DIE MEDIENHÖLLE #040 | Jürgen Balitzki

Shownotes

▶︎▶︎ Episode #040 Veröffentlicht: 28.10.2026, 00.30 Uhr rec.: 24.08.2026

▶︎ (00:00) - INTRO - Zitat aus der Senung ▶︎ (00:54) - Begrüßung zur MEDIENHÖLLE #040 ▶︎ (01:27) - Beginn „Time for Vinyl“ ▶︎ (03:13) - PANKOW: Der Ärger um „Inge Pawelczik“ - Musik 1 Pankow - "Inge Pawelczik" https://youtu.be/ZHM8hN4z4NI?si=tX_MiPH0NsnY5jE8 https://open.spotify.com/intl-de/track/0O2dPAQcxxMZ9JbVizbGJd?si=a6aa3b977e9940b4 ▶︎ (05:41) - Die Anfänge beim DDR-Nachrichtendienst ADN ▶︎ (07:10) - Journalistikstudium in Leipzig und das „Rote Kloster“ ▶︎ (09:57) - Musikjournalismus aus Begeisterung ▶︎ (12:19) - Die Gaukler-Rockband und AMIGAs „Kleeblatt“-Platten ▶︎ (12:27) - Musik 2 Gaukler Rock Band - "Ich komm nicht hoch" https://youtu.be/cgo5ZWwg2bE?si=-yfYWRsA01rtv5Yc https://open.spotify.com/intl-de/track/37mlEQW2Isay3WZaLtLE2F?si=9a2ad82e2a654870 ▶︎ (14:11) - Vom ADN zum Radio: Wie der Wechsel 1978 gelang ▶︎ (16:09) - Mikrofonangst und Sprecherziehung beim Rundfunk ▶︎ (18:47) - Mentor von PANKOW: Der Konflikt um „Paule Panke“ ▶︎ (23:12) - Was das Publikum wusste: Mundpropaganda und Szenetreffs ▶︎ (25:12) - Die Stasi in der Musikszene und Sillys Warnwort "Beffsteg" ▶︎ (28:36) - Musik 3 Lift - "Sommernacht" https://youtu.be/uBmpGITMunE?si=syLkjCvecxmA2T43 https://open.spotify.com/intl-de/track/6aUnZYQ0GW8HGENx5AoTvt?si=dce4750563a4409b ▶︎ (29:51) - Die Verbindung zu LIFT und die Rolle der Bandmentoren ▶︎ (32:46) - Sehnsucht, Metaphern und Textkontrolle im DDR-Rock ▶︎ (37:33) - Renft: Kritische Lieder, Ausreise und das Ende der Band ▶︎ (39:06) - Lutz Schramm, das Parocktikum und eine Plattenverwechslung ▶︎ (40:11) - Musik 4 Hard Pop - "Schlaflied" https://youtu.be/we0LoF72zHg?si=dyo0lLYNGO5ta-hY https://open.spotify.com/intl-de/track/2kcfh259kPOlWTB8hKgTbw?si=964d781e6cb04d16 Der Expander des Fortschritts - "Der fremde Freund" https://youtu.be/__X39xU5YdI?si=0-LNmNVGuayDZt2y https://open.spotify.com/intl-de/track/4kATWG51ay7PBNAXKjeF62?si=d0179f1b3bd44de2 ▶︎ (42:00) - Berliner Rundfunk, DT64 und die Musikredaktion KJTM ▶︎ (44:03) - Abschied und Ausblick auf weitere Gespräche


Kann bei der Thumbnail- und Musikgestaltung bzw. Optimierung Spuren von KI enthalten. Die Menschen sind:

▶︎▶︎ Credits Stationvoice : Lydia Drechsler; https://www.kräuterblütenliebe.de/ Sounddesign für das Grundmotiv: William Wienke; https://william-guitar.de/ Cover: Ingo Römling; https://www.monozelle.de/ Hosts: Philipp Nitzsche und Jörg Wagner Post: post [ätt] medienhoelle [pünktchen] de


DER KLASSIKER: LIKEN. ABONNIEREN. KOMMENTIEREN.

Unterstützen Sie DIE MEDIENHÖLLE direkt: ►► SUPPORT gern via Medienhöllen-Tresor https://www.paypal.com/paypalme/antenneerden

►► ODER PER BANKÜBERWEISUNG: Jörg Wagner Freier Journalist IBAN: DE93500105176000318805 BIC: INGDDEFFXXX Verwendungszweck: SPENDE JW

Transkript anzeigen

00:00:00: Das heißt immer in der Überlieferung, dass du ein Wegbereiter von Panko warst.

00:00:06: In dem Fall war das so, dass der Manager von PANKO Schubi ... Da fragte mich, willst du denn da nicht Mentor von PANCO werden?

00:00:15: Ich sag ja, ich muss immer mal das überlegen!

00:00:17: Denn ich hatte ja schon mit Lift zu tun als Mentor bei der Gruppe Lift.

00:00:21: Die Zusammenarbeit war nicht sonderlich glücklich, das war auch dort oblos ein halbes Jahr und die braucht mich eigentlich gar nicht.

00:00:29: Das war genau in der Zeit als Paulepanke herauskam und die Band einen riesigen Ärger hatte.

00:00:37: Du weißt ja sicherlich dass diese Platte nicht erscheinen konnte, dass sozusagen der Mitschnitt von Paulepanker dieses Konzert also über den Lehrling Nur im Rundfunk existierte als Rundwombetschnitt und viele, viele Jahre später erst kamen dann die Platte noch tatsächlich heraus.

00:01:01: In den Show-Notes gibt es die passenden Infos zu den Musiken.

00:01:23: Und damit rein in Balitzki, Teil eins.

00:01:28: Guten Abend meine Damen und Herren!

00:01:31: Eine Reihe hervorragender ungewöhnlicher oder besonders preiswerter Schallplatten vor

00:01:35: Time for

00:01:36: Vinyl.

00:01:37: So läuft der Platten-Teller gleichmäßig mit Philipp Nitscher.

00:01:41: für die Freunde der Musik und nur für

00:01:43: uns!

00:01:44: Wie dieses Musikprogramm aussieht, da möchten wir Ihnen jetzt schon mal einen kleinen Vorgeschmack bieten.

00:01:51: Das geht ins Ohr und nicht daneben

00:01:53: Was?

00:01:54: Ich höre nichts.

00:01:55: Wo finde ich diesen

00:01:56: Borschen?

00:01:56: Bei Alex Berlin

00:02:03: Da können Sie mal sehen also wenn man seit zwei Wochen hier war.

00:02:08: Aber wo ist denn hier der eine Schalter und der andere Schalter?

00:02:11: Aber nee, es ist alles zum Glück wie immer.

