DIE MEDIENHÖLLE #021 - "Keine Freiheit für Verrückte"

Shownotes

► (0:00:00) Prolog in memoriam: Angelica Domröse (04.04.1941-15.05.2026) Knut Elstermann, Cannes rec.: 16.05.2026 Vgl.:

► (0:02:22) INTRO: 80 Jahre DEFA Vgl.:

► (0:15:59) Vom Mund zum Ohr …

► (0:16:11) DEFA-Stiftung: Das Erbe verwalten und Zugänglich machen Schaltgespräch mit Stefanie Eckert, Vorstand DEFA-Stiftung rec.: 15.05.2026 Vgl.:

► (0:40:07) DEFA-Filme in Japan zum 80. Schaltgespräch mit Philip Zengel, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit DEFA-Stiftung, Hiroshima, Japan rec.: 15.05.2026

► (0:49:00) ARCHIV: Ulrich Plenzdorf über “Insel der Schwäne” und “Paul und Paula” Interview: Anita Wagner rec.: 1993

► (1:11:51) ARCHIV: 11. ZK-Plenum (“Kahlschlag”) Konrad Naumann, Zweiter Sekretär der Berliner Bezirksleitung Walter Ulbricht, Erster Sekretär des ZK der SED Erich Honecker, Sekretär des ZK für Sicherheitsfragen rec.: 11. ZK-Plenum, Dezember 1965 Vgl.: https://www.argus.bstu.bundesarchiv.de/tony1/index.htm

► (1:17:39) ARCHIV: Frank Beyer über “Spur der Steine” und die Verbotsfilme Interview: Anita Wagner rec.: 06.04.1993

► (1:45:51) Roasted Kino ► (1:53:46) Vergessen Sie nicht …


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Disclaimer: Musik und Animationen sind KI-generiert. Ausnahmen sind hier unten aufgeführt:


Stationvoice : Lydia Drechsler; https://www.kräuterblütenliebe.de/ Sounddesign: William Wienke; https://william-guitar.de/ Cover: Ingo Römling; https://www.monozelle.de/ Hosts: Philipp Nitzsche und Jörg Wagner Post: post [ätt] medienhoelle [pünktchen] de

Transkript anzeigen

00:00:00: Ich habe diese traurige Nachricht hier bei den Filmfischspielen kann erhalten, dass Angelika Domröse großer Star im Osten und im Westen gestorben ist.

00:00:08: Und Menschen gerade meiner Generation sind ja mit dieser Schauspielerin aufgewachsen.

00:00:11: Wir haben sie so oft gesehen in Kino, natürlich auch in Fernsehproduktionen, auf dem Bühnen – Sie war auch eine sehr präsente Bühnenschauspielerin und da hatte sie eben diese Intensität, dieses schauspielrische ihre Ganz, aber eben auch Intelligenz.

00:00:25: Und das hat sie alles miteinander verbunden überhaupt die Gegensätze.

00:00:28: Also Sie konnte das Abendkleid genauso gut tragen wie die Kittelschutz und ich glaube gerade deshalb weil man immer spürte dass es eine von uns konnten die Menschen sich mit ihr so gut identifizieren hatte bestimmt auch in ihrer Kindheit zu tun.

00:00:40: dann diese aufgewachsen typische Nachkriegskindheit in den Trümmern von Berlin hatte auch sehr schwierige Verhältnisse Zuhause unter Spielen die Bühnen bespült er auch.

00:00:49: Das war für sie auch eine Fluchtmöglichkeit.

00:00:51: also wir haben auf ihr Lern zu träumen.

00:00:54: Und wenn ich vom Träumensprecher, das natürlich ganz besonders für ihre berühmteste Rolle ist und die Paula mit der verbinden sie natürlich Millionen Menschen, das mochte sie gar nicht so unbedingt!

00:01:02: Also Sie wollte nicht so gerne auf die Paula reduzieren... werden, obwohl das wirklich die Kultfigur der DEFA schlecht hin ist.

00:01:09: Aber ich zum Beispiel denke auch an eine ganz andere Rolle nämlich Effi Brist.

00:01:13: Also in dieser Verfilmung des Romans und Theodor Fontane war sie eine ideale Effie in der DDR.

00:01:18: Sie war zerbrechlich!

00:01:19: Sie war auch sehr verletztbar aber gleichzeitig hatte sie diese innere Starke und Würde.

00:01:24: also wenn ich an diesen Roman denke, denke ich sofort doch immer an Angelika Domröse, die ja auf ne sehr klare Haltung hatte.

00:01:30: Sie hat gegen die Ausführung von Biermann protestiert, ist dann in den Westen gegangen hat auf dort viele bedeutende Rollen spielen können.

00:01:37: Und deshalb ist sie eben ein gesamtdeutscher Star geworden, dass man da nicht von so wahnsinnig vielen Schauspielerinnen aus der Lede in Assan kann.

00:01:43: Also ich verneige mich vor ihr und werde Sie vermissen aber ich verbinde mit ihr immer viel schöner Erlebnisse, viele wunderbare Rollen, die gespielt sind!

00:02:22: Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der Medienhörle vom siebzehnten Mai, zwei tausend sechsundzwanzig.

00:02:27: Und Philipp während alle im ESC Fieberl taumeln.

00:02:31: Siebzig Jahre.

00:02:33: Grand Prix Eurovision de la Chanson damals gestartet, neunzelsechsen fünfzig in der Schweiz, siebzig jahre haben wir weil wie einfach cooler sind achtzig Jahre.

00:02:46: Achtzig Jahre DEFA mein lieber!

00:02:49: Genau, am siebzehnten Mai passt also wie der berühmte Film Eimer auf die Rolle.

00:02:58: Dein erster DEFA-Film den du in Erinnerung hast denn du bist ja Baujahr neunundachtzig und das war ein Jahr vor dem Ende der DEFA?

00:03:05: Ich meine dass war dieser Junge an der Litfassäule habe ich beim ORB.

00:03:11: als Kind geguckt gab es immer samstags so eine Kinder Time Der Junge mit der Litfer Säule und irgendwie ist Kau Gummies in den dreißiger Jahren, glaube ich, kam in den Filmen vor.

00:03:22: Deswegen habe ich das noch so eine Erinnerung.

00:03:24: Und dann später war ich sehr beeindruckt von der Dokumentation.

00:03:28: die Küche!

00:03:30: Ich kann mich ja noch daran ernannt wie der Skobil bei dir im Medienmagazin zu Gast dazu gescheitet war und richtig davon erzählt hat, wie das ist wenn Kameraleute in schwarz-weiß ganz genau Bilder einfangen.

00:03:44: Können wir uns gleich mal gleich anhören?

00:03:45: Ich drück hier einfach auf den Zauberknopf...

00:03:47: Und mir scheint dass sowohl ARD wie ZDF mit diesem ganzen Weggang der Boomer Generationen Das sind ja die meisten Menschen, die im Moment in diesen Institutionen noch arbeiten überhaupt nicht umgehen können.

00:04:01: Und wenn ich von ganz anderen Leuten zu reden, wenn ich also an Kolleginnen und Kollegen Kameradenke zum Beispiel da sind Leute die haben noch schwarz-weiß Filme gemacht.

00:04:09: jetzt kann man sagen woher wird es mit Schwarz-Weiß Film gibt auch Video heute

00:04:14: Ja, aber das was die können mit Lichtgebung.

00:04:17: Mit Umgang mit Farbigkeit Kontrasten und so weiter.

00:04:21: Das sind Erfahrungen, die ich brauche wenn ich wirklich eine gute Doku oder einen guten Fernsehfilm machen will.

00:04:29: Und dieses Wissen geht einfach verloren!

00:04:32: So...und dass ist eben halt diese Ästhetik in dieser Dokumentation wir werden sie auch bestimmt verlinken wo ich mit Bildern so klar ohne Wort, ohne Overvoice wie heute das ganze Geschehen irgendwie den Leuten nahbringe.

00:04:52: Das hat so eine Zeitlosigkeit ja?

00:04:55: So ist es ne Zeitkapsel und das ist so eindrucksvoll!

00:04:59: Das fasziniert mich bis heute.

00:05:01: wenn ich diese Dokumentation ab ins Zimmer scheide ich sie rein.

00:05:04: man kann sich wie gesagt bei YouTube angucken

00:05:06: Und die dv-Stiftung hatten einen Kanal Muss man einfach nur in die Suche reingehen, D-Fahrt.

00:05:12: Dann findet man den

00:05:13: sofort.".

00:05:13: Ja und dann Corinne Haafuch, ja?

00:05:23: unfassbar schöne frau.

00:05:25: also man schneidet sich quasi die augen daran wenn man sich nur eine junge korinne harf hoch anschaut.

00:05:31: und dieses dieser film diese story ist nicht so einfach zu ertragen aber sie begleitet einen einfach so dadurch und es ist so erhabend schon damals ja in ihrem schauspiel.

00:05:44: das sind so die drei signifikanten deva erinnerungen die ich so habe.

00:05:49: Mein erster DV-Film, der bei mir in Erinnerung geblieben ist, ist Frau Holle.

00:05:55: Also ein Märchenfilm und ich war damals fasziniert von der Goldmarie.

00:06:01: Das war eine Schauspielerin die hatte aber dunkle Haare und als ich die dann in echt gesehen habe Karin Ogowski, wie sie, war ich extrem enttäuscht.

00:06:11: also... Ich war irgendwie sechs Jahre alt.

00:06:13: Da hat man noch so sein Klischee, seine Lieblingsfavoriten und das wird ja auch durch das Märchen gefördert ne?

00:06:21: Die Goldmarie hatte eben blonde Haare und die Faule hatte schwarze Haare.

00:06:24: Das war irgendwie ein seltsames Klischee, dass sich bis heute in der Filmgeschichte durchzieht, dass die Schwarzen immer die bösen sind.

00:06:32: Und die hellen goldenen quasi die Positivhelden.

00:06:37: Daran kann ich mich erinnern.

00:06:38: und dann ging es aber relativ Schlag auf Schlag, pro Jahr kamen so etwa zehn bis fünfzehn Deva-Filme raus und wenigstens drei bis vier waren auch für meine Zielgruppe geeignet.

00:06:49: Kinderfilme Die dann bei Professor Flimmrich hieß das früher.

00:06:53: Im DDR-Fernsehen Samstag, da hat so ein Professor Walter E. Foos hieß der sich ... Also der Schauspieler, einen weißen Kittel angezogen, kam immer mit einer Filmrolle und drückte irgendwie so einen Knopf und ging filmlos.

00:07:09: Professor Flimrich.

00:07:10: Interessant!

00:07:11: Man wurde relativ

00:07:12: schnell auch ran geführt an das Kino.

00:07:16: Es gab Kinderveranstaltungen, ich weiß nicht die Eintrittskarte Fünf Fennig waren immer Kulturabgabe, kann ich mich erinnern bei den Kinokarten.

00:07:27: Da habe ich manche Filme nicht nur einmal gesehen sondern bin dann nach der Vorstellung wieder rein auch weil ich eine Bekannte hatte beim meiner Oma die Filmvorführerin war.

00:07:37: da konnte ich sogar durch das Kuckloch ja immer wenn die Projektoren umgeschaltet wurden.

00:07:43: damit wurden die Filme noch in mehreren Rollen angeliefert, die nannten die Filmvorführer Akte und da musste man das immer überblinden.

00:07:52: Und am Ende eines Akts quasi einer Filmrolle war immer so ein Zeichen im Kreis und ich glaube auch einen Vier-Eck.

00:08:01: bei einem von diesen Symbolen musste man den Filmprojekt anwerfen schon damit er also läuft.

00:08:06: und dann beim letzten Zeichen konnte man dann überblenden, so lief das damals und es war auch beim Sandmännchen lange Zeit zu sehen.

00:08:15: Im Fernsehen da war immer eine Markierung und ich wusste mal nicht was das bedeutet.

00:08:20: Das war interessant als sich das dann später erst erfuhr womit man quasi gearbeitet hat.

00:08:26: heute kommt das ja auf einer Festplatte oder wird per Satellit abgegriffen im Kino Und da kann man ja mehrere Projektoren durch eine Person betreiben.

00:08:37: Ja, aber jetzt, wo wir beide so drüber reden... Da kommen die ganzen Erinnerungen hoch, die ganzen Kinderfilme.

00:08:44: Frau Holler habe ich auch geguckt?

00:08:46: Der kleine Muck!

00:08:48: Ja,

00:08:48: nicht zu vergessen.

00:08:48: Ich dachte, du warst der kleine Mucke.

00:08:50: Früher hätte gut gepasst von der Statur.

00:08:52: Du, ich war

00:08:53: tatsächlich mal beim Fasching als ... Ich weiß nicht, hab ich mir aus dem Theater-Fundus bzw.

00:08:59: meine Mutter, die hat da dann eine Beziehung zum Theater tatsächlich so einen Sultans oder so ein Torbahn und dann diese Blülderhosen ... Die Schuhe waren glaub ich auch so.

00:09:08: War aber extrem unangenehm, weil es warm war und überhaupt nicht ... Man schwitzte unter diesem Torbahn.

00:09:18: Da ist im Babelsberg müsste noch alles rumstehen, diese Filmdeko.

00:09:22: Dann müssen wir uns das mal angucken vielleicht kriegen wir da mal einer.

00:09:25: Und was mir aber auch gerade auffällt mein lieber, Kinderfilme also zu deiner Jugendzeit.

00:09:31: die waren teilweise auch sehr anspruchsvoll.

00:09:33: Ich kann mich an einen DEFA-Filmer erinnern oder vielleicht war es auch ein Fernsehfilm das weiß ich nicht genau wo ein Mädchen andere in der Schule schikaniert hat, verdroschen hat und dann sieht man sie zu Hause wie sie irgendwie total den Haushalt schmeißen muss.

00:09:50: Sie muss kochen für den Vater die Mutter arbeitet und sie ist eigentlich mit ihrem Leben total überfordert.

00:09:56: und eine Freundin sieht das und versucht ihr irgendwie zu helfen und die versucht sich also in ihrem Leben nur einzufinden.

00:10:04: vielleicht kennen kennen die Leute wenn wir jetzt darüber so reden.

00:10:07: den Titel

00:10:08: sagt mir jetzt ehrlicherweise nichts.

00:10:10: aber Ich kann auch daran liegen, dass ich ab einem bestimmten Alter natürlich nicht mehr Kinderfilme geguckt habe.

00:10:14: Obwohl die natürlich weiter produziert...

00:10:17: Also es muss schon aus deiner Kindheit sein gewesen

00:10:19: sein?

00:10:20: Da war siebzehn Jahre alt.

00:10:21: Paul und Paula da ging's heiß her.

00:10:23: Das war so mein Thema.

00:10:24: Paul

00:10:24: & Paula ja geht zu ihr lasst deinen Drachen steigen.

00:10:29: was für

00:10:29: eine traurige Geschichte!

00:10:31: Mein Gott die Mutter die stirbt.

00:10:33: Da gibt es aber leider ein Missverständnis, da hat Peter Gotthardt der beauftragt wurde diese Musik zu komponieren im Stil von Slade.

00:10:42: Look what you done!

00:10:44: Hat jahrelang immer darum gekämpft zu sagen das ist aber mein Titel während die Pudys immer damit rumgelaufen sind und er sagt Das is'n Tiel von uns Sie waren die Interpreten haben das eingespielt gesungen.

00:10:56: Aber der Komponist der das für diesen Film eben gemacht hat heißt Peter Goththardt.

00:11:01: Und auch der Titel, wenn ein Mensch lebt ist ja auch nur eine Nachahmung.

00:11:06: Nur von den Bee Gees, Spicks & Specks.

00:11:09: und das war das Ziel, dass das nur so klingt wie Bee Gee's.

00:11:15: Aber

00:11:15: gut jetzt mal fernab von der Filmmusik.

00:11:18: Der Film als solcher ist ja hochinteressant

00:11:21: dieses

00:11:22: so'n mahnendes Wort Ich glaube an die Männer und Frauen der damaligen Zeit, dass nicht für alles im Leben eine Liebe ausreicht.

00:11:32: Wenn die Gesundheit der Frau das nicht hergibt Kinder zu kriegen dann bitte nicht so irgendwie dieses Träumerische des Schiffs mit gelanden und so.

