten.

01:12:47: Flicker gab's mal ne?

01:12:47: Das war aber etwas anders?

01:12:49: Nicht.

01:12:49: wie ist das noch?

01:12:50: Fletter!

01:12:51: Ja, nicht flicker als vieler was anderes ja klar.

01:12:53: Aber das Problem bei diesen Sachen ist halt immer wenn man einmal zahlt dann lohnt sich das eigentlich nicht, weil die der Aufwand zu hoch ist, die Zahlungsgebühren zu hoch sind.

01:13:02: Wenn man aber regelmäßig zahlt, dann wirds auf einmal direkt komplex, weil da muss man das halt auch entsprechend.

01:13:08: Mehrwertsteuer, wenn du ein Mitglied hast in Holland, hat garantiert überminierten.

01:13:12: Dann müssen wir da die entsprechenden Mehrwert-Steuersetzer, das heißt es würde sich überhaupt nicht lohnen für jemanden der allein keine Ahnung so wie du jetzt Mitgliedschaften anbietet, dass du dann jeden Monat an dein Finanzamt in Holland mehrwert steuern.

01:13:26: Also wer?

01:13:27: ja totaler Quatsch und für sowas gibt's halt Study.

01:13:30: also unser Claim ist Du machst Medien Wir machen den Rest.

01:13:34: Man muss schon die Medien dann noch machen, klar.

01:13:36: Genau aber ich meine das ist ja genug Arbeit und darauf sollte man sich oder will man sicher auch konzentrieren.

01:13:42: Und für den Rest hat man früher einen Sender Oder ein Verlag.

01:13:47: Die gibt's in vielen Fällen nicht mehr gerade für diese Medien die da entstehen oder die wollen auch unabhängiger arbeiten und selbstbestimmter.

01:13:54: Und dann haben wir versucht diese Funktionen sozusagen ins Software zu gießen.

01:13:58: Aufmerksamkeit funktionieren.

01:13:59: Du bist hier eingeladen bei den Medientagen Mitteldeutschland um auch zu zeigen oder mit deiner Erfahrung den Weg zu weisen, wie man Lokaljournalismus finanzieren kann.

01:14:10: Sind denn eure Kunden vornehmlich kleinere regionale, lokale Medienanbieter?

01:14:16: Nicht vornehmlich also.

01:14:17: die sind superheterogen unsere Kunden, weil allen diesen Plattformen und so ist es bei uns auch ... Die Verteilung sieht immer so aus.

01:14:26: Es gibt wenige sehr, sehr große und dann so ein ganzen Longtail ist der Fachbegriff also so der Dracharten ganz langen Schwanz von dann immer kleiner werden, weil sie monatlichen umsetzen.

01:14:38: aber oft ist das auch okay.

01:14:39: Oft ist es eher so ein Hobbyprojekt was man nebenbei macht kann man die Kosten decken oder so gibt da aber auch Leute die irgendwie hundertzwanzigtausend Euro im Monat uns überwiesen bekommen.

01:14:50: Also es ist halt so was für Medienunternehmer, Leute.

01:14:53: Das sind auch nicht alle Medienmacher

01:14:56: in ... Darfst du deine Hauptkunden nennen?

01:15:00: Wir nennen das nicht... Manche hat die Möglichkeit auf Steady anzugeben wie viel Umsatz da passiert oder wie viele Mitglieder man hat.

01:15:07: Aber das kann jeder selbst entscheiden.

01:15:09: und deswegen halte ich mich daraus weil im Grunde sind wir Dienstleister und ich will da jetzt nicht oder ich darf ja quasi aus dem ... aus dem Nähekästchen plaudern, also ob über Medien das veröffentlicht.

01:15:21: Wie viele Mitglieder die haben weiß ich gar nicht.

01:15:23: aber ganz offensichtlich könnt ihr ja dann ein kleines sehr professionelles Team mit finanzieren ohne dass sie da so eine Verlachsstruktur im Hintergrund bräuchten.

01:15:32: und das ist eigentlich schon ganz cool.

01:15:34: und so insgesamt wenn man es zusammen nimmt also wenn man zwischen sowas etwa zwei hundert achtzig tausend zahlende Mitglieder auf der Plattform ist ungefähr so viel wie die wie wie der Spiegel so plus Aburster kauft.