00:02:14: Und ich freue mich mal wieder live bei Ihnen ins Ohr eindringen zu dürfen!

00:02:20: Das Schöne ist... Ich bin nicht allein im Studio sondern eine Eminenz des kulturellen Radius sitzt mir gegenüber ein Mensch Der so viel Tiefgang hat, der so viele verschiedene Facetten wie ein Diamant hat.

00:02:36: Dass man gar nicht weiß wo man da eigentlich anfangen soll.

00:02:39: aber ich probiere es einfach mal.

00:02:41: Ein wunderschönen guten Abend mein Lieber!

00:02:43: Der Herr Balitzki Wie spricht man dich jetzt richtig an?

00:02:47: Jürgen?

00:02:47: oder sagt man Pan im Radio?

00:02:49: oder was ist das du preferierst?

00:02:52: Für Dich Jürg.

00:02:54: Alles klar super Besserer Jürgen als Jürg-Kutner sage ich jetzt mal ganz frech.

00:03:00: Jetzt haben wir erst einmal ganz hartes Geschäft ein, vor allem mit wunderschöner Musik die du auch begleitet hast.

00:03:10: Da werden wir gleich näher drauf eingehen.

00:03:13: Als Erstes gibt es von Panko Ingepaviltik zu hören.

00:03:18: was hat das mit diesem Song auf sich mein Lieber?

00:03:21: Ja, ein kleines Skandal natürlich.

00:03:23: Panko hatte diesen Song rausgebracht.

00:03:26: der hieß ja ursprünglich mal kleines rocker Mädchen und war von einer anderen Band.

00:03:31: darüber können wir auch noch reden Und als André Herzberg dann zu Pankow kam ist dieser Titel dann ins Programm genommen worden in ihr Reportoir aber mit einem anderen Text.

00:03:44: Der Text hieße in der Zeile Nummer eins nämlich im Refrain Engelpar Welchik.

00:03:50: Daraufhin gab es eine riesige Auflehnung der gleichnamigen Direktoren einer Berliner Schule.

00:03:58: Das ist natürlich klar, die Direktorin stand plötzlich da und alle wussten, alle kannten dieses Lied Und haben sie natürlich entsprechend damit aufgezogen.

00:04:06: Darauf hin gab's einen Protest schreiben Ich weiß nicht von vielen... Leuten innerhalb des Bildungssystems, dieses Schreiben unterstützt wurde.

00:04:15: Es kam zum Rundfunk und der Chef der Musikabteilung war völlig entsetzt weil er waschkörbeweise tatsächlich Briefe bekommen hat und natürlich auch Postkarten dass dieser Titel gefällig zu spielen sei im DDR-Rundfunkt bei DD-IV und so kam es dann auch.

00:04:35: also der Titel war um drei vier Tage stand er auf dem Index Und dann durfte er wieder herausgeholt werden.

00:04:42: Also und jetzt hören wir ihn ja

00:04:44: raus!

00:05:23: Ja, dass die Power von der E-Zeit immer noch allgegenwärtig da ist.

00:05:27: Das sehen wir heute und hören wir vor allem heute weil Jürgen Balitzki mir gegenüber sitzt.

00:05:32: Sie haben die Sendung Time for Vinyl mit Flimnitsche eingeschaltet hier bei Alex Berlin Und es freu mich immer wenn so Radiolagenten mir gegenüber sitzen.

00:05:42: Wenn wir jetzt aber darauf eingehen auf dein Leben dann ist ja erst mal nicht das Radio die erste Station sondern Du hast eine Hospitant bei einem Nachrichtendienst der DDR gemacht.

00:05:56: Was hattest denn damit auf sich?

00:05:59: Ja, das war ganz einfach!

00:06:01: Ich ging nicht gleich zum Studium, weil ich noch gar nicht wusste was ich studieren sollte... Und meine Mutter hat dort in diesem ADN gearbeitet.

00:06:10: Sie war Fernschreiberin, nicht etwa ein Chef und sagte ja du komm doch mal hier vorbei da kannst Du bestimmt erstmal einen Volontariat machen.

00:06:18: Das Volontariat war damals in der DDR notwendig Ein zweijähriges Volontariaat bevor man überhaupt Journalistik und Kulturwissenschaften was ich gemacht habe studieren konnte Und das aber zu spät war, um sofort ins Solanteuert einzusteigen bin ich dann erstmal in den Vertrieb gelandet und habe große Päckchen gepackt mit den Nachrichten die der ADN fabriziert hat.

00:06:42: Also Kulturnachrichten, Politiknachrichten, Landwirtschaftswahl-.

00:06:45: Was heißt denn?

00:06:46: ein Päckschen gepACKT?

00:06:47: Naja diese Informationen die der adn rausgegeben hat waren so gebündelte Diener Vierseiten Und die mussten dann verschickt werden zu den einzelnen Zeitungen, in den einzelne Bezirken und natürlich auch zur Berliner Zeitung.

00:07:04: Und diese, das waren dann so Bündel, halbes Kilo vielleicht?

00:07:08: Die mussten verpackt werden und dann wurden sie verschickt!

00:07:10: Was ich interessant finde ist dieser Zugang zum Journalismus an der DDR gibt es ja eigentlich.

00:07:17: Der bekannte Weg ist über dieses Studium bei Leipzig mit der Roten Burg.

00:07:22: Bei dir ist es aber was anderes, ne?

00:07:24: Du hast in Berlin das studiert!

00:07:25: Nee ich habe leider nicht hier in Berlin studiert.

00:07:28: Das hätte ich gerne weil hier die besseren Kulturwissenschaftsprofessoren an der Hombald-Universität waren.

00:07:34: Ne, nee, das war so ein kombiniertes Studium zu der Zeit.

00:07:38: Es gab eine Studienreform.

00:07:40: D.h.,

00:07:41: die Studentzeiten sind reduziert worden auf vier Jahre, aber dafür hoch konzentriert.

00:07:47: Und da gab es diese Kombinationsstudien, also Ökonomie und Journalismus.

00:07:52: Alles mögliche nicht so viel war es nicht aber jedenfalls Kulturwissenschaften und Journalistik und das habe ich dann

00:07:59: gemacht.".

00:08:02: Ach, das war auch in der Roten Burg oder anderen?

00:08:05: Naja.

00:08:05: Das war zuerst mal in einer normalen kulturwissenschaftlichen Abteilung der Universität und nach zwei Jahren ging es dann tatsächlich... Die hieß nicht rote Brug!

00:08:16: Wie hieß die denn?

00:08:18: Rotes Kloster!

00:08:19: Ach,

00:08:19: die Sagen haben wir hier früher gemacht.

00:08:21: Du musst mir verzeihen ich bin neunzehntneunundachtzig hier bohren.

00:08:24: verstehst du, da ist ja alles so.