00:11:44: also man soll sich nicht in Traumwelten verlieren ist für mich so die Botschaft des Films.

00:11:50: wenn ich drüber nachdenke Tod trauriger Film und dann...

00:11:56: Moment, da muss ich noch was zu sagen.

00:11:57: Ja bitte!

00:11:58: Weil dieser Film eigentlich hätte nicht erscheinen dürfen.

00:12:02: Das ist ein großer Zufall das der nicht verboten wurde.

00:12:05: Dazu hören wir am Ende in zwei Interviews Ulrich Plänzdorf, der die Geschichte quasi aufgeschrieben hat, die nach seinen Vorlagen inszeniert wurde.

00:12:20: er erzählt Das ist ein ganz großer Zufall war, dass dieser Film nicht wie andere Filme.

00:12:26: Es gibt ja zwölf Filme – die sogenannten Kellerfilme, die in den letzten Jahren am Jahresende gebrannt wurden vom ZK der SED beim sogenannten Karlschlag-Plenum also der elften Sitzung des Zentralkomitees der sozialistischen Einheitsvertreter.

00:12:43: Und da hören wir zwei Interviews zum einen mit Frank Bayer und Ulrich Plänsdorf das nur so als schon mal Vorausblick auf diesen Podcast.

00:12:53: Der zu deinem zweiten Film?

00:12:55: Ja, nee der Rest noch von hier Paul und Paula was ich auch beeindruckend fand diesen Aufbau von Marzahn und Hohenschönhause.

00:13:06: Man sieht diese Mondlandschaften des Aufbaus, der Plattenbauten, keine fertigen Straßen usw.. Das fand ich auch irgendwie interessant mir das anzugucken.

00:13:17: Ich überlege

00:13:18: jetzt gerade, ich glaube dass Haus was da gesprengt wird wenn dieser Titel läuft wenn ein Mensch lebt ist, glaube ich, gesprengt worden in der Nähe vom Ostbahn.

00:13:30: Wenn ich das richtig in Erinnerung habe ... Das ist ja bei Filmen immer so, dass man verschiedene Drehorte hat und erst im Film zusammengesetzt wird.

00:13:37: Manchmal macht es keinen logischen Sinn.

00:13:40: Aber was mir in Erinnern geblieben ist sind die Plattenbauten, die gerade im Aufbau sind.

00:13:44: Ich schätze mal, das ist Mahzahn oder Hönschenhausen.

00:13:47: Da

00:13:47: kann man mich

00:13:48: gerne korrigieren!

00:13:50: Mir

00:13:50: ist an Erinnerungen gebliebene bei Paul & Paula.

00:13:53: Die arbeitet ja in der sogenannten Kauffalle, so hießen die Supermärkte bei uns früher.

00:13:58: Und sie war ... In einer ziemlich modernen Kauffallee.

00:14:03: da waren schon Kassen des westdeutschen Kassenherstellers Anker.

00:14:10: Aber war sie nicht an der Flaschenrückgabe?

00:14:12: Ja, aber man sah trotzdem ... Nee, sie saß auch immer an der Kasse im Film und da sah man diese Kassen hatten die unwahrscheinliche Ja für mich damals Faszination, dass sie das Wechselgeld nicht da rausgaben wo man quasi die Kassieren hatte sondern hinten.

00:14:31: Da gab es so eine Einrichtung wo das Wexelgeld rausgeschossen kam.

00:14:37: Anker weiß ich nicht, gibt's die noch?

00:14:39: Wenn nicht dann müssen wir uns keine Sorgen machen.

00:14:42: Falls es sie noch gibt das ist jetzt kein Werbeblock gewesen für deutsche Ankerkassen!

00:14:46: Aber

00:14:47: was für mich auch auf jeden Fall in dieser Folge eine große Faszination auslösen wird diese zwei großen Interviews am Ende, die du ja schon angekündigt hast deshalb weil sie deine Mutter geführt hat... Das ist einer sehr

00:15:01: ...erhabene,

00:15:02: majestätische Frau.

00:15:04: Die bis heute deine Arbeit sehr kritisch begleitet und es macht immer eine... Also auf mich eine große Faszination sie zu erleben.

00:15:12: die gibt's ja noch.

00:15:13: Und deshalb quasi das Familienunternehmen kritischer Journalisten.

00:15:18: Ja Wagner also sie kriegen denn heute eine retros, eine Wagnerische retro respektive journalistischen Könnens.

00:15:27: Ich

00:15:27: mach gleich mal Kamera aus weil meine Gesichtsrötung falsch interpretiert.

00:15:32: Ja, stimmt!

00:15:33: Dein

00:15:34: Gesicht nimmt zu langsam... Das gefällt mir, das ist sehr

00:15:37: schön.

00:15:38: Gut, dann machen wir hier eine Zäsur, Philipp.

00:15:40: Wir schalten gleich zur DEFA-Stiftung.

00:15:44: Logischerweise, wenn man ein Achtzig Jahre DEFA macht kommt man an der DEFA Stiftung nicht vorbei die sich eben bemüht dieses DEFA Erbe nicht nur zu bewahren durch Digitalisierung und Co.

00:15:53: sondern auch der Öffentlichkeit weiterhin zugänglichzumachen.

00:15:57: Und das alles

00:15:59: vom Mund zum Ohr.

00:16:11: Die deutsche Filmaktiengesellschaft besser bekannt als DVR Die Filngesellschaft der DDR entstand drei Jahre vor DDR-Grundung.

00:16:21: Am threizehnten August, nineteenzechsundvierzig wurde die deutsche Film GMEH mit Sitz in Berlin, Südwest-Achtundsechzig, Krausenstraße Achtundtreißig und Neunundreißig ins Handelsregister, in Berlin Mitte eingetragen.

00:16:33: Gefeiert wird jedoch die DEFA-Gründungen am siebzehnten Mai traditionell weil da, am siebenzehnten Mai nineteenzeixundvierzig Oberserge Tjuip Arnauf, der Leiter der Propaganda Verwaltung der SMAD der Sowjetischen Militäradministration die Lizenz für die Herstellung von Filmen aller Kategorien austeilte.

00:16:54: Bevor wir gleich aus Japan hören wie eigentlich dort immer noch DV-Filme für Interesse sorgen Ja, wollen wir einfach mal auch schauen wie jetzt in Deutschland dieses Jubiläum-Achzig Jahre DEFA begangen wird.

00:17:10: Und dazu begrüßen wir Stefanie Eckert in der Leitung.

00:17:14: Sie ist ein Teil vom Vorstand der DEFA Stiftung und ja vielen lieben Dank fürs Kommen Frau Eckart!

00:17:20: Sehr gerne!

00:17:22: Gibt es eigentlich eine Art Geburtstagsfeier?

00:17:26: Wir machen dieses Jahr keine zentrale Feier, sondern wir haben gesagt, wir sind den ganzen Mai eigentlich das ganze Jahr überpräsent und zeigen Filme.

00:17:34: Weil das ist eigentlich das Wichtigste, dass die Filme gesehen werden, dass man darüber redet.

00:17:39: Und es muss jetzt nicht immer groß und riesig gefeiert werden.

00:17:42: was wir machen ist, dass wir an diesem Wochenende jetzt am Himmelfahrtswochenende den ganzen Kinobetreibern die Filmen Lizenzfrei, die neu digitalisierten Lizenz frei zur Verfügung gestellt haben.

00:17:53: und deshalb werden gerade wirklich viele Deva-Filmen in ganz vielen Kinos, in Deutschland West und aus Deutschland gezeigt.

00:18:00: Was weiß man denn vielleicht nochmal zurück?

00:18:02: In die unmittelbare Anfangszeit der Deva?

00:18:05: was weiß man dann über die Gründungsumstände?

00:18:08: während ja der Berliner Rundfunk am threizehnten Mai nineteenhundertvierzig sofort anfing zu senden also wenige Tage später nach der Unterzeichnung der Kapitulationsurkuline hat es ja ein Jahr gedauert bis die Deva überhaupt die Lizenz bekam.

00:18:22: warum?

00:18:24: Naja, Film gilt ja vielleicht auch so ein bisschen als das wichtigste Medium die wichtigste Kunst um auch Propaganda zu betreiben und man war erst mal skeptisch inwiefern.

00:18:35: Kann man den Deutschen wieder, kann man das wieder zulassen?

00:18:39: Dass sie überhaupt Filme drehen.

00:18:40: In den anderen Besatzungszonen hat das alles noch ein bisschen länger gedauert bis dort wieder Filme gedreht werden durfte und so gab es also nineteenhundertfünfundvierzig erst mal eine Art Film aktiv die sich getroffen haben dass waren in erster Linie Immigranten die zurückgekommen sind und geplant haben wie können wir eigentlich eine eigene Filmgesellschaft gründen die möglichst wenig Kontinuität zur alten Ufer hat sondern eher einen ganz anderen Auftrag auch verfolgt, nämlich die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und den Aufbau des Sozialismus.

00:19:14: Und das hat einfach eine gewisse Vorbereitungsphase auch gebraucht bis es dann am siebzehnt Mai, sechsundvierzig dazu kamen dass man ganz feierlich die Gründung ja übergeben hat.

00:19:25: Das vergisst man, wenn man die DFA aus heutiger Sicht beurteilt wird ja immer gesagt Propaganda, DFDDR, SED.

00:19:32: Wird das alles so zusammengerührt?

00:19:34: Die Ufa, die ja heute noch existiert stellt sich dieser Vergangenheit eigentlich, wenn ich das richtig beobachte nicht dann da dienten ja die Filme in den letzten Kriegsjahren tatsächlich um die Leute zu mobilisieren diese Belastung einer Zivilbevölkerung auszuhalten bzw.

00:19:52: die Wertüchtigkeit zu erhöhen.

00:19:55: Man kann schon sagen, dass das zu dem Zeitpunkt ein absoluter Propaganda-Aparat war.

00:20:00: Dass es dann nach «Fürzig im Bruch» gab und in erster Linie eben die DEFA in einer sowjetischen Besatzungszone dafür diente da eine ganz andere Richtung Filme zu machen.

00:20:11: Und man muss auch sagen, diese Gründung der DEFA bedurfte keiner Verordnung oder es war nicht aufgezwungen, dass sich jetzt der Aufarbeitung gewidmet hat sondern lag eher so begründet Ja, bittere Erfahrungen der deutschen Geschichte und der Politik.

00:20:28: Und das gab richtig auch eine Forderung nach bekennenden Filmen.

00:20:33: Nun sehen wir in der Öffentlichkeit alle fünfhundertzehn Jahre die Jubiläne zur DEFA... Aber was ist denn heute der Kern der Defer-Stiftung?

00:20:43: Der Kern der Arbeit der Deverstiftung!

00:20:45: Also was wir in erster Linie machen, ist dass wir versuchen die Filme möglichst einfach zugänglich zu machen.

00:20:50: Weil das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass sie überhaupt noch wahrgenommen werden,

00:20:54: d.h.,

00:20:54: wir digitalisieren ohne Ende.

00:20:57: Zugänglich machen heißt aber auch, dass wir es möglichst einfach oder für einfach halten, dass nach dem Film recherchiert werden kann.

00:21:04: D.h.

00:21:04: wir dokumentieren die Rechte wie notieren Informationen so dass man sich möglichst einfach informieren kann über das DV Erbe und wir ordnen Sie ein und kontextualisieren wird eigentlich immer wichtiger in unserer Arbeit, weil eben diejenigen, die jetzt sich ins Kino gehen, in der Regel den Kalten Krieg nicht mehr kennengelernt haben und auch nicht unbedingt zuordnen können.

00:21:26: Warum gab es die DEFA?

00:21:27: Und was da war das eigentlich?

00:21:29: Und entsprechend notieren wir immer mehr oder ordnen immer mehr ein.

00:21:34: warum wurde welcher Film eigentlich wie gedreht und welche Instrumente wurden genutzt?

00:21:40: Die DEFA hat von ´Ächzenvierzig´ bis ´Ninzehnundneunzig´ so circa siebenhundert Spielfilme produziert, heißt es immer.

00:21:48: Dann gibt es aber auch noch sevenhundertfünfzig Animationsfilme und zwei tausend zweieinhalbfünftig Dokumentar- und Kurzfilme.

00:21:55: Das ist ja ein unheimlicher Schatz!

00:21:57: Sind Sie denn...deuteten an, Sie digitalisieren immer noch?

00:21:59: Aber sind Sie irgendwann jetzt mal sichtbar am Ende damit?

00:22:04: Ich sag mal so man muss ja auch nicht ganz alle Filme digitalisieren.

00:22:08: Das ist jetzt gar nicht unser Anspruch, aber natürlich eine Großteil dessen was vorliegt wollen wir schon digital vorhalten um es einfach zugänglich zu machen.

00:22:16: Und wir digitalisieren seit knapp fünfzehn Jahren, seit sechs Jahren können wir im Bereich Förderprogramm Filmerbe wirklich nachhaltig auch digitalisierend.

00:22:24: Da haben wir jetzt gerade das Problem dass es seit letzten Jahr gekürzt wurde und auch zwanzig achtundzwanzig auslaufen soll.

00:22:32: Das entzieht so ein bisschen dann unsere Existenzgrundlage weil die Filme nicht mehr einfach so digitalisiert werden können.

00:22:39: Da arbeiten wir dran, machen Lobbyarbeit, versuchen mit dem Kulturstaatsminister ins Gespräch zu kommen.

00:22:44: Mit den Ländern und der Filmförderungsanstalt usw.

00:22:47: Und wir rechnen damit wenn das Förderprogramm wieder in vollem Umfang auch ausgestattet ist dass wir bis ich sag jetzt mal zwanzig vierzig tatsächlich ein Großteil dessen was den DV-Filmbestand ausmacht digitalisiert haben.

00:23:02: Wie darf ich mir denn das vorstellen, liegen diese DV-Filmrollen in einem gesonderten Archiv und wenn ja was kostet die Aufbewahrung des Ganzen?

00:23:14: Ja, wir haben einen großen Vorteil als Filmerbeinstitution.

00:23:17: Das geht eigentlich anderen Filmerbeeinstitutionen nicht so aber es gab in der DDR eine Zwangsabgabe.

00:23:24: das bedeutet wenn ein Film produziert wurde den DEFA-Studios dann musste immer dass negativ Material und einer nicht benutzte Kinokopie und auch der ungenutzte Ton an das staatliche Filmarchiv abgegeben werden.

00:23:37: das heißt die Filme sind in einem relativ guten Zustand verwahrt und das staatliche Filmarchiv ist dann in das Bundesarchiv integriert worden, sodass diese Filme alle im Bundesarchif liegen.

00:23:53: Das war ein längerer Transformationsprozess des Bundesarchifs tatsächlich auch Eigentümer der ganzen Filmmaterialien.

00:24:00: Wir sind Rechteinhaberin,

00:24:02: d.h.,

00:24:02: wir sind mit der Auswertung der Zugänglichmachung

00:24:08: Wie darf ich mir das finanziell vorstellen?

00:24:10: ist das denn sozusagen aufgeteilt oder müssen sie auch für die Aufbewahrung der Filme irgendwie anteilig etwas bezahlen ans Bundesarchiv.

00:24:19: Da gibt es auch eine anteilige Aufteilung bei uns.

00:24:21: Es ist tatsächlich so, wir sind ja eine private Stiftung.

00:24:24: Das heißt, wir werden nicht vom Bund oder den Ländern finanziert.

00:24:26: Wir leben ausschließlich von den Einnahmen durch die Filme.

00:24:30: Das heisst immer wenn drei Haselnüsse für Aschenbrötel im Fernsehen läuft verdienen wir Geld natürlich auch von vielen anderen Film.

00:24:36: gerade jetzt im Jubiläumsjahr laufen wirklich viele Deva-Filme nochmal am Fernsehen online auf DVD aber eben auch im Kino.

00:24:45: Und ja, wir bezahlen antheilig tatsächlich für die Lagerung.

00:24:49: Aber in erster Linie sind wir für die Digitalisierung zuständig und das ist ein ziemlich großer Kostenfaktor.

00:24:55: man kann davon ausgehen dass wenn man einen Spielfilme digitalisiert und die Ausgangsmaterialien in einem relativ guten Zustand sind, dass das so um die vierzigtausend Euro kostet.