01:15:49: Also das ist schon wirklich finanzkräftige Klientel.

01:15:56: Wir

01:15:56: haben insgesamt, ich hab's gerade ausgerechnet deswegen erwähnt nichts weil es auch gut klingt aber weil ich selber wirklich finde dass das mehr Leute wissen müssten.

01:16:03: wir haben insgesamt sechzig Millionen Euro schon ausgezahlt an unabhängigem Medienmachein.

01:16:09: also es sind wirklich relevante Summen wahrscheinlich für irgendwelche Senderschiffs- und Palachsbesitzer lächerliche Summen Aber die gehen ja direkt an die Leute, die die Medien machen.

01:16:21: Also das alles was dazwischen ist außer unser zehn Prozent... ...ist damit drin!

01:16:26: Und es kann ja auch noch viel interessanter werden wenn tatsächlich große Verlage gar nicht mehr im Medienmarkt in Deutschland investieren wollen und dann aber trotzdem Journalisten Gemeinschaften, Bürogemeinschaftinnen, Interessensgemeinsschaften doch auf lokaler Ebene agieren wollen.

01:16:43: zum Beispiel in der Lausitz gibt's so ein Digitalprojekt.

01:16:46: Es ist völlig uninteressant für jemand, der möglicherweise in der Prignitz wohnt oder so.

01:16:51: Aber trotzdem müssen die sicher finanzieren und wollen sich finanziert und können sie auch tragen.

01:16:56: Aber auch ihr seid doch ein Podcast-Markt?

01:16:59: Genau also die drei Kanäle für die wir uns eignen sind Podcasts, Webseiten und Newsletter.

01:17:05: Eignen heißt dass wir eine Möglichkeit haben sagst du ... ... Exklusivität herzustellen.

01:17:09: Also auf einer Webseite eine Paypal einzuziehen, bei Newsdatern quasi für Mitglieder und nicht-Mitglieder unterschiedliche ... ... Newsetter-Versionen auszuspielen.

01:17:18: Bei Podcasts gibt es halt die Möglichkeit so ... ... Personal oder individualisierte RSS Feeds anzubieten.

01:17:24: Das heißt du könntest jetzt zum Beispiel von deinem Podcast wenn Du Werbung hättest ich weiß gar nicht, überhaupt wahrscheinlich nicht aber... Wenn ihr Werbung hätte könnte ihr ja für die Zahlen im Mitgliedern eine Version ohne Werbung ausspielen oder vielleicht die ungeschnittene Variante des Interviews noch hinten dranhängen oder einfach noch so zehn Minuten weiter reden.

01:17:43: Das machen auch viele, die dann für die Community ein bisschen... Also das ist gar nicht mal unbedingt selbst viel mehr Aufwand.

01:17:50: oder man muss jetzt nicht doppelt soviel Content produzieren oder sowas.

01:17:55: Es auf.

01:17:55: das Missverständnis hält viele davon ab, das überhaupt zu versuchen sondern es ist einfach nur die Möglichkeit So einen kleinen Zaun, um die Community drum herum zu machen.

01:18:04: Damit sie weiß wir sind hier unter uns und das sind Gleichgesinnte, die sich für ähnliche Dinge interessieren und so.

01:18:11: Und darum kümmern wir uns halt auch.

01:18:13: Also wenn du ein Podcast mit einem Pay-Ball ausstatten willst oder ein Pay-Boy sowie Zeit, Spiegel ... FAZ eine Pave-off ihrer Seite haben, müsstest du ja normalerweise sehr viel Geld ausgeben.

01:18:26: Das sind die Seiten dieses zehn Prozent Prinzipes.

01:18:30: heißt erst wenn Du Geld verdienst, verdienen wir halt mit?

01:18:34: Ja bei der Medienhöhle ist es noch nicht so interessant finanziert sich vor nämlich über Spenden und Selbstausbeutung.

01:18:41: aber die Medienhölle ist auch erst ziemlich jung am Markt muss ich orientieren.

01:18:45: Aber sind

01:18:47: das denn Einzelspenden

01:18:48: oder...?

01:18:50: Weil

01:18:50: das Interessante daran, es wäre halt super wenn die Leute jeden Monat dir etwas verdienen würden.