00:08:25: Nee,

00:08:25: das ist doch ganz gut.

00:08:26: Es war ein bisschen religiöser, weißt du deshalb auch?

00:08:28: ähm ... Der andere Name

00:08:31: So.

00:08:31: und dann bei dem gleichen Dienst hast du dann, als du denn einstellen konntest dein Volontariat gemacht diese zwei Jahre?

00:08:38: Ja da habe ich mein Volontariate gemacht erstmal in Dresden und deine zweite Jahr in Berlin.

00:08:43: Ah also so kombiniert!

00:08:45: Da gab es ja auch schon eine Art Schüleraustausch oder dass man Praxisstation hatte wie es heute bekannt ist?

00:08:52: Naja das war sofort Praxis.

00:08:54: Also, da gab es eine Bezirksdirektion in allen Bezirkten der DDR und da musstest du einfach Nachrichten schreiben wie die älteren Kollegen auch.

00:09:04: Also bis zu einer Ausstrahungseröffnung gegangen hast du die zwanzig Zeilen niedergelegt und dann war dies auch fertig.

00:09:10: oder Blumzüchterverein hat eingeladen wir haben heute mal fünfzig Jahres bestehen usw.

00:09:17: Kannst du dich noch an deinen ersten Artikel erinnern den du schreiben musstest?

00:09:22: Der erste Artikel...

00:09:25: Ich stelle ganz schön Böse auf gar nicht weiß ich bin ein böser Mensch.

00:09:29: Nee, ich glaube der erste Artikel den habe ja schon in einer Schule geschrieben also im Deutschunterricht.

00:09:35: Ja klar das ist ja da schreibt man ja auch bestimmte Genres die dann auch entsprechend bewertet wurden.

00:09:42: ja du kennst doch mein schönstes Fernerlignis ist ja im Prinzip ein Artikel.

00:09:47: Naja, ich ziehte schon darauf ab.

00:09:49: Der erste Artikel der veröffentlicht wurde, wo es vielleicht auch ein erstes Geld vergab... Ich habe ja keine Ahnung, wie das zu DDR-Zeiten ist.

00:09:56: Ja gut!

00:09:57: Dann nenne ich mal Beispiel vom ADN.

00:10:01: in der Tat.

00:10:02: Da gab's so eine Reportagedienst und da ich damals mit der Gruppe Lift die wir ja nachher auch nachhören zu tun hatte dachte ich mir dann gehst du jetzt mal ins Studio mit der Band und teilst der Leserschaft mit Was da eigentlich alles passiert im Studio?

00:10:19: Also wie wird die Musik letztendlich zu dem, was man dann im Radio hört oder auf der Platte kaufen konnte.

00:10:26: Also so Urbänder und dann solistische Dinge kommen dazu in einer bestimmten Spurtechnik... Ich weiß gar nicht, wie viele Spuren das damals waren.

00:10:33: Sechszehn wahrscheinlich.

00:10:35: Nimm mal an, sechzehn Spuren waren das schon!

00:10:38: Ja und das hat Rieschen Anklang gefunden.

00:10:42: Das wurde auch überall in allen Zeitungen... Wo hatte man schon mal so einen Einblick in die Geheimnisse der Musikproduktion?

00:10:51: Und das war für die DDR damals relativ attraktiv.

00:10:56: Ich muss gerade an eine Veranstaltung denken, ihr wart im Beit, es ist so ne berühmte Künstlerkneipe im Prenzlau Berg und Holger Lukas saß neben dir und er sagte als wir angefangen haben uns journalistisch zu betätigen waren wir Fans.

00:11:14: Wir waren große Fans und wenn ich jetzt zu dich höre, auch mit einem deiner ersten Reportagen über die Entstehung von Musik der Band Lift.

00:11:25: Die Frage an dich warst du auch ein totaler Fan?

00:11:28: Der da so rein wollte und zum Reihen gespürt ist?

00:11:31: Ja, natürlich.

00:11:33: Ich nehme an das ist die ureigendste Voraussetzung um überhaupt im Musikgeschäft irgendwas zu machen oder als Musikmoderation oder Produzent oder auch ja als Bänden natürlich ganz genauso natürlich und die dann in die Bands gegangen sind.

00:11:49: vorher die Radiosendungen die man sich reingezogen hat.

00:11:53: ich habe sogar Mein Kofferradio, was ich damals bekommen hatte an das geöffnete Fenster unseres Kinderzimmers gestellt.

00:12:03: Also Fenster auf Radio an und dann das Neuste weiß ich von den Beatles oder Stones oder von sonst wem auf die Straße schallen lassen im Tiroler Viertel in Pankow in Berlin.

00:12:15: Ja, dass hat schon Eindruck gemacht.

00:12:19: Das Radio als Statussymbol kann man sich heute gar nicht mehr so vorstellen.

00:12:25: Ja, wir kommen jetzt erstmal zu dem nächsten Stückchen Musik lieber Alex Berlinhörer.

00:12:30: Eine Band von der ich tatsache du möges es mir verzeihen noch nie was gehört habe die Gauchler Rockband.

00:12:37: Ich komm nicht

00:12:38: hoch.

00:12:39: Was hat das mit diesem Stückchen musik auf sich?

00:12:42: Ist ja auch eine interessante Schallplatte ne Kleblatt.

00:12:44: also man Sampler-Schallplatten

00:12:48: Sampler Schallplatte von Amiga rausgegeben, um jungen Bands wie sie gesagt haben eine Chance zu geben.

00:12:55: Also die keinen Potenzial hatten für eine ganze LP laut der Meinung von Amigas.

00:13:00: Die Bands haben das natürlich anders gesehen.

00:13:03: Haben Sie mehrere Bands auf einer LP untergebracht also vier und den zwei hieß das dann auch Kleblatt?

00:13:09: Und die Gaugler Rockband hat sozusagen eine Passage davon abbekommen.

00:13:13: Die Gauglar Rock Band war im Prinzip die erste Band von André Herzberg.

00:13:18: Andre Herzberg und Achim Kilpinski haben studiert an der Berliner Musikhochschule Hans Eisler, als sie fertig waren musste eine Band natürlich gegründet werden.

00:13:27: Kilpinki hat Gitarre studiert, André Hertzberg gesang und dann haben die tatsächlich die Bände gegründet und die hieß ihm Gauglar Rockband.

00:13:36: Ja da hören wir jetzt mal was

00:14:10: vor.

00:14:11: Das ist immer herrlich, weil man nicht weiß, wann die Platte aufhört.

00:14:14: Aber daran merken Sie mal lieber Alex Berlin-Hörer, dass wir hier das Liveradio und das mit Schallplatten und nicht irgendwelche Computersoße, die einem alles schön immer brav am Bildschirm anzeigt, wann hier Schluss ist.

