DIE MEDIENHÖLLE Dokument #005 | 9/11
Shownotes
▶︎▶︎ Episode #005 Dokument Veröffentlicht: 11.09.2026, 07.00 Uhr
▶︎ (00:00) - 9/11: Nachrichtenbilder eines Tages, der die Welt veränderte ▶︎ (00:33) - DOKUMENT #005: Alexander Osang im Gespräch 2001 und 2011 ▶︎ (01:51) - Zehn Jahre danach: Wie der 11. September Osangs Leben veränderte ▶︎ (02:22) - New York als Traumstadt und Osangs prägendster Tag als Reporter ▶︎ (04:32) - Rückkehr zum historischen Telefongespräch vom September 2001 ▶︎ (04:51) - Reportage: Auf der Brooklyn Bridge zwischen früher und jetzt ▶︎ (06:08) - Alexander Osang berichtet aus dem Trümmerfeld von Manhattan ▶︎ (07:15) - Der Versuch, den eigenen Weg durch die Katastrophe zu rekonstruieren ▶︎ (08:01) - Fernsehbilder und Wirklichkeit: Wie Wiederholungen Distanz erzeugen ▶︎ (08:40) - Journalistische Arbeit im Ausnahmezustand ▶︎ (09:42) - Warum der Reporter in Richtung World Trade Center lief ▶︎ (10:51) - Angst, Schock und die Verarbeitung des Erlebten ▶︎ (12:18) - Osangs stärkster Wunsch: Kein Krieg als wahllose Vergeltung ▶︎ (13:04) - Alexander Osang aus dem Trümmerfeld Manhattans ▶︎ (13:20) - Das Interview von 2001 aus zehn Jahren Entfernung ▶︎ (14:00) - Wie DER SPIEGEL den 11. September minutiös rekonstruierte ▶︎ (15:54) - Warum die vielen Details kein vollständiges Gesamtbild ergeben ▶︎ (16:20) - Alexander Osang über Verschwörungstheorien und einfache Erklärungen ▶︎ (17:26) - Patriotismus und die Rolle amerikanischer Medien vor dem Irakkrieg ▶︎ (21:40) - Kann ein Reporter in einer Katastrophe wirklich Distanz wahren? ▶︎ (22:40) - Kritik an Hanns Joachim Friedrichs und der Mythos der Objektivität ▶︎ (24:30) - Journalistische Grauzonen und die Sehnsucht nach einfachen Wahrheiten ▶︎ (27:45) - Was die Nachwelt vom 11. September bewahren sollte ▶︎ (28:34) - New York unter Druck: Zusammenleben statt Gewalt und Vergeltung
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00:00:03: Zwei Flugzeuge haben innerhalb weniger Minuten das World Trade Center in New York gerannt.
00:00:08: Mehrere Stockweite bei der Tieren bestehenden Flammen.
00:00:10: Kurzer Zeit später kann es durch
00:00:13: ein drittes Flugzeug...
00:00:14: ...was am elften
00:00:14: September, two-kosn-um-eins
00:00:16: geschah
00:00:17: und die Welt verändert hat.
00:00:17: Wer
00:00:18: von uns erinnert sich nicht an diese surrealen
00:00:20: Bilder?
00:00:21: Und die
00:00:21: Welt veränderte!
00:00:22: Die sofort begannen UNS und die WELT zu
00:00:26: verändern?!
00:00:33: Ich begrüße Sie zu einer grünen Ausgabe des Medienpodcasts Die Medienhölle mit der Laufnummer Null Null Fünf.
00:00:40: Mit dieser Farbkodierung, Grün werden hier sporadisch Ton- oder Videodokumente veröffentlicht die über eine normale Medienaktualität hinaus Bedeutung haben.
00:00:51: Die Terroranschläge in den USA am Elften September Zwei Tausend Eins gehören Zweifels ohne dazu.
00:00:58: In diesem Podcast wird ein Telefongespräch mit dem Spiegelreporter und Autor der Berliner Zeitung damals Alexander Osang dokumentiert, dass ich nach meinen Aufzeichnungen am fünftzehnten September zwei Tausend Eins geführt habe.
00:01:13: Ausgelöst durch eine Reportage in der Berliner Zeitung vom Dreizehnte September Zwei Tausends Eins Wir hören daraus gleich einen Ausschnitt vorgetragen von Jan Fessbar.
00:01:24: Doch ein Kleiden möchte ich dieses Telefonat aus dem Jahre Zwei-Tausend Eins mit einem Interview, das sich mit Alexander Osang zehn Jahre später am siebten September zwei Tausend Elf in Berlin führte.
00:01:51: Im Gespräch bin ich mit Alexander Oosang.
00:01:53: seinerzeit war er Spiegelautor, Reporter und Korrespondent in New York und hat die Ereignisse in New york hautnah miterleben müssen.
00:02:03: Alexander Ohr sagt, man liest jetzt sehr oft den Satz der Elfte September veränderte die Welt.
00:02:08: So oder so ähnlich gemeint ist dass die Folgen Auswirkungen bis heute spürbar sind für jeden Einzelnen aber auch für die Wirtschaft zum Beispiel oder auch für das politische Klima.
00:02:19: Welche wichtigste Veränderung haben sie für sich ausgemacht?