01:18:57: Gibt's auch drunter?

01:18:57: Erst mal vielen Dank noch mal an dieser Stelle für die, die das jetzt hören und auf diese Episode jetzt hier gesponsert haben.

01:19:04: Die werden bei mir namentlich immer genannt Aber ich will jetzt nicht in so ein Verkaufsgespräch öffentlich machen.

01:19:11: Vielleicht komme ich nochmal auf dich zu.

01:19:13: Ja also ich würde dir einfach empfehlen Und ich kann dir das gerne mal erzählen warum gar nicht mehr?

01:19:17: weil du unbedingt Wahrscheinlich kannst du's auch so hinkriegen, aber es ist, glaub ich, sinnvoll.

01:19:24: Ja das hab' ich schon verstanden.

01:19:25: Also ich denk drüber nach, mit der journalistischen Distanz will ich gerne an deiner Erfahrung andocken Crowdreport.

01:19:33: Du hast es erwähnt vorhin?

01:19:35: Das Wort Crowd ist jetzt nicht von Sauerkraut sondern vom englischem Wort natürlich Crowd wie ...

01:19:39: Auch ein bisschen Sauerkkraut!

01:19:40: Die Amerikaner aus dem Krieg stammt, sagen ja, Crowds zu den Deutschen.

01:19:47: Und das war dann so wie die Rapper sich selber mit Chimp-Wörtern belegen, haben wir gedacht.

01:19:52: Aber diese Doppelbedeutung ist total verloren gegangen.

01:19:57: Sofern hat es irgendwie nicht funktioniert?

01:19:58: Also man kann laut für ein journalistisches Projekt bei euch quasi Spenden einsammeln oder du sprichst jetzt nicht mehr Verkrautreporter ... aber die Idee, die dich jahrelang schon rumtreibt ist, wie kann man Journalismus finanzieren?

01:20:13: auf Basis einer Mitgliedschaft eines Abo-Modells fern der Verlage.

01:20:19: Im Grunde geht es ja ... Also ist diese Zahlung eigentlich nur das Medium, um so eine Beziehung zu formalisieren?

01:20:29: Viele Leute hören halt stumm zu.

01:20:32: und dieser Trendbegriff parasoziale Beziehungen, also gerade bei Podcasts Du hast es in deinem Ohr zwischen deinen Ohren im Gehirn, die Stimme von dieser Person.

01:20:44: Die du persönlich gar nicht kennst aber wo du einen Eindruck hast ich kenne die oder das bedeutet irgendwas in meinem Leben und sich da ein bisschen daran zu beteiligen dass sie einfach weitermachen kann ich aufhören muss.

01:20:55: Das drückt sich dann halt in fünf Euro im Monat aus.

01:20:58: Fünfeinzig Prozent machen das auch nicht.

01:21:00: Aber die fünf Prozent die zahlen reichten oft.

01:21:03: um das zu finanzieren

01:21:06: Gab es jetzt durch die Medienanstalt finanziert, die lokale Unterbrechung auf Berlin.

01:21:13: Den sogenannten Online-Audiomonitor.

01:21:15: und da eine für mich interessante Zahl hat mich extrem überrascht zwei Drittel der Podcast Nutzerinnen und Nutzer in Berlin würden für Podcast bezahlen.

01:21:27: Du hast schon erklärt warum diese fünf Prozent bezahlen würden?

01:21:31: Gibt es darüber hinaus noch andere Erkenntnisse, warum Leute?

01:21:35: Also der Podcastmarkt ist ja, wenn man ihn mal so durchkennt ... Oh.

01:21:40: Durch Gratisangebote oder schon bereits im Rundfunkbeitrag bezahlte Angebote eigentlich gesättigt?

01:21:46: Warum zahlen Leute außer dass sie die Stimme oder die Persönlichkeit unterstützen wollen noch für solche Medienangebotte, die es zu Haufgratis gibt?

01:21:56: Die meisten tun's ja nicht, ne?

01:21:57: Also die mit ninety Prozent tuns'n nicht und die fünf Prozent ... Aber zwei

01:22:00: Drittel das ist halt die Zahl!

01:22:01: Die würden bezahlen.