00:14:26: Mir gegenüber sitzt Jürgen Balicki eine absolute Radioligende!

00:14:32: Ein Radiojournalist, ein Maler.

00:14:34: Ein Radiofeaturegott!

00:14:37: Ja?

00:14:38: Aber da kommen wir mal später drauf.

00:14:40: Heute geht es erst einmal nur um diese ganze Musikgeschichte.

00:14:42: Wir haben erstmal festgestellt du warst ein totaler Fan und da bist mit deiner sprühenden Energie in dieser Medienwelt hineingerutscht... ...an neunzehnhundert achtundsiebzig dann auch rüber.

00:14:57: also denn von R&D.

00:15:01: Wie bist du zu DT-IVCC gekommen?

00:15:06: Ja, ich habe ja dort vor allem so mich mit der Unterhaltungskunst beschäftigt.

00:15:11: Also mit der Popmusik und auch mit Schlagern natürlich.

00:15:15: Es gab ja in Dresden das berühmte Schlagerfestival Sozialistischer Länder sozusagen so ein ESC Kontrarteil Und dort trafen wir natürlich viele Rundfunkleute, weiß ich jetzt mal so.

00:15:32: Mein späterer Chef und wir kamen in die Spreche und er sagte ja das ist doch gut dann kommt er mal zu uns.

00:15:39: Ja so war es da, Strücken ziehen sozusagen, so hat das geklappt.

00:15:45: Bin ich einen sozialistischen DDR-Schlager

00:15:49: auch aus dem

00:15:50: Etwas weiteren Umland denke, muss ich sofort komischerweise an Gigi Korn.

00:15:55: Ich such die Iweta denken.

00:15:57: Warum?

00:15:58: Weil wahrscheinlich später den Feeling B das so herrlich gecovert haben.

00:16:02: deshalb wahrscheinlich.

00:16:03: Deshalb kann man es auch nicht vergessen.

00:16:06: Nicht schlechter spricht.

00:16:09: Okay also in der Art und Sicht ging es zu DT-Fürnsechzig.

00:16:12: du bist dort mit reingekommen hast aber dann auch ziemlich schnell angefangen zu moderieren dort.

00:16:19: Ja, es hat ein Jahr gedauert.

00:16:20: Ich hatte ja am Anfang auch also davon abgesehen dass ich noch gar keine eigenen Sendung hatte zu dem Zeitpunkt.

00:16:27: Hatt ich damals große Angst vor Mikrofon.

00:16:30: Warum das?

00:16:31: Ja, ich hatte einfach Angst davor!

00:16:33: Das dauerte ein Jahr bis ich diesen Feind als mein Freund erkannt habe und dann ging das ganz gut weiter.

00:16:41: Und wie hat man dir diese Angst genommen, also mit dem Psychologen durch Übung?

00:16:46: Therapie natürlich.

00:16:48: Nein nein das ergibt sich dann einfach!

00:16:50: Das ist Praxis.

00:16:51: Je öfter man dann ins Studio kommt und vor dem Gerät sitzt, je mehr gewinnt man sich daran.

00:16:58: Aber erstmal trocken planchen?

00:17:00: Erst mal auf Ottonbahn was aufsprechen?

00:17:03: Ein Beitrag einsprechen so etwas nicht gleich live wahrscheinlich?

00:17:06: Ja, das war schon mit dem B-IV, was ich zu Hause hatte.

00:17:11: Stimmt aber es gab natürlich Leute im Rundfunk.

00:17:13: die haben sehr darauf geachtet dass man richtig sprach Ja, nicht so schlurrlte.

00:17:20: Zum Beispiel der berühmte Herr Örtel, der beruhmte Sportreporter Heinz Florian-Örtel hat bei jeder Sitzung die irgendwann mal stattfand gesagt wir müssen dafür sorgen dass die jungen Menschen alle Sprecherziehung haben.

00:17:34: was man hier so hört ja besonders bei Deti fernsechzig das geht nicht

00:17:39: Dass man Endungen nicht verschleift und irgendwie in der Sprache die Betonung zu schnell absenkt und so etwas wahrscheinlich.

00:17:49: Gossensprache!

00:17:51: Und wie darf ich mir dann Spracherziehungen vorstellen?

00:17:54: Mit der Peitsche auf dem Rücken oder...

00:17:56: Nee, auch nicht, das ist so... Ebel,

00:17:58: so Holzstückchen im Mund dass man damit irgendwie sprechen musste.

00:18:03: Ich würde es gerne in meine Sprecherzieherin loben.

00:18:05: Ich habe leider den Namen vergessen, aber sie war ganz zauberhaft.

00:18:09: Natürlich spricht man da Dinge auf die man sonst nicht achtet also tatsächlich die Endungen wie du sagst.

00:18:17: das i ist ganz wichtig dass man nicht wie die Berliner es zu tun pflegen wie ich auch ö sagt.

00:18:23: Möldsch beispielsweise.

00:18:25: Ja, nee.

00:18:26: Da muss man also das hippt so verschiedene Tricks.

00:18:29: dann muss man die Mundwinkel auseinander ziehen Und dann kann man das e-sprechen.

00:18:35: Wenn wer freundlich klingen will am Mikrofon muss auch die Mundwinkel auseinanderziehen, dann klingt die Stimme heller.

00:18:44: Ja?

00:18:45: Interessant!

00:18:45: Ich möchte mal drüber nachdenken.

00:18:48: Jürgen was ja wenn man jetzt vorfällt... Das ist ja mal so.

00:18:52: die Leute fragen denn na, wer kommt demnächst in deiner Sendung?

00:18:55: und dann sag ich ja Balicki kommt.

00:18:58: Oh Balicki den musst du fragen.

00:19:01: Der war doch der Wegbereiter von Band XY und er hat so viel im Hintergrund gewirkt.

00:19:08: Und das ist ja ein riesen Kosmos, da wird einem erst mal als junger Nachwuchskraft, Jungpionier des Radius sozusagen Angst eingejagt!

00:19:18: Aber jetzt diesen Fahren aufzunehmen wir haben Panko gleich als erstes mit Ingef Pavacic gehört.

00:19:24: es heißt immer... ... einer Überlieferung, dass du einen Wegbereiter von Panko warst.

00:19:30: Dass du jemand warst der sie begleitet hat eine Zeit lang... Wie darf ich mir das vorstellen?

00:19:38: Hat es was mit dem Radio zu tun gehabt oder war das davor?

00:19:41: Oder ist das ein anderes Szenerie wo du schon drinnen warst?

00:19:46: In dem Fall war das so, dass der Manager von PANKO Shuby Schubert Ich war natürlich schon lange im Rundfunk, der fragte mich, willst du denn da nicht Mentor von Panko werden?

00:19:59: Ich sag ja ich muss mir mal das überlegen.