00:25:05: Das klingt vielleicht erst mal viel aber wenn man sich anschaut was die Produktion eines Films kostet dann ist es am Ende gar nicht mehr so viel diese Summe um den Film dann wirklich nachhaltig digital vorzuhalten.

00:25:18: Das ist einfach ein aufwändiger Prozess.

00:25:20: Filmmaterial funktioniert ja so, dass es immer vierundzwanzig Bilder pro Sekunde gibt und jedes einzelne Bild wird in vier Kagescanned.

00:25:28: Jedes einzelne Bild wird dann eben auch nachbearbeitet eine Farbkorrektur die Farbe wird angeglichen.

00:25:35: Es findet eine Ritursche statt wenn Sachen inzwischen kaputt gegangen sind, Schrammen vorhanden sind.

00:25:40: da muss das alles aufgearbeitet werden.

00:25:42: Das machen wir immer gerne zusammen mit den Kameraleuten oder den Regisseuren wenn sie noch leben Und das ist eben ein zeitaufwendiger Prozess, den wir mit den Dienstleistern gemeinsam umsetzen.

00:25:52: Um dann am Ende – das ist unser Ziel – einen Digitalisator vorliegen zu haben, dass es mit der primären Kopie vergleichbar ist.

00:26:00: Wir wollen's nicht besser machen aber auch nicht schlechter!

00:26:03: Man kann es ohne Probleme inzwischen besser machen natürlich.

00:26:06: den Film furchtbar bunt machen oder aus dem Filmen-Dreideeprojekt machen.

00:26:11: Aber das ist nicht unser Ziel, sondern wir wollen dass die Filmhistorie bewahren und sich so zeigen wie sie einmal auch zugänglich war.

00:26:17: auf Orvokollor da gab es ja auch einige Kritiker.

00:26:21: ich kann mich an eine Episode erinnern.

00:26:22: Da war Liddy Palma als Lotter in Weimar Die Hauptfigur mit Egon Günther gedreht Und da wurde So zumindest die Erzählung die mich erreichte jede Szene dreifach gedreet weil man nie wusste ob die Charge des Orvofilms mit der nächsten Charge zusammenpasst.

00:26:38: und dann hat sie sich eingesetzt, glaube ich beim Kulturministerium das auf Eastman Color gedreht wurde.

00:26:45: Und dann ging das alles auch wegen des Lichts, weil die Schminke lief von den Gesichtern.

00:26:50: Das ist also so eine Anekdote, die immer kursierte, dass man mit Orwo-Filmen dann doch mehr Licht brauchte um gute Qualität zu erreichen.

00:26:58: Aber interessant, dass sie das tatsächlich schon vier K digitalisieren.

00:27:03: Mich erreichten quasi im örtlichen Fachhandel eher normale DVD Boxen.

00:27:09: Die laufen Ganz gut nämlich nur noch an, auch in der Zielgruppe die DDR selbst erlebt hat aber sie streamen auch bei der ARD.

00:27:16: Sie haben einen eigenen YouTube Kanal.

00:27:19: dann haben sie beim Progress Filmverleih also die heißen heute Nicht mehr Progress-Filmfalle, sondern nur noch Progress Film.

00:27:26: Eine eigene Plattform?

00:27:27: Wie entscheiden Sie denn jetzt ob sie etwas gratis zum Beispiel auf YouTube stellen bzw dann vermarkten durch Fernsehretrospektiven oder dann auf der anderen Seite mit Progress Filmen auf dieser gesonderten Plattform?

00:27:41: Wir arbeiten mit verschiedenen Auswertungspartnern zusammen und man kann eigentlich sagen, dass sich die verschiedenen Plattformen oder Auswertungssegmente nichts wegnehmen.

00:27:51: Also wenn jetzt ein Film im Fernsehen läuft dann merken wir nicht das ja seltener gestreamt wird oder anders herum.

00:27:57: Das ergänzt sich eher.

00:27:59: es ist eher so, dass zu mir zum Beispiel diese YouTube-Plattform wie in Schaufenster nutzen.

00:28:03: also dort sind einfach möglichst viele verschiedene Filme vorhanden.

00:28:07: Dass es die DEFA Filmwelt und da gibt es Trickfilme Es gibt Dokumentarfilme, es gibt verschiedene Spielfilme und die sollen einfach Lust machen Deva zu gucken.

00:28:15: Und davon profitiert dann auch wieder das Fernsehen in dem die Leute wissen ah ja das habe ich ja schon mal gesehen, dann gucke ich mir hier auch noch den Deva-Film an oder suche in der Mediathek und entsprechend.

00:28:24: also das kanibalisiert sich in gar keiner Form sondern wir versuchen einfach möglichst viel überall vorhanden so sein weil die verschiedenen Zielgruppen auch unterschiedlich unterwegs sind.

00:28:34: Also wir haben ja auch Deva TV als eigenen Sender.

00:28:37: Das bedeutet nicht dass wenn TV gucken, sie nicht auch noch auf YouTube gehen oder in ARD Plus und dort auf der Mediathek suchen.

00:28:45: Sondern es ist einfach eine

00:28:46: Vielfalt.

00:28:46: Die Zwischenfrage...

00:28:47: Ja.

00:28:49: DevaTV höre ich zum ersten Mal davon?

00:28:51: Wo kann man das sehen?

00:28:52: Das ist, das nennt sich Fachdeutsch ein Fast Channel.

00:28:56: Und diesen Fast Channel, das ist halt wie so ein Button, den man auf einem Smart TV hat.

00:29:01: Also da kann man halt DVTV einstellen.

00:29:03: Da gibt es einige Gerätehersteller die das mitmachen oder aber man geht über Rakuten oder andere Plattformen und kann dort einfach linea die ganze Zeit DVA schauen.

00:29:15: Das ist tatsächlich was, was ziemlich gut genutzt wird weil die Leute manchmal dann auch irgendwann satt davon sind immer selber etwas suchen zu müssen sondern sie wollen einfach einschalten und gucken.

00:29:24: Da kann man sich nicht aussuchen was läuft, sondern es ist ein fest programmiertes kuratiertes Programm.

00:29:31: Wie so'n Kino?

00:29:31: Was, vierundzwanzig Stunden läuft ja?

00:29:33: Eigentlich wie ein Fernsehsender der vierund zwanzig stunden läuft.

00:29:37: Es gab früher Zeitkinos in Leipzig zum Beispiel wenn man irgendwie seinen Zug verpasst hat und noch drei Stunden überbrücken musste, setzte man sich rein und kam mitten in den Film hinein Und ging dann wieder raus, wenn der Zug kam.

00:29:50: So dass man manchmal gar nicht komplette Filme gesehen hat sondern nur das Ende von dem einen und den Anfang vom anderen.

00:29:56: Deswegen komme ich auf diese Analogie mit dem Kino.

00:29:59: Genau

00:30:00: Apropos Kino, jetzt interessiert mich das aber mal.

00:30:03: Gibt es auch Deva-Filme die regelmäßig in Kinos gezeigt werden?

00:30:07: Oder umgekehrt?

00:30:09: gibt es Kinos, die regelmässig Deva Filme zeigen?

00:30:11: Ja, die gibt's durchaus.

00:30:13: also wenn ich mir auf unseren Verleih gucke der wird organisiert über die deutsche Kinemathek und wir haben um die tausend fünfhundert Buchungen pro Jahr von Deva filmen Und da kann man sagen Es gibt Behighlights.

00:30:25: Das sind natürlich vor Weihnachten Die Märchen und Kinderfilme Aber es sind eigentlich sind das alle Filme.

00:30:31: Also es sind vor allem auch gerne Gegenwartsfilme, immer verbunden als übertrieben aber häufig auch verbunden mit Gesprächen vor Ort also dass die Kinobetreiber, Historikerinnen oder FilmwissenschaftlerInnen organisieren, die dort vor Ort Gespräche führen.

00:30:47: und genau da sind die Gegenwartzfilme aber natürlich auch die antifaschistischen Filme, die SciFi-Filme werden immer wieder gern auch international gezeigt.

00:30:57: Die Filme funktionieren einfach noch nach wie vorgut im Kino.

00:31:01: Jetzt am Sonntag wird Kino international, was ja das alte DEFA-Premierendkino in Berlin ist.

00:31:06: Solo Sunny noch mal als Martinee Vorführung gezeigt.

00:31:09: also da geht noch einiges.

00:31:12: Weil sie SciFi sagt und da fallen mir drei Filme ein, dass es zum einen der Schweigende Stern nach einer Vorlage von Stanislaw Flemm dann Signale ein Weltraumabenteuer damals glaube ich schon den Siebzig Millimeter gedreht.

00:31:25: Kennen Sie darüber hinaus noch Filme, die sich sozusagen mit Kosmos Weltraum und Science-Fiction beschäftigen?

00:31:32: Es sind vier Filme.

00:31:33: Und ich überlege gerade, welcher der vierte ist – Der schweigende Stern, Eolo Mea... Ich passe!

00:31:39: Signale

00:31:41: und ... Was besonders komisch war, weil er ja sozusagen der DV Indiana und der spielte plötzlich in einem Science-Fiction Film mit.

00:31:50: Da musste man sich erst mal dran gewöhnen.

00:31:52: Naja das kann man bestimmt nachlesen.

00:31:53: Das war jetzt auch kein Werwirt Millionär.

00:31:55: jetzt aber geh mir nochmal... Also es gibt die Kinos Es gibt Streaming Es gibt DVDs Und ich kann mir auch vorstellen dass in Bildungseinrichtungen DV Filme nachgefragt werden.

00:32:06: Gibt es denn Unis oder Produzenten, die sich nochmal angucken wie Filme gemacht wurden.

00:32:12: Damit man zum Beispiel bei Goja von Konrad Wolf noch mal ganz genau da gab es sogar ein optisches Drehbuch anhand dieser Vorlagen vielleicht den jungen nachwachsenden Filmemachern mal zeigen kann wie früher Filme.

00:32:28: Tatsächlich ist das so eine Art Schwerpunkt, den wir auch vor ein paar Jahren angefangen haben zu setzen.

00:32:33: Dass wir viel mehr den akademischen Diskurs mit begleiten.

00:32:37: Dazu gehört auch ne enge Verzahnung mit der Filmuniversität in Potsdam-Babelsberg wo DV Filme inzwischen auch relativ regelmäßig in den Filmgeschichtsvorlesungen und Seminaren eingesetzt werden.

00:32:48: Und wir haben vor vier jahren angefangen regelmäßig Tagungen zu veranstalten.

00:32:52: alle zwei Jahre machen wird das.

00:32:53: Vor zwei Jahren waren wir in Rostock dieses Jahr waren wir im Erfurt jeweils an den Universitäten angesiedelt und dort kommen dann halt Forschende aus der ganzen Welt, man mag es gar nicht glauben.

00:33:02: Aus den USA, aus Australien, aus Polen, aus Frankreich, aus Großbritannien, West- und Ostdeutschland von den Universitäten und Forschenden zum DEFA Film.

00:33:12: Und das Schöne ist dann immer wenn man nach diesen zwei drei Tagen wieder abreißt weiß man dass diese ganzen Dozenten zurückgehen an ihre Universitäten völlig neues Wissen vielleicht auch aufgebaut haben.

00:33:23: sie haben sich ausgetauscht und dann vor Ort wieder DEFA unterrichten.

00:33:28: Nun gibt es ja auch neue Medien und Leute, die sich da sehr leidenschaftlich engagieren wie uns beide gerade.

00:33:37: Ich könnte mir zum Beispiel das vorstellen dass Lustplacer ein Objekt zeigen und dann aus einer Defadokumentation zeigen, wie früher dieser Ort belebt war.

00:33:49: Daher meine Frage?

00:33:51: Wie könnte das denn laufen wenn ich jetzt als YouTuber Defamatria für genauso ein Projekt nutzen möchte?

00:33:58: Das ist dann tatsächlich die Firma Progres also einer unserer Partner.

00:34:02: die haben diese besagte Recherche, Plattformen in der man sich registrieren muss.

00:34:07: Da kann man dann Filme sichten und kann man sich Klammerteile aussuchen, die man dann entsprechend lizenzieren muss.

00:34:16: Also man kann vorsichten.

00:34:17: Man kann auch die Kolleginnen anschreiben und sagen ich brauche den und den Ort.

00:34:20: Die haben sowas wie so ein lexikalisches Gedächtnis die Leute und können immer schon auch sagen oder Empfehlungen aussprechen.

00:34:28: Und dann sichtet man klammert aus Videos in neue Filmproduktionen oder wo auch immer einsetzen.

00:34:35: Apropos Empfehlungen jetzt, will ich aber mal neugierig gibt es bei Ihnen im Team so Lieblingsfilme die Sie haben?

00:34:42: Außer jetzt vielleicht Drahase Nüsse

00:34:44: für Aschenbrüden!

00:34:46: Ich weiß gar nicht, ob den jemand benennen würde von uns, weil wir mit dem so viel zu tun haben.

00:34:50: Aber ich glaube da gibt es ganz unterschiedliche Präferenzen.

00:34:55: Da hat jeder auch ein bisschen seinen Lieblingsfilm oder sein Lieblinsgenre, sein Lieblingsregisseur Schauspieler-Schauspielerin.

00:35:02: das gibt's durchaus, weil wer die ganze Zeit irgendwie mit den Filmen zu tun habe und einige natürlich auch persönlich kennen... Ich werde auch gerne gefragt was ist mein Lieblungsfilm?

00:35:11: Wo ich immer denke Vorstand der D-Verstiftung sagt er jetzt einen Liebligsfilm.

00:35:17: Aber tatsächlich war ich letztes Jahr so viel mit Konrad Wolf unterwegs, der ja nun schon seit vierzig Jahren tot ist.

00:35:23: Wir haben seinen hundertsten Geburtstag gefeiert und das fing an mit Solo Sunny auf der Berlinale und ging dann weiter mit der Vier-Kar-Restaurierung von Sterne aus dem Jahr neunundfünfzig, mit dem waren wir in Cannen auf den Filmfest spielen und sind dann eigentlich um die ganze Welt gereist – mit seinen Filmen!

00:35:39: Und Sterne ist für mich ein absolutes Highlight der Filmgeschichte einfach der internationalen Filmgeschichte.

00:35:47: Und den kann ich einfach jedem ans Herz

00:35:49: legen.".

00:35:51: Aber Sie sagten ja schon bei siehundert Spielfilmen und dieser großen Menge an Kurz-Doc-Filmen, dann auch noch eine Animationsfilm, dann kommen ja nochmal paar Hundert dazu.

00:36:03: Gibt es denn etwas, worauf wir uns freuen können?

00:36:05: Was sozusagen gerade frisch digitalisiert ist was in den Markt kommt jetzt?

00:36:10: Eine DVD-Box zum Beispiel, einem Regisseur gewidmet.

00:36:13: Ja das ist tatsächlich schwierig gerade auch... Sie haben jetzt gerade nochmal die DVDs angesprochen.

00:36:18: Das ist was was inzwischen nur noch ganz marginal funktioniert.

00:36:21: Also das hat eine völlig andere Größenordnung angenommen in den letzten fünf Jahren.

00:36:27: Da werden kaum noch neue Boxen tatsächlich herausgebracht Es sei denn wir unterstützen das massiv und zum Teil auch finanziell.

00:36:37: Was jetzt aber passiert ist, dass sowohl der RBB als auch der MDR wieder zusätzlich filme.

00:36:43: zeigen und zwar auch Filme, die zum Teil noch gar nicht so gezeigt wurden.

00:36:47: Beispielsweise wird dein unbekannter Bruder von Ulrich Weiß gezeigt aus den Achtziger Jahren.

00:36:53: Und ich glaube das ist absolut ein Unikat in ganz anderer Art und Weise der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus eigentlich sehr moderne Filmsprache und mit Uwe Kokosch in der Hauptrolle.

00:37:04: dass wir auf jeden Fall eine Filmempfehlung oder Geheimtipp von einem Film, den noch nicht so jeder kennt.

00:37:10: Kenne ich auch nicht!

00:37:11: Woran liegt das?

00:37:12: Was der so unbekannt ist?