01:22:03: in Berlin Hältst du die Viertel hoch?

01:22:04: Ja.

01:22:07: Also ... talk is cheap,

01:22:08: ja!

01:22:09: Aber ähm ... aber dass sie zahlen ist ja überhaupt nicht etabliert so, ne?

01:22:16: Das ist für viele Leute überraschend und ich glaube, dass viele Podcasts grade alles natürlich ein bisschen unangenehm ist auch um Geld zu binden, so.

01:22:24: Ich weiß nicht ob du das vielleicht selber kennst.

01:22:26: Nee,

01:22:27: es braucht Überwindung.

01:22:28: Genau.

01:22:29: Haben mich andere Leute unterstützt, die schon davon leben.

01:22:33: Es zu tun und die Scheu zu überwinden, das ist nicht betteln.

01:22:36: hast du mal ein Euro oder eine Mark?

01:22:39: Oder in der S-Bahn rumzulaufen.

01:22:40: Und ne Obdachlosenzeitung zu verkaufen ...

01:22:43: Mit dieser Erkenntnis bist du weiter als noch neunzig Prozent der Podcastern.

01:22:46: Das heißt, es ist eher so ne Art Überzeugungsarbeit.

01:22:50: Ganz oft kommen die Leute zu uns, wenn ne Krise da is'.

01:22:53: Die waren bei einer Produktionsgesellschaft, die macht dicht.

01:22:57: Die werden dann rausgeschmissen.

01:22:58: Auf einmal merken sie, uns brechen hier quasi alle Einnahmen weg.

01:23:02: Wir müssen uns jetzt an unsere Community wenden.

01:23:05: Und dann sind sie ganz überrascht, dass es erstens funktioniert und ärgern sich zweitens das ist halt nicht viel früher gemacht haben.

01:23:11: Also ich glaube das ist immer noch so, dass sich das erst noch etablieren muss.

01:23:15: und es funktioniert auch nicht bei allen also gerade bei so großen bekannten Namen von irgendwelchen Fernsehminatoren oder so.

01:23:23: erstens denken die Leute brauchen kein Geld hier stimmt ja auch meistens.

01:23:27: und zweitends Das ist dann eher so Entertainment.

01:23:31: Es funktioniert immer gut bei so mittelgroßen Podcasts, wo die fünf Prozent relevante Summen mehr geben, die aber gleichzeitig schon von der Community getragen wird, weil sie merken, die meins ernst und haben hier nicht einen Job und machen ein bisschen ein Lava-Podcast.

01:23:45: Das funktioniert meistens nicht so wahnsinnig gut.

01:23:47: Ist es sei denn da wiederum eine freundschaftliche Beziehung mit dem Orator?

01:23:54: Ja das passiert also mich dingsten Leute an ... in einem, ich sag mal dann doch auch fast intimen Dialog mit mir sind.

01:24:04: Noch nie gesehen!

01:24:06: Ja jetzt hat sich jemand auf meiner Abschiedstour beim RBB nach irgendwie dreißig Jahren geoutet dass er das Medium-Arztin ganz gern gehört hat glaube der kam aus Zwickau.

01:24:17: aber man fühlt natürlich trotzdem, dass man eine treue Hörerschaft hat und dass das sich in so Mikrospenden ein Euro fünfzig Ich kann das jetzt mal transparent machen bis zu fünfhundert Euro inzwischen so eingepägelt hat.

01:24:32: Macht es auch möglich, dass ich dich hier in Leipzig jetzt auch interviewen kann?

01:24:36: Jeder weiß, dass die Spritpreise oder überhaupt die Mobilität teuer geworden ist.

01:24:41: Insofern nochmal herzlichen Dank an alle, die das hier möglich gemacht haben... Aber

01:24:47: an der Stelle wenn ich das sagen darf, ich will dir jetzt nichts verkaufen aber für die sich das anhören Wenn die Leute bereit sind zu zahlen, dann ist es wichtig ihnen zu erklären dass es eigentlich nur Sinn ergibt wenn sie das regelmäßig machen.

01:24:59: Weil du brauchst ja etwas worauf du dich verlassen kannst damit du planen kannst und deswegen bieten wir überhaupt keine Einzelzahlungen an sondern sagen immer also es muss ja nicht viel sein.