00:20:02: Denn ich hatte ja schon mit Lift zu tun als Mentor – mit der Gruppe Lift und die Zusammenarbeit war nicht sonderlich glücklich.

00:20:11: Das war auch dort oblos ein halbes Jahr und sie brauchten mich eigentlich gar nicht!

00:20:16: Das war genau in der Zeit, als Pauli Pange herauskam und die Band einen riesigen Ärger hatte.

00:20:24: Du weißt ja sicherlich, dass diese Platte nicht erscheinen konnte.

00:20:28: Dass sozusagen der Mitschnitt von Paul Panke dieses Konzert also über den Lehrling nur im Rundfunk existierte als Rundwunsch-Schnitt und viele Jahre später erst kam dann die Platte noch tatsächlich heraus.

00:20:41: ich weiß gar nicht mehr wie spät das da zu dem Zeit war.

00:20:44: War das

00:20:44: noch zu DDR-Zeiten oder?

00:20:46: Es waren noch zu DDR-Zeit.

00:20:49: Da waren sie denn... Warum dieser Ärger, weil die Texte so kritisch waren dem System gegenüber oder?

00:20:57: Es ist ja so das was wir vorhin gehört haben.

00:20:58: Die Gorkler Rockband da war schon sozusagen die Grundlage für Paul Panke gegeben.

00:21:05: Das existierte schon sozusagen als Skript von Frauge Klauke.

00:21:09: Das ist der Bruder von André Herzberg Und die wollten das auch sozusagen aufhören, es kam aber etwas dazwischen weil nämlich andere Herzberg dann abgeworben wurde um Panko zu gründen.

00:21:21: Das war der Bruch eigentlich.

00:21:23: und dann ging man tatsächlich daran dieses Rock-Music könnte man sagen aus dem Wohnen zu stampfen und wurden eine Texte noch dazu gebracht zu deiner Frage zu kommen, die Texte entsprachen überhaupt nicht dem was sozusagen das Bildungssystem der DDR eigentlich vom Wesen her ausmachte.

00:21:47: Es hieß zwar immer der Jungvertrauen und Verantwortung aber dieser Herzberg beziehungsweise in dem Fall der Paul Panker von Herzberg dargestellt war kein Lehrling so wie sich beispielsweise Margot Honecker diesen Lehrling vorgestellt hatte Und es gab riesige Kritiken von all möglichen Spezialisten, Experten besser gesagt.

00:22:11: Nämlich Frau Steineckert beispielsweise die auch im Lektorat das Rundfunk saß Die war strikt dagegen und hat eine riesige Philippika also so ne richtige würde man sagen nass rede gegen diese Musical und Panko vom Stapel gelassen.

00:22:29: Und eine Zeit lang durfte das auch nicht gespielt werden, die Band hatte Schwierigkeiten das aufzuführen.

00:22:36: Ich weiß noch in Sul bei der Werkstattwoche Jugend Tanzmusik gab es riesige Diskussionen und André Herzberg ließ sich das nicht gefallen.

00:22:45: Der hatte richtig Courage.

00:22:48: In einem Zimmer wo die Diskussion stattfand hingen lauter Naja, sagen wir mal Vorbilder aus dem Arbeiterbewegung.

00:23:00: Der DDR hing an der Wand und er sagte ich will nicht so sein wie diese Vorbildern.

00:23:06: Ich will Paul Pankl sein bzw.

00:23:08: André Herzberg.

00:23:10: Riesen Zoff!

00:23:12: Wie darf ich mir denn?

00:23:14: Es gibt damit sicherlich auch eine total musikinteressierte Jugend die auch natürlich wissen will, was mit ihren Lieblings-Bands passiert.

00:23:24: Darüber zu berichten hat ja immer auch leicht etwas Boulevardesques.

00:23:30: wurde darüber eine Manche des Schweigens ausgebreitet?

00:23:34: oder gab es darüber eine Berichterstattung so dass die Jugend auch wusste was jetzt mit ihrer Band ist das sie eben halt gerade wegen diesem Stückchen Musik ärger haben?

00:23:43: wie lief das?

00:23:44: Ich glaube nicht, dass irgendjemand über einen Sender gesagt hat, dass dieses Rockmusical-Paul-Punker verboten worden ist oder zurzeit nicht aufgeführt werden kann.

00:23:56: Das hat niemand gesagt.

00:23:57: Es musste auch niemand sagen weil das ja alle wussten.

00:24:00: also es existierte doch so Mund zum Mund Propaganda in der DDR gerade in bestimmten Szenen also in der Kulturszene sowieso In der Kunstszene und natürlich auch in der Musikszene.

00:24:11: Da ist das rumgegangen wie ein Lauffeuer, weil die Veranschleiter hatten natürlich schon gebucht, sie wollten das machen... ...und dann stellte sich heraus, nee geht nicht.

00:24:22: Gab es in Berlin spezielle Kneippen wo man sich traf?

00:24:26: Musiker, Radio-Leute so wirklich etablierte Treffpunkte?

00:24:30: Wo sind so echt einen Austausch unter der Hand stattfand?

00:24:35: Es gab eigentlich nur die besseren Treffpunkte Also die Rotte am Alexanderplatz, aber da ging ohne jeder hin.

00:24:42: Weil so ein Steak doch ziemlich viel Geld gekostet hat.

00:24:46: Dann gab es in der Wispierstraße... Wie hieß dann das?

00:24:49: Juka glaube ich!

00:24:51: Das war mir so eine Treffpunkt von DDR-Stars mit westdeutschen Journalisten beispielsweise.

00:24:58: Also ein konzentrierter Informationsaustausch, würde ich mal sagen und Anbahnung von Import von Instrumenten wie Keyboards oder Gitarren und dergleichen.

00:25:12: Wenn man jetzt in die Nachwendezeit kurz schaut, gab es ja Wolf Biermann der Sascha Anna-Sin Andresen glaube ich.

00:25:20: Wie ist der?

00:25:21: Andersen als Arschloch bezeichnet und sagte Der war bei der Stasi und dann flog das auf.

00:25:28: Also jemand in der Mitte dieser Kunst- und Kulturszene.

00:25:32: War das euch bewusst dass ihr da auch immer dem ausgeliefert wart sozusagen Abgehört zu werden, dass das weitergetragen wird Euro Mund-zu-Mund Propaganda über solche Musikthemen.

00:25:45: Oder wurde das von der Stasi auch ein Stück weit geduldet?

00:25:49: Dass sie gesagt haben naja mein Gott!

00:25:50: Das ist ein beruflicher Austausch fertig aus

00:25:54: Ja später geduldet, vorher natürlich argwünscht betrachtet.

00:25:58: Das ist ja auch ganz klar.

00:26:01: Es geht gar nicht anders.

00:26:02: Sie wollten schon wissen was da geredet wurde.