00:37:13: Weil Uwe Kockisch mal die Republik verlassen wollte und dann so eine Filme in den Keller gesperrt wurden?

00:37:21: oder was ist die Ursache?

00:37:24: Das lag tatsächlich nicht an Uwe Kokkisch, sondern es lag eben an der Darstellung der Widerstandskämpfer.

00:37:30: Da haben die SED-Funktionäre damals gesagt so waren wir nicht und entsprechend wurde der Film nicht so massiv ausgewertet wie man es sich vielleicht gewünscht hätte.

00:37:40: Es war sogar soweit das der Film für die Filmfestspieler in Cannes in den Achtzigerjahren angenommen wurde und dann aber darauf eingewirkt wurde dass der Film wieder zurückgezogen wird und so er nicht an den Filmfessspielen teilnehmen konnte.

00:37:52: Er sagt zu Jakob der Lügner, der ja sogar für einen Oscar glaube ich nominiert war.

00:37:56: Genau.

00:37:56: Mit der Vorlage von Jurik Becker.

00:38:01: Ja Philipp wenn du nicht noch eine Frage hast dann...

00:38:03: Ja doch also... Frau Eckert also mein großes Herz!

00:38:10: Bei der DV schlägt vor allem für die Dokumentation.

00:38:13: Es gibt auf diesem YouTube-Kanal eine Dokumentations über ne Großküche und wenn irgendwo in ihrem Archiv noch etwas über die Radiowelt der DDR vielleicht zu finden ist, also wir auch als absolute Radiolieber aber wo wir doch so Radiumenschen sind... Eine Anregung von uns!

00:38:31: Vielleicht können Sie ja da mal was ausbundeln?

00:38:33: Da erwächt ich total gespannt drauf.

00:38:35: Vielleicht gibt's da

00:38:36: was?!

00:38:36: Ja, das klingt glaube ich ganz interessant.

00:38:39: Wir waren letztens auf diesem Rundfunkgelände und haben uns das mal ein bisschen genauer angeschaut und da gibt es auch eine Dokumentation – das muss ich mal raussuchen die wir glaube ich auch digital vorliegen haben.

00:38:53: Ich guckte mir das mal an!

00:38:55: Sehr gut dann bleiben wir in Kontakt und sobald sie fündig geworden sind, gehen wir das gerne unsere Kundschaft weiter.

00:39:03: Vielen Dank, Stefanie Eckert vom Vorstand der DEFA-Stiftung zum achtzigsten Geburtstag der DEFAA.

00:39:10: Am siebzehnten Mai, nineteenundsechsundvierzig bekam die DEFA die Lizenz zum Drucken.

00:39:15: Nein!

00:39:16: Zum Filme machen Und wir kennen die Erfolgsgeschichte eigentlich lange verpönt, lange kritisiert.

00:39:22: Aber mit einem gewissen Abstand sieht man welche Schätze die DEFA tatsächlich produziert hat und in welcher guten auch handwerklichen Qualität.

00:39:31: die Bauten also die Szenenbauten wurden relativ schnell nach der Wende gelobt.

00:39:37: Die politische Ausrichtung der DEFA hat lange Diskussionen ausgelöst.

00:39:43: Wir werden zwei Original Tondokumente noch von zwei Filmemachern im Anschluss gleich hier präsentieren.

00:39:51: Einmal mit Frank Bayer und einmal mit Ulrich Plänzdorf, beide inzwischen verstorben.

00:39:55: Deswegen ist dieses Tonmaterial was wir hier präsentieren wirklich auch ein Unikat und vielleicht auch interessant für sie von der DV-Stiftung.

00:40:03: Vielen Dank erstmal für das Gespräch.

00:40:05: Danke auch!

00:40:17: Und in Japan begrüßen wir jetzt den Öffentlichkeitsarbeiter der DEFA-Stiftung Philipp Zengel.

00:40:24: Ich grüße Sie, hallo!

00:40:25: Hallo ich freu mich.

00:40:26: Was interessiert denn die Japaner direkt an auch wenn man bedenkt dass sie schon lange untergegangen ist an dieser Art Kultur noch?

00:40:35: Ja, ich glaube das ist ein weltweites Phänomen was man gar nicht so sehr nur auf Japan beschränken kann.

00:40:40: Aber ich glaube es sind einfach Filme aus einem Land was nicht mehr existiert und dass es einfach sowas besonderes interessiert die Leute weltweit und regt sie an über diesen Filmbestand nachzudenken und einen Einblick zu bekommen in eine vergangene Welt.

00:40:58: Ich glaube das is das ganz besondere an allererster Stelle.

00:41:02: Jetzt würde mich aber mal interessieren, mit welchen Filmen sind sie denn den Fernosten angereist?

00:41:08: Ja, also es gibt hier eine Wissenschaftlerin die sich seit sehr vielen Jahren mit DEFA-Film beschäftigt.

00:41:16: Sie hat auch selbst in den siebzigerjahren in Frankfurt am Main studiert und ist lange auch mit der deutschen Kultur und deutschen Filmen deutscher Literatur vertraut Und sie versucht immer hier ganz besondere Programme zusammenzustellen.

00:41:31: Wir haben jetzt heute eine DEFA Retrospective in Hiroshima eröffnet.

00:41:36: Ich bin auch gerade in Hiroshima und heute zum Auftakt.

00:41:40: Achtzig Jahre Lief der erste Deva-Spielfilm überhaupt, die Mörder sind unter uns ein Film, der vielleicht ganz besonders gut hierher passt.

00:41:49: Hiroshima ist ja auch ein Mahnmal für den Krieg.

00:41:55: was hier passiert ist August, mit dem Atombombenabwurf aber dann auch ein weltweites Symbol für den Frieden und den Wiederaufbau Stück weit der Mythos, der die Deva getragen hat und ich glaube deswegen war der Film heute sehr gut zum Auftakt.

00:42:12: Es waren auch sehr viele Leute da, die Leute waren sehr interessiert und auch sehr gerührt diesen Film zu sehen und waren auch überrascht dass es nineteen hundert sechsund vierzig gerade mal ein Jahr nach dem Krieg schon möglich war so einen film auch in deutschland schon wieder zu produzieren.

00:42:31: Dazu muss man sagen, das war der erste Nachkriegsfilm in Deutschland überhaupt.

00:42:34: Der allerdings erst im WS-Teil Deutschlands, damals ja eigentlich noch Gesamtdeutschland aber schon aufgeteilt durch die Alliierten.

00:42:42: Erst gezeigt wurde, Premiere war am fünftzehnten Oktober, im Admiralspalast.

00:42:49: Da waren auch die Vereinigung von KPD und SPD im April.

00:42:54: Sobald ganz kurz die Vorgeschichte noch, Philipp?

00:42:58: Was mich jetzt interessieren würde, Sie haben schon von dem Auftakt in Hiroshima gesprochen.

00:43:04: Aber sind da noch weitere Region oder Städte geplant wo sie Filme vorführen wollen?

00:43:11: Genau, also es geht für mich dann.

00:43:13: übermorgen eröffnen wir eine weitere Reihe in Osaka.

00:43:17: Da gibt es das Cinema Nouveau was auch regelmäßig Deva-Filme ins Programm aufnimmt und ein Kinobetreiber der ein großes Interesse an Deva filmen hat.

00:43:28: ich bin schon sehr gespannt darauf wie dass dort vor Ort sein wird.

00:43:32: Wir zeigen Frauen Schicksale Ein Film den man vielleicht gar nicht so sehr jetzt heutzutage auf dem Schirm hat aber einen Film von Slap Tandudov aus den Fünfzigerjahren, der damals auch sehr viele Kontroversen ausgelöst hat.

00:43:46: Insofern bin ich gespannt wie dann auch ein solcher Film in Japan aufgenommen wird.

00:43:51: und Frau Yamanei hat auch grundsätzlich ein großes Interesse an den weiblichen Perspektiven des DEFA-Filmschaffens.

00:44:00: Sie untertitelt die Filme auch fast ausschließlich selbst Und ist da sehr hinterher.

00:44:04: aktuell habe Ich mir heute erzählen lassen.

00:44:06: sitzt sie an Sabine Wolff einen Film von Erwin Stranker über ein Mädchen, was aus dem Jugendwerkhof entlassen wird und sich dann wieder in der DDR gegenwahrt zurechtfinden muss.

00:44:19: Und genau also auch dieser Film wird dann bald in Japan zu entdecken sein.

00:44:24: und dann darf ich zum Abschluss noch nach Tokyo weiterfahren auf Einladung des Goethe-Instituts die dann noch im nationalen Filmarchiv in Tokio den Film Winter AD von Helge Misselwitz ein Dokumentarfilm aus der Wendezeit, auch einen Frauenporträt eine Reise durch die DDR vom Zwickau bis nach Rügen dann präsentieren wird.

00:44:48: Kann ich auch empfehlen... Der ist absolut noch heute für die deutsche Bevölkerung interessant.

00:44:54: aber abgesehen davon dass sie das jetzt untertiteln das wäre meine Frage gewesen wie man das löst?

00:44:59: Das Problem ob es japanische Synchronisationen gibt eher nicht.

00:45:03: Aber man muss den Film ja auch kulturell übersetzen.

00:45:08: Also selbst die nachgewachsene Generation in Deutschland versteht ja nicht mehr jede Anspielung, die die Regisseure und Drehbuchautoren, Autoren reingebracht haben abgesehen von der Fähigkeit, die wir ich ziemlich mit dazu als sie der Erbürger entwickelten hinter den Zeilen zu lesen.

00:45:24: also wie übersetzt man denn sowas?

00:45:26: wird das nochmal begleitet durch Vorträge?

00:45:29: Genau!

00:45:30: Ich bin da natürlich vor Ort jetzt in diesem Falle und erzähl auch im Vorfeld was zum Film dann auch danach für Gespräche bereit.

00:45:39: Und in Tokio wird es so sein, dass ich nach dem Film noch eine halbstündige Lecture über den Film zum einen aber auch über das Schaffen der Regisseurinnen bei der D-Verhalten werde und bin dann jederzeit bereit, entsprechende Nachfragen zu beantworten.

00:45:55: Aber mit Verlaub Sie sind sehr jung!

00:45:59: Wie haben sie sich das erarbeitet?

00:46:02: Ja, also mein Weg bei der DEFA begann im Jahr Zwei-Tausend vierzehn.

00:46:04: Also bei der Defer Stiftung über ein Praktikum und dann führte es dazu, dass dieses Praktikum immer länger wurde gestreckt auf einen Jahr und danach habe ich noch mal studiert und war studentisch Hilfskraft.

00:46:15: Und dann hat man mich danach gefragt ob ich nicht jetzt auch bei der dever anfangen möchte.

00:46:20: und so bin Ich jetzt seit Ende zwei tausend achtzehn fest bei der defa angestellt.

00:46:25: von den spielfilmen Es sind etwa über sieben hundert habe ich wahrscheinlich mittlerweile Naja, vierhundert.

00:46:29: Vierhundertfünfzig hab ich wahrscheinlich gesehen.

00:46:32: also ich bin auf einem guten Weg und genau erschließe mir dieses Film aber auch Stück für Stück und bin wirklich sehr interessiert daran und finde das es echt Schätze gibt die man gar nicht auf dem Schirm hat und dann auf einmal voran liegen und man begeistert ist.

00:46:49: Was ist das eigentlich für einen Publikum, was sich im fernen Japan ja solche deutschen Filme aus der ehemaligen DDR anschaut?

00:46:56: und vor allem?

00:46:57: Wie war er schon so erste Reaktion.

00:46:59: Was waren also ihre Beobachtungen.

00:47:01: Also

00:47:03: heute ist ja ein sehr intensives Filmerlebnis, so einen Film von.

00:47:07: ´Ächzenvierzig´.

00:47:07: Wenn man auch die realen Trümmer sieht wie die in Berlin und den Himmel aufragen da hatte ich schon das Gefühl dass gerade auch hier in Hiroshima die Leute sehr bewegt sind solche Bilder zu sehen.

00:47:19: Das hat man an ganz vielen Reaktionen auch danach gemerkt dass die Leute noch mal zu mir gekommen sind, sich bedankt haben, erzählt haben.

00:47:27: Dass sie gar nicht damit gerechnet haben, in solchen Filmen zu sehen und haben auch erzählt was sie berührt hat an dem Film mit den aufsteigenden Ruinen aber auch die Hauptdarstellerin Hildegard Knief Und die ganze Geschichte einmal so ein bisschen visualisiert zu bekommen wie es in Deutschland aussah unmittelbar nach dem Krieg.

00:47:49: Und das sind heute erstmal die ersten Reaktionen, die ich mitgenommen habe.

00:47:54: Das Publikum war heute, ich würde mal sagen, Man hat das Programm so gestrickt in den kommenden Wochen, dass man auch versucht, jüngeres Publikum anzusprechen.

00:48:06: Grunde genommen versucht man es ähnlich wie wir auch über leichtere Produktionen ins Programm zu nehmen also ein paar Genrefilme mit Märchen und Animationsfilm aus dem DV-Trickfilmstudio in Dresden.

00:48:21: Science Fiction ist dabei.

00:48:23: Das sind vielleicht auch universellere Sachen, mal ein Anschlusspunkt schaffen kann für Leute, die jetzt noch gar nicht so sehr was mit DV oder DDR anfangen können.

00:48:34: Sondern erst einmal vielleicht über das Thema auch zu kommen?

00:48:38: Ja wunderbar!

00:48:39: Das ist eine interessante Wendung für mich als jemand der dachte dass die DV-Filme irgendwann mal maximal so Sammelgebiet für Nostaliker sein werden.

00:48:50: Dass die DEFA quasi weiterlebt, freut mich und dann auch noch in Japan.

00:48:54: Vielen Dank für das Gespräch!

00:48:55: Und toll, total für ihr Arbeit jetzt die nächsten Tage.

00:48:59: Herzlichen Dank und gerne!

00:49:12: Hören Sie nun zwei Interviews in der Rohfassung aus dem Jahr threehundneinzig.

00:49:17: Anita Wagner befragte damals den DEFA-Regisseur Frank Bayer und den Drehbuchautor Schriftsteller Ulrich Plänzdorf Über ihre Erfahrungen mit Sensor verbot im Zuge des elften Plenums der ZKDS-ED im Dezember.

00:49:33: Aber auch später gab es immer wieder Wellen der Maßregelungen, gefolgt von Phasen einer freien Kunstentwicklung.

00:49:40: Hören Sie zuerst Ulrich Plänzdorf, der Hintergründe zu seinem Film die Legende von Paul und Paula erzählt, der in den letzten Jahren im Berliner Kinokosmos Premiere hatte.

00:49:51: Und zu Beginn zu seinem Film Insel der Schwerne, der die Geschichte eines Jungen erzählt er mit seinen Eltern vom Land in eine Plattenbausiedlung zieht.

00:49:59: Also die achtzehr Jahre wenn wir nur dem nehmen wollen, die sozusagen die letzte Phase unter jedem unsäglichen Professor Meede das war ja schon die Phase der Resignation und der Unfruchtbarkeit weil es auch unter diesem Regime praktisch nichts durchzusetzen.

00:50:20: Und das Wenige, was man durchsetzen konnte, konnte man immer nur nach langen Pausen durchsetzten.

00:50:25: Der alte Fünf-Jahresrhythmus von Tauwetter und Verhärtung, den gab es nicht mehr.

00:50:31: Im langen Jahr gab es ihn ja nicht bloß bei der Defallen.

00:50:33: Er war überhaupt in einer Kulturpolitik.

00:50:35: Der war nicht mehr da.

00:50:37: Da war von Taufwetter eigentlich gar keine Rede mehr.

00:50:42: Ich glaube ich habe in diesen Jahren nur alle fünf Jahre mal einen Film machen können.

00:50:48: Dann waren es immer auch Projekte, die von vornherein so kalkuliert waren.

00:50:51: Kann man das überhaupt anbieten?

00:50:53: Ist es überhaupt ohne allzu großen Stress durchzukriegen oder

00:50:56: nicht?".

00:50:57: Und so sahen die Filme dann am Ende auch aus.