00:02:22: Ja für mich hat natürlich diese Als Reporter, ich war ja noch fünf Jahre nachdem.
00:02:26: Ich war insgesamt sieben Jahre Reporter für den Spiegel in New York und war fünf Jahre danach im September noch da.
00:02:31: Und diese Auswirkungen der Tag hatte zumindest die innenpolitischen Auswirkung Patriot Act.
00:02:37: Die Wiederwahl vom Busch, die nicht zufällig in New-York vorangetrieben wurde, war der Wahlparteitag im Madison Square Garden.
00:02:44: Um den Hintergrund dieses Tages nochmal einzufangen als die außenpolitischen Zwei Kriege, ich war ja in einem dieser Kriege im Irak jetzt nicht so nah dabei als Reporter.
00:02:53: Und insofern hat mich das alles irgendwie auch getroffen und ein gewisserweise beeinflusst.
00:03:02: Ansonsten hat der Tag – ich hab dem versucht gerade zusammen mit meiner Frau irgendwie nachzuspüren in einem Buch, was wir zusammengeschrieben haben.
00:03:10: Wo es eigentlich nur an diesen Tag geht.
00:03:12: Der Tag war verschüttet einfach für mich unter all diesem welthistorischen Gerümpel irgendwie und ich hatte gar keinen Zugang mehr zu diesem eigentlichen Tag der wirklich vielleicht der bedeutendste Tag neben dem Mauerfall irgendwie in meinem journalistischem Leben war Und ich glaube, dass er für mich persönlich als jemand der im Osten groß wurde und immer nach Amerika wollte.
00:03:33: Also für mich war New York so eine Traumstadt ne Mythen beladene Stadt die wollte ja immer irgendwann mal leben und dementsprechend verspannt war mein Verhältnis, dass ich dann endlich das Angebot vom Spiegel bekam da hinzugehen.
00:03:46: In dem Jahr twohneundneunzig hatte man gedacht, die muss diese Stadt irgendwie erobern.
00:03:50: Ich kann nicht einfach da wohnen!
00:03:51: Und diese Spannung hat sich gelöst.
00:03:53: Es war irgendwie mit so seltsam wie den Klingenmarkt.
00:03:57: Mit dem Tag und mit dem, was da passiert ist hatte ich irgendwas gemeinsam.
00:04:01: Mit den Leuten, mit den Bürgern dieser Stadt.
00:04:03: Und das hat mich irgendwie zum New Yorker gemacht.
00:04:07: Das gesamte Verhältnis dieser Stadt irgendwie entspannt.
00:04:12: Ich habe glaube ich auch viel bei mir begriffen als Reporter wie ich funktioniere in so einer Situation.
00:04:15: Ich bin kein Kriegs- oder Krisenreporter.
00:04:17: Das war überhaupt das aller erste Mal in meinem Leben glaube ich, dass ich plötzlich in so eine Krisenregion unterwegs war die über Nacht zu einer Krisen... nicht über Nacht, sondern innerhalb von wenigen Stunden zu einer Krisenregion geworden war.
00:04:32: Wir können uns das mal anhören wie es in jenen Tagen in New York war.
00:04:34: ich hatte sie telefonisch erreichen können und folgendes Interview mit ihnen führen
00:04:58: mit den lustigen, bunten Morgenszenen in Brooklyn.
00:05:00: Mit gelben Schulbussen, fröhlichen Schülerlotsen, Männern mit Akkentaschen und einer kleinen schwarzen Wolke die schnell
00:05:08: wuchs.".
00:05:09: Ich denke mal ein ganzes Leben an Filme wenn irgendwas Besonderes passiert aber in diesem Moment gingen mir die Filmbeispiele aus.
00:05:16: ich stand auf der Brücke und mir fiel kein Film mehr ein.
00:05:20: es gab nur noch früher...und jetzt!
00:05:23: Die Lücke die der Turmress war riesig.
00:05:25: Es würde nie mehr so sein wie früher.
00:05:28: Ich bin dann weitergegangen nach Manhattan, das schon ganz leer war, ganz weiß und ganz leise.
00:05:34: Ein paar Minuten später brach der zweite Turm zusammen.
00:05:37: Er hätte mich fast verschüttet – ich habe mit einem dutzend Menschen in einem Keller gehockt wie im Krieg!
00:05:43: Ich sah Leute bluten, jammern und schreien….
00:05:47: ich bin in eine Mondlandschaft
00:05:48: zurückgekehrt.".
00:05:50: Die stolze Insel rauchte zahnlos wie eine alte Frau.
00:05:54: Ich stand dort zwischen Menschen mit Atemmasken und Videokameras, sie waren ruhig aber am Leben!
00:06:29: Was sehen Sie jetzt im Augenblick?
00:06:33: Und dann ist auch die Buchstaben abgefahren sind, und dann wird im Kaufer-Tier Century Twenty One wo man so einen Nobelmarkt verblickt gucken konnte.
00:07:04: Es steht immer noch da.
00:07:06: Und in der Stapelstation, die mit Holzbrettern zuhennagelt ist, solche Sachen.
00:07:11: Gibt
00:07:11: es irgendetwas Bestimmtes was Sie suchen?
00:07:15: Im Augenblick eigentlich nicht.
00:07:16: Ich versuche das zu begreifen wie sich die Stadt durchführt.
00:07:20: Deswegen laufe ich jetzt hier durch die Stadt.
00:07:24: auch versucht zurückkonstruieren für mich selbst, ganz persönlich.
00:07:28: Am Dienstag, als es passiert ist bis zu dicht an dieses Feuerstuhl-Zentra ran gelaufen und ich bin dann irgendwie gerade noch so weggekommen und habe dann so eine Dreifelstunde in einem Keller gesessen wo mich im Prinzip ein Polizist Renni führt hat mit fünf zu anderen Leuten.
00:07:42: und ja das war ganz furchtbar und ich hab versucht irgendwie den Weg nachzugehen und rauszufinden, wenn ich da hier heran sind.
00:07:49: Das war für mich jetzt persönlich, ansonsten versuche ich natürlich von mir zu begreifen wie sich die Stadt.
00:07:55: Gibt es einen Unterschied zwischen den Bildausschnitten, die Sie bei CNN sehen und dem was sie selbst erleben?
00:08:01: Es ist natürlich etwas anders weil sozusagen die Fernsehbilder doch für Distanz sorgen soweit ich in einschätzen kann.
00:08:07: Er sieht keine nur für meinen Teil sprechen direkt auf der Brooklyn Bridge, kannst du dir auch versucht zu beschreiben bei meinem Text.
00:08:12: Wir sehen aber wie dieser erste Turm zusammenbrachte da also zwischen all diesen Menschen, die völlig verzweifelt waren auf der Brücke.
00:08:22: das Verleben ist wirklich.
00:08:36: Wir
00:08:41: arbeiten Sie nun jetzt in diesem Augenblick methodisch.
00:08:44: Beobachten sie nur oder führen sie auch Interviews?
00:08:47: Das ist ganz verschieden.
00:08:47: Also ich habe mir vorhin erzählt, dass ich praktisch dann in der Drafelstunde neben Keller mit Leuten zusammen saß, die dahin geflüchtet waren und warteten bis da oben irgendwie wie der Luft zum Atmen war.
00:08:59: Und in dem Moment habe ich mit denen Interviews geführt.
00:09:01: also bin also auf sie zugegangen und hab gefragt wie sie heißen, wie sie herkommen, wie Sie hier runter gekommen sind in den Keller und hab mir die Telefonnummer von diesen Leuten geben lassen.
00:09:11: Ja, also da habe ich Interviews für das Mannschaft beobachtet nur.
00:09:14: Ich wurde jetzt zum Beispiel nicht diese Freuweileute oder so was interviewt die ihre Arbeit machen und das bringt ihnen eine Regelung.
00:09:19: Natürlich war es einfach wichtig, diese Leute mit denen ich da unten in einer Situation war.
00:09:23: Wir waren ja alle irgendwie dahin geflüchtet und wollte einfach das auch festhalten.
00:09:27: Dann sind bestimmte Sachen passieren, einfach um Reflexen.
00:09:29: Und sie gönnen da Glück mehr oder weniger im Reflex so dicht ran gegangen, viel zu dicht an dieses Haus ran gegangen.
00:09:35: Einfach weil ich so wie ein Reporter bin und der Einmaligkeit dieser Situation uns bewusst
00:09:41: war.".
00:09:42: War es eigentlich das, was sie getrieben hat?
00:09:44: Diese Einmaligkeit.
00:09:45: Normalerweise hat man doch ein bisschen so etwas, was man selbst Erhaltungstrieb nennt.
00:09:49: Man rennt ja nicht in die Todeszone wenn alle Leute einem sozusagen entgegen kommen und flüchten.
00:09:55: Ja ich denke schon ist das so.
00:09:56: Ich meine jetzt ist natürlich Neugier und das ist das zu sagen... Kann das ja nicht beschreiben oder mir da vorhin?
00:10:00: Natürlich habe er versucht.
00:10:01: Die wollten mich ja überhaupt nicht aufs Brück gelassen.
00:10:03: Ich hab mich dann den Polizisten dann praktisch vorbei drängt irgendwie Und in dem Moment als dieser erste Zorn zusammen war, da war ich praktisch zwei Drittel der Brücke hinter mir Und dann, die Leute fingen ja doch auch an zu wehen und zu schreien.
00:10:15: Und dieser ganze Staub kam auf die Brücke und hat einen Augenblick überlegt aber dann ging es dann doch weiter in Richtung Innenstadt, weil ich ... Ich kann das nicht sagen!
00:10:22: Ich weiß nicht, was das ist.
00:10:23: Ich glaube, dass jetzt sozusagen schon so eine Einmal-Situation ist.
00:10:28: Das ist irgendwie ein Denkmal.
00:10:30: in solchen Situationen fällt irgendwie so ein Nichtstrahl auf die Seele innerhalb des Staates oder auch ... Ich weiß es nicht, ich kann das gar nicht beschreiben.
00:10:35: Natürlich habe ich da oberlich nachgedacht, dann bin einfach irgendwie mehr oder weniger am Reflex an der Hände gegangen.
00:10:39: Und ich war natürlich auch nicht gedacht, dass ich mich in eine Todeszone bewege also dann hätte ich jetzt sicherlich nicht hinmacht.
00:10:44: Aber das ist so irgendwie so, dass mir in dem Augenblick schien, dass mal das Äußere der Katastrophe irgendwie bereits vorbei
00:10:50: war.".
00:10:51: Sie sind ja jemand, der vermute ich nicht annähernd mit einer solchen Katastrofe je konfrontiert wurde?
00:10:56: Wie reinigen sie sich seelisch von den Eindrücken, Bildern und vielleicht auch Gerüchen?
00:11:06: Ja, nicht machen.
00:11:07: Als ich aus dem Keller rauskam, habe ich überhaupt keine Lust mehr da noch rumzusuchen und Interviews zu finden.
00:11:13: Da war ich so draußen und weg da.
00:11:15: Und dann immer nur auffahrt die Insel hoch gegangen, wo es sich zu meinem Kollegen kam.
00:11:19: der wohnte im West Village und hat da erst mal die Duhestätten in Klamotten gegeben.
00:11:23: Dann haben wir irgendwie auf vier Stunden Mördervinia erstmal nur rum gesessen und uns unterhalten und überlegt was das bedeutet.
00:11:29: Das war schon glücklich vom ersten Prozess, sagen wir mal, das loszuwerden Also nicht gleich irgendwie weiter zu rennen und weiterzumachen.
00:11:36: Und ich sag mich, wann nie in einer vergleichbaren Situation hier immer mein Leben... Ich grüsse nur, dass ich dann zurückfuhr abends mit der Tafel nach dem Brooklyn zurückführe.
00:11:46: Dann irgendwie als die dann mal, was sie ja fast immer macht unter einem E-Straver irgendwie mal stehen, wie bei dem Thunnel auch Angst hatte irgendwie.
00:11:53: Dass ich fühlerte, möchte eigentlich lieber jetzt schnell raus aus dieser Tafele.
00:11:57: Sie kommt mir zur Tafeli fahren im Gegend jetzt schon wieder.
00:11:59: Das kann man ja nicht so sagen also bewusst reinigen.
00:12:19: Wenn Sie Ihren stärksten Wunsch, den Sie im Augenblick verspüren in einem Satz beschreiben sollten.
00:12:23: Wie lautet der?
00:12:27: Ich kann nicht sagen, ich möchte nicht dass hier irgendwie ein Krieg ausbrücht.
00:12:37: Dass die einfach den Rucksäuber natürlich auch ganz groß sind und welche Länder bombardieren einfach so um dann völlig schlecht die Richtigen zu treffen.
00:12:46: Und natürlich, ich glaube mal als Bewohner der Stadt habe ich das zu sagen allerdings auch irgendwie eine Wut auf die Leute, die jetzt hier angerichtet haben auf diese Verrückten.
00:12:56: Aber wir sehen ja selber, er kann es sich in jedem Satz irgendwie ausdrücken.
00:13:01: Dazu bin ich wahrscheinlich ein bisschen viel zu sehr durcheinander.
00:13:04: Alexander Usang aus dem Trümmerfeld Minhetens
00:13:21: Wie wirkt das zehn Jahre später auf Sie?
00:13:25: Ja seltsamerweise fast genauso wie es in der Änderung habe, ich hab extrem Berlin hat und war durcheinander und habe versucht zu begreifen was passiert ist und sehe mich regelrecht irgendwie vor mir.
00:13:39: Ja, scheint nicht so sehr viel Zeit vergangen zu sein.
00:13:42: Das erstaunliche ist ja das, dass man immer denkt, dass sich durch die vielen Jahre, die jetzt da vergangen sind und die vielen Dinge, die ich inzwischen erfahren habe und gesehen habe in der Welt irgendwie neue Erkenntnisse dazugekommen werden.
00:13:53: aber letztlich irgendwie hat sich nicht viel verändert auf was die bei dem Perspektive auf diesen Tag angeht.
00:14:00: Der Spiegel hatte damals reagiert, da waren sie auch daran beteiligt diesem Tag zu rekonstruieren minutiös geradezu.
00:14:07: Was wissen Sie denn tatsächlich?
00:14:09: oder was wissen wir?
00:14:10: Was weiß die Weltöffentlichkeit von dem, was damals passierte.
00:14:14: Das kann ich nicht einschätzen, was die Welteufendigkeit weiß.
00:14:16: Ich kann Ihnen sagen, was ich weiß... Also ich habe natürlich mit meinen Kollegen vom Spiegel Minotius rekonstruiert, wann Murmed Attah irgendwie aufgestanden ist und was er zum Frühstück gegessen hat, wann die da irgendwie an irgendein Überwachungskamera vorbeigegangen sind, wenn der Fenster putzer sozusagen das World Trade Center reinigte und später dann in einem Lift ausstieg, was der hat im Frühstück gegessen.
00:14:39: All diese Dinger, wer wo an welcher Stelle im Flugzeug saß?
00:14:44: Ich hab mich speziell mit einer ganzen Etage im Nordturm beschäftigt um rauszukriegen.
00:14:50: Wer hat da überlebt?
00:14:50: die neun-atzigste Etage?
00:14:52: Wer ist da rausgekommen?
00:14:53: Wer hat die Leute gerettet, die dann auch raus gekommen sind?
00:14:55: Wer is nicht rausgekommen habt?
00:14:57: Die Flurmap, also sozusagen den Plan oder den Vermietungsplan dieser Etage rekonstruiert all diese Leute, die da waren und überlebten haben besucht.
00:15:04: Die Frage ist zu welchen Erkenntnissen mit verhelfen.
00:15:06: Man kann natürlich dann und kriegt eine Vorstellung davon, ich habe überlebende Interviews jernst furchtbar.
00:15:12: Eine Frau die schwanger war im sechsten oder siebten Monat von ihrem Mann der im World Trade Center umgekommen ist.
00:15:19: Der Mann, der ihr fünf Nachrichten auf dem Anruf beantwortet hinterlassen hatte diese allerdings ... Sie war irgendwie nicht zu erreichen.
00:15:25: Und sie hat mir immer wieder diesen Nachrichten vorgespielt ohne Unterbrochen dieses Nachrichten gespielt.
00:15:29: All diese Dinge waren extrem bewegend verstörend.
00:15:32: Aber sie haben mir jetzt nicht zu irgendwelchen Erkenntnissen verhäufen, die über ... sagen wir mal, über die Erkenntnis dieses ersten Schocks und dieser Verunsicherung.
00:15:41: Und der Hoffnung, dass die Stadt zur Ruhe kommt und das jetzt nicht irgendwie wahrlos genug tun in der Welt gesucht wird von amerikanischen Politik hinausgehen?
00:15:54: Woran könnte es liegen, dass trotz des Puzzles was man nachträglich zusammengetragen hat, man das Gesamtbild?
00:16:03: liegt es daran, weil bewusst jemand oder eine Gruppe von Menschen daran interessiert ist dass die Wahrheit nicht herauskommt.
00:16:10: Oder weil es nur diese Wahrheit gibt das dort durchgeknallte Verrückte oder so ähnlich haben sie's beschrieben dort einen Terroranschlag verübt haben?
00:16:20: Mir liegt die zweite Annahme näher.
00:16:23: ich halte nicht so sehr viel von diesen Conspiracy Theories also von den Verschwörungstheorien sondern ich glaube einfach, dass es ein simpel ist.
00:16:30: Das ist sozusagen eine simpler Geschichte eigentlich die irgendwie tausendmal von allen Blickwinkeln beleuchtet und beschrieben und in jeder Ecke, in jedem Detail irgendwie nachgestellt worden ist aber letztlich dann doch am Ende eine simple Geschichte bleibt und von Leuten die einen Anschlag sozusagen auf das Herz des Imperialismus machen wollten und Zeichen setzen wollten da und denen das gelungen ist.
00:16:57: Interessanter ist ja vielmehr wie sozusagen die Einfachheit dieser Geschichte, eben über die Jahre benutzt worden.
00:17:03: Es ist noch einfacher gemacht worden teilweise und um politische Ziele zu verfolgen.
00:17:08: Also wie gesagt es kann durchaus sein ich will irgendwie zwischen Verschwörungstheorien und kann gar nicht viel sagen.
00:17:14: Ich bin kein großer Fan davon.
00:17:16: Ich glaube einfach Geschichte Die nur so gigantisch ist dass man sie in ihrer Einfachkeit irgendwie gar nicht begreifen kann oder will.
00:17:26: Bleiben wir doch bei den Fakten, die Sie selbst erlebt haben als sie journalistisch recherchierten.
00:17:30: Man sagt ja oder es gibt zumindest diese Beobachtung dass der Journalismus nach diesen Terroranschlägen patriotischer geworden sei in den USA das Wahrheit über den Irak Krieg unterdrückt wurde und dass man auch als Journalist ob Mann und Michael Moore heißt oder anders dann doch schon behindert wurde.
00:17:48: bei Recherchen hatten Sie diese Erlebnisse auch?
00:17:50: Dass man Ihnen Misstrauen gegenüber zeigt und auch sie behindert hatte.
00:17:55: Nee, also ich hab mal ein Portriber Rumsfeld zum Beispiel geschrieben und habe den da begleitet in der Weile.
00:18:03: Aber da liegt es einfach daran die amerikanische Politik... Also die Hochpolitik ist nicht besonders interessiert an europäischen Journalisten und deswegen tut mir eigentlich die Kollegen in Washington noch einmal so leid wenn man schon Schwierigkeiten hat einen Senator irgendwie zu interviewen weil Die Frage ist natürlich so eine sehr amerikanische Haltung, was bringen die mir jetzt?
00:18:20: Die ringen wir überhaupt nichts für sozusagen meine Wiederwahl oder so.
00:18:24: Insofern hat man es ein bisschen schwer mit Interviews.
00:18:27: Ich habe einfach nur mal Rudolf Giuliani interviewen können aber auch nur weil der einen Buch vermarkt, also den Bürgermeister von New York in diesen Tagen, weil er ein Buch geschrieben hatte, das in Deutschland erschien und eine deutsche Übersetzung.
00:18:42: Und der einfach geguckt hat, was ist das größte Magazin?
00:18:44: Okay.
00:18:44: Der Spiegel also mit dem Redig hat ein Interview gegeben und da hatte ich keinen Glück, dass ich derjenige war aber er hatte einen handfesten Interesse irgendwie, einen ökonomischen Interesse.
00:18:53: ansonsten wie gesagt kann man da den nicht vorwerfen.
00:18:57: Also es ist eine politisch motivierte Abwehr gewesen.
00:19:00: Ich habe natürlich an dieser Seite finde ich sowieso viel interessanter als jemand der aus dem Osten kommt und mit Propaganda ja eigentlich Erfahrung hat, lange Jahre Erfahrung hat.
00:19:11: Das ist schon so.
00:19:12: was gab.
00:19:13: Ich will nicht propagandeln, aber es gab eine Art Strammstehen hinter der amerikanischen Fahne vor allem nachdem der Krieg auch in der Vorbereitung des Krieges erstaunlich war.
00:19:21: Ich habe ja zwei Tagestätungen damals nach Hause bekommen und gelesen die New York Post sozusagen so ein Revolverblatt von Merrick und den New York Times Und über die Post brauchen wir jetzt gar nicht reden Aber auch die Times hat den Eindruck über weite Strecken dass die Leute auf diesen Irakkrieg ihm doch vorbereitet hat und die Geschichten kennen sie ja, also über die Massenvernichtungswaffen, die da angeblich waren.
00:19:47: Und wenn man so eine Zeitung jeden Tag liest, gerät man unter den Einfluss einer Zeitung erst recht in der Zeitung, in der man extrem vertraut.
00:19:58: Ich war nie für diesen Irak Krieg oder so, aber ich hatte eben doch nie diese extreme antiamerikanische Haltung gegenüber dieser ganzen Administration die man in Deutschland hatte.
00:20:08: Oder die man hatte wenn man jetzt zum Beispiel die BBC gesehen hat.
00:20:11: Das war schon dann wahrscheinlich für mich sehr wohltuend weil BBC-Nachrichten zum Beispiel zu einem Gegensatz zum Beispiel zur CNN, die diese praktisch den Countdown erzählt haben zum Irak-Krieg und dadurch die so eine Art unausweichlichen Kriegsbeginn irgendwie uns vorgemacht haben.
00:20:28: Ich halte mich schon für einen wachen Menschen gehalten, aber mein Gerät unter den Einfluss von einer Presse.
00:20:34: Und zumal mir diese ursprünglichen patriotischen Ziele nicht ganz unvertraut waren.
00:20:39: Ich habe jetzt sozusagen in dem Buch was ich mit meiner Frau ausschließlich habe, sie wäre noch mal alle Wege abgegangen die Nachbarninterview, den kann man hier erinnern dass damals unsere Nachbar Maix und ihre Bauarbeiter eine riesen Fahne rausgehängt hat am elften September also so ein Riesen amerikanische Fahnen.
00:20:52: wir haben ihn jetzt nochmal interviewt und dann erzählt das die von einem Veteran Stammte, dessen Haus er mal kaufen wollte und erst bis zur Beerdung gehen gegangen.
00:21:01: Dann haben sie ihm aber nicht das Haus gegeben sondern nur die Fahne.
00:21:03: Und der hat die immer am Schrank gehabt und hat die dann rausgehängt und ich fand irgendwie erstmal die Geschichte toll.
00:21:08: Aber ich hab damals auch die ... Ich hab das verstanden!
00:21:11: Ich habe diesen patriotischen Reflex.
00:21:12: Ich hab mich als Bürger dieser Stadt auch getroffen gefühlt.
00:21:15: Ich hatte mir gehofft dass es ein anderer Art von Patriotismus ist.
00:21:17: Es ist nämlich ein Patriotismus, der eben nicht sozusagen wütend ist und sofort nach außen ausholt Ja, besonnen ist und die Toten betraut.
00:21:29: Und sich sozusagen zusammenhält und guckt wie man die Stadt wieder aufbauen kann in all diese Dinge.
00:21:34: Aber dieser Reflex der den konnte ich zumindest schon abverziehen.
00:21:38: Zumindest in den ersten Tagen
00:21:40: Wie weit ist denn da die These von Jantje auch im Friedrichs dann doch für Sie eingetroffen?
00:21:46: Man soll sich nicht mit einer Sache gemein machen.
00:21:48: Auch nicht mit einem guten, dass man als BBC-Korrespondent der er ja mal war oder zumindest bei der BBC gearbeitet hat dieses totale auf Distanz gehen propagiert hat.
00:21:59: und wenn man aber tatsächlich in soem Keller sitzt in New York Staub in der Kleidung an den Haaren hat und Leute eben jammern und schreien hört.
00:22:07: Kann man sich da wirklich so distanziert raushalten, dass man eben nicht vielleicht Verständnis für die Situation eines Krieges bekommt.
00:22:16: Der ein Monat später ja erst mal zunächst Afghanistan betraf und dann erst in Irak wo man aber doch schon mehr weiß und gar nicht glaubt das das wirklich im Zusammenhang mit den Anschlägen vom Elfen September ins Zusammenhang zu bringen ist?
00:22:29: Beobachten Sie an sich da so einen Gewissenskonflikt.
00:22:32: ich müsste eigentlich jetzt Distanz haben aber warum?
00:22:36: Ich sehe jetzt das aus einer ganz anderen Perspektive, die auch legitim ist.
00:22:40: Genau!
00:22:41: Ich möchte jetzt nicht auf die Kriege beziehen weil ich gegen die Kriegerowalke.
00:22:44: mich erinnere an dem Abend, dass der Krieg in Afghanistan begann und hatte Kinderlesungen in Berlin und hat da überlegt ob ich so große Symbolik irgendwie diese Lesung abbreche.
00:22:53: Also hätte ich irgendeine Art Einfluss auf das was da passiert also gegen den Kriegswahl.
00:22:58: Aber ich habe diesen Satz von Friedrichs nie geglaubt.
00:23:02: Mark für ihn stimmt, jeder hat ja seinen Satz.
00:23:05: Für mich war der immer total unterhörig im Gegenteil.
00:23:07: Ich glaube, dass man, wenn man Reporter ist eben davon sozusagen lebt, dass sich Dinge in Sachen aussetzen.
00:23:13: Die gehen mit einer Haltung vielleicht in irgendwelche Konflikte, die gehen mit eine Haltung an irgendwelchen Rechercheorten und die wird da verändert.
00:23:19: Und die wird von den Umständen verändert.
00:23:21: Die wird von all dem verändern, weil sie Grieche sehr fühlen uns... Und deswegen mache ich es ja.
00:23:28: Ich setze mich dem aus und wenn ich mir jetzt zum Beispiel ein Politiker, wenn ich Angela Merkel portortiere und die vier oder fünf Wochen begleite dann ist das auch eine Art von Duell.
00:23:36: Für sie bin ich irgendein Journalist, vielleicht man hofft ja immer doch nicht irgendeinen Journalist weil sich schon so oft portortiert und mit ihr unterhalten.
00:23:44: aber letztlich geht's darum dass sie mich versucht zu beeinflussen in irgendeiner Art vor ihren Karen zu spannen.
00:23:52: Versuche mich nicht beeinflussen zu lassen, setze mich aber ihr aus, indem ich mit ihr beschäftige.
00:23:56: Mich ihr annähere, ihr Zuhöre... ...mit Leuten sprechen die sie gut kennen.
00:24:00: also da sind doch Sachen die mich beeinflussend auch beeinflussten sollen.
00:24:03: und jetzt zu sagen mich mit einer Sache gemeinsam wo fängt denn das an?
00:24:06: Also haltig für... Ich versuch mich nicht mit einer sache gemeint zu machen Aber diese Pseudo-Objektivität gilt zumindest für den Journal, weil ich betreibe überhaupt nicht Wenn EGAS Reporter erzählt den Leuten da draußen immer nur Meine Version der Geschichte, was ich erlebt habe.
00:24:21: Nicht ... Was sozusagen keine Art von beides nur meine Wahrheit hat und die ist so subjektiv wie eben nur möglich.
00:24:30: Hans-Jürgen Friedspreis-Träger Uli Wiggert kam in Konflikt als er als Nachrichtenanker nicht in dieser Funktion aber als Autor für eine Reflektion des Elfen Septembers George Bush relativ kritisch sah indem er Verständnis für die Terroristen empfand, dass ein solches System was George W. Bush verkörpert auch solch einen Terrorismus möglich macht.
00:24:55: Er ist damals sehr stark kritisiert worden.
00:24:56: und haben sie für ihre Sicht auf die Dinge auf die Welt ähnliche kritische oder sogar feindliche Äußerungen empfinden müssen?
00:25:08: Oder ist das, was Oli Wiggard erlebt hat vielleicht nicht typisch für die Zeit nach dem Elfenseptember im Journalismus?
00:25:15: Nee, nee.
00:25:16: Es ist schon so... Also ich bin ja niemanden der so absolute Meinung hat.
00:25:19: Mir wurde eher so eine Ivität vorgeworfen oder sozusagen seltsamerweise in vielener Klassenstandpunkten gewisser Weise ...in meinen Texten weil ich ja eher beschreibe.
00:25:29: Bin ja kein Leitartikel irgendwie.
00:25:31: Ich hab einfach auch diese starken Meinungen.
00:25:33: aber es ist schon.
00:25:34: nachdem kann mich ändern.
00:25:35: In den Tagen nach dem Ersten September selbst hatte ich an den Einen und die Welt das extrem zusammengerückt.
00:25:40: Alle sozusagen waren sehr stark bei Amerika, der zerbröckelte dann relativ schnell... Und da gab es schon so Stimmen, wenn ich jetzt zum Beispiel diese Geschichte wie mit dem patriotischen Gefühl und dem Verständnis dafür ist, dass diese Riesenfahne da hängt einfach gesagt oder geschrieben habe, gab's schon Leute, die mehr Naivität und Busch und Öl und im Weltimpräalismus und das ganze Zeug.
00:26:03: Es gibt so eine Sehnsucht nach einfachem Meinung.
00:26:05: Ich kann mich erinnern später, als ich im Irak war, habe ich z.B.
00:26:09: die Geschichte darüber geschrieben für den Spiegel-Reportage über dieses Krankenhaus in dem Jessica Lynch lag.
00:26:15: Das war eine Kriegsgefangene der Erste, die in einer riesen PR-Aktion befreit worden ist aus diesem Hospital da in Nazaria, also in der Stadt im Iraka und ich hab mich mit Ärzten getroffen, die da waren.
00:26:26: Die Ärzte, diese Jessica Lynch, die so ein Superheld war in Amerika Befragt, die sie betreut haben befragt und auch selbst bei diesen Ärzten.
00:26:34: Die haben sich natürlich extrem geärgert wie Sie sozusagen ... Die haben dieser jungen Frau die besten mögliche Pflege versucht... Die haben sie aufs beste Bett, die besten Medikamente, die wollte nur abgepackt in Orangen und dann haben sie für sie besorgt.
00:26:46: Und sie haben sich echt um die gekümmert und sind jetzt in der Welt dargestellt worden als wildem oder weniger aus deren Fängen diese Frau befreit worden ist, die Sie am Leben gehalten haben da.
00:26:56: Andererseits waren sie so froh des Saddam Hussein weg war, dass die Amerikaner den... Und erleben diesen Zwiespalt.
00:27:03: Weil sie hatten einerseits die Amerikanern, die ihnen da sozusagen auf die Bude rückten und andererseits hatten Sie in dem Gästehaus des Krankenhauses da irgendwie ... In den ersten Kriegstagen hat sich da die lokale Stadt-Sicherheitsbehörde da irgendwie verschanzt gehabt.
00:27:15: Und die wollten sie natürlich urlos werden!
00:27:17: Also Ena hat mir mal erzählt wie ihr diese Amerikanen hast und wie.
00:27:20: andererseits wurde er gerne in Chicago studieren.
00:27:22: Es gibt nicht so eine einfache Wahrheit.
00:27:24: Ich weiß nur, es ist eine Sehnsucht nach einfachem Wahrheiten gibt.
00:27:27: Sobald man sich in diese Grauzwohner zwischen bewegt, kann man von beiden Seiten Feuer kriegen.
00:27:33: Also den Verschwörungstheoretikern auf der einen Seite und von den Falken sozusagen auf der anderen Seite.
00:27:39: Ich schreibe aber auch nicht um Leuten jetzt irgendwie zu gefallen.
00:27:44: Bisschen nur!
00:27:47: Zehn Jahre Distanz ist... Sie sagten am Anfang zwar was den Elfen-September betrifft für sie nicht so groß.
00:27:54: Sie haben es noch sehr plastisch vor Augen.
00:27:58: Sie sind ja mehr oder weniger dann doch letzten Endes zum Chronisten dieser Zeit geworden.
00:28:03: Was sollte die Nachwild tatsächlich von diesem Tag begreifen?
00:28:08: Oder zumindest bewahren, weil die Flut an Erinnerungen natürlich um den Elfen September so stark ist dass man vielleicht noch stärkere Ereignisse wie Holocaust oder den Völkermord in Afrika
00:28:22: z.B.,
00:28:24: in den Schatten stellt geradezu aufgrund auch der medialen Situation, dass die USA zum ersten Mal wirklich im eigenen Land so ein großes Unglück erlebten?
00:28:34: Ja nicht nur deshalb.
00:28:35: Es war glaube ich sehr allgegenwärt der Bilder also das man sozusagen diese Katastrophe eben Prinzip gefilmt hat und dass sich die Leute eben viele kennen nehmen können.
00:28:47: im mittel-europäischen Länder, also die gesamte erste Welt sozusagen.
00:28:51: Kent New York kann sich vorstellen diesen Flugzeugen gesessen zu haben, kann sich vorstellen diese Situation geraten zu sein.
00:28:55: Deswegen war ja der Tsunami eben durchs.
00:28:56: damals hat so viel Empathie hervorgerufen weil er eben zu sagen Veränderung ist was wir treffen wollen.
00:29:03: Aber darauf zurückzukommen was die Welt behalten soll für mich das beeindruckendste und vielleicht eine Lehre aus dem Tag ist wie man als so ne Stadt wie New York wo Juden und Christen und Muslime Alle Religionen, Leute aus der ganzen Welt sozusagen so dicht zusammenwohnen.
00:29:22: Wie die mit diesem extremen Druck umgegangen sind und wie sie den ausgehalten haben das sozusagen.
00:29:27: es kam zu keinem Übergriff mal auf Muslime.
00:29:29: in der Schule meines Sohnes zum Beispiel wurde.
00:29:31: gleich am nächsten Tag wurden die Kinder darauf vorbereitet, dass es keinen rassistischen Aspekt zu diesem Anschlag gibt.
00:29:38: Wir haben ja vierte riesige arabische Communities gleich neben orthodoxen jüdischen Neberhuts waren und das kam zu keinerlei Übergriffen, obwohl man den Druck... Wenn ich jetzt zum Beispiel in der Sape gefahren bin, in den Wochen danach und da kam so ein Arabisch aus dem Naamann in den Wagon.
00:29:54: Und er hatte eine dicke Jacke an, obwohl es zu ... Da hätte ich am liebsten einen Habs teilweise auch den Sape-Waggon verlassen.
00:29:59: Das war für den Mann bestimmt grauenvoll!
00:30:04: weil ihm bestimmt oft passiert ist, kam es zu keinerlei Gewalt.
00:30:08: Und wir sind ja sozusagen gerade wie als Berliner immer auf unsere Multikulti-Welt so stolz und wir fordern die so ein.
00:30:15: Wir am liebsten müssen uns alle an den Händen halten und müssen irgendwie alle lustige Lieder und Tänzer aufführen.
00:30:20: in der New Yorkischen Stadt finde ich, die damit viel selbstverständlicher umgeht mit dieser multikulturellen Landschaft, die sie da hat ... Die leben einfach zusammen, die fahren zusammen.
00:30:29: ubern ist für mich eine der schönsten Geschichten dieser Tag irgendwie erzählt.
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