DIE MEDIENHÖLLE Dokument #004 | SPIEGEL
Shownotes
▶︎ (00:00) - Die Unterstützer dieser Episode ▶︎ (00:30) - Auftakt: Die provozierende Kunst des SPIEGEL "Absoluter Tiefpunkt journalistischer Ethik" Quelle: Ulf Poschardt, Welt-Autor, Welt Fernsehen, 15.08.2026
▶︎ (01:27) - Warum diese DOKUMENT-Ausgabe? ▶︎ (02:30) - Macht mediale Dämonisierung Politiker größer? ▶︎ (04:40) - Ein Chefredakteur entscheidet letztlich Quelle: Paul Ronzheimer, Podcast RONZHEIMER, 16.08.2026
▶︎ (06:54) - Provokation als SPIEGEL-Tradition ▶︎ (08:45) - Treiben Medien Wähler zur AfD? ▶︎ (14:40) - Die Doppelstandards von Ulf Poschardt ▶︎ (17:06) - Abbruch Höcke-Interview, ZDF, 15.09.2019 ▶︎ (17:44) - Politik, Medien und der Kampf um Aufmerksamkeit
▶︎ (24:47) - Was Social Media im Wahlkampf bewirkt? Interview mit Maik Fielitz, Co-Autor, Head of Research on Democracy and Right-Wing Extremism Institute for Democracy and Civil Society, Jena (Ausschnitt), 12.11.2024 Vgl.: OBS-Arbeitspapier 73: https://www.otto-brenner-stiftung.de/social-media-partei-afd/ Vollständiges Interview: https://youtu.be/yI2Jflm1Sns
▶︎ (35:48) - Empörungswellen und Aufmerksamkeitsökonomie ▶︎ (37:24) - "Grund für den linken Hass" Julian Reichelt, NiUS-Chefredakteur, NiUS, 17.08.2026
▶︎ (37:53) - AfD an die Macht! Ende der SPIEGEL-Psychose! Benedikt Brechtken, Chefkommentator, Apollo Aktuell, 17.08.2026
▶︎ (38:32) - Ist das Geschäftsmodell Journalismus kaputt?
▶︎ (41:57) - DOKUMENT 2005: „Die Kunst des SPIEGEL“ Ausstellungsrundgang mit SPIEGEL-Chefredakteur Stefan Aust, den Illustratoren Jean-Pierre Kunkel und Ludvik Glazer-Naudé, sowie mit dem Ressortleiter Titelbild und Inspirator der Ausstellung, Stefan Kiefer. rec.: 04.02.2005, C/O Galerie, Berlin
▶︎ (43:04) - Stefan Aust: Wie die SPIEGEL-Titelbilder ausgewählt werden ▶︎ (43:52) - Jean-Pierre Kunkel: „Die Bushkrieger“ – Bush als Rambo ▶︎ (46:50) - Ludvik Glazer-Naudé: „Der göttliche Teufel“ ▶︎ (48:55) - Ludvik Glazer-Naudé: Gebrauchskunst oder Kunst für die Ewigkeit? ▶︎ (51:37) - Ludvik Glazer-Naudé: Illustration gegen Fotografie ▶︎ (53:36) - Stefan Kiefer: George W. Bush im „High Noon“ ▶︎ (56:00) - Stefan Kiefer: Was macht ein typisches SPIEGEL-Cover aus? ▶︎ (57:21) - Stefan Kiefer: Verkauft ein gutes Titelbild mehr Hefte? ▶︎ (59:17) - Stefan Kiefer: Wie DER SPIEGEL Illustratoren-Nachwuchs fördert ▶︎ (01:00:22) - Abspann + DIE-MEDIENHÖLLE-Unterstützer
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00:00:08: Legen Sie gern etwas in Medienhölle Tresor.
00:00:15: So wie Jan-Mathes Wee, Ronny F., Henner Jan L., Benny S., Jens K., Claudius R. und Arne N. Vielen lieben Dank!
00:00:31: Ich freue mich für die Kollegen des Spiegel.
00:00:33: Sie haben ein historisches Cover gemacht.
00:00:36: Und man wird sich an dieses Cover ebenso erinnern wie André Locius Nämlich sozusagen als absolutetief Punkte schnellistischer Ethik.
00:00:46: Die Geschichte ist ein Witz, ich weiß nicht warum Siegmund gefährlich sein soll?
00:00:53: Nichts in der Geschichte deutet an dass er gefährlicher ist als irgendein anderer Politiker.
00:00:59: vielleicht aus der AfD Aus der Linkspartei fallen mir ein paar Leute ein.
00:01:03: Ja, das war Ulf Poshhardt.
00:01:06: Lange Zeit war er Herausgeber bei Weltpolitiko und Business Insider.
00:01:12: Seit erstem Juli-Kanzer ist er angeblich der freiste Mitarbeiter des Springerkonzerns.
00:01:18: Damit herzlich willkommen zu einer grünen Ausgabe!
00:01:21: Warum Grün?
00:01:23: Erst mal herzlich Willkommen Philipp in der Leitung.
00:01:25: Hallihallo mein Lieber.
00:01:27: Ja, große Wellen sind gerade im Internet zu registrieren.
00:01:30: Eruption in der besonderen Art.
00:01:33: Es geht um dieses Spiegelcover.
00:01:36: Dazu kommen wir gleich.
00:01:37: aber warum grüne Ausgabe?
00:01:40: Weil dieses Spiegelcover ja so hinterfragt wird.
00:01:43: grade aktuell habe ich mal gekrampt dem Archiv.
00:01:46: Ich hab zwei tausend fünf eine Ausstellung besucht und zwar wurden in Berlin Spiegl Titelbilder vorgestellt und dann ran.
00:01:56: in dieser Ausstellung konnte ich so einige Interviews machen.
00:01:59: Und diesen ganzen Komplex würde ich gern als Dokument nachreichen, damit man auch vielleicht noch mal ein bisschen so nachschmeckt warum der Spiegel bestimmte Titelbilder so macht wie er sie macht.
00:02:12: natürlich war das logischerweise vor einundzwanzig Jahren anders als heutzutage.
00:02:17: aber wie siehst du?
00:02:18: Das ist für dich ein Aufreger wenn dort einen Spitzenkandidat einer Partei für den Wahlkampf als der gefährlichste Mann Deutschlands bezeichnet wird?
00:02:29: Warum werden solche Politiker, der hat glorifiziert von Journalisten.
00:02:35: Das ist eine Frage die ich mir immer wieder stelle.
00:02:38: Ist denn das eine Glorifizierung wenn man jemanden einordnet wie es immer so schön heißt?
00:02:44: Wenn ich jemandem als gefährlichsten Mann Deutschands bezeichne und ihm damit eine derartige negative Aufwertung gebe.
00:02:56: Dann hat das einen... Für mich ist es ne Aufwertungen, weil es ist überall in einer Presse und ich habe negativ Effekt, der sich für diese AfD-Leute ins Positive umkehrt, indem er so viel Publicity und Pair und Presse kriegt wie noch nie zuvor.
00:03:18: Ich verstehe nicht, warum man jetzt seit über zehn Jahren, also seit zwölf Jahren dieser Partei derart viel Aufmerksamkeit schenkt und jedes Mal in diese Falle reinläuft.
00:03:32: Was heißt Aufmerksamkeit?
00:03:33: Journalismus kann ja nicht wegducken nur damit man jemandem nicht unfreiwillig oder freiwillig groß macht.
00:03:40: Es gibt diesen alten Spruch aus dem englischen Journalismus, any press is good press.
00:03:45: Dann müsste man absolut die AfD negieren – kompletto!
00:03:50: Aber das wäre quasi nicht Aufgabe des Journalismus und der Spiegel argumentiert ja auch mit Augstein sagen was ist.
00:03:57: Und es hat die Titelgeschichte dann nachgewiesen dass dieser Mann aus einem rechtsextremen Milieu herauskommt und sich auch umgibt nach wie vor mit diesen Leuten.
00:04:13: Was ich kritisieren würde, ist eher dass die ja der Titel also das Titelbild nicht einlöst was der Text liefert und der Verdacht des nahe den Ochronzheimer in seinem Podcast artikuliert hat, dass die Kollegen Parallel gearbeitet haben.
00:04:27: Also die Reporter, die diese Geschichte recherchiert haben, die Titelgeschichte wussten nicht, was dafür ein Cover auf sie zukommt und die Cover-Leute kannten nicht die Tidegeschichte.
00:04:40: Was ich höre oder was mein Eindruck ist den kann ich schildern dass da das jetzt dann normalerweise die Chefredaktion zusammen mit den Ressortleitern in kleineren Konferenzen es gibt große Konferenz wo alle Redakteure und Reporter sind aber oftmals in solchen Schlagzeitenkonferencen.
00:04:56: jetzt muss man sagen beim Spiegel Trotz des Printauflagen Schwunz hat so ein Spiegeltitel immer noch theoretisch, sage ich sehr viel Kraft.
00:05:07: Ähnlich wie vielleicht Economist oder Time auch nochmal anders als Zeit- oder so.
00:05:13: der Spiegeltitel aufgrund eben dieser politischen Geschichte des Magazins.
00:05:18: und ja was dort alles schon enthüllt wurde ist ein Spiegletitel und er hat einen Spiegeltitel immer noch sehr viel kraft.