00:51:00: Wenn es einem mal gelangt und bei mir war das also zum Beispiel in Insel der Schwene nach einem Moment vom Blutrein, den ich dann adaptiert hatte... ...dann wurde folgende Taktik anders kann ich das nicht sagen verfolgt Das Drehbuch wurde abgenommen, damit waren wir schon die erste Hürde mit der Abnahme.

00:51:22: Obwohl die Drehbücher auch noch problematisch in der Regel immer abgenommen wurden.

00:51:27: Es gab in einer Dramaturgie nie Ablehnung sondern da wurde einfach folgendes Spiel gespielt Bücher abnehmen Film nicht zur Produktion kommen lassen und wenn zur Produktion kommen lassen dann den Film zensieren.

00:51:43: So war das bei Insel der Schwene.

00:51:46: Das Buch wurde wörtlich gedreht und als er filmt zur Abnahme vorlag, bei der staatlichen Kommission, wurde er sich da abgenommen.

00:51:57: Wir fielen aus allen Wolken weil wir hatten ja nicht umsonst einen kritischen Film gemachten.

00:52:01: Wir wussten ja was wir da reingeschrieben haben und was gedrebt worden war.

00:52:05: Und acht Wochen später wurde die Abnahme zurückgenommen mit der Auflage von etwa zwanzig Änderungen.

00:52:11: Die haben wir strikt verweigert, diese Änderung.

00:52:15: Der Film lag dann im Jahr und nach einem Jahr wurde er wieder vorgeholt und die Änderungsliste wurden reduziert auf fünf sechs sieben acht Punkte.

00:52:25: so also ein zwei neue Szenen.

00:52:28: in zehn Ansätzen hatte ich Lieder reingeschrieben die mussten raus.

00:52:33: das Hauptproblem war der Schluss der musste geändert werden sollte geändert.

00:52:39: Das Ganze hatte den Hintergrund, dass sie DVR nach Plan produzierte und ja auch Planerfüllung zu leisten hatte.

00:52:46: Und davon hingen ja die Jahresentbringungen ab aller alle alle Beteiligten.

00:52:50: Und das war der achtzehnte Film.

00:52:52: Der fehlte einfach an einer Jahresplanerfüllung und deswegen wurde er wieder aus dem Regal geholt und diese Auflagen reduziert.

00:53:01: ich habe mich geweigert irgendeinen.

00:53:04: Das hat dann die entsprechende D-Vergruppe, die D-Vergruppe Babelsberg getan.

00:53:09: Wer das da genau nun geschrieben hat ... Ich nehme an es war der Herr Scheinhardt.

00:53:15: Jedenfalls hat er sich so ziemlich geäußert.

00:53:17: Es wurden dann im Szenen umgeschrieben und am Ferd den Film geschnitten Lieder rausgenommen.

00:53:25: Dazu haben wir einen Schoche bereitgefunden.

00:53:30: In der anderen Position war er aber abhängig vom Studio.

00:53:33: Dann konnte man quasi zwingen, also man konnte auch sagen wenn du es nicht machen, machen sie einen anderen.

00:53:38: Das hat er dann getan... Ich stand vor der Frage was mache ich?

00:53:42: Nimm mich meinen Namen raus oder lasse sich meinen Namen drinnen?

00:53:44: da sind wir beim Problem Protest- oder Anpassung.

00:53:48: Ich habe dann nach langen Zöger meinen Namen drin gelassen, wenn ich mir gesagt habe, na schön.

00:53:52: Wir haben das zusammen gemacht und wir haben zusammen gearbeitet und bin dann den Kompromiss eingegrabt.

00:53:59: Also ich stehe unter Szenarium und alles andere läuft unter Drehbuch.

00:54:06: So steht also der Regisseur des Drehbuchverfassers drinnen was in meinem Film bisher nie vorgekommen war.

00:54:10: Und als Szenarist konnte er immer sagen, dass ich das Szenario um Drehbau erinnere, aber nicht.

00:54:15: Aber wie verantwortlich!

00:54:16: Die Geschichte nahm dann ihren Gang im Übrigen bis also auf die brutalen Rausschnitte wie Lieder und Schluss, was so eine ganz entscheidende Sache war.

00:54:27: Wir hatten einen offenen Schluss geschrieben.

00:54:29: wenn sich noch ein bisschen an den Filmen erinnern sollten es läuft da am Ende auf ne Katastrophe.

00:54:33: genau ist der negative Hält ich sag's mal jetzt in einer Verkürzung der Böse.

00:54:38: Der Film ist ja ein bisschen holtschnittsartig bewusst versucht den Helden in diesen ekelig tiefen und langen Fahrstuhlschacht von diesem Rohbau zu stoßen.

00:54:50: Der kehrt aber den Spieß um und am Ende hängt der Böse mit seinen Fingerkuppen dort auf der Betonkante, es kann eigentlich nur so ausgehen dass er runterfällt.

00:55:02: Natürlich war sein Instinkt unseren Reflexfunktionär, der ruft ihm Hilfe und da ist Schluss!

00:55:08: Und das wurde dann eben verlangt, dass er ihn rauszieht Und dass er wirklich wieder dort oben dann rumkamen kann.

00:55:14: Das war eine bittere Sache, hat den ganzen Film verfüllt.

00:55:19: Was sonst an Szenen dazu geschrieben wurde oder geändert wurde, das war eigentlich mehr eine performe Erfüllung.

00:55:25: Da ist nichts in sein Gegenteil verkehrt worden, sondern es war einfach abhaken.

00:55:34: Der Punkt wird verlangt wir können dokumentieren Wir haben das gemacht und fertig ist die Laube.

00:55:39: Das fing dann auch mit diesen Kommissionen Mit den Abnehmern zusammen.

00:55:41: Die haben gesehen die Jungs haben da zum Teil das gemacht was wir wollten.

00:55:45: also schön lassen wir den Film raus Ohne noch mal genau zu prüfen Ist das nun wirklich das was wir wollen?

00:55:50: Allein der tatsache dass etwas gemacht wurde hat ja schon oft gereicht.

00:55:54: Jedenfalls hat's in dem Fall gereicht.

00:55:56: allerdings nahm das Ding dann doch Eine negative Wendung der Filmbohle, dann von den Umzugs-Filmdirektionen.

00:56:02: Aufweisungen natürlich nur nach Mittagseinsatz und nur an Breitheim in einer Woche.

00:56:06: Und was das für Zuschauerzahlen ergab war ja klar.

00:56:08: Dann lief noch eine gefälschte Laserbriefkampagne in der jungen Welt mit geturkten Laserberufen die natürlich alle dagegen waren.

00:56:16: so ist unsere Jugend nicht und wie diese Sprüche alle hießen Das Flug im Übrigen ziemlich schnell auf wurde, aber natürlich vertuscht.

00:56:24: Es änderte nichts daran, dass der Film seinen Ruf hatte und keine Zuschauer hatte.

00:56:28: Und dann das Argument kam, ihr braucht da so was gar nicht zu machen, die Leute gehen eh nicht rein.

00:56:33: Das war die Takt.

00:56:34: Jedenfalls in diesem Fall.

00:56:36: Können Sie noch ein paar Veränderungen benennen?

00:56:38: Der Film spielt zum Teil in der Schule.

00:56:40: Die Schule wie zum Beispiel Volksarmee – das waren ja absolute Tabu-Gebiete.

00:56:44: Es gab auch kaum die Verfirmen, die sich damit befassen, weil die Autoren alle davon zurückzugen.

00:56:48: Greiblicherweise.

00:56:49: Weil alle wussten, da reden X-Leute rein in die Schule, redet die Honecke persönlich rein und dann wollte sich eigentlich keiner auszuissen.

00:56:55: Das wäre furchtlos gewesen!

00:56:56: Wir hatten hier aber Klassenzellen.

00:57:00: Diese Klassenzenen mussten geändert werden weil da lief ein Demokratiespieler wurde in der Klasse abgestimmt und das war schon in sich schon sensationell genug.

00:57:08: Das war also überhaupt gar nicht geliebt.

00:57:11: Und dann hat der Junge ja verschiedene Konflikte mit dem anderen Erziehungspartner.

00:57:17: Es gab immer dieses Dreieck, Elternhausschule Pionierorganisation.

00:57:21: Also mit dem Elternhaus und der anderen Ecke des Pioniertuchs hatte er Probleme.

00:57:25: Ja dann fahrt da kam ich so richtig klar mit ihm und es entstand dann ziemlich ein Konflikt von Seiten des Jungen eine ganz starke Dagegenhaltung obwohl ganz klar war dass er seit der Eltern eigentlich liebte.

00:57:36: also mussten Briefe erfunden werden die die angeblich geschrieben hat und die etwas begütigender waren und solche Dinge.

00:57:45: Im Übrigen war eines der Probleme auch, dass der Film ja gelegen hat und es musste ja regelrecht nachgedreht worden.

00:57:51: Das heißt, der Held, der als wir ihn original hatten noch nicht pubertierte, war inzwischen durch den Stimmbruch und eigentlich jeder konnte sehen was vorgefallen war.

00:58:00: Viele haben's eben auch gesehen.

00:58:02: Was mir selber am meisten wehgeteinert war die Sache mit den Liedern vor allen Dingen das Lied vom Schloss.

00:58:09: Und es gab auch ein Lied, was ich im Bezug auf die Schule bezog.

00:58:15: Am Schluss war dieses Betonlied.

00:58:17: Es geht doch darum, dass am Haus eben nicht Wiesen und so eine Art Abenteuerspielplatz gelassen wurde sondern das eben einfach schlichtweg zubetoniert worden ist.

00:58:26: Die Szene läuft so, dass die Gruppe von Kindern und Jugendlichen da aus einem minimalen Anlass in Protest verfällt und diesen Beton zermanscht Darauf Rumtanst und alle möglichen Details reinpflanzt, Toilettenbecken oder Fahrräder und dergleichen.

00:58:42: Und bei der Gelegenheit übrigens auch am Rande die Nervenpflanz in Bäumchen ausreißt weil wenn erst mal so ein Protest läuft dann ist das ja eine Rehle nicht zu halten gewesen.

00:58:50: Das war schon sehr schwierig diese Szene überhaupt durchzukriegen.

00:58:52: Da lag da noch ein Lied drauf was die Sache nur noch schlimmer machte und das war überhaupt nicht durchzusetzen.

00:58:58: Das war der eine Punkt der mich am meisten schmerzte und eben der Schluss.

00:59:05: Wir haben das dann versucht auf elektronischem Weg wiederherzustellen, weil das Originalmaterial war nicht mehr aufwähntbar.

00:59:11: Der Film, die stand im Fernsehen ... wir haben es elektronich wieder hergestellt aber der Effekt ist natürlich nicht so wie er eigentlich

00:59:16: braucht.".

00:59:17: Und wie war das damals mit Paul und Paula?

00:59:19: Also ich kann mich entsinnelt, der Film kam in den Kinos, wenn die Journalisten schreiben ihre Berichte

00:59:24: oder

00:59:25: kardikten ihre Sendung an und bei mir war's zum Beispiel

00:59:28: so

00:59:28: Ich konnte dem fertigen Beitrag nicht mehr senden, da wurde von der Sendung zurückgenommen.

00:59:33: Ja, Paul und Paula war ja produziert in der Tower-Wetter-Periode geschrieben.

00:59:38: Und produzierte.

00:59:39: eine Tower-Vetter-Periode kam raus als die Auslief.

00:59:42: Da waren schon die entsprechenden Erklärungen im ND.

00:59:46: Wir hatten hier alle ein ganz sensibles Sensorium entwickelt für gewisse Wortwendung und gewisse Formulierungen.

00:59:52: Der wussten also genau was da anfing wieder zu laufen.

00:59:56: Das Ganze hink offenbar damit zusammen dass er Machtwechsel zu Honnecker zunächst mal an hat kulturpolitisches Vakuum hinterlassen hatte.

01:00:04: In dieses Vakum fielen ja interessante Sprüche wie zum Beispiel es gibt keine Tabus mehr, ich sitiere jetzt sinngemäß.

01:00:12: Allerdings hatte der Satz ein Komma und einen Nachsatz.

01:00:14: Und der Nachsat zießt, wenn man vom sozialistischen Standpunkt rauskommt.

01:00:18: Euphorisch wie wir waren und Polar Sehnsucht danach das eine Öffnung stand.

01:00:22: Dann haben wir natürlich nur den ersten Teil des Satzes reagiert und haben die Tabust gebrochen.

01:00:29: Und dann anderthalb Jahre später kam dann eben der Nachset zum Tragen.

01:00:33: Das war genau die Zeit in der Legende lief aber es war noch nicht so verfestigt.

01:00:38: also der Film ist im Vorführung nicht behindert worden.

01:00:42: Das war aus Sicht der Führungsschicht natürlich ein Fehler, weil auf die Art und Weise dokumentierte sich durch die Zuschauerzahlen.

01:00:53: Und sie waren immens.

01:00:54: dass Sie mit Ihrer Kulturpolitik wenn ich noch mit der Politik überhaupt völlig im Argen waren und dass Sie völlig daneben gelagen das Sie nichts mehr begriffen gar nicht zum Beispiel mehr von den Bedürfnissen der Leute gegenüber Kunst.

01:01:07: Das war ein gutes Argument für uns.

01:01:09: Mir war klar, dass die Presse da behindert wurde und irgendwann trat er dann sowieso der Punkt ein, dass mein Name in der Presse nicht mehr vorkommen durfte, kein Titel mehr vorgummen durfte oder so.

01:01:18: Aber das war Post-Festum!

01:01:20: Es war schon passiert, es war zu spät, es hat mich sehr viel ausgerichtet.

01:01:23: Es hat mich zwar betroffen gemacht, diese Periode zog sich ja sehr lang hin ziemlich bitter in der Name, wenn man nicht mehr existent ist.

01:01:33: Man muss mal vorkommen auch nicht nach Schule.

01:01:35: Ich meine ich kam auch vorher nie in irgendwelchen Lehrplänen vor aber es gab doch korrigierte Lehrer die sich mit dem einen oder anderen Text oder Filme fast hatten und da Unterricht Stunden drüber gemacht haben und Aufsätze darüber geschrieben hat.

01:01:47: Es gab schon was war keine Massenerscheinung Und dann war ich plötzlich weg vom Fenster und da zu produzieren beim Film sowieso fast aussichtslos dass mit den Verlagen genauso schwierig war, konnte man eigentlich nur noch zwei Dinge machen.

01:02:02: Am Theater konnte man arbeiten und man konnte an der Provinz arbeiten auch unter Schwierigkeiten Und ich hatte mir das Privileg wenn man so will erkämpft zu lesen.

01:02:12: Also es gab natürlich immer Behinderungen Es wurden... gab immer Nachrichten.

01:02:18: wie also in einer Einladung wurde man ausgeladen unter der Ausrede Dass Almos renoviert werden oder die Elektrik ist kaputt oder dergleichen.

01:02:30: Ich hatte allerdings einen Anlaufpunkt, also es gab ja doch eine merkwürdige Schizophrenie.

01:02:35: Die offiziellen kulturpolitischen Erklärungen klangen immer noch locker dabei.

01:02:39: Immer noch vor Demokratisierung und Bedürfnissen und dergleichen die Rede.

01:02:43: Die Praxis war dann andere aber ich konnte ja die Leute zum Beispiel bei Literatur, bei Filmen auch Am Bickel kriegen die das postulierten, den Hübcke zum Beispiel.

01:02:53: Wer konnte nichts dagegen machen, dass ich ihn beim Board nahm und sag pass auf.

01:02:56: Ich denke das gibt es nicht mehr!

01:02:57: Ich denke wir werden nicht behindert.

01:02:59: Wir können uns

01:03:00: äußern.".

01:03:01: Und dann ging er tatsächlich her Drähte an Hebeln und in aller Regel gelang es ihm auch das rückgängig zu machen.

01:03:07: Er kriegt dann die Einladung zwei Wochen später.

01:03:09: allerdings waren die Veranstaltungen so mies.

01:03:12: sie waren dann so von entsprechenden Leuten besetzt da sind nur noch Frust verursachten bei mir.

01:03:17: Es gab allerdings auch andere Beispiele.

01:03:19: Aber in der Regel habe ich mich in der Zeit so verhalten, dass ich eben am Theater arbeite.

01:03:24: Da war manchens möglich und ich hab gelesen wie ein Teufel da.

01:03:28: Ich bin fast nicht mehr geschrieben in den Jahren sondern bin unterwegs gewesen.

01:03:31: Ich nehme mal an ... Ich hab's nie hochgerechnet aber es muss immens gewesen sein die Zahl der Lesungen.

01:03:38: Das waren manchmal drei in einer Woche.

01:03:40: Hab zwei Autos kaputt gefahren in derzeit also nicht durch Unfassungen oder Verschleiß einfach Ich habe gelesen, wobei das Lesen ja gar nicht entscheidend war.

01:03:51: Das war für mich schon entscheidender weil ich konnte immer mich vorstellen und es waren immer volle Seelen.

01:03:57: Viele Leute.

01:03:58: Für den Einzelnen waren ziemlich viele Leute die ich erreicht habe.

01:04:02: Für die Leute war dann interessanter die Diskussionen danach unterschiedlich war.

01:04:07: Manchmal waren es einfach nur Predigten meinerseits, indem ich einfach alles an Informationen ausgebreitet habe nicht so sehr an Meinungen sondern Informationen ausgebreitet was ich hatte und ich hatte natürlich viel mehr Information als die Masse weil ich ja immer das am eigenen Leib erlebt hat.

01:04:19: und außerdem konnte ich ab und an reisen und hatte in meinen Schrank von Literaturen hab den auch gelesen und habe auch da die Informationen verbreitet die dann erst später offiziell über den Sputnik kam, zum Beispiel über die Russische Revolution.

01:04:33: Das hatte ich alles schon vorgelesen und habe das eben einfach wie ein Medium, wie einen Kommunikationsmittel unter die Leute gebracht haben natürlich auch die Titel genannt hab zitiert.

01:04:44: Es war nach heiden Arbeit.

01:04:46: Das war für die Leute wahrscheinlich das viel spannende und dass sie bei solchen Lesungen einen Forum hatten und sich untereinander austauschen konnten.

01:04:56: Viele waren ja in der Kirche Ich glaube, ab und an direkt auf der Kanzel gestanden.

01:05:01: Entweder direkt oder übertragend.

01:05:04: Als in den sechster Jahren die Kellerfilme gedreht wurden, die sogenannten Kellerfilmen ist eigentlich kein Protest nach außen in Bedrohung, in die Öffentlichkeit Worte protestiert?

01:05:15: Ja das war ja Weißgott nun eine andere Zeit.

01:05:17: Mauerbau lag ja... Wenn man gerade erst drei, vier Jahre zurück... Man muss ja immer dann denken die Filme müssen erst geschrieben werden.

01:05:25: Dann müssen sie gedreht lange Zeit werden.

01:05:26: Also in der Regel verging da schon mal zwei Jahre beim Tempo was die Idee vertrauf hat.

01:05:34: Von heute aus gesehen finde ich das Tempo gar nicht so übel also.

01:05:39: Zeit ist schon eine gute Sache und Zeit hatten wir uns gelassen weil es oft Geld nicht ankam.

01:05:43: Es wurde ja nicht marktwirtschaftlich produziert.

01:05:48: Das war ne andere Zeit.

01:05:50: Das Paket an Illusionen, das wir alle mit uns rumschleppten.

01:05:53: Jeder in unterschiedlicher Größe nach Herkommen war natürlich noch viel größer als in den achtzehn Jahren.

01:06:01: Fast alle die an diesen dreizehn Filmen waren es wohl etwa beteiligt waren und zwar bis zum Kammermann waren alles Parteimitglieder.

01:06:09: Ich war damals auch noch parteimitlit.

01:06:11: Und die Partei Disziplin schlug damals noch ganz anders zu als sie später zuschlug.

01:06:17: Wir hatten uns nicht alle davon befreit.

01:06:21: Der Stress in diesem Monat nach dem elften Plenum im Studio war treiblich erheblich, aber wirklich niedergedrückend.

01:06:30: Und der war für viele von uns auch das zumindest die von meiner Generation und um etwa meine Generation drehte es sich, bin thirty-four geboren.

01:06:41: Das war auch das erste Erlebnis was wir in der Hinsicht hatten also eine dermaßen massiver Einsatz von ideologischer und politischer Gewalt mit Drohung, Mit Erpressungen in den Parteifersammlungen vorgetragen im Wesentlichen vom damaligen stellvertretenden Minister für Film Wagner.

01:07:00: Das war erheblich, das hatte ich noch nicht erlebt!

01:07:02: Das war eine ganz üble ... Ja heute würde man sagen... Ach Gott eigentlich hätte man es auch damals schon sagen können.

01:07:10: stalinistische Atmosphäre wurde da geschaffen in der Partei also Hattei.

01:07:14: Ausschluss war das Minister.

01:07:15: Das war es ja noch gar nicht mal, obwohl das war für viele schon eine ganz schlimme Sache und konnte wirklich Karriere schädig sein.

01:07:24: Es wurden also die Führungskarte ausgewechselt und es gab... Also es wurde regelrecht ein Kommissarier im Studium eingesetzt, ein neuer Parteisäge der Levito Eichel.

01:07:33: Und der Kommissarin, das war der Autor Hagen, er hatte einen Doppelner-Metall, der Adrefs Oliver Hagen.

01:07:41: Und es waren nicht weit davon entwährend, dass das Studio von Kampfgruppen besetzt wurde.

01:07:46: Mit so harten Bandasen wurde da gespielt schon um uns einzuschüchtert und das gelang auch weitgehend.

01:07:51: Deswegen drang kein großer Protest nach außen.

01:07:55: im Studio schlugen die Wellen allerdings hoch oder flogen schon mal die Fetzen.

01:08:01: Allerdings muss ich sagen auch im Wesentlichen von oben.

01:08:04: also ich habe schon gesagt die Bedrohungen waren ziemlich groß unser Widerstand war eher Passiv müsste man sagen.

01:08:15: Wir waren uns natürlich alle einig, dass das nicht okay war.

01:08:18: Wir wurden auch gar nicht so leicht auseinander zu dividieren.

01:08:21: Obwohl der Versuch natürlich stattfand und am Ende auch Erfolg gehabt hat.

01:08:25: Jeder Film wurde erst mal in sich betrachtet und sie wurden ja im Prinzip alle verboten nach anfänglich versuchen diesen oder jenen noch zu retten zum Beispiel mit dem ich da beteiligt war.

01:08:37: Carla gehörte zu denen die vielleicht noch hätten gerettet werden können.

01:08:42: Und als wir ihn dann jetzt wieder auffangen, in den Zustand war er ja noch genau in diesem Zustand.

01:08:47: Wir hatten also bewusst für eventuelle neue Vorführungen noch gewisse Töne weggenommen damit die Dialoge nicht durchschlugen.

01:08:54: es war gar nicht einfach das zu rekonstruieren.

01:08:56: Gott sei Dank hatten da auch noch die Drehbücher und wir haben's dann alles irgendwie zusammengebastelt und gefunden.

01:09:01: nicht nicht vollständig war dass war das nicht mehr zu machen.

01:09:04: Da fand der Versuchteil bei anderen war das überhaupt gar nicht möglich Die Phase, die dann darauf folgte bei mir persönlich oder mit vielen anderen.

01:09:14: Im Wesentlichen blieben wir alle im Studium.

01:09:17: An Vorderster von Travester.

01:09:20: den Bayer hatten sie sozusagen zur Gallionsfigur gemacht, obwohl wir ja gar nicht in dem Sinne... Wir waren vielleicht ein ideologischer Grupp aber eine politische gar nicht.

01:09:29: Es gab also gar keine Zusammenkünfte darüber und es wurden keine Konzeption entwickelt!

01:09:32: Wir machten nur einfach alle die Filme und wir hatten die Chance in den anderthalb Jahren davor Wie es schien, die zu machen.

01:09:39: Und das war dann eben das Ergebnis.

01:09:43: Bayers Film rückte auf eine Art und Weise in den Vordergrund, weil er einwärter Erster war und ja schon zur Premiere dauern.

01:09:52: Die Premiere dann schon mit FTRK voll besetzt, wo ich war dabei und dann gepöbelt wurde.

01:09:59: Dadurch rückten da alles wahnsinnig in den vordergrund Denn der Film, selbst wenn man ihn sich mal so anguckt bis auf gewisse Szenen in der Tendenz ist ja gar nicht in dem Sinne radikal oder republikzerstörend gewesen.

01:10:11: Der Held ist doch am Schluss eher angepasst.

01:10:15: Waren so alle nicht?

01:10:17: Das kommt darauf an wie man das sieht.

01:10:20: also es waren schon Konzeptionen da.

01:10:22: ich meine Man redet immer am besten über das, was man selber gemacht hat.

01:10:26: Wenn man sich mal anschaut, Carla endet nicht mit dem Happy End.

01:10:29: Das war schon mal ... Ich meine ich habe überhaupt nie Happy End geschrieben.

01:10:33: Zwei Ausnahmen.

01:10:35: Das ist eine ziemlich wackelige Sache aber das war ja auch ein Film der sich mit Schul- und Volksbildung gefasst und der einfach idealisch, aber was sollte man anders machen?

01:10:50: Die Theorien, mit denen wir alle großgebauten waren wirklich dann beim Wort zu nehmen und in solchen fiktiven Geschichten darzustellen.

01:10:58: Das war die Konzeption der Demokratisierung und das war am Ende...das war das Radikals wenn das verwirklicht worden wäre.

01:11:07: Wenn also wirklich Demokratie eingeführt worden wäre, wäre das Land Hätte das nicht diesen Verlauf genommen.

01:11:13: Ich weiß nicht, kann man nicht voraussehen welchen.

01:11:15: Aber es hätte nie zu den Zustanden von nachtzig geführt.

01:11:18: Möglicherweise hätte es viel früher in die Marktwirtschaft geführt, das könnte ja sein.

01:11:23: In der Konsequenz gedacht scheint das ja eben mit der Demokratie so zu sein.

01:11:28: Das ohne was anderes nicht zu machen.

01:11:30: Und das hätte dann vermutlich am Ende auch ohne dass wir darüber je nachgedacht hatten zu einer Art und Weise beim Vereinigung geführt Ne?

01:11:37: Insofern war das eigentlich nicht angepasst.

01:11:40: Das war eben beim Wort genommen und das waren ziemlich gefährliche Angelegenheiten.

01:11:46: Das haben die auch erkannt, sonst hätten sie nicht so zugeschlagen.

01:11:50: Das kann gar nicht anders gewesen

01:11:51: sein.".

01:11:52: Das sogenannte Kahlschlagplenum des SED-Zentralkomitees ist relativ gut auch im Ton dokumentiert auf der Internetseite des Bundesarchivs für jedermann nachzuerleben.

01:12:03: Hier ein kurzer Ausschnitt.

01:12:05: Sie hören die SED-Funktionäre Walter Ulbricht, Erich Honika und konkret Konrad Naumann zu einem der verbotenen Filme das Kaninchen Bin Ich von Kurt Metzig.

01:12:15: Man hat uns gestern den Film gezeigt und sicher mit Absicht kaninchen bin.

01:12:23: ich heiße Es ist folgende Schweinerei, die sich einfach hier trifft.

01:12:33: Das ist doch nicht nur schlechthin sozusagen eine ideologische Verwilderung.

01:12:39: Das ist nebenbei, das war für mich auch Wirtschaftsverbrechen.

01:12:43: Gibt's denn da nicht jemanden?

01:12:45: Der den an der Seite nimmt und sagt zu ihm, guck mal her was hast du mir überhaupt beschrieben?

01:12:49: Und wenn er nicht hört!

01:12:50: Dass er nicht hört, dass was das Leben fordert... ...das was die Linie des sozialistischen Realismus fordert Dann kriegt er gar keine Tribüne aber bei uns kriecht er Technik Da kriegt ihr Duftekamera-Männer Da kriecht ihr Mäuse Und dazu dann interne Vorführungen von denen die Menschheit nicht hat.

01:13:08: Wir entrüsten uns alle, aber jeder hat seine Planstelle der Verantwortung.

01:13:14: Es muss doch irgendwo

01:13:16: eine persönliche Verantwortung in diesem Jahr oder im Vorjahr oder

01:13:20: überhaupt

01:13:21: irgendwo gegeben haben.

01:13:22: dafür das Produktionsmittel, Visarexposee und Süsschei... Und was alles gibt?

01:13:30: Dass das irgendwie läuft!

01:13:32: Ich persönlich weiß wir sind hochorganisiert.

01:13:35: Das gibt es nicht, dass jemand spontan ein Film dreht.

01:13:38: Du bist mir dumm!

01:13:39: Der ist genau so dumm... Ich bin mir dum!

01:13:41: Du unterschädst die Bayern-Marktwirtschaft!

01:13:46: Na ich hab gedacht, ich bin nur DDR.

01:13:48: also... Habe ich auch geglaubt?

01:13:53: Genossen in dem Film wird außerdem Berlin beleidigt.

01:13:56: Ich will euch mal ganz offen sagen So eine primitive italienisch sozialkritische Masse gehend und kotzt mich an.

01:14:04: Wenn man nur zeigt, diese Häuser wurden die Maschinengewerbende der letzten Kriegsdauer von Berlin sind und sich beinahe

01:14:11: schämt

01:14:12: dient das neue Berlin zu zeigen.

01:14:14: Wo man sich schämte, dass neue Berlin uns einen neuen Menschen zu zeigen, da ist eine Schande!

01:14:19: Und wer Berlin beleidigt, der beleidigte Hauptstadt in der ganzen Republik... ...ist jetzt allen genossen klarfragig, dass es nicht um Literatur geht und auch nicht um höhere Philosophie.

01:14:31: Ja?

01:14:33: Sondern dass es um einen

01:14:34: politischen Kampf

01:14:35: geht zwischen zwei Systemen.

01:14:37: Ich hoffe, dass das inzwischen jetzt klar geworden ist.

01:14:41: Also worum geht es?

01:14:44: Um die Gewährung der Freiheiten in der DDR, die eben der bürgerlichen Gesellschaft des Westens üblich sind.

01:14:53: Aber wir haben viel weitergehende Freiheit.

01:14:56: Wir haben nur keine

01:14:57: Freiheit.

01:14:57: also für Verrückte Ja ich meine sonst haben wir absolute Freiheiten überall.

01:15:01: ja Unsere deutsche demokratische Republik ist ein sauberer Staat.

01:15:06: In ihr gibt es

01:15:07: unverrückbare

01:15:08: Maßstäbe der Ethik und Moral für Anstand und gute Sitte.

01:15:14: In den letzten

01:15:14: Monaten

01:15:16: gab es einige Vorfälle,

01:15:19: die unsere

01:15:20: besondere Aufmerksamkeit

01:15:21: erforderten.

01:15:24: Einzelne Jugendliche schlossen sich zu Gruppen zusammen und begingen kremenäle Handlungen.

01:15:32: Es gab Vergewaltigungen und Erscheinungen des Rauditums.

01:15:36: Hier zeigt sich wiederum der negative Einfluss vom Westfernsehen und Westrundfunk

01:15:42: auf

01:15:42: Teile unserer Bevölkerung.

01:15:45: Wir stimmen jenen zu, die feststellen dass die Ursachen für diese

01:15:52: Erscheinungen

01:15:53: der Unmoral- und eine dem Sozialismus fremden

01:15:56: Lebensweise

01:15:59: auch in einigen Filmen Fernsehsendungen Theaterstücken Literarischen

01:16:05: Arbeiten

01:16:05: und den Zeitschriften bei uns zu sehen sind.

01:16:09: Es häufen sich in letzter Zeit auch Entendungen des Fernsehfunns im Film- und Zeitsschriften

01:16:16: antihumanistische

01:16:17: Darstellungen.

01:16:19: Brutalitäten werden geschildert, dass menschliche Handeln aus sexueller Triebhaftigkeit reduziert.

01:16:27: In einigen wären der letzten Monate bei der Deva produzierten Filme Zum Beispiel das Kaninchen bin ich, dass Sie genossen gestern Abend gesehen haben.

01:16:38: und denk bloß nicht Ich heule.

01:16:41: Im Manuskript des Bühnenwerkes der Bau veröffentlicht in Sinn und Form, in einigen Fernsehproduktionen und literarischen Veröffentlichungen zeigen sich dem Sozialismus Fremde schädliche Tendenzen und Auffassung.

01:16:59: In diesen Kunstwerden gibt es Tendenz der Verabsolutierung der Widersprüche, der Missachtung der Dialektik der Entwicklungen, konstruierte Konfliktsituationen, die in einem ausgedachten Rahmen gebresst sind.

01:17:22: Die Wahrheit

01:17:22: der Gesellschaft und Entwicklung wird nicht erfasst.

01:17:26: Der schöpfrische Charakter

01:17:27: der

01:17:27: Arbeit der Menschen wird negiert.

01:17:30: Dem Einzelnen stehen kollektive und leider der Parteienstaat oftmals

01:17:35: als kalte, als fremde

01:17:37: Macht

01:17:38: gegenüber.".

01:17:39: Damit zum Regisseur Frank Bayer und seinen Schwierigkeiten mit den Zensoren am Ende dieser Podcast-Ausgabe vom siebzehnten Mai, zum achtzigsten Jubiläum der DEFA.

01:17:50: Frank Bayr unter anderem Regisseure von Spur der Steine, Premiere im Kino International, neunzenhundert sechsundsechzig.

01:17:59: Herr Bayer, Ihr Filmspur der Steinen ist sechs Monate nach dem elften Plenum verboten worden obwohl er eine Premiere hatte zu den Arbeiterfestspielen in Potsdam.

01:18:08: Kennen Sie die Motive, warum dieser Film erst zugelassen und dann verboten worden ist?

01:18:15: Ich glaube ja.

01:18:16: Da ist inzwischen kaum noch ein Geheimnis dabei.

01:18:19: Wenn ich das ganz kurz beantworten soll, so ist es wohl so gewesen.

01:18:25: Dieser Film war nach einem Roman entstanden – Nach dem Romanenspur der Steiner von Erik Neutsch.

01:18:31: Dieses Buch war hochgelobt worden, es erschien zur Bitterfelder Konferenz.

01:18:36: In nineteen-fourhundsechzig wurde viel diskutiert und gelesen und es wurde hochgeloppt.

01:18:41: Das hatte den Nationalpreis bekommen auch.

01:18:45: Die anderen Filme die in der Folge des Elften Dlenums verboten wurden waren meist Originalstoffe.

01:18:52: Mit denen machte man einen kurzen Prozess.

01:18:54: Das kannte niemand, das wusste niemand.

01:18:57: Dieses Buch Spur der Steine war weitgehend wie ich bereits gesagt habe bekannt und man war in großer Verlegenheit wie man den Leuten erklären sollte dass das Buch ein Musterbeispiel des sozialistischen Realismus ist und der Film partei-und staatsfeindlich ist.

01:19:13: Da hat man monatelang gebraucht um sich darüber zu verständlichen offenbar.

01:19:18: Und dann ist man zunächst mal Die Flucht nach vorn angetreten.

01:19:21: Der Film wurde ja wie gesagt zu den Arbeiterfestspielen in Potsdam gezeigt, erfolgreich gezeigt vor ausverkauften Kino liefert.

01:19:28: Da wurde als DDR-Beitrag nach Kaloibari gemeldet und hat eine angesetzte Premiere mit ich glaube sixundfünfzig Kopien was noch nie der Fall war.

01:19:37: und dann sind offensichtlich die Gegner dieses Films.

01:19:41: und da der Film hatte zahlreiche Gegner hochrangige Gegner sind noch einmal aufgetreten und haben dann in letzter Minute doch noch das Verbot durchgesetzt.

01:19:50: Es fehlt eigentlich nur ein winziges Mosaiksteinchen, ich weiß nicht genau ob Ulbricht der Initiatur des Verbotes war oder ob er zum Verbot gedrängt wurde.

01:19:59: In der Woche der Premiere gab es am Dienstag also Donnerstag war die Premiere, am Dienstdag vorher gab's eine Politbüro-Sitzung.

01:20:06: In dieser Politbюrositzung war ein Tagesordnungspunkt Spur der Steine.

01:20:11: zu dem hat Ulbrecht gesprochen.

01:20:12: den Text kenne ich nicht aber die Folge dieser Sitzung war das Verbot

01:20:22: des Films.

01:20:27: Es wäre also ein bisschen ungerecht, wenn ich jetzt anfangen würde, Namen aufzuzählen?

01:20:32: Natürlich fällt mir ein, fallen mir ein paar Kollegen ein die sich bis zum Schluss auch geweigert haben ihre Meinung zu ändern.

01:20:43: Zunächst mal muss man sagen, dass der Film ja nach einer Diskussionsphase im Frühjahr, neunzehntundsechzig auf Weißung von oben vermutlich Erweisungen von Kurt Hager dem sogenannten Filmbayrat vorgeführt wurde.

01:20:57: Das war ein Bayrat beim Ministerium für Kultur.

01:21:01: In diesem bayrat saß eine sehr bunt gemischte Gesellschaft.

01:21:04: das waren Kollegen von mir Das waren Funktionäre, das waren Dramatogen.

01:21:08: Das waren Regisseure wie gesagt.

01:21:10: Aber auch Vertreter so genannter gesellschaftlicher Organisationen also von der FTJ gab es dort jemandem vom Kulturbund und so weiter.

01:21:19: Es war ein Gremium von siebzig-achtzig Leuten.

01:21:24: Diesen Siebzig Achtzig Leuten wurde der Film vorgeführt irgendwann im Frühjahr neunzehnton sechzig.

01:21:33: Es gab eine sehr lebhafte Diskussion.

01:21:35: Der Film fand nicht nur Zustimmung, aber insgesamt waren bis auf zwei Ausnahmen alle für die Aufführung des Films.

01:21:45: Es gab unterschiedliche Meinungen, unterschiedliche Kritik auch an dem Film.

01:21:49: Aber bei der Frage sollen wir diesen Film aufführen?

01:21:53: Gab es von siebzig-achtzig Leuten zwei Gegenstimmen.

01:21:56: Die wurden dann sofort belohnt nachdem das Verbot kamen.

01:21:59: Die wurden ging gleich eins aufwärts.

01:22:03: Also dieses Gremium war geschlossen für den Film.

01:22:08: Nun war das kompliziert, eine solche Sache dann wieder umzutreten.

01:22:12: Das heißt man machte sich das einfach.

01:22:13: Dieser Filmbeirat wurde einfach auseinandergejagt.

01:22:16: Den gab es nicht mehr.

01:22:17: Die wurden alle nach Hause geschickt damit man die Mühe hatte jetzt eine neue Diskussion dort zu veranstalten und dort alle umzudrehen.

01:22:27: Das wäre ja nicht ganz einfach geworden.

01:22:29: Es waren da viele Leute, die auch ihr Gesicht nicht verlieren wollten die sich wie gesagt für den Film ausgesprochen hatten.

01:22:35: So verfuhr man also anders, man machte das intern.

01:22:38: nachdem also ganz oben beschlossen worden war dass der film nun doch verboten wird gab es im dva studio für spielfilme sogenannte eine sogenannte parteiaktiv versammlung die sich nur mit diesen film beschäftigt.

01:22:53: die war auf zwei wochen zwei tage sogar angesetzt weil man in dem ersten abend nicht fertig wurde.

01:23:01: Es hatten sich so viele Leute plötzlich gemeldet, die gegen den Film waren.

01:23:05: So dass man die eine Woche später fortsetzen musste.

01:23:07: Diese Parteiaktiv-Tarung wurde durch eine Parteileite oder mehrere Parteileitungssitzungen vorbereitet und in diesen Parteileitungssitzungen hat mir gerade jetzt jemand erzählt wurde gewissermaßen der Widerstand gebrochen.

01:23:23: das heißt man sagte den Genossen die dort saßen Natürlich darf jeder zu einem bestimmten Film eine Meinung haben.

01:23:33: Eine gute oder eine schlechte, positive oder negative.

01:23:35: Nur bei dem Filmspur der Steine geht es nicht mehr um die Frage eines Films sondern es geht darum ob die Partei mit einer einheitlichen Meinung an die Öffentlichkeit tritt, eine einheitliche Meinung hat und das ist etwas größeres.

01:23:51: Das ist etwas Bedeutsameres als die subjektive Ansicht überein ist.

01:23:55: Es geht nicht mehr über Ästhetik sozusagen Und da wurde sozusagen der letzte Widerstand niedergemacht.

01:24:00: Also denjenigen, die dort noch aufmuchten, denen sagte man auch so gut das ist in Ordnung dass du für diesen Film bist nur du kannst in diesem Studio dann nicht keine Funktion mehr haben weil du in einer solchen wichtigen Frage Die wiederum wie gesagt eine Haltung zu einem Film ist Dort der Parteien im Rücken fälltst.

01:24:21: So lief das ab und das führte dazu dass in diesen beiden Parteiaktiv-Tagungen, die eröffnet wurden durch ein Referat von Gizy.

01:24:35: Der den Film natürlich vollständig und politisch runter machte und dann dazu auch noch versucht eine ästhetische Begründung zusammen zu zimmern sozusagen wer solche falschen politischen Ansichten hat wie der Regisseur dieses Films muss natürlich auch ästhätisch scheitern.

01:24:52: das war die These von Gizi damals und den Anwesenheit von Wagner, dem leider der Kulturabteilung, fand das statt.

01:25:00: Da ging es sehr hochherf dieser Versammlung aber es ging nicht etwa deshalb hoch her weil dort die Meinungsverschiedeneiden waren zwischen mir und den anwesenden.

01:25:11: Weil ich mich natürlich nicht dazu bereit fand, mich von meinem eigenen Film zu distanzieren.

01:25:15: so und das Maximum was ich da getan habe gesagt wenn hier so massive Einwände gegen einen Film kommt muss ich mir überlegen ob ich etwas falsch gemacht habe oder was ich falsch gemacht haben.

01:25:22: Das war das äußerste was sich dort von mir gegeben habe.

01:25:27: So und Konrad Wolf war über eine Zeit lang praktisch der einzige, der den Film dann noch verteidigte.

01:25:35: er hat einen Brief geschrieben aber bei diesem zweiten Partei aktiv nicht anwesend.

01:25:41: man hatte ihm offensichtlich geraten dort nicht hinzugehen aber da bekannt war welche Meinung er zu dem Film hat halt ein Brief geschrieben und in diesen Brief hat er sich zu dem film gestellt.

01:25:52: das hat ihm sicher sehr viel Ärger gemacht Und er hat dann so viel, ich weiß ist dann unter ziemlich großen Druck hatte sich in September dann also ein paar Monate später doch noch distanziert.

01:26:04: Also es muss ein ziemlicher Drucker für ihn ausgeübt worden sein.

01:26:08: Auf einem Pressegespräch in der Akademie der Künste sagte der Günther Ost dass die verbotenen Filme einzeln und langsam starben.

01:26:16: gab es unter den Filmschaffenden keine Solidarität?

01:26:22: Ja man muss das ist eine richtige ein richtiger Satz Man muss sich das ja nicht zu vorstellen zu einem bestimmten Zeitpunkt die Parteiführung massiv gegen eine Gruppe von Filmschaffenden losgingen, sondern es war ein Prozess wie gesagt.

01:26:41: Die ersten beiden Filme, die verboten wurden das Kaninchen Bin Ich und das war von Kurt Metzig und denk bloß nicht ich heule von Frank Vogel.

01:26:54: Diese beiden Filme waren neunzehntfünfundsechzig fertig.

01:26:57: An Frankfurts Film wurde, glaube ich, ein halbes Jahr gebastelt und gearbeitet und nachgedreht und umgeschnitten Und die gerieten dann in diese Plenumsdiskussion.

01:27:07: Die wurden richtig am fünften Dezember.

01:27:09: neunzent sechzig von verboten Auf diesem elften Plenum Und von diesem Augenblick an begann man natürlich die Produktion.

01:27:23: Während des Drehprozesses waren, die Filme, die vorbereitet und in der Entfertigung waren begann man natürlich durch zu checken im Studio draußen.

01:27:33: Und da gab es eben halt zehn zwölf Filmen, die sich in diesem oder jenen Arbeitsstadium befanden.

01:27:39: Spur der Steine befand sich in der Endfertigung.

01:27:42: Der Film war abgedreht.

01:27:44: ich hatte sogar einen einen Abgabetermin schon, den ich nach dem Plenum aber verlängern ließ, weil ich nicht in diese Hysterie mit dem Film hinein wollte.

01:27:54: Und so verging ein halbes Jahr mit verschiedenen Diskussionen und im Laufe dieses halben Jahres bis etwa in den Juni hinein, äh, sechsundsechzig hinein wurden dann die von ihnen genannten zwölf Filme verboten Zum Teil nicht mehr zu Ende gedreht, zum Teil keine Endfertigung gemacht.

01:28:16: Der letzte Film war Berlin und um die Ecke von Klein- und Kohlehase.

01:28:21: Der wurde gar nicht mehr zur Ende gemacht, der war zwar abgedreht.

01:28:23: Da wurde die Entfertigung nicht mehr gemacht und der vorletzte Film war Spurtersteine.

01:28:27: Und wie gesagt mit diesem Film machte man einen kurzen Prozess eigentlich.

01:28:31: Die wurden vorgeführt und die verschwanden eben dann.

01:28:35: Die Arbeit wurde abgebrochen...

01:28:37: Wie wurden sie vorgefüllt?

01:28:39: ...unterschiedlichen Gremien unterschiedlichen Gremien.

01:28:44: Es gab ja in der DDR keine Zensurbehörde, gab ja keine Behörde kein Amt mit Namen und Hausnummer die wie zu Metternichtseiten etwa Filme oder Bücher zensierten sondern die Zensuren der DDR war doch wie Krebs.

01:28:58: Die war doch krebs!

01:28:59: Die Zensor begann in der eigenen Schreibstufe wo man Filme machte und wo man sich natürlich überlegen musste welche Chance man mit einem Stoff hatte.

01:29:10: Nicht, aber halt eben nicht als eine fest an einzelnen Personen festzumachende Angelegenheit.

01:29:19: Die Oberste Zensur war natürlich durch das Politbüro oder die Kulturabteilung ZK und dann gab es den stellvertretenden Minister für Kultur der für Film zuständig war mit seinem Apparat Und das war sicherlich auch ganz unterschiedlich.

01:29:32: Also bei Spur der Steine kann ich das präzise verfolgen, wie das ablief.

01:29:37: Dort fand es nämlich auf ziemlich hoher Ebene statt.

01:29:41: Es gab im März eine Vorführung des Films.

01:29:43: dort war Kurt Hager dabei, dort war Alexander Abushter dabei, da war Rodenberg dabei und dort war der neue Kulturminister Gisi dabei.

01:29:51: also es war dort alles versammelt was letztendlich Entscheidungen zu treffen hatte über kulturelle Prozesse.

01:29:59: die sahen den Film.

01:30:02: Er gefiel ihnen nicht, er gefiel ihn auf unterschiedliche Weise nicht.

01:30:07: Es gab also auch Meinungsverschiedenheiten unter dieser, auf dieser Ebene und sie waren offensichtlich nur ratlos weil Sie nicht wussten wie man das den Leuten erklären sollte dass diese ich habe das schon vorhin gesagt dass dieser Film partei- und staatsfeindlich ist und so wurde erst mal die Flucht nach vorn angetreten.

01:30:29: dann kam wie gesagt der film bei rad Und dann schließlich gab es in letzter Minute diese Politbüro-Sitzung, wo dann offensichtlich das Verbot beschlossen wurde.

01:30:40: Bei anderen Filmen wird das anders abgelaufen sein – das war eben halt die Spur der Steine vom Titel her schon und von der Vorpropaganda und von den Diskussionen.

01:30:52: Das Buch war eben das Projekt was am meisten herausgehoben war.

01:30:56: Bei den anderen Sachen machte man kürzeren Prozess, nicht?

01:30:59: Da werden sicherlich die neue Studioleitung wird dann bestimmte Filme gar nicht vorgelegt haben.

01:31:03: Die haben sie einfach... aus dem Verkehr gezogen.

01:31:06: Weil sie müssen ja auch denken, die hatten ja auch Angst dann plötzlich.

01:31:09: Die hatten ja Angst, da war das Plenum gewesen Das Plenuum hatte diese Filme angeprangert.

01:31:13: Das Plennum hat gesagt Pessimismus und Skeptizismus Sie wird verbreitet von den Filmschaffenden Und nun haben die natürlich alle diese Filmen abgeschnieft.

01:31:23: würde man damals gesagt haben Ist denn hier irgendwo Pessimismus oder Skepticism sagt irgendeine Figur, irgendein negative Meinung?

01:31:31: So hysterisch war das ja damals.

01:31:33: Und deshalb wurde es auf sehr verschiedenen Ebenen gemacht und ich kann es im Einzelnen gar nicht nachvollziehen weil ich ja nur eigentlich mit meinem Projekt beschäftigt war.

01:31:41: Das bringt mich auf die Frage nach der Solidarität.

01:31:45: Solidaritet gab es in einem bestimmten Umfang aber da diese Filmleute die diese Filme gemacht hatten, ja keine Gruppe waren.

01:31:56: Sondern es waren eben halt Leute, die auf unterschiedliche Weise die Zeitstimmung versuchten zu reflektieren.

01:32:06: und da die Zeit Stimmung sozusagen so war das man dachte dass man kritisch um ineinander umgehen konnte im Lande, nachdem die Mauer gebaut worden war und nachdem wir sozusagen unter uns waren.

01:32:19: Führte das eben halt zu Resultaten, die ästhetisch ganz unterschiedlich waren aber vom Gedankengang her ähnlich waren?

01:32:25: Sie erhielten Arbeitsverbot und sie gingen nach Dresden oder dass für sie die einzige Möglichkeit weiterzuleben, weiterzuarbeiten.

01:32:34: In meinem damaligen Verständnis war das die einzige Möglichkeiten weil Für mich gab es damals nicht die Alternative in die Bundesrepublik zu gehen.

01:32:47: Gedanklich nicht, jetzt von mir aus nicht!

01:32:49: Weil für mich war der Bundesrepublic weder von der Gesellschaftsordnung noch als Filmland etwas was mehr nahe war damals.

01:33:00: Praktisch hätte ich es auch gar nicht machen können denn Wenn Sie sich überlegen, wenn sie das Land verlassen wollten, ging es erst mal ins Gefängnis.

01:33:08: Das war doch nicht so wie nach neunzehnten und sechsten Sechsten-Siebzig und in den Achtzigerjahren, dass man über einen Ausreiseantrag nach mehr oder weniger langer Wartezeit und mehr oder wenige ausgeprägten Schikanen das Land verlassen konnte.

01:33:22: Damals hätten Sie das Land nur verlassen können, in Last gegangen werden.

01:33:32: Aber, in meinem Fall war das auch gar nicht die Absicht und da das so war blieb mir ja gar nichts anderes übrig als mich in die Dinge zu fügen wie sie dort oben beschlossen worden waren.

01:33:43: Das hat man ja nicht mit mir gemeinsam gemacht sondern man hat mir dieses Jahr eines Tages mitgeteilt dass ich für die nächsten zwei Jahre im Studio nicht zur Suchung habe und dass ich auch in Berlin und Umgebungen nicht arbeiten darf.

01:33:58: Hatten Sie damals das elf Deplinen verfolgen können?

01:34:01: Ja, das habe ich verfolgt.

01:34:02: Ich war ja dabei.

01:34:03: Das heißt, ich war nicht dabei.

01:34:04: Ich bin mit anderen Kollegen zu Gast dort eingeladen und da ging man am Tag vorher hin bevor es begann und da lag ein Stabil von Materialien.

01:34:18: die waren alle nummeriert Die hatte man dort zu lesen sollte man lesen um sich sozusagen kundigzumachen.

01:34:25: Das war streng vertrautliches Material.

01:34:27: Das durfte man mit rausnehmen, sondern man muss das wie gesagt lesen.

01:34:33: Und dort lag schon eine ganz schöne Masse an denunziatorischen Berichterstattungen über Film und Literatur und Übermeinung auf dem Tisch.

01:34:45: Das Plenum selber war zum Teil hysterisch also wenn es um diese Filmfragen ging ich sehe nach heute den den stellvertretenden Kulturminister Witt dort oben stehen, wie der in einer Art Kreuz vorhergenommen wurde von Abusch und von Hager und von Ulbricht.

01:35:03: Und sich dort also... Das war schon gespenstisch!

01:35:08: Sie können lieber richtig die Gizze auf Tonband, sie können das ja abhören und da können sie noch ein bisschen nachempfinden.

01:35:14: Und was heute auch so wahnsinnig komisch wirkt – ich erinnere mich zum Beispiel als Ferner hat darüber über ein Stück, glaube ich gesprochen hat das Stück zitiert.

01:35:28: Wenn Sie das heute hören ist es so komisch weil dieser Mann abgrunddief dumm war offensichtlich, abgrund tief dumm gewesen ist und was er dort sozusagen damals gespenstig klang wie er das ironisch dort vorlas ist heute nur einfach noch lächerlich.

01:35:46: Aber wenn sie sich die Gesamtatmosphäre vorstellen, diese Beschuldigung, dass man Pessimismus und Nihilismus in die Gesellschaft tragen will.

01:36:00: Das war ja alles am Rande des Berufsverbots.

01:36:04: Wenn man das zugeahre beziehungsweise ... Wenn sich dieser Meinung durchsetzte hieß es ja, dass wir den Beruf verlieren würden.

01:36:12: Und so war's dann bei der.

01:36:15: Bei dieser Parteiaktiv-Tagung ist Wagner dort aufgetreten und hat die Filmleute verglichen mit den Nazi-Lehrern, die in nineteenfünfundvierzig alle ausgeschmissen worden sind.

01:36:25: So eine hysterische Atmosphäre war das.

01:36:27: Der Walter Ulbricht sagte wohl in seinem Schlusswort dass die Künstler westliche Freiheiten wollten aber es gäbe keine Freiheiten für Verrückte.

01:36:35: Ist Ihnen der Satz noch bewusst?

01:36:37: Wenn Sie ihn jetzt wiederholen, das könnte sein, dass sowas gesagt worden ist.

01:36:41: Ich weiß nicht ob er das wirklich sagte, das habe ich vergessen aber die Atmosphäre war so, dass sollte dieser und andere Sätze dieser Art gefallen sind Wir wurden mit den Nazis verglichen.

01:36:54: Wagner hat uns mit den Nazi-Lehrern und hat dort erklärt, wenn es hier im Studio gibt ist die Meinung der Partei und es gibt die Meinung des Macher-, Anhänger- und Verteidiger des Films Spur der Steine.

01:37:08: Diese beiden Meinungen gibt es!

01:37:10: Und nun soll das aktiv sich eine Meinung bilden und alle sollen diskutieren und reden und dann wird man am Schluss eine Bilanz ziehen.

01:37:19: Das war ja eine Drohung Das war ja nicht eine Aufforderung zur Diskussion, sondern es war eine Aofforderung sich zur Meinung der Partei zu bekennen.

01:37:27: Weil man wenn man das nicht tut... ...zu den Machern, Anhängern und Verteidigungen dieses partei- und staatsfeindlichen Films gehörte.

01:37:33: Und was denen blüht, das war auch klar!

01:37:36: Sie waren parteilos?

01:37:38: Nein ich war Mitgliederpartei Ich war Bis neunzehntundachtzig war ich Mitglied der SED.

01:37:43: Und sind sie selbst

01:37:44: gekangut oder sind sie hinausgeworfen worden?

01:37:46: Äh..ich bin neunzent achtzig.

01:37:48: dann hinaus geworfen wurden Im Zusammenhang mit einem anderen Film, mit dem filmgeschlossene Gesellschaft den ich gemacht hatte.

01:38:00: Es wurde im Fernsehen praktisch verboten und er wurde zwar nachts gesendet einmal aber ohne Ankündigung oder Presseberichterstattung und war dann verboten so dass sie noch nicht einmal einen Filmwissenschaftler ansehen durfte.

01:38:12: das war der eine Grund da.

01:38:14: zweite Grund war sich die Biermann Ausbürgerung nicht mochte und dem zufolge diesen Appell unterschrieben hatte.

01:38:23: Und der dritte Grund war, dass ich im Gefolge dieses Verbots meines Films geschlossene Gesellschaft nun mehr zwölf Jahre älter geworden seit Spur der Steine und nicht mehr bereit mich wiederum solchen in Anführungsstriche Maßnahmen zu fügen, das ich in einem sehr dringlichen Brief Kurthager aufgefordert habe mir zu helfen, dass ich einen unbezahlten Arbeitsurlaub bekomme um in der Bundesrepublik Deutschland zu drehen.

01:38:56: Zu arbeiten für ein Jahr.

01:38:59: Diese drei Dinge das wurde genehmigt aber in der Folge führe das dazu, dass sich erst der Partei ausgeschmissen worden wäre.

01:39:09: Weil man doch nicht im Westen arbeiten kann und dem Osten zur Avantgarde gehören kann.

01:39:13: gleichzeitig

01:39:15: Die Idee wird heute als Sprachuhr SED definiert.

01:39:19: Aber es waren Genossen, die die Filme treten und es waren genossen Mitglieder, die diese

01:39:24: Filme

01:39:25: dann verboten.

01:39:27: Es gab bei der DEFA immer

01:39:28: so eine

01:39:30: Episode der Anpassung,

01:39:31: eine

01:39:32: Episode des Protestes.

01:39:35: Wie verhalten sich die einzelnen Phasen zueinander?

01:39:38: Also ... Die DEFA war natürlich nicht in diesem primitiven Sinne ein Sprachrohr der SED so wie die Ufa nicht ein Sprach oder Nazis war.

01:39:51: Die Ufa war aber möglicherweise noch mehr ein Sprache oder Nazis als die DEFA, eins der SED.

01:39:57: Die DEFA war ein, ich sag das mal ganz simpel, ein großer Gemischtwarenladen.

01:40:03: In diesem Studio wurden jährlich um die zwanzig Filme produziert Mal ein paar weniger und mal ein paar mehr.

01:40:13: Diese zwanzig Filme sollten nach Möglichkeit sehr viele Bedürfnisse der Gesellschaft abdecken.

01:40:19: Ich versuche das mal neutral zu formulieren, nämlich das Unterhaltungsbedürfnis des Kinopublikums abzudecken, dass propaganda-Bedürfnissen der SED Kulturabteilung abzedecken.

01:40:35: und in diesem sehr breiten Spektrum konnte man immer auch interessante künstlerische Filme produzieren.

01:40:46: Da gab es natürlich, das kann man sich ja, da gab es ausgeborene Auftragsarbeiten dort auch.

01:40:52: Die von oben sozusagen langsiert wurden.

01:40:54: Da wurden also bestimmte Titel genannt oder bestimmte Namen genannt und bestimmte Bereiche genannt Armee-Landwirtschaft.

01:41:01: Das musste also möglichst jedes Jahr einen Film entstehen der in der Armee spielt und einer in der Landwirtschaft und die Arbeiterklasse sollte natürlich repräsentiert sein.

01:41:12: aber es gab Es gab in jedem Jahr zwei, drei interessante Filme vielleicht auch mitunter mehr gute Filme.

01:41:24: So dass es also absolut unangebracht ist ein solches pauschal Urteil abzugeben und alles über einen Kamm zu scheren.

01:41:32: Also ich bin auch überhaupt nicht einverstanden, wenn hier erklärt wird das der Name DEFA stinkt Und auf der anderen Seite TUFA.

01:41:39: man glaubt es ja kaum die Ufa in einer Weise propagiert wird.

01:41:45: Und man hat offensichtlich vollständig vergessen was die ufa produzierte dass die ufakolberg und jutsis produziert hat und übelste machwerge produziert Hat.

01:41:54: und Es sieht beinahe so aus als sollte dieser Name U-Fahr auf eine Weise rehabilitiert werden, indem man alles vergisst was da dort an wirklich ekelhaften Zeug gemacht worden ist.

01:42:08: Und der DEFA lädt man bestimmte Sachen auf und macht.

01:42:13: auf die gleiche Weise beginnt man jetzt die DEFA zu behandeln, als sei sie nichts anderes gewesen als ein Agitationsinstrument des Politbüros.

01:42:25: Im Nachhinein gesehen würden Sie heute manches anders machen, würden sie anders reagieren.

01:42:30: Haben Sie sich etwas vorzuwerfen?

01:42:33: Grübeln Sie heute darüber nach?

01:42:34: Ja natürlich!

01:42:35: Natürlich grübel ich darüber nach.

01:42:39: Ich habe mir Gott sei Dank nichts vorzuwärfen was eine Art von Berichterstattung anbelangt.

01:42:46: das rechne ich mir auch nicht als Verdienst an weil es war einfach bei mir niemand zu Hause und hat mich danach gefragt ob ich über mich oder über Kollegen Berichter erstatten will, also ich kann mir das nicht als Verdienst anrechnen.

01:42:59: Die Presse hat auch gefehlt.

01:43:00: Ich meine damals deswegen habe ich jetzt

01:43:02: auf mich getippt

01:43:03: die Presse es war keine Öffentlichkeit da

01:43:05: ja es gab keine Öffentigkeit.

01:43:08: intern konnte man alle mögliche Dinge sagen.

01:43:11: sie wussten auch genau wie ich denke wenn ich darüber nachdenke was ich mehr vorzuwerfen hätte so kann ich mir eigentlich Vielleicht klingt das sehr überheblich, aber ich finde keinen meiner Filme den ich mir heute vorwärfe dass ich ihn gemacht habe.

01:43:32: Und wenn ich das in der Öffentlichkeit sage dann hat die Öffentlichkeit natürlich auch ein Recht selber mit zu zählen und sich die Filme anzuschauen.

01:43:40: also Ich finde von mir aus keinem Film von dem ich sage Den hätte ich aber unter keinen Umständen machen dürfen.

01:43:45: Ich finde, natürlich habe mehr oder weniger gute Filme gemacht und das ist ein anderer Punkt aber.

01:43:53: Wenn ich mir etwas vorwärfe, ist dass ich nicht früh genug und nicht entschieden genug bestimmten Dingen widersprochen habe.

01:44:03: Ich kann mir also zum Beispiel nicht vorwerfen den Mauerbau nicht verabscheuert habe im Jahr.

01:44:15: Ich war da Meinung, dass das zwar keine Großstaat des Sozialismus ist, dass es nun wirklich wahrhaftig eine Errungenschaft ist in Berlin eine Mauer quer durch die Stadt zu ziehen und den Westal einzuzäunen aber ich hab das damals noch als eine Notwendigkeit gesehen.

01:44:34: Das war eine Maßnahme im kalten Krieg mit, es war eine Art Selbstverteidigungsmaßnahme des Systems.

01:44:42: Natürlich hat man gewusst dass die Mauer nicht dazu da war um Einfüsse von außen abzulenken sondern das die Mau natürlich in Astrolini gebaut worden ist um die Abwanderungsbewegung zu stoppen Die das Land aushöhte und das land an den Rand des Ruins gebracht hatte.

01:45:01: So das werfe ich mir zum Beispiel nicht vor.

01:45:03: allerdings werfe Ich Mir dann schon vor als der Prozess begann, der innere Prozess der Liberalisierung in der DDR und er wird ja unter anderem mit durch diese Filme mit definiert die dann entstanden sind.

01:45:18: Als dieser Prozess eingesetzt hatte und als man dann spürte und merkte es wird keine Befreiung nach ihnen geben.

01:45:26: Es wird keine Liberalisierung geben, es wird keine offene Diskussion geben sondern im Gegenteil die haben die Mauer gebaut um jetzt auch den letzten Widerstand und die letzte Diskussion munto zu machen.

01:45:40: Da werfe als ich das begriffen habe langsam und das fand in diesen jahren fünfen sechzig sechsundsechzig statt Werfe ich mir schon vor dass ich mich nicht entschieden hat zur wehr gesetzt

01:45:51: habe.

01:46:12: Denken

01:53:55: Sie daran.

Kommentare (2)

Jörg Wagner

@Astrid Danke für die Ergänzung. Philipp kann jetzt wieder schlafen ;-) Solche Erinnerungslücken quälen ja.

Astrid

Hallo, liebes Podcast- Team. Der gesuchte Kinderfilm war "Die dicke Tilla". Liebe Grüße.

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