00:26:05: Außerdem hatten sie die Zuträger in den Bands selber.

00:26:09: Also es gab die schon.

00:26:11: Es gab beispielsweise die Firma, die meisten sich überhaupt nicht vorstellen konnten also eine der scharfen anderen Bands sozusagen oder waren gleich zwei Musiker dabei und insofern gab es das auch, weiß ich bei Rockfanfrieden.

00:26:29: Man wusste die Damen und Herren vor allem die Herren sind dabei und da sollte man sich ein bisschen zurückhalten.

00:26:37: Ich glaube Silly hatte einen speziellen Codewort wenn sie den Einblick hatten da säße jemand der jetzt was wissen wollte von ihnen was Sie sonst nicht erzählen wollten.

00:26:48: denn sagten die immer meistens handelte er sich um Gaststätten.

00:26:51: böffsteg Ja, Befsteg sagten die dann was für ein Berliner Tischblitzen ist.

00:26:57: So spricht keiner aber

00:26:58: so... Sag du der Sachse?

00:27:00: Ja!

00:27:00: Du der Sachsse?

00:27:01: Genau.

00:27:02: Bef Steg.

00:27:02: Interessant.

00:27:03: Die Firma

00:27:04: ... ich kann mich an ein Interview von dem Sänger mit die Firma in Hand.

00:27:08: er sagte Die Firma, das hat man in der DDR einfach zu starr ausgelöten gesagt.

00:27:13: Sie sind von der Firma.

00:27:15: Dann sagte er naja wenn ich mich nun schon meine Brand so benenne nach dieser Behörde da muss man noch eigentlich wissen dass ich schon vom Laden bin.

00:27:25: Das war nicht so viel lustig, dass er das so herausgezahlen hat.

00:27:28: Ich glaube erst vor zwei oder drei Jahren verstorben.

00:27:31: also schade.

00:27:33: aber ja Jürgen vielen lieben Dank erstmal für diesen Einblick.

00:27:38: Wir werden jetzt zur Lift kommen.

00:27:41: Lift haben wir aufgelegt, die Meeresfahrt hast du bestellt und die haben wir eingecute.

00:27:48: das ist ja ein wunderschönes Stückchen Musik was aber auch... Zwischen den Teilen etwas von dem Bedarf nach Reise, nach Wegkommen hat für mich in meiner Wahrnehmung.

00:28:00: Also auch etwas was ja eigentlich total schwierig ist stelle ich mir zuvor als DDR-Bürger.

00:28:06: Schwierig ist veröffentlichen oder waren Sie da entspannt mit solchen Texten?

00:28:12: Das spielte keine Rolle.

00:28:14: also jeder wusste natürlich das ist schon mit gemeint.

00:28:18: Wir hören übrigens, ich würde gerne dass die Meeresfahrt gespielt wird aber das schaffen wir nicht weil das ist ein großer ein großartiger Titel auch.

00:28:26: Nein, wir hören ja und die Sommer nach.

00:28:28: Die Sommer nach A?

00:28:29: Entschuldigung!

00:28:30: Ich bitte dich habe es falsch abgeliefert.

00:28:31: Du

00:28:31: machst ja nix wie du hörst ja sowieso.

00:28:33: Du hast dieser schön eingepägelt.

00:28:35: Ja dann machen wir das jetzt.

00:28:43: Die Information ist die eine Seite der Sache.

00:29:27: Die andere Seite der sache war dass die Hörer das Gefühl hatten hier ist jemand der kümmert sich um uns Der guckt zu uns, wir sind nicht vergessen.

00:29:36: Und in dem Augenblick ist das gleich bedeuten mit einem Stückchen Hoffnung.

00:29:51: So jetzt kommen wir aber nun zum meinem Star-Gast des heutigen Abends, Jürgen Balicki und zu dieser Band Lift die wir gerade so wunderschön mit Sommernacht gehört haben.

00:30:02: Die Texte, die sind so wunderschön.

00:30:05: Die Musik, die sich in die Ohren hineinschmeichelt dieser Fluss und ich bin immer Todessauer!

00:30:13: wenn diese Band so wenig im Radio heute gespielt wird.

00:30:17: Es gibt so große Sender, zum Beispiel die für Brandenburg großartig mitsenden... Die Hörer, die regelmäßig anrufen und sagen hey was ist denn?

00:30:25: wir haben zu unserer Jugendzeit so tolle DDR-Bands gehabt?

00:30:29: Und ihr schmied nur von City am Fenster ihr Arschlöcher!

00:30:32: Und ich denke immer so ja, JA!

00:30:34: Ja und lüft würde ich jedes Mal rauspacken.

00:30:38: Du und Lüft, was ist das für eine Beziehung damals

00:30:40: gewesen?!

00:30:42: Ja, es ist eine sehr enge Beziehung gewesen.

00:30:44: Das war sozusagen die erste Mentorenschaft – was is ein Mentor?

00:30:49: Das muss man sich natürlich fragen!

00:30:51: Wie darf ich mir das denn zur DDR-Zeit vorstellen?

00:30:55: Mein ehemaliger Kollege Michael Schiewack, der sozusagen nach der Bende der Erste Intendant war von DD-IV der nannte diese Mentorentschaft.

00:31:06: er war auch Mentor von der Hansi Bibelband nämlich der FDJ-Sekretär, der Rockband.

00:31:13: Also was du gemacht hast ist im Prinzip verbunden mit deinem Job den du tust nämlich beim Radio zu sein das heißt also dich einfach um Promotion zu kümmern und in dem Fall auch um Texter.

00:31:27: Nun war es aber so dass Henry Pacholski selbst ein großartiger Texter war.

00:31:33: also er ist der Sänger Du hast ihn gerade gehört mit den anderen Und insofern war Werner Karma, den ich da eigentlich eingeladen hatte für Lift zu texten nicht mehr von nöten.

00:31:46: Daniel Pracholski war einfach fantastisch.

00:31:49: also diese Lyrik man muss natürlich sagen das ist die Inkarnation von DDR Rockmusik der Siebziger ja vor allem der siebzigere Jahre Das ist sozusagen dieser Musik eigentlich lernt an den Hochschulen und das war natürlich auch die Voraussetzung dafür, die hatten ja alle studiert.

00:32:15: Also ein Dozent sagte mir mal im Interview für dieses Buch was ich mal geschrieben habe, die wussten zu viel und wer das alles weiß also wer ein Diplom hat einer Musikhochschule ob in Dresden oder Leipzig oder Berlin der will das anwenden?

00:32:32: Und das haben sie natürlich gemacht.

00:32:33: gerade diese sächsischen Bands Standkommenmeißen, Elektra und Lift selber.

00:32:41: Die konnten komponieren was das Zeug hält.

00:32:44: Das hört man dann auch.

00:32:46: Du hast die Texte schon angesprochen?

00:32:49: Diese Texte dienen eine schwere und ziemlich oft so eine Sehnsucht.

00:32:55: So ein verstecktes... Wir sind ja irgendwie eingesperrt innehaben.

00:33:01: Wie war es möglich solche Sachen zu veröffentlichen?

00:33:06: Das war ganz einfach, weil es handelte sich um Metaphern.

00:33:10: Und wer will gegen Metaphern angehen?

00:33:13: Also mithilfe der Linguistik oder der politischen Wissenschaften wie auch immer – das funktioniert nicht!

00:33:20: Das war ja auch diese große Tradition der DDR-Rockmusik also dass sie einerseits mit dem Barock sehr viel zu tun hatten.

00:33:28: Das ist der Basso Quantino, also immer dieser Bass.

00:33:32: zu jeder Rockmusik eigentlich gehört den durchgehenden Bass und natürlich die Melodik.

00:33:39: Und die Melodie kamen sie entlehnt der romantischen Tradition Schubert, Schumann usw.

00:33:44: Daher kommen diese wunderbaren Harmonien her.

00:33:47: und die Melodynen und diese Texte sind auch eine Romantik von verschiedenen Lyrikern produziert worden, eine Wahles beispielsweise und die stehen außer Frage.

00:34:01: Das ist Musik, das sind Texte, die kann man einfach nicht

00:34:08: wegschieben.

00:34:09: Noch mal für den einfachen Radio im Menschen ein bisschen heruntergebrochen.

00:34:14: Ich konnte also dann wenn es jetzt eine Kommission gab vor der ich auch den Text vielleicht verteidigen musste mich auch auf solche historischen Vorbilder beziehen und sagen, naja gucken Sie aber mal.

00:34:27: Da gibt es in der Lyrik Diodee Passage, auf die wir uns beziehen.

00:34:31: Das hat jetzt unter Umständen gar nichts damit zu tun dass wir diesen antifaschistischen Schutzwahl haben über den wir ja gar nicht rüberkommen können und sowas.

00:34:41: Ich nehme an, in den fünfzehn und sechzehr Jahren ist das durchaus noch so verdächtig gewesen.

00:34:46: Das kann ich mir vorstellen worüber wir gerade reden.

00:34:51: Also diese Lektoren, die waren ja nicht blöd!

00:34:55: Die hatten natürlich auch einen gamanistischen Background und die kannten auch die dramatischen Stimmen... ...die sind ja nur hellgeruch geworden.

00:35:02: wenn es explizit politisch war also wenn erkennbar etwas gemeint war was sozusagen ein kritischer Gegenstand war dann sind sie aktiv geworden und haben so Textverbesserungen vorgeschlagen zunächst mal bis am Ende vielleicht dann doch abgelehnt wurden, aber ansonsten lief nach Süden einer der berühmtesten Stücke von ihnen.

00:35:27: Da ist nichts daran zu deuteln.

00:35:29: also jeder wusste natürlich okay Süden haben wir hier nicht Wir haben Sul weiter kommen wir nicht Aber darüber hinaus geht es auch nicht.

00:35:38: aber dass die Sehnsucht da ist das kann man ja ok verbieten.

00:35:42: Das heißt das ist irgendwie eine tröstliche Sache für mich zumindest auf der Meta-Ebene die Möglichkeit gab, seine Kritik zu äußern.

00:35:54: Ja erst mal wichtig!

00:35:55: Es gab natürlich auch im westlichen Bereich viele der wissenschaftzugeneigte Menschen und Kritiker, die das als Klavensprache benannt haben weil man eben nicht das Richtige sagen durfte.

00:36:12: Das trifft hier absolut nicht zu.

00:36:15: Das kann man vielleicht weiß ich in Romanen, aber selbst dann nicht.

00:36:21: Ja interessant!

00:36:22: Hast du den Eindruck dass es heute so ist das man ab und zu mal sich Metaphern bedienen muss zwischen den Zahlen kommunizieren muss auch im heutigen Kulturbetrieb?

00:36:37: Also jedenfalls in der Rockmusik, wenn du das meinst nicht.

00:36:40: Das ist derartig offen und vom Spektrum her auch das Schalgonhaften.

00:36:47: Kostensprache?

00:36:48: Wir wollen sagen völlig offen!

00:36:50: Das ist ganz breit.

00:36:51: Das läuft nicht.

00:36:52: Nee nee es gibt da völlig andere Zusammenhänge die dann kritisch erscheinen können.

00:37:00: also wenn eine bestimmte Band in einem bestimmten Umfeld ist Also beispielsweise Ökologie, nennen wir jetzt mal Ökologie.

00:37:08: Wir können auch in die Politik gehen wo Haltung sozusagen verlangt wird in der Öffentlichkeit und in den Medien oder in einer Presse und da kann es ja durchaus sein dass man die falsche Haltung eindämmt obwohl sie natürlich gegeben ist und nicht zu leugnen dann kann es schon sein das man Schwierigkeiten bekommt.

00:37:31: und es ist in der Tat so.

00:37:33: Und damals war es anders.

00:37:35: Da war's in der Hinsicht dann doch freier?

00:37:39: Nee, das kommen wir erst gar nicht dazu.

00:37:41: Also diese Stücke wohnen natürlich in einer freien Wildbahn heisst es aufgeführt.

00:37:49: also rennt beispielsweise siebzehrjährige Band.

00:37:53: die haben natürlich ihre Stücke dort schon vor Ort gespielt und alle wussten Bescheid.

00:38:01: Aber zu der dritten LP kam es ja nicht.

00:38:03: Erstens durch die Ausreiseversuche, aber vorher war natürlich ... Der Drangsaal war schon da oder die Drang-Saal und insofern bedingte sich das gegenseitig.

00:38:16: Also solche Stücke dann wie Otto bei Schützmeiser.

00:38:24: Also Otto ist dieses Lied vom kleinen Otto Einen Elbschiffer bittet ihn mit nach Norden zu nehmen.

00:38:35: Nicht nach Süden, sondern nach Nordem, nach Hamburg nämlich und der wird dann aber leider Gottes gefasst auf diesem Elbdampfer und glatt in den Knast.

00:38:45: Das hat sozusagen Panach geschrieben.

00:38:49: Der hatte das geschrieben und ist dann auch nach West-Berlin gegangen.

00:38:53: Ist jetzt davonrenntreden wir gerade?

00:38:55: Wir haben jetzt gerade von Renf

00:38:56: geredet.

00:38:56: Es ist immer schwierig, das alles ein bisschen auseinander zu halten.

00:39:01: Ja es tut mir leid!

00:39:02: Ich danke übrigens nochmal für die Einlader und das habe ich noch nicht gemacht?

00:39:05: Nein, ich danke dir vielmals fürs Kommen.

00:39:09: Das ist so beeindruckend.

00:39:12: Aber wissen Sie was?

00:39:13: liebe Alex Berliner?

00:39:14: Willkommen halt zum nächsten Stückchen Musik Und zwar Hard

00:39:19: Pop

00:39:19: Schlaflied Das interessanterweise auf auch einer sehr bekannten Compilation erschien, Parocticum.

00:39:29: Eine Compilation zu einer Radiosendung von Lutz Schramm.

00:39:35: Du hast aber nicht Lutz-Schramm zufällig zum Radioverholfen oder eine enge Beziehung zu ihm?

00:39:41: Naja wir waren Kollegen.

00:39:43: Er war zunächst Techniker bei Stimme der DDR Und durch seine Verdienste, sag ich jetzt mal so ein bisschen seltsam ist er dann sozusagen in die Musikbereich gewechselt.

00:39:58: So

00:39:59: über zwei drei Jahre oder sowas und da hatte er wunderbare eigene Ideen und zum Beispiel davon war das Paroctikum.

00:40:07: Tja, davon haben wir jetzt also Schlaflied.

00:40:10: Ich bin mal gespannt!

00:40:41: Die Rosinen lege ich in Whisky ein und ich komme morgens auf meinen Joghurt mit drauf.

00:40:47: Ich bin morgen schon gleich ein bisschen

00:40:49: dünn.

00:40:52: Ja,

00:40:53: so ist das!

00:40:54: Man muss das Leben genießen!

00:40:57: Alex Berlin auf DAP Plus und im Web Deiner Stadt, dein

00:41:02: Programm Mir gegenüber sitzen die Jürgen bei Litzki.

00:41:09: Mensch Jürgen, also ich glaube du musst noch vier mal kommen.

00:41:13: Ich habe es befürchtet aber wir haben ja nicht einmal... Wir sind ja quasi gerade mal so angekratzt bei den achtzigeren an die kommen von den siebzigern weiter.

00:41:22: reusticht schafft einem das nicht Aber gut ist ja auch ein schöner Aufhänger.

00:41:27: Bist du auf jeden Fall schon mal hier gebucht für, wann noch immer du kommen möchtest?

00:41:31: Ich muss noch sagen ich habe mich zu entschuldigen.

00:41:34: Das war nicht Philipp das war der falsche Titel.

00:41:37: Es war der Expander des Fortschritts Der fremde Freund.

00:41:41: Ich hab das verwechselt auf der Platte weil die Reihenfolge ging nicht senkrecht sondern waagerecht.

00:41:48: so war das.

00:41:51: Aber irgendwie ist er nämlich zu.

00:41:53: sofort an Lutz Schramm, muss ich sagen.

00:41:54: Dieses Stückchen Musik.

00:41:56: Ja, das

00:41:56: ist so vor Paraktykommen.

00:41:57: Lutz-Schramm natürlich!

00:41:58: Das ist

00:41:59: dieses laute, dieses nicht gleichzuverstehende, dieses punkige... Alles was man jetzt nicht in der DDR vermuten würde, der achtziger Jahre und er hat es veröffentlicht bekommen.

00:42:13: Also auch beeindrucken, muss sich sagen.

00:42:16: Demnächst kommt der Mann unsere Sendung Irgendwann ein bisschen weiter in die Achtziger fortgeschritten.

00:42:22: Die eigenen Sendungen, die du gemacht hast.

00:42:26: Im Trend ist eine ganz bekannte Sendung von dir, die Du mit moderiert hast.

00:42:32: Ich weiß nicht war das denn schon?

00:42:34: War es der Berliner Rundfunk oder war das DT-IV als Zerfenster vom Berliner Grundfunk?

00:42:40: Oder war das schon im Vollprogramm?

00:42:42: Das war ja auch voll die Übergangszeit ich meine.

00:42:47: Vollprogramm eighty-sechs oder siebenund achtzig.

00:42:50: Davor war das ja immer so ein Fensterchen, DT-Vierne sechzig?

00:42:53: Ja!

00:42:54: Das hatte mit der Struktur des Rundfunks generell zu tun.

00:42:57: also die Musikredaktion war separat Die hieß so schön KJTM Kinder Jugend und Tanzmusik.

00:43:05: Da steckt schon alles drin was da abgeliefert werden musste Und diese Redaktion hat sozusagen das Musikprogramm von DTvierne Sechzig bestückt.

00:43:17: So, du bist das Grundsätzliche.

00:43:18: Aber der Chef Walter Bartel, damalige Chef von der Musikredaktion, der war interessiert sozusagen mehr Bedeutung zu bekommen gegenüber von DDVN-Sächsig.

00:43:31: War alles schwach über DDVn-Sechtsig aber über KOTM sprach niemand ja?

00:43:36: Obwohl alles daher von dort zugetrachten ist.

00:43:41: Das heißt

00:43:41: dein Anfänger waren beim Berliner Rundfunk Nicht korrekt?

00:43:45: Ja, okay.

00:43:45: Das ist ja gut, dass wir schnell mal...

00:43:47: Ja man kann das nicht so trennen.

00:43:49: also das war ja sozusagen in der Kleine wie sagt man sagen eine Unterabteilung von Berliner Rundfunk.

00:44:00: Ja natürlich!

00:44:01: So war es ungefähr

00:44:03: Jürgen.

00:44:04: Wir sind fast am Ende der Sendung angekommen.

00:44:07: Schade!

00:44:07: Ich werde das mal noch für Sie... Sie müssen nicht traurig sein, liebe Alex Berlinerer denn Jürgen Balicki kommt auf jeden Fall bald wieder, denn das Universum ist gigantisch von einem Herrn Balicki.

00:44:20: Denn irgendwann ging es rüber von der Musikwelt in die Welt des Radiofeatures und auch an die Welt der Malerei.

00:44:28: Und auch gerne noch ein drittes Mal, aber ich glaube über Musik müssen wir nochmal reden.

00:44:32: Das ist ja... wenn mir die achte Jahre haben wir dann nicht mal richtig durchrutscht.

00:44:37: Jürgen!

00:44:37: Bis bald mein Lieber!

00:44:38: Ja vielen Dank nochmal, hat Spaß gemacht.

00:44:43: So jetzt müssten wir eigentlich gleich raus sein.

00:44:46: in zehn Sekunden, Jürg'n Ein letztes Wort

00:44:49: Tschüss!

00:44:51: Herr Wagen da doch ein letztes wort aus dem Hintergrund?

00:44:54: Eine

00:44:54: super Sendung!

00:44:55: Na danke,

00:44:56: tschüß.

00:45:18: Vergessen Sie nicht,

00:45:19: Ihre Antennen

00:45:20: zu erden.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.