01:25:09: so was wie fünf Euro sollte es schon sein weil sonst sind die Zahnkosten zu teuer es sei denn mit Überweisung usw.

01:25:18: aber wenn die Leute im Schnitt Drei Jahre dabei bleiben, dann ist ein neues Mitglied, es ist halt dreihundert Euro wert.

01:25:25: Ohne dass denen das wehtut.

01:25:27: Aber sonst wenn du jemanden einmal zehn Euro überweist, dann hast du so das Gefühl ja jetzt habe ich mein Beitrag geleistet?

01:25:34: Ist ja auch so, da ist gar nichts gegen zu sagen.

01:25:37: aber wenn du ihnen quasi eine Struktur vorsetzt ... die dafür sorgt, dass du so einen Grundrauschen schon mal an Einnahmen hast.

01:25:45: Die Grundkosten decken, dann gibt das den ganzen Projekt eine andere Stabilität.

01:25:49: Deswegen dieser Name Steady auch.

01:25:51: Das ist so eine konstante verlässliche Einnahmebasis für Projekte, die es sonst schwierig hätten, überhaupt finanziert zu werden.

01:26:01: Meine Arbeitshypothese bei Steady ... Dass ihr noch ne große Zukunft vor euch habt?

01:26:06: Weil ich glaube, der Journalismus ... finanziert von Großkonzernen, wegbricht aufgrund von KI.

01:26:15: Also dass die Leute, die vor Ort recherchieren aus irgendeiner Logik heraus nicht mehr für so wertvoll gehalten werden.

01:26:25: Dass es einfacher ist das Internet zu durchsuchen und daraus neue Meldungen zu generieren um eine Zeitung oder ein Online-Angebot zu füllen?

01:26:32: Was übrigens längst passiert und man kriegt es gar nicht mit.

01:26:35: also ich... war schockiert zu erfahren, dass so Anbieter von Zeitungssoftware quasi die KI, die den Inhalter reinfüllt direkt mitliefern.

01:26:46: Man sollte denken, gedruckte Zeitungen ist noch die gute alte Welt?

01:26:51: Nee!

01:26:52: Gerade die gedruckten Zeitungen bestehen nicht vor allem aber teilweise eben auch aus kleinen Kis in den Piz.

01:26:59: Weil die älteren Leute, die da die Skärzwiegruppe sind, merken das irgendwie auch nicht ... Wobei mein Vater, der ist jetzt über achtzig.

01:27:06: Der hat gerade die Zeitung abbestellt nach Jahrzehnten weil seiner Mann noch die Qualität nicht mehr stummt.

01:27:14: Meine Mutter auch.

01:27:15: Ähm ...

01:27:16: Ehe wir hier mit eingepackt werden?

01:27:18: Ja!

01:27:18: Die Medien-Tage-Packe-Geräusche ziehen uns jetzt die Sitzmöbel weg.

01:27:24: Vielen Dank, Sebastian Esser und vielleicht eh ... Lieber Hörern und Hörer, lieber Zuschauerinnen und Zuschauer des Medien Podcasts Gibt's im nächsten Study-Button.

01:27:36: Und dann freu ich mich gerne über eine weitere Unterstützung, im Grundrausch und wie ich gerade gelernt habe auch komplikationslos ...

01:27:45: Es ist ja noch nicht mal, dass die Leute das nur machen um dir ein Gefallen zu tun.

01:27:48: Die wollen ja, dass du das meiter machst.

01:27:50: Sie wollen das ja hören.

01:27:51: Für sich

01:27:52: natürlich!

01:27:53: Da muss man sich dann halt auch mal einen Ruck geben und das machen auch viele.

01:27:57: Super War nicht geplant, muss ich ehrlicherweise sagen.

01:28:00: Transforderndma wollte Sebastian Esser ...

01:28:04: Konnte noch mal steht auf deiner Webseite.

01:28:08: Vielen Dank für das Gespräch!

01:28:09: Ebenfalls.

01:28:28: Und Benny S. Vielen, vielen, vielen Dank!

01:28:32: Das hat geholfen die Unkosten in Leipzig extrem zu reduzieren.

01:28:35: Vergessen Sie nicht

01:28:54: ihre Antennen zu erden.

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