00:05:27: insofern gehe ich davon aus, dass sie lange darüber diskutiert haben.
00:05:30: Möglicherweise sich auch diese Argumente diskutieren, die wir jetzt diskutieren aber am Ende entscheidet ein Chefredakteur darüber wie dieser Titel aussieht.
00:05:42: also das ist immer noch relativ hierarchisch.
00:05:45: es gibt es Chefredactöre die sich beraten lassen offensichtlich für Argumete Aber am ende muss ein ChefRedakteur für diesen Titel gerade stehen Und der ist, der das entscheidet.
00:06:00: Ich nehme an, dass man da auch natürlich mit den Reporterinnen gesprochen hat und für mich hat es eher die Anmutung einer Redaktionsmeinung im Sinne von ja, das ist auch unser Set mit hier als Spiegel ohne dass man jetzt darüber nachgedacht hat ob diese Geschichte, die man im Heft dann aufmacht diesen Titel deckt weißt du.
00:06:25: deswegen Ist so mein Gefühl, dass eine hat offenbar mit dem anderen nichts zu tun.
00:06:30: Der Artikel ist total sachlich geschrieben!
00:06:34: Ein ganz sachlicher Artikel wo man eigentlich nichts gegen sagen kann.
00:06:39: Er zeigt die Netzwerke auf und aber das Titelbild... ...ist da schon wieder so eine Demonisierung.
00:06:47: Warum nicht das Ganze ein bisschen sachlicher halten?
00:06:50: Sachlich runterfahren und auch sachlich
00:06:53: gegenüberstellen?!
00:06:54: Ja, aber warum entzündet sich das ausgerechnet jetzt an diesem Titelbild?
00:06:59: Ich kann mich noch erinnern.
00:07:00: George W Bush wurde in Ramo Manier gezeichnet also richtig so vollgepackt wie Sylvester Stallone im Film und wurde dadurch auch charakterisiert als ich sage mal dumpfbackigen Kriegstreiber.
00:07:14: Und da ist das eh nicht passiert.
00:07:16: Da hat das weiße Haus sich paar Spiegel-Exemplare kommen lassen.
00:07:20: Ich glaube sogar das Plakat zur Veröffentlichung, weil damals gab es ja noch so Aufsteller vor Tabakläden und sowohl das Spiegel-Cover ein bisschen größer war.
00:07:30: Und die haben sich auch irgendwie ins Weiße Haus gehängt?
00:07:33: Es ist klar dass natürlich eine Methode sein kann, so einen Cover wenn man so stark kritisiert wird als gefälligster Mann Deutschlands, dass der Betroffene das dann nimmt und sagt vielen Dank und gibt darauf Autogramme wie geschehen!
00:07:49: Also das ist klar.
00:07:50: Any Press is good press und jetzt irgendwie so ein ganz sachlichen Titel zu nehmen, weiß ich nicht mit so einer Spinne und dann das Netzwerk malen usw.. hat einfach nicht diesen Impact.
00:08:04: Jetzt reden alle drüber?
00:08:06: Das ist doch genau der Punkt, auf den ich hinaus will!
00:08:09: Wir haben eine Medienlandschaft, die muss sich verkaufen und eine Spirale in den letzten Jahrzehnten, die sich immer weiter nach oben gedreht hat.
00:08:19: Also Click-Beld, die Tite... wie seht's auch an unserem Podcast ... wir verhalten es ein bisschen sachlich und wir haben nicht so die Aufrufe wie anderen.
00:08:28: Lügenfunk oder lügende Schwassen.
00:08:31: Und meine Frage ist einfach, wir sehen jetzt eine Partei unmittelbar die davon immer profitiert hat.
00:08:40: Das ist jetzt die Frage!
00:08:41: Aber das ist doch
00:08:43: die Kernfrage, die ich stelle?
00:08:45: Ja und es gibt diese Hypothese auch noch von anderen, dass man mit diesem Spiegeltitel erst recht die Wähler zur AfD treibt.
00:08:55: So, meine Behauptung ist eher also die, denen sowieso wählen wollen den Spitzenkandidaten werden jetzt durch diesen Spiegel-Titel, also man kann ja nur eine Stimme abgeben.
00:09:05: Jetzt nicht zwei abgeben ne?
00:09:07: Die anderen die Unentschlossenen möglicherweise wenn sie den Spiegeartikeln nicht lesen sondern nur das Titelbild nehmen und die Diskussion zum Anlass nehmen und sagen ihr habt ja der Spiegl links versüfft hier unseren Kandidaten größer gemacht, demonisiert, Lügenpresse, jetzt wählen wir den erst recht.
00:09:28: Dieser Anteil dürfte relativ gering sein und die Spiegelleser, die sich bestätigt fühlen wählen ja sowieso nicht in Sachsen-Anhalt glaube ich.
00:09:37: Ich weiß nicht wie hoch die Marge ist vom Spiegel dort direkt vor Ort gekauft zu werden gelesen zu werden usw.
00:09:44: Also ich glaube das sind ganz kleine Ja, weiß ich nicht.
00:09:51: Effekte, die man aber auch wissenschaftlich gar nicht hinterfragen soll.
00:09:55: Soll man jetzt im Wahllokal nach der Wahl fragen?
00:09:58: Fühlten Sie sich durch den Spiegeltitel erst recht zur Wahl getrieben?
00:10:02: Weißen ja nicht ob das ... Die muskubischen Institute machen so.
00:10:08: Aber auch das ist noch eine Frage kriegt man da ne ehrliche Antwort.
00:10:13: Ich glaube, die wichtigste Frage wäre warum ist die AfD so stark geworden?
00:10:20: Und wir wissen oder vermuten ziemlich stark, dass das auch an der Schwäche der anderen Parteien liegt.
00:10:27: Da ist jetzt nämlich genau ein Punkt wo ich reingreife mit der Schwäche der anderen Partei.
00:10:32: Ich nenne mal ein Beispiel Also eine heiße Zange aber sie ist unmittelbar etwas aus deiner beruflichen Umfeld.
00:10:39: Diese vielen Rundfunkratsitzungen beim RWB Wo ein Dennis Hohloch von der AfD ziemlich oft Fragen gestellt hat wo ich gedacht habe Mensch A. Muss Ihnen jemand gut zutragen, was da abläuft?
00:10:53: Weil er ziemlich gut Bescheid weiß!
00:10:55: So kommt mir das schon so vor.
00:10:57: Und wieso greift jemand anderes diese Fragen nicht auf Obwohl ihr eine Kontrollinstanz ist Obwohl jemand auch davon der SPD sitzt sogar einige Leute von der SPD Auch wenn ein Herr Goini von der CDU sitzt Warum ist es denn die einzige Person, die das aufgreift dass fällt?
00:11:21: Was ist denn deine Erklärung?
00:11:25: Eine Schwerfälligkeit, vielleicht sogar eine Bequemlichkeit und auch vielleicht auf zu viel Rückendeckungen durch die Medien in denen man dann bei solchen Parteien viel zu wenig kritisch mal aufgegriffen hat was da eigentlich los ist.
00:11:45: Und das ist ja, Spiegel ist auch ein schönes Beispiel.
00:11:48: Weil der Spiegl hatte mit der CSU, Franz-Josef Strauß sehr viel Ärger.
00:11:54: Ich meine wenn man so ein bisschen Mediengeschichte sich anguckt wo er da diese Besetzung gemacht haben und dann Franz Josef Strauss wirklich da unmittelbar hat eingreifen lassen über seine Polizeitropen.
00:12:09: Das war ein Riesen-Skanner, er musste damals zurücktreten.
00:12:12: Naja es ging damals darum dass der mal die Bundeswehr gecheckt hatte und ich glaube, die Titelzeile war bedingt abwehrbereit.
00:12:20: Also der Bundeswehr quasi in eine Schwäche nachgewiesen hat und Franz-Jules Staus war damals Verteidungsminister und fühlte sich persönlich natürlich angegriffen.
00:12:32: und dann gab es eben auch diese Geschichte das Augstein damals ins Gefängnis kam.
00:12:41: Ja, natürlich hat man sich mit den Mächtigen bisher immer angelegt und auch insofern ist das was der Poschata sagt.
00:12:48: Auch so ein bisschen heuchlerisch.
00:12:51: erstens Faller ganz genau weiß dass es ihm nicht ein Reloziosmoment war da ist jetzt nicht gefälscht worden Massenhaft in dem, also das muss man vielleicht sagen.
00:13:02: Klass Rolozius hatte viele Reportagen so geschrieben als wäre er dabei gewesen und der war nicht dabei.
00:13:08: Das ist korrekt.
00:13:09: Es waren eher, ich sag mal so mini Roman-Stücke sehr gut erzählt, sehr eloquent und es laß sich auch plausibel sogar dass die Dokumentationsabteilung des Spiegel drauf reingefallen ist.
00:13:26: Also Erst Moreno hat die Sache dann auf eigene Kosten nach recherchiert und konnte dann schließlich auch die Spiegelchefredaktion davon überzeugen, dass man hier mit Klasrelozius ein Scharlatan hat.
00:13:38: Also es geht um Medienfälschung einerseits.
00:13:41: Und jetzt muss man auch nochmal Ulf Porsche besonders unter die Lupe nehmen.
00:13:46: Er war mal Chef des SZ-Magazins quasi so eine Beilage von der süddeutschen Zeitung und hatte mehrere Interviews zu verantworten, die Tom Kummer damals geschrieben hat.
00:14:00: Und zum Beispiel gab Tom Kummar vor Brad Pitt Interview zu haben.
00:14:06: Das waren letzten Endes ja auch Erfindungen bzw.
00:14:10: kollagierte Sachen abgeschrieben aus anderen Zeitungen und neu umgeschrieben so dass ich das las wie ein neues Interview.
00:14:19: Und Poschard wurde daraufhin entlassen mit zweitausend Und jetzt, sechsundzwanzig Jahre später.
00:14:27: Absolutitiv Punkt der journalistischer Ethik.
00:14:30: Spricht er plötzlich von journalistischer ... Ethik?
00:14:32: Das bin ich ein bisschen spizar!
00:14:36: Ja, das ist maximal bizarr.
00:14:37: Da sind halbes Jahr ... also in viertel Jahrhundert her kann man sagen okay, ähm es ist klüger geworden.
00:14:44: und aber was mich so ein bisschen stört is die Empörung in der Luft ne?
00:14:48: So dem Spiel hier etwas zu unterstellen diesen Relozios Moment Es ist ein Cover Kawa übertreiben, man könnte täglich im eigenen Haus kehren.
00:14:59: Bei jeder Schlagzeile der Bildzeitung ... oder sagen wir mal bei jeder zweiten, könnte man auch sagen das ist der Reloziosmoment weil es natürlich hat die Bildzeitungen erfundene Schlagzeugen oder sogar Bilder.
00:15:12: Wir erinnern uns damals Trittin mit so einem Schlagstock angeblich der grünen Politiker und, also die Rügen, die die Bildzeitung zum Beispiel immer wieder bekommt.
00:15:27: Also die Bild-Zeitung ist die meist gerückte Zeitung Deutschlands.
00:15:32: Man könnte vor der eigenen Tür kehren und diese Empörung als ehemaliger Chef des Asset Magazines wegen einer Medienfälschung, einer systematischen periodischen Medienfältschung entlassen wurde... Da würde ich an seiner Stelle so ein bisschen bei der Wahrheit bleiben.
00:15:50: Also, wir handelt es sich nicht um Relocius-Moment, ja.
00:15:52: Handelt's sich um eine Übertreibung die das Blatt nicht einlöst?
00:15:56: Also mir ging Kritik ist ja zulässig!
00:15:58: Ich sehe das ja genauso dass dieser Titel nicht funktioniert weil die Geschichte einfach nicht dahinter stimmt.
00:16:06: Aber wir haben jetzt in vier Wochen diese Wahlen.
00:16:09: und worauf ich einfach hinaus möchte Da ist systematisch in der Berichterstattung etwas falsch gelaufen, die letzten dreizehn Jahre.
00:16:20: Aber wie sagt er?
00:16:21: Der Spiegel ist ja nicht allein.
00:16:22: Nein, nein!
00:16:23: Das
00:16:23: ist jetzt eine Wedenskritik allgemein...
00:16:27: Die Nerven liegen bei einigen Leuten jetzt blank weil diese Umfragen dermaßen hoch sind.
00:16:37: Das
00:16:38: ist doch nicht schuld der Medien allein.
00:16:40: Das ist auch nicht monokausal, nur weil Medien sich eingeschossen haben auf die AfD, weil sie natürlich auch Angriffsfläche bietet.
00:16:51: Also das ist ja nicht so, dass die AfD hier ein unschuldiges Lamm ist.
00:16:54: Sondern
00:16:55: sie provozieren auch die Medien?
00:16:58: Ich
00:16:58: erinnere nur an das Interview mit Björn Höcke beim ZDF vor sechs Jahren, wo er dann einfach aufgestanden ist und eben die Fragen nicht gepasst haben.
00:17:06: Jetzt
00:17:06: können wir entscheiden ob ihr das Interview jetzt beenden oder ob es weiter in der Stelle ist.
00:17:09: Fassen Sie auf!
00:17:10: Wir beenden das Interview nur ... Dann ist klar... Wir wissen nicht was kommt.
00:17:16: Da ist klar, dass es mir kein Interview mehr für Sie geben wird.
00:17:20: Ist das eine
00:17:20: Drohung?!
00:17:21: Nein!
00:17:21: Das ist nur eine Aussage, weil ich auch nur ein Mensch bin.
00:17:24: Ich bin auch nur einen Mensch.
00:17:25: Und was könnte kommen?
00:17:28: Wenn Sie sagen ... Vielleicht werde ich auch mal eine interessante persönliche politische Person in diesem Lande.
00:17:33: Könnte doch sein!
00:17:36: Ja, dann machen wir das so.
00:17:37: Alles klar.
00:17:38: Dann wünsche ich Ihnen noch viel Erfolg in der Karriere.
00:17:41: Na ja... Das ist so'n Spiel im Sinne eines Kommunikationsvorgangs dass hier eine Partei sich auch als Opfer inszeniert und darauf steigen dann auch Journalisten ein.
00:17:59: Und dann gibt es so einen im Kommunikationsprozess um die höchste Aufmerksamkeit, auch Übertreibungen, auch falsche Darstellungen oder oder oder Und aber hier jetzt zu sagen, die Medien haben die AfD hochgeschrieben.
00:18:13: Nein!
00:18:14: Die aktuelle deutsche Politik und die davor... Die AfD hat ja angefangen als eurokritische Partei ne?
00:18:21: Also sie wollten die D-Mark wieder zurückhaben.
00:18:24: Also eine Partei, die auch ihren eigenen Gründer seinerzeit ausgestoßen hat und auch viele andere AfDchefs sozusagen entsorgt hat, hat ja in dieser Zeit einen Wandel durchgemacht Und man ist jetzt am Endpunkt eines Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt, der das kann ja nicht leugnen rechtsextreme Verbindung hat.
00:18:48: Das hat der Spiegel versucht aufzuschreiben und ich finde, dass es natürlich in diesem Kommunikationsprozess die AfD überhaupt nicht die Massenmedien braucht, die Konventionellen sondern die Deutungshoheit in den Social Media sucht und findet Natürlich problematisch, wenn man da ein, also kognitive Dissonanz würde ich das nennen.
00:19:11: Ein Tidebild abliefert was der Text nicht deckt.
00:19:15: Ja aber du hast jetzt auch dieses Ben Anscriptet Interview erwähnt und er sagt ja am Anfang...
00:19:22: Ich habe wieder so einen Kuschelinterview.
00:19:25: Also Ben hat sich zugegebenermaßen so ein bisschen versucht kritisch ranzuroppen Aber das war kaum messbar.
00:19:34: Das ist ein wirklich interessanter Satz am Anfang, den er sagt.
00:19:38: Er hat ja auch den amtierenden Ministerpräsidenten von der CDU eingeladen also sich dem noch zu stellen und da auch mal drauf zu hauen.
00:19:48: Ich finde, das ist ja auch erstmal ein logischer Schritt.
00:19:50: Da ist jemand viel mehr in der Materie drin und kann viel besser entkleiden was dafür für Blödsinn von so einem Kandidaten erzählt
00:19:57: wird.
00:19:57: Ja, es ist natürlich kommunikationstechnisch genial gewesen von Ben zu sagen wir machen jetzt hier einen TV-Duell quasi.
00:20:06: Und also je nachdem wie die andere Seite antwortet, ist das immer win-win.
00:20:11: Sagt
00:20:13: er ab?
00:20:14: rausreden damit, sagt er zu hat man natürlich ein Kuh weil das die konventionellen Medien nicht hätten.
00:20:21: Also es war unheimlich geschickt.
00:20:23: also ich würde mal sagen so wie einen Schachspieler der zwei Figuren bedroht und wenigstens dann eine kriegt.
00:20:29: aber dass zeigt doch auch trotzdem.
00:20:32: also trotzdem ist ein Q ist und er sich da geschickt was einfallen lassen hat zeigt es aber auch eine Schwäche von etablierten Parteien auf.
00:20:42: Eine Bequemlichkeit auch!
00:20:45: Angefangen, was du jetzt gesagt hast mit den Social Media Kanälen?
00:20:48: Ein Glück sind ja da die Linken... Die halten ja dagegen und auch schlau dagegen.
00:20:53: Aber also oh Gott, ich will noch an die ersten Social Media Geschichten der FDP mit Agnes Strackzimmermann denken.
00:21:01: Das ist ja zum Wegrennen.
00:21:02: Da kann
00:21:03: man viel
00:21:03: weiter zurückgehen.
00:21:04: das ist seit Obama ne der ja quasi mit Yes Weekend gepunktet hat im Netz eigentlich.
00:21:12: Auch per E-Mail-Wahlwerbung und so weiter, der sogar einen eigenen Klingelton hatte den kann ich kurz mal einspielen.
00:21:25: Und da haben dann die deutschen Parteien versucht auf diesen Zug aufzuspringen weil sie gemerkt haben ah hier ändert sich was in einer Wahlkommunikation.
00:21:35: aber dann als die Wahlen irgendwie dann gelaufen waren, ist man wieder zurückgefallen und erfindet nun alle vier Jahre oder je nachdem ob es vorgezogene Wahlen gibt also immer zu den Wahlen sozusagen die Social Media Authentizität neu.
00:21:50: Und das geht einfach nicht!
00:21:52: Also du kannst jetzt nicht irgendwie vier jahrelang irgendwie so tun als gäbe es Social Media nicht und dann immer so kurz zu den wahren.
00:21:58: ach Scheiße wir müssen ja noch was fürs Netz machen ne?
00:22:01: Das ist das Problem Ein beamtenehnlichen, schwerfälligen Behördenapparat.
00:22:12: Das ist
00:22:13: nicht nur ...
00:22:14: Nein, das ist nicht das Schwerfählige, sondern...
00:22:18: Ist auch eine Ignoranz und Aroganz?
00:22:21: Nee, das hängt mit dem Alter zusammen vieler Politiker.
00:22:26: Die haben es einfach irgendwie auch nicht gelernt damit.
00:22:29: So Insta finden die als Belästigung.
00:22:33: Na ja, und andere wie der Spitzenkandidaten Sachsen-Anhalt.
00:22:37: Der macht das eben aus einem schlauen Bedürfnis heraus weil er natürlich ganz genau weiß dass die konventionellen Medien doch ein bisschen unbequem sind oder dass es ungemütlich sein kann sich ständig diesen Fragen auszusetzen.
00:22:52: und Peter Modja in Ungarn hat's ja gezeigt.
00:22:55: Aubern Victor hat quasi die Opposition Tod gestellt.
00:23:00: Das einzige Oppositions-Klubradio, was von der UKW-Frequenz genommen wurde, konnte noch im Internet ein bisschen überleben und dann gab es noch paar Onlinemedien.
00:23:11: Aber die Opposition war in diesen klassischen Medien wie wir sie kennen quasi tot.
00:23:18: Und trotzdem hat Peter Modia es geschafft durch diesen Social Media Wahlkampf sich an die Spitze zu manifrieren.
00:23:26: Na ja, aber mein Lieber dann ist es doch ein wirklich gutes Anzeichen für Ignoranz und auch eine gewisse Arroganz... Ja!
00:23:32: ...dass das nicht... Ich schliege das in
00:23:34: Überheblichkeit zu denken.
00:23:35: Ja, wunderschön!
00:23:36: Man schafft das auch so mit Kugelschreibern in einer Fußgängerzone?
00:23:42: Nee, das ist diese Lehre dieses Wahlkampes oder der Stärke der AfD dass man einfach irgendwie zehn Jahre Verschlafen hat.
00:23:53: Und wenn ich das jetzt aber bitte schön auf unser Medienthema zurückziehe, dann frage ich mich schon bei manch einer Gewichtung in der Berichterstattung?
00:24:03: Weil das ja schön hochkocht!
00:24:06: Ja es ist okay die AfD hat mal wieder einen Scheiß erzählt oder sie haben mal wieder irgendwas Rechtsextremes abgelassen und das dann hinterher zurückgenommen... Aber was sind denn da nebenbei für andere politische Themen völlig ins Leere gelaufen, wo man hätte auch eigentlich da viel mehr dran bleiben müssen und eben halt auch sagen was überall ist.
00:24:30: Und jetzt haben wir diese Diskussion die hochkocht und das ist doch nicht ein Hochkochen nur wegen einem Titelbild.
00:24:39: es ist ein Hoch Kochen weil hier irgendwie seit Jahren etwas daneben läuft.
00:24:46: Ja, aber
00:24:46: wir müssen jetzt nicht.
00:24:47: Wir müssen mal bei unserem eigentlichen Thema bleiben Medienhölle, Medien und Politik.
00:24:53: Es gab eine Studie der Otto Brenner Stiftung kann ich mich erinnern.
00:24:56: die haben den Wahlkampf in Thüringen und Brandenburg analysiert und glaube auch in Sachsen.
00:25:00: Brandenburger Thüring und Sachsen
00:25:02: hat sich denn unterschieden.
00:25:04: ist das tatsächlich so dass man aufgrund der Wahlergebnisse dann runterbrechen kann im Vergleich zu Social Media Aktivitäten?
00:25:12: wie die Effekte sind oder ist das nicht eher Multikausal?
00:25:15: Es ist immer sehr multikursal, es ist nicht so leicht isolierbar.
00:25:20: Sehr viele Akteure wirken auch auf solche Landtagswahlkämpfe ein und das ist nicht nur ausgehend von der AfD als Landtagspartion oder auch als Landespartei.
00:25:30: Es ist aber schon so, dass wir dann nochmal geguckt haben, welche Akzente werden da versucht zu setzen?
00:25:35: Welche strategischen kommunikativ-strategischen Mittel werden eingesetzt, um sich da besonders noch mal hervor zu tun.
00:25:41: Und da war das schon dann auffällig, dass insbesondere in Brandenburg besonders viel investiert wurde auch in den Social Media Wahlkampf.
00:25:47: Das heißt monetär einerseits aber auch durch Ressourcen und Zusammenarbeiten mit Agenturen im Einsatz von künstlicher Intelligenz.
00:25:55: was das auch unterscheidet von den anderen Landtagswahlkämpfen.
00:26:01: Und auch die aktive Rolle der jungen Alternative in Brandenburg war schon noch mal etwas, wo sie sehr eng mit dem politischen Vorfeld sich verknüpft haben und wo sie dann auch verschiedene Impulse aus dem Rechtsextremismus sozusagen auch in die Mobilisierung des AfD-Partei Wahlkampf einzubeziehen.
00:26:19: Sind das Quellen, die offen liegen oder haben Sie da investigativ recherchiert?
00:26:23: Wir haben offene Social Media Kommunikation untersucht, das heißt einerseits YouTube-Kanäle zugeguckt welche Streamen bestimmte Veranstaltungen welcher Dynamiken das nicht ablesen.
00:26:37: wir haben Telegram Kanäle aus den verschiedenen Bundesländern identifiziert und dann auf ihr Kommunikationsverhalten untersucht, insbesondere auch das Waltherleitungsverhalten, wodurch wir auch Netzwerke rekonstruieren können.
00:26:51: Und wir haben auf TikTok dann in uns genauer AD Reichweiten angeguckt die bestimmte Videos und bestimmte Accounts haben.
00:26:56: Das heißt da sehen wir zum Beispiel dass unter den twenty-fünfzig größten Account der jeweiligen AfD Kandidaten und Kandidatinnen doch die größte Reichweite eben im Brandenburg zustande kommt, weil man da irgendwie gesagt auch sehr investiert hat in den Aufbau von Reichweiten und sozusagen der Anpassung an bestimmte Plattformen Kultur auf TikTok.
00:27:19: Und das unterscheidet sich schon stark zum Beispiel von der AfD in Thüringen, die überhaupt kein Gebrauch davon gemacht hat, sich auf diesen Plattform besonders
00:27:26: hervorzutun.".
00:27:27: Wie wo waren denn die finanziellen Mittel, die die AfD Brandenburger angesetzt hat?
00:27:32: Es war nicht immer in so einer Range nur sozusagen darstellen, das heißt die Werbebibliotheken sind offen.
00:27:39: Die der Meta-Konzern zur Verfügung stellt, also eine Transparenzmaßnahme, die von der Plattform aus ging.
00:27:44: Der hat immer so ein Maximal und Minimal Wert.
00:27:48: Auffällig ist erst mal, dass die CDU am deutlichsten einen Ballkampf-Ferbung bezahlter Werkkampferbung investiert hat.
00:27:55: Die AfD ist auf Platz vier in Brandenburg mit – müsste man genau nachgucken – aber es sind um die ca.
00:28:03: durchschnittlicher Wert, aber trotzdem jetzt auch ein unbedeutender.
00:28:08: Womit dann versucht wurde sozusagen die Wählerinnen und Wähler dann auch sehr spezifisch sozusagen anzusprechen.
00:28:14: Es gibt die Möglichkeit da natürlich auch bestimmte Wählergruppen so anzusprechend dass die Inhalte dann natürlich auch nochmal näher liegen mit den Präferenzen, die diese Nutzerin und Nutzer haben.
00:28:26: Wenn ich das Wahlergebnis in Brandenburg richtig eine Erinnerung habe, hat es ja offenbar keinen Effekt gehabt dass die CDU mehr Geld eingesetzt hat oder mehr Werbedruck gemacht hat als die AfD.
00:28:35: Gibt's denn überhaupt eine messbare Größe wo sie sagen hier hat tatsächlich die AfD mit ihrer TikTok und anderer Social-Kanäle vielleicht so was wie ein Impact gehabt?
00:28:48: weil das klassische Wahlplakat ist es ja nicht.
00:28:51: da sind wir uns sicherlich einig
00:28:53: Da sind wir uns einig.
00:28:54: Wir sind, glaube ich auch einig in der Hinsicht dass viele Investitionen in digitale Kanäle nicht auch gleich sozusagen gute Wahlergebnisse nach sich ziehen.
00:29:02: Das zeigt doch das Ausscheinend der FDP zum Beispiel in allen drei Bundesländern die wir untersucht haben, die eigentlich mit am meisten reingegeben haben aber eigentlich sozusagen gar keine positiven Rücklaufeffekte hat.
00:29:12: deswegen mahnen wie gesagt zur Vorsicht vor sehr schnellem.
00:29:15: Schnellschüssen, das sozusagen auch Social Media Verhalten sich direkt auswirkt auf Wetterpräferenzen.
00:29:23: Ich habe eine Sache, wo man ein bisschen ablesen kann... dass hier sozusagen auch ein Stich gesetzt wurde, war insbesondere die Nutzung von generativer künstlicher Intelligenz in dem Wahlkampf.
00:29:34: Das heißt eine technische Innovation sozusagen so zu nutzen zur politischen Wahlkampfswecken wie es vorher selten gezielt gemacht wurde.
00:29:42: Es hat die AfD in Brandenburg also insbesondere junge Alternative gemacht.
00:29:46: das heißt da wurde einerseits mit verschiedenen Liedern und Videos ja bewusst sozusagen falsche Tatsachen auf Vorspielten so provoziert, dass es auch medial dann Resonanz erfahren hat.
00:30:01: Zum anderen gibt es eben aber auch die Veröffentlichung eines Computerspiels womit auch eine gewisse Erregung der Öffentlichkeit wird zu sagen zustande gebracht wurde, weil das eben auch sehr stark in den sozialen Netzwerken sich verbreitet.
00:30:19: Und ich glaube da sind halt so Mechanismen dass die AfD hier beweisen will, dass sie versteht wie digitale Kommunikation insbesondere unter jungen Menschen funktioniert und da sieht man schon dass der auch investiert wurde um auch ein bisschen kreativ sich auszuleben.
00:30:35: Das war dann in Sachs und Thüringen tatsächlich weniger der Fall.
00:30:39: Also ich glaube, das ist ein Irrtum zu glauben dass die Medienparteien groß oder klein machen.
00:30:44: Oder eben dass Social Media eine Partei an die Spitze katapultieren kann.
00:30:49: Das ist nicht erklärbar.
00:30:51: das Phänomen AfD ohne den desolaten Zustand der amtierenden deutschen Medien Politik und richtigen Politik zu beschreiben.
00:31:02: Also wenn ich sage Medienpolitik meine ich natürlich auch damit, dass die ganze Sache der Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks natürlich der AfD in die Hände spielt also die Nichtreform quasi dieses zaghafte und dann auch falsche agieren.
00:31:19: man hat einen Zukunftsrat der hat irgendwie auf sieben oder drei sichseiten zehn Punkte formuliert Nicht das, was man selbst beauftragt
00:31:27: hat.
00:31:27: Ja aber jetzt machst du ja wieder ein Thema auf... Was meinst du damit genau?
00:31:31: Erklärst du mal bitte einfacher für jemanden der jetzt da nicht so weit anwesend ist?
00:31:34: Naja, dass natürlich
00:31:34: der Frust auf AD und ZDF steigt, weil man für sein Geld was man bezahlen muss die Achtzehn, Sechzechsund, Dreißig, ähm...ja!
00:31:43: Man kann schon sagen keine Vielfalt bekommt.
00:31:47: AD undZDF erfüllen in vielen Bereichen nicht ihre Aufgabe Und dafür ist die Medienpolitik da dagegen zu steuern und nicht einfach Sender zu streichen.
00:31:58: Die Empfehlung des Zukunfts war zwar eindeutig, nicht am Programm streichen sondern im Gegenteil in der Struktur zu sparen.
00:32:06: Und was macht die Medienpolitik?
00:32:08: Die streicht irgendwie um siebzehn Radiosender und versucht in thematischen Körben, so eine Sender wie Dreise hat Arte zusammenzufassen.
00:32:17: Den einzigen Bildungskanal den die ARD hat Alpha wegzuhauen muss man sich doch fragen.
00:32:24: oder Phoenix und Tagesschau vierundzwanzig gegeneinander auszuspielen?
00:32:28: das sind massive Fehler die die deutsche Politik macht und die der AfD nützen.
00:32:36: Wenn es nach denen gehen würde, dann würde es ja nur noch ein Rufprogramm geben.
00:32:40: Ein
00:32:40: bisschen Nachrichten und schönen Tag noch.
00:32:43: Also ein Programm was super ist für alle.
00:32:48: da kann die AfD noch so viel sagen.
00:32:49: wir müssen das abschaffen wenn die Leute zufrieden wären.
00:32:53: Natürlich ist die Zufriedenheit in großen Teilen der Bevölkerung immer noch da.
00:32:57: also es gibt vorhin mal gleich hier sagen man findet seine Sendung wenn man eine Sendung finden will jeden Abend oder in der Mediathek.
00:33:07: Aber die Grundstruktur stimmt eben nicht mehr, dass man den Eindruck hat wie auf dem Lärchenberg beim Heute-Journal das da irgendwas nicht richtig läuft, dass da politische Schlaglichter existieren auch bei der Tagesschau.
00:33:22: Sieht das Buch von Alexander Teske?
00:33:24: Dass ja juristisch nicht angegriffen wurde!
00:33:29: Also... Und da gibt es dann so eigene Erfahrungen auch mit diesem Magazin klar, wo man versucht hat irgendwie ein konservatives Magazin aus dem Boden zu stampfen und wo dann in der ARD ganz seltsame Diskussionen abgelaufen sind.
00:33:46: Das kriegen natürlich ganz normale Beitragssalerinnen und Zahler mit und sagen ja das gehört abgeschafft die ARD ist nicht Reform!
00:33:56: Fähig, sie ist vielleicht willig.
00:33:58: Aber jetzt sagst du etwas... Darauf
00:33:59: sattelt ja die AfD auf und hat natürlich damit Erfolg?
00:34:02: Ist doch logisch!
00:34:03: Das ist schon eine Weile her.
00:34:04: also bei der letzten Parlamentswahl war das da ist mir ein Interview von Volker Wiebrecht mit Beatrix von Storch total ins Auge gefallen.
00:34:16: er hat sie ruhig sachlich befragt er hat auch kritisch nachgefragt Aber er ist ja auch nicht ständig ins Wort gefallen.
00:34:26: Und er hat nicht in so einer Manier, dass man immer durch gemerkt hat was er von ihr hält sie befragt sondern er hatte sich selber zurückgefahren und wirklich einfach professionell seinen Job gemacht.
00:34:46: Da hätte ich diese Partei... Ich bleibe dabei!
00:34:53: mit solch einer Art und Weise journalistisch vorzugehen, hätte ich dieses Problem das wir heute haben.
00:34:59: Und was sich jetzt hier in Sachsen-Anhalt jetzt aufblühen wird, das hätten wir so nicht
00:35:07: gehabt.".
00:35:08: Das unterstellt ja dass man das irgendwo leiten und steuern könnte?
00:35:13: Also, dass Volker Wiebrecht jetzt der Medienminister wird und aller Zeitungen und Zeitschriften und elektronischen Medien anleitet.
00:35:21: Nein,
00:35:21: aber es zeigt einfach... Da bleibe ich doch dabei, dass Medien auch eine riesengroße Verantwortung haben.
00:35:31: Das wissen die Leute!
00:35:33: Ja, aber das hat sie ziemlich oft nicht gerecht geworden.
00:35:37: Da war so viel Polemik dabei und so viel Übertreibung!
00:35:41: Und dann hat man sich hundertmal die Woche auf irgendein Blödsinn dieser Partei eingeschossen... ...und andere wichtigen Nebenthemen...
00:35:49: Warum?
00:35:49: Das ist ja die Frage.
00:35:50: Warum machen Sie
00:35:51: das?!
00:35:52: Du hast es schon vorhin erzählt, dass das klickt auch.
00:35:56: Das guckt ja doch diese Welle an, die jetzt mit diesem Spiegelkarre ausgenüßt wurde und mit dem Interview bei Bernd Anscriptet.
00:36:04: Ja,
00:36:04: das war der Name!
00:36:04: Da sind
00:36:05: Empörungswellen wo sich jetzt unheimlich viele Leute raufsetzen – wir auch im Prinzip – aber weniger um Klicks zu kriegen.
00:36:12: Also würde man ja unter den Statistiken sehen.
00:36:18: Wir optimieren das nicht da, um jetzt hier hundertfünfzehntausend Aufrufe zu bekommen sondern wir analysieren Beobachter des Mediencircuses.
00:36:29: Aber es gibt ihm viele, die irgendwie jetzt von Maulkorp sprechen, die angeblich jetzt Ben bekommt weil er hat diesen Struggle mit der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen bei dem Björn Höcke Interview das sie meinten ihr hatt eine Verantwortung ihr sei ja Journalist auch wenn er sich selber nicht so sieht.
00:36:48: aber in seinem Geschäftspapier entsteht das ja drin als er Journalismus anbietet.
00:36:53: Also muss er dann auch falsch sagen korrigieren.
00:36:57: Und jetzt hat irgendjemand wieder im Netz gesagt, jetzt krebt's ein Maulkorb bei diesem Interview.
00:37:03: Naja aber halt mal!
00:37:04: Er hat danach Frauke Petri eingeladen und sie hat die ganzen Lügen aufgedeckt?
00:37:09: Sie hat auch gesagt dass diese Partei rechtsextrem inzwischen ist?
00:37:13: Ja
00:37:13: ja das meine ich ja nicht.
00:37:13: Ich meine jetzt, dass sich viele auf dieser Empörungswelle raufsetzen und das schaukelt sich dann hoch.
00:37:19: also News zum Beispiel oder Apollo.
00:37:23: der
00:37:23: Grund für den linken Hass auf Ulrich Siegmund und den linken Fuhrrohr gegen Ulrich siegmund ist, dass sehr viele Menschen erst dem ersten Schritt in Sachsen anhalt.
00:37:34: Und im zweiten Schritt sollte das schule machen bundesweit Angst um ihre linke Umverteilungsexistenz haben.
00:37:41: Angst um Ihre sagenhaften Steuergelder!
00:37:43: Angst darum, dass Sie mit Ihren blauen Haaren und Ihrem Nasenringer und Ihren Gender-Studies abgebrochenen Studium nicht mehr sech siebentausend Euro im Monat für eine Teilzeitstelle auf unsere Kosten
00:37:53: bekommen.".
00:37:53: Es ist wirklich an der Zeit das die AfD in Deutschland endlich regiert damit solche Psychosen ihr Ende finden.
00:38:00: Da könnte man ja Tarsache dann sagen nicht die Ethik ist das Problem oder was, sondern der Journalismus als solches in einer so unfassbar großen Krise.
00:38:10: Die sich jetzt wirklich deutschlandweiten Probleme heraus kristallisiert.
00:38:15: anscheinend ist es ja so dass das Geschäftsmodell dermaßen unter Druck ist, dass Zeitungen sich nicht mehr verkaufen, dass aber auch Online-Abo Modelle gar nicht nachkommen.
00:38:30: Wo laufen wir denn bitte schön auf die nächsten zehn Jahre hinaus?
00:38:35: Die Bildzeitung kann ganz gut von ihren Aboeinnahmen leben.
00:38:39: auch die Zeit mit Zeit online und mit dem Papierausgaben.
00:38:43: Also es gibt noch einige funktionierende Publikationen, aber ich würde dir recht geben dass das Geschäftsmodell Todes mit den Abwandern der Werbeeinnahmen zu den großen Major-Plattformen der Welt.
00:38:56: Ich würde ja auch als Unternehmer sagen lieber auf YouTube irgendein Werbeklipp schalten als weiß ich nicht in einer expliziten Zeitung Weil da reiche ich viel, viel mehr für weniger Aufwand.
00:39:12: Also das Geschäftsmodell Journalismus ist krank wenn nicht sogar ganz kaputt ja.
00:39:20: Politische Berichterstattung lebt auch davon mal sich zurückzunehmen oder auch mal davon in Ruhe etwas zu recherchieren in Ruhe.
00:39:31: Nee, aber so funktioniert die Marktwirtschaft nicht!
00:39:32: Wenn du dich jetzt zurückhältst dann präscht einander vor und greift dir sozusagen die Aufmerksamkeit ab.
00:39:38: Das ist eine... Die Aufmerksamkeitsökonomie heißt wenn ich es nicht mache machen sie andere.
00:39:43: also musst du mit vorne mischen und versuchen zu brüllen, zu schreien selbst wir machen das ja mit unseren Thumbnails dass wir da optimieren und sagen wenn man nicht die Leute anspricht mit ihrer Goldfischaufmerksamheit kommt unser schöner Inhalt, unser schönen Content gar nicht durch.
00:40:01: Aber weißt du was?
00:40:03: Damit folgen viele Leute und viele Medienschaffende eigentlich dem, was die Bildzeit vorgemacht hat... Ja das ist die Bolivarisierung!
00:40:11: Das ist die Bankrott-Erklärung an den Sornalyshaus eigentlich.
00:40:16: Ich würde es nicht ganz so streng formulieren.
00:40:17: wie sagt man es ja immer noch funktionierende Medien gibt.
00:40:20: Rodimentär oder immer rodimentär werden da Ja.
00:40:25: Aber ich sehe da eine ganz große Gefahr drin, deswegen wurde es ja auch lange Zeit diskutiert ob der Staat nicht da Entlastung schaffen soll also auch bei den Zeitschriften und Zeitungen was
00:40:34: die
00:40:35: Zustellgebühr anbelangt dass man wie in Norwegen zum Beispiel bezahlt der Staat die Zustellkosten.
00:40:44: aber das ist ne Subventionierung die manche Verlage ablehnen allen voran Matthias Döpfner als Springer Vorstandschef der sagte nee wir machen uns hier nicht abhängig vom Start.
00:40:56: Das ist eben ein großer Konflikt, auch im BDZV gewesen in diesem Verband der Zeitungsverleger.
00:41:04: Welche Taktik fährt man?
00:41:06: Lässt man sich irgendwie wenigstens die Mehrwertsteuer runtersetzen oder was weiß ich... Also es wird noch mal weiter spannend sein aber das ist ja eine grüne Ausgabe lieber Philipp.
00:41:18: Das heißt also wir präsentieren hier einen einundzwanzig Jahre altes Tondokument dass ich am Rande einer Ausstellung der Spiegel-Titelbilder in Berlin einsammeln konnte, um vielleicht so ein bisschen in die Denke hineinzukommen wie der Spiegel auch Titelbilder findet und was er für wichtig hält.
00:41:42: Das kann in den letzten Jahren tatsächlich sich verändert haben aber ich glaube zumal einen Grundeindruck zu bekommen.
00:41:49: eine authentischen wie es mal früher beim Spiegl war Kann ganz interessant sein.
00:41:54: Gehen wir also zurück in den Februar, zwei Tausend Fünf!
00:42:01: Ich gebe Ihnen
00:42:02: mein Ehrenwort!
00:42:12: Und was passiert nächsten Montag?
00:42:15: Spiegelleiser wissen mehr Und Sie wissen gleich mehr über den Spiegel und seine Titelbilder, die vor einundzwanzig Jahren in der Ausstellung Die Kunst des Spiegels präsentiert wurden mit über einhundertfünfzig Originalen der Spiegeltitelbilder aus fünf Jahrzehnten.
00:42:33: Promenieren wir dank der magnetischen Aufzeichnung im Februar.
00:42:38: Mit Hilfe von Modest Musowski und seinem berühmten Prominadenmotiv aus Bilder einer Ausstellung unterstützt durch Chefredakteur Stefan Aust, den Illustratoren Jean-Pierre Kunkel und Ludwig Glasernaudet sowie den Ressortleiter Titelbild und Inspirator der Ausstellung Stefan Kiefer.
00:43:05: Bilder oder Titelbilder ausgewählt, jährlich erscheinen ja mindestens zweiundfünfzig Titelbänder.
00:43:10: Da kommt ja eine ganze Menge zusammen!
00:43:12: Das ist wohl wahr.
00:43:12: und wenn Sie dann noch dazuzählen was wir alles machen und was wir nicht drucken?
00:43:17: Dann sind das noch sehr viel mehr.
00:43:18: und es sind gleichzeitig eben hier einige die nicht gedruckt sind aber sind nur die von denen die nichtgedruckt waren bei denen wir auch nicht den Eindruck haben dass wir den ab separat Zeit nochmal verwenden können wo sozusagen die Thematik irgendwie durch ist.
00:43:31: Die Auswahl hat die Titelgrafik selbst gemacht.
00:43:35: Das Verrückte ist das schlicht total ein.
00:43:37: In Hamburg haben wir die Ausstellung gehabt, waren irre viele Besucher.
00:43:40: Der Katalog ist glaube ich der am besten verkaufte Katalog von Grafiken.
00:43:44: überhaupt nennt man Ausstellungen in Deutschland.
00:43:52: Ich stehe jetzt mit Spiegel illustrator Jean-Pierre Kunkel vor seinem wohl bekanntesten Spiegeltidebild Untertitelt mit Die Buschkrieger, die Bush-Administration in Heldenpose der US-amerikanischen Supermänner angefangen von Batman bis zu Rambo.
00:44:08: Herr Kunker wie ist Ihnen die Idee zu diesem Titelbild gekommen?
00:44:11: Die Idee kam von der Spiegeltitel Redaktion und Busch.
00:44:15: Kriege ist hier irgendwie so ein geflügels Wort und das passt zufällig zu dieser Idee.
00:44:21: Und dann haben wir in der Redaktionen besprochen welche Politiker welchen Typ da stellen soll.
00:44:27: Also Busch natürlich im Zentrum, er war der Rambo und ja die anderen Politiker als Batman oder als Conan der Baba und Terminator.
00:44:37: Seltsamerweise hat sich die Buschadministration da überhaupt nicht drüber geärgert dass sie so dargestellt wurde sondern Sie wurden im Prinzip geaddelt als Künstler in dem dieses Film war gespannt nun im Weißen Haus hängt.
00:44:48: Hat sie das im Nachhinein mehr erschreckt?
00:44:51: Oder haben sie sich gefreut?
00:44:52: Also grundsätzlich habe ich mich gefreud würdigt wird oder so überhaupt gesehen wird und hat mir gezeigt, dass sie im Prinzip Humor haben.
00:45:02: Denn es war ja ein kritischer Bericht.
00:45:05: Und das haben die aber gar nicht so gesehen, sondern haben sich nur als diese Kämpfer gesehen und haben sich sogar gut getroffen gefühlt und fanden das so gelungen, dass sich das tatsächlich ins weiße Haus bestellt haben?
00:45:17: Also ich freue mich darüber, weil meine Arbeit irgendwie würdig ist.
00:45:22: Wenn die sich gut getrofft fühlen als Politiker dann Mehr wollte ich eigentlich, ob das jetzt ein kritischer Bericht ist oder nicht.
00:45:29: Das ist dann sekundär!
00:45:32: Ist es nicht so dass sie dann doch als Künstler missverstanden werden?
00:45:34: Weil ja doch eine gewisse Überspitzung schon in diesem Bild zum Aussohn... Es ist ja Satire und Satire ist ja nicht nur einfach lustig sondern Versucht ja mit Mitteln der Übertreibung ein ganz bestimmtes Thema herauszuschälen.
00:45:51: Und hier sieht man in ihrem Porträt der fünf, dass es ihnen weniger um friedliche Absichten geht in einer Welt sondern hier klebt auch noch Blut am Verteidigungsminister Schwert und die Ramboart, die Welt zu befrieden ist ja nun nicht nämlich mal an das was sie in Münstersten fühlen.
00:46:07: Ja, aber ich habe zu viel nicht Zeit um mir während der Arbeit darüber noch Gedanken zu machen ob ich dazu stehe zu dieser politischen Meinung dieser Herrn oder nicht.
00:46:16: Sondern in dieser kurzen Zeit muss sich das Thema dass mir gestellt wird so gut wie möglich umsetzen.
00:46:22: und dann lasse ich all diese persönlichen Meinungen über deren Politik lasse Ich raus!
00:46:39: Diese Woche im Spiegel Gott ist tot satanicht Lust am Bösen Der göttliche Teufel.
00:46:50: Wir stehen jetzt vor dem Spiegeltitel Zweiundfünfzig aus dem Jahr neunzehnundneinzig, der göttliche Teufel.
00:46:55: Man sieht einen Teufe wie gesagt, der um seinen linken Zeigefinger einen Heiligen Schein rotieren lässt.
00:47:03: mit welchen Begriffen wohn sie denn konfrontiert?
00:47:05: Mit welchen Fragmenten um dieses Bild zu gestalten?
00:47:10: Also die Sätze, von der Redaktion bekommen habe, als sie anriefen malen Sie uns doch mal den Gott und den Teufel.
00:47:21: Wir brauchen eine Titelbildillustration für die Weihnachtszeit und kam auch dann zu Weihnachten raus mit viel Tobau-Bruhe.
00:47:31: also wie kann man zur Weihnacht ein Teufels zeigen?
00:47:34: Also diese beiden Begriffe und das Thema Gut und Böse in der Gesellschaft.
00:47:41: Und daraus habe ich versucht, also die erste Vorgabe war schon Gott abzubilden und den Teufel auf eine Illustration gemeinsam.
00:47:51: Ich hatte die Schwierigkeit, die beiden zusammen zu bringen.
00:47:55: Meine Idee daraus entstand dass der Teufe selbst vielleicht in sich dem Gott trägt oder auch ironischerweise den Heiligen Schein jungliert.
00:48:07: Es war auch einer meiner liebsten Arbeiten, weil ich dort nicht realistisch sein musste oder ähnlich einen bestimmten Ausdruck.
00:48:17: Ja man weiß ja nicht wie Gott oder der Teufel wirklich... Ich meine wenn man daran glaubt und ich weiß wirklich wie es aussieht?
00:48:22: Alle Freiheiten dabei!
00:48:23: Und ich habe auch mit der Technik ein bisschen herum expromentiert die für meine Arbeit so ein bisschen wegweisend auch war.
00:48:29: Beschreiben Sie mal die Technik.
00:48:30: das ist auf Holz gemalt in Öl nämlich an Richtig, das ist auf Hardfaserplatte gemalt und sieht aus wie Öl.
00:48:38: Das ist aber Künstlerkröl.
00:48:40: Und die Akrülfarben sind mittlerweile so brillant der Ölfarbe ähnlich, dass man die einfach als Lüstrator einsetzen muss.
00:48:53: Vor allen Dingen trocknet sie sehr schnell auf.
00:48:55: Aber eigentlich ist ja das was Sie machen Gebrauchskunst.
00:48:58: Wenn es nicht gerade hier eine Ausstellung hängt, dafür ist das ja nicht gemalt worden.
00:49:02: Für eine Woche präsent und dann wird es in der Regel vielleicht unter Umständen im Gedächtnis behalten.
00:49:08: aber da drängen sich ja so viele andere neue Spiegeltitel rein.
00:49:11: auch sie produzieren ja weitere Spiegeltitel.
00:49:13: empfinden Sie das für sich schon auch sowas wie Verpackungsdesign für eine Zeitschrift?
00:49:17: oder ist das für sie doch eher etwas woran sie Herzblut verwenden als würden sie tatsächlich für die Ewigkeit malen?
00:49:25: Also normalerweise Wenn wenn ich arbeite, dann will ich für die Ewigkeit was hinterlassen.
00:49:30: Das ist der erste Gedanke oder indirekt im Hinterkopf wobei das man natürlich nicht mich bewusst durchsetzen kann.
00:49:38: nur dieses Gefühl sollte da sein und ich bin Realist genug.
00:49:42: Ich bin auch Designer und Illustrator.
00:49:44: Ich habe nicht freie Kunst studiert sondern mich bewusst für diese Richtung entschieden.
00:49:50: Ich könnte auch sagen, ich bin ein... Also meine Kollegen sind Michel Angelo und Leonardo da Vinci.
00:49:58: Auch diese Künstler die heute so in den Museen gefeiert werden, sind Auftragskünstler gewesen ja?
00:50:05: Die haben ihren Auftrag bekommen die sextinische Kapelle zu bemahlen oder die Madonna oder die Mona Lisa im Louvre, die dort jetzt hängt.
00:50:17: Das sind Auftragskünstler gewesen und die freie Kunst kam erst viel später.
00:50:22: Dinge aus dem Bauch für sich, für die Galerie... Und vielleicht kann ich noch mal dazu sagen, da ich auch in der Lehre bin, also Unterrichter an Verhochschulen habe ich leider auch jetzt überall erfahren müssen das Zeichnen, dass Malen abgebaut wird natürlich auch Sparmaßnahmen in Bildungsinstitutionen aber Es wird gerade in diesen wichtigsten Bereichen abgebaut und hier auch an der UDK, was ich nicht ganz verstehen kann.
00:50:57: Und auch die Tatsache dass die wenigsten Studierenden wissen das man mit Illustrationen auch Geld verdienen kann also als angewandter Künstler arbeiten kann, sich nicht nur für Werbung engagieren kann usw.
00:51:16: auch wirklich als Illustrator für Magazine, für Bücher, für Theaterplakate.
00:51:22: Also quasi diese Mischform zwischen Freikunst und angewandte Kunst.
00:51:26: Und dieses Feld wird so wie ich das jetzt beobachte nicht mehr gezeigt – auch den Studierenden nicht mehr nahe gebracht.
00:51:37: Vielleicht liegt es daran, dass sich die Digitalfotografie so in den Vordergrund schiebt gerade bei den Medien.
00:51:41: Die auf Schnelligkeit setzen müssen teilweise auch weil sie im Konkurrenzumfeld dann Wettbewerbsvorteil sehen.
00:51:48: das also die Zeit die Sie haben drei Tage für einen Spiegeltitel die meisten Medien ja gar nicht haben.
00:51:55: Ich glaube die Illustrate ist sogar schneller als ein Fotograf.
00:51:59: Ja, also wenn Sie sich vorstellen der Fotograf müsste zu Helmut Kohl gehen und ihn fotografieren.
00:52:04: Also es gibt ein Motiv zeigt Helmut kohl rücken an Sicht wie er sein Eid ablegt und die linke Hand gekreuzt.
00:52:14: so was können sie nicht fotografieren selbst wenn sie in anrufen und einen Termin bekommen, das dauert ewig.
00:52:20: Da müssen sie das vielleicht noch abstimmen lassen entwickeln und da muss wahrscheinlich noch retuschiert werden weil es seine Nackenhaare zu hoch oder so tief oder irgendwas.
00:52:29: Und der Illustrator der das gemacht hat er hat es in drei Tagen fertig gebracht und genauso wie es am Ende auch sein soll.
00:52:36: Aber vielleicht ist es teurer so eine Idee umzusetzen dann sagt man sich ach dass beschreiben wir einfach im Text und nehmen irgendeinen Agenturfoto und ein Knallfall ist das Ding fertig.
00:52:45: Das kann ich auch nicht bestätigen.
00:52:47: Also selbst da die Illustration ist, sieht vielleicht teurer aus weil viel Mühe drin ist und viele arbeiten drei Nächte durch.
00:52:56: das habe ich letztens zu einem Weihnachtstitelblatt machen müssen.
00:53:01: Das kann man fast nicht bezahlen weil es an die Substanz geht aber Es ist nicht billiger oder teurer als eine Fotografie.
00:53:12: Außer es ist jetzt Helmut Newton oder so in die Richtung aber ein Pressfotograf, der nimmt genauso viel für eine Titelseite wie ein Illustrator.
00:53:36: Jetzt bin ich mit Stefan Kiefer dem Ressortleiter-Titelbild vom Spiegel vor einem Bild.
00:53:41: das zeigt George
00:53:43: Bush
00:53:43: – George W. Bush im Cowboy-Pose also wie man es kennt aus den Cowboy Film High Noon Duell.
00:53:51: Man hält die Hände links und rechts an den Pistolen Und das ist das Lieblingsbild des Ressortleiters oder eines der vielen Titelbilder, die er gerne mag.
00:53:59: Warum?
00:54:00: Dieses Bild hat auf eine geradezu sinnbildliche Art und Weise... ...die Situation in der Woche, der wir uns stellen mussten, aufgenommen.
00:54:08: Das war im Oktober zwei Tausendvier.
00:54:10: Wird Amerika wieder demokratisch war der Titel?
00:54:13: Das war die Woche vor dem berühmten Super Tuesday in Amerika.
00:54:17: D.h.,
00:54:17: der Tag an dem überhaupt erst feststand, wer der Herausforderer von dem rüben George W. Bush werden würde.
00:54:24: Und wir wussten das am Freitag nicht oder in der Woche, als wir den Künstler beauftragt haben.
00:54:29: Wir haben uns überlegt.
00:54:30: es gibt zwei Arten den Busch darzustellen entweder man mag ihn oder man karikiert ihn und wir haben uns natürlich selbstverständlich als kritisches Magazin für die letztere Variante entschieden.
00:54:40: Dann war auch klar.
00:54:41: eine amerikanische Metapher, die man gerne benutzt ist High Noon – Das Duell!
00:54:45: An diesem Freiter hat sich gezeigt dass der Herausforderer an dieser Woche noch nicht feststand.
00:54:50: Es hätte Empeter Hauer dienen sein können und wir haben gedacht, okay.
00:54:56: Wir machen das klassische High-Noon, gucken durch die Beine des Herausforderers und sehen auf den herausgeforderten der als Cowboy etwas unbeholfen daher kommt.
00:55:06: und da kommt nämlich auch das Geniale dieser Zeichnung zum Ausdruck Der Künstler Dana Dell ein New Yorker Zeichner der uns sehr verbunden ist und wie ihm auch hat es einfach vortrefflich geschafft diesen verschlagenen leicht ängstlichen Ausdrucks von George Bush mit einem stark vergrößerten Kopf und sehr stark verkleinertem Bein darzustellen.
00:55:26: Das was die Karikatur darf, man sieht hinten noch das weiße Haus ganz schämenhaft im Hintergrund.
00:55:30: Das zweite ist wir haben hier ein Gag eingebaut den auch nicht mehr der Chefredakteur entdeckt hat.
00:55:35: Busch hat zwei Pistolen, das Blatt ist so gedruckt und es hat keiner gemerkt aber der Künstler und ich haben es heimlich verabredet.
00:55:42: Die rechte ist eine Banane wenn man genau einen sieht.
00:55:45: Ja, tatsächlich!
00:55:46: Das ist ein Blatt das nicht nur auf den ersten Blicken hingucken ist auch mit der genialen Zeile wie ich finde wird Amerika wieder demokratisch was ja auch sehr vielschichtig ist sondern dann noch eine versteckte kleine Botschaft wo wir eben nochmal einen kleinen mitgegeben haben.
00:56:00: Gibt es denn ein Prinzip was alle Titelbilder so unterschiedlich sie auch sein mögen hier vereinigt also ein Prinzip wo man sagt dass ist ein Spiegeltitel.
00:56:10: Es sind ja, glaube ich, neunundfünfzig Illustratoren.
00:56:12: Die alle irgendwie doch mit dem roten Faden zu verbinden ist, glaube Ich ganz schwer?
00:56:15: Das ist ganz schwer!
00:56:16: Was die Auszeichne der Künstler ist eine hohe Qualität.
00:56:19: Darum gehen wir auch so in die Breite und suchen uns die nicht nur in Hamburg oder Berlin sondern wirklich weltweit von Sydney bis nach New York oder Santa Fe weil Künstlern, die so arbeiten können, die unter solch einem Zeitdruck auch kreativ werden können und an einer hohen Qualität termingerecht liefern das muss man sich schon sehr genau überlegen, wie man solchen Auftrag gibt.
00:56:40: Das eine und das andere ist auch dass das Arbeit mit Illustratoren im Gegensatz zu freien Künstlern für den Auftraggeber der ein bestimmtes Ergebnis erzielen will.
00:56:49: Ganz eminent wichtig ist dieser feine Unterschied!
00:56:51: Der Künstler macht das was er sich ausdenkt.
00:56:54: wir geben hingegen dem Auftraskünstler vor, was er machen soll und es sollte trotzdem eine künstlerische Arbeit werden.
00:57:00: Es ist häufig ne Gradwanderung aber das Ego dieser Menschen ist nicht so aufgeblasen, dass sie das nicht verstehen diesen Feinunterschied sondern dass ihre Kunst uns dient, die Metapher zu illustrieren und gleichzeitig auch wenn sie bei uns gedruckt werden.
00:57:13: Sie ihrer Arbeit millionenfach vervielfältig sehen.
00:57:16: das ist eine sehr fruchtbare Symbiose, die wir mit den Künstlern da eingehen jede Woche.
00:57:21: Meine These ist ja ähnlich wie bei der Tagesschau.
00:57:23: Helmut Thoma hat mal gesagt, die könnten mit einer Petroleum-Lampe senden.
00:57:26: Hier hätten wir einen Einschaltquote.
00:57:27: Meine Theese ist ja dass der Spiegel sich auch mit einem schwarzen Cover verkaufen würde.
00:57:29: Würden Sie diese unterstützen Sie?
00:57:31: ehrlich nicht?
00:57:32: Aber in welchem Verhältnis steht ein gutes Titelbild zu einer guten Tietelgeschichte im Verkauf?
00:57:39: Diese These von ihr muss natürlich mit Abschau und Empörung zurückweisen, weil dann wäre unser Restaurant ja ganz nicht überflüssig.
00:57:45: Nein das ist schön!
00:57:45: Es ist einfach schön es eine gute Dreingabe.
00:57:48: aber ich denke dass sich der Spiegel auch sehr über den Inhalt definiert, über die investigative Leistung.
00:57:54: Es gibt ja auch viele Vorabmeldungen extra um das Thema anzufüttern um die Leute neugierig zu machen und der Titel der ist ja dann sozusagen nochmal der Eyecatcher wo man vielleicht den letzten Schritt bekommt.
00:58:05: Ach, das interessiert mich vielleicht!
00:58:06: Wir reden ja über den Teil an Auflage der sicher verkauft ist durch Abos die Abo-Azahl bei uns sehr hoch.
00:58:14: wir reden über den teil der auflage der sich am kiosk sowieso verkaufen.
00:58:18: wir liegen ja jede woche über eine millionen.
00:58:19: dass was des titelbild bewirkt neben aufmerksamkeit und der wöchentliche quasi Visitenkarte des ganzen Heftes sind diese Ausschläge nach oben oder auch unten.
00:58:31: Wenn das Thema Beslan drauf war, das war die falsche Katastrophe zum falschen Zeitpunkt.
00:58:36: Da konnte das Tierdebild nichts für, sondern es waren einfach mal die Umstände.
00:58:40: wenn aber so ein Blatt wie die verwöhnten Kleinen den Nerven vieler entnervter Eltern über ihre Quengel liegen und arrogantem Kinder trifft.
00:58:49: Das ist ein Bild wo die Mutter am Fuß Das Schützlings klebt geradezu, um ihm die Schuhe zu binden.
00:58:55: Ein arroganter Junge der die Unterlippe vorschiebt und doch so wahrscheinlich das was jeder Vater jede Mutter mal erlebt hat sehr gut getroffen hat also diese kleinen Kinder die zum Monster werden.
00:59:07: Ja genau so ist es!
00:59:08: Das Blatt hat sich so herausragend gut verkauft mit Sicherheit auch wegen des Telebildes.
00:59:11: Wir hatten auf viele Anfragen von Lesern ob sie das Motiv haben können.
00:59:15: jetzt können Sie's als Poster kaufen hier in der Ausstellung.
00:59:17: Es gibt aber, obwohl sie neunundfünfzig Leute weltweit beschäftigen doch wenig Nachwuchs.
00:59:23: Sie widmen aber ihre ganze Arbeit nicht nur den Schülerzeitungen dem Nachwuch im textlichen sondern auch wollen dass dieser Illustratorennachwuchs gefördert wird.
00:59:31: was machen sie da ganz genau?
00:59:33: Wir geben in vier Städten Workshops mit den Künstlern.
00:59:36: wir laden amerikanische Künstler ein deutsche Künstlers alles top Leute geben Workshubs die nichts kosten an fortgeschrittene Studenten der illustration.
00:59:44: Die haben sehr attraktive Preise in Aussicht, die Sie gewinnen können.
00:59:48: Und sie haben als Auftrag während dreier Tage des Workshops einen fiktiven Spiegeltitel zu illustrieren so, als wären Sie schon gestanden
01:00:27: in
01:00:35: Österreich.
01:00:39: Die bisherigen Medienhörle-Unterstützer in alphabetischer Reihenfolge Ronny B., Christian C., Ralph Günther Herrmann D., Daniel F., Ronny Michael G., Ronald H., Julian H., Jens K., Henna Jan L., Thomas und Claudia L., David M., Christian M., Claudia M., Arne N., Jonas N., Claus, Claudius R., Benny S., Gunnar S., Uli S., Jents S. Jan Mattes-W, Andreas Z. und Jens Z. Vielen Dank für die Unterstützung.
01:01:30: Hinweise dazu finden Sie in den Schumennots